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  • Thema von Waldi44 im Forum Vorgeschichte

    Wilhelm I. sagte von Bismarck: „Es ist nicht leicht unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein.“
    Nach seiner Thronbesteigung sagte sein Sohn, Wilhelm II. über ihn:" „Sechs Monate will ich den Alten verschnaufen lassen, dann regiere ich selbst.“
    Und Bismarck schliesslich behauptete von Wilhelm II. er sei ein...:.:" „Brausekopf, könne nicht schweigen, sei Schmeichlern zugänglich und könne Deutschland in einen Krieg stürzen, ohne es zu ahnen und zu wollen.“
    Nachdem der Kaiser am 15. März 1890 dem Kanzler Bismarck wegen dessen Konfliktkurses endgültig die Unterstützung entzogen hat, folgte Bismarcks Entlassungsgesuch vom 18. März 1890.
    Da wir nun einen Bismarckexperten mit an bzw im Board haben, mal eine Frage dazu (betrifft eigentlich eher Wilhelm II.:rolleyes: War die Entlassung Bismarcks der erste Schritt in Richtung Krieg?
    Ich meine, so wie es Bismarck beschrieben hat:"....., ohne es zu ahnen und zu wollen"?
    Ein wichtiger Mailenstein in diese Richtung, war ja die Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrages mit Russland, der das Land quasi in die Arme der am 8. April 1904 zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich geschlossenes Entente cordiale trieb. 1907 wurde aus der Entente cordiale durch Beitritt Russlands die Triple Entente.

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Taucher haben nordöstlich der Ostseeinsel Hiddensee das Wrack des ältesten erhaltenen deutschen Schraubendampfers "Großfürst Constantin" entdeckt. Das Schiff war 1861 auf Eis gelaufen und gesunken.



    Die Geschichte des deutschen Schraubendampfers "Großfürst Constantin" begann und endete im Eis. Gebaut 1857 in Rostock musste sich das Schiff zur Probefahrt im März 1857 seinen Weg nach Warnemünde durch mehr als 20 Zentimeter dickes Eis bahnen. Vier Jahre später geriet der zwischen Rostock und St. Petersburg fahrende Dreimaster vor Rügen in einen Eissturm und sank. Jetzt haben Forschungstaucher das verschollen geglaubte Schiff wiederentdeckt.

    "Grossfürst Constantin"

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch


    Hitlerladen

    Hm, ob's da auch Postkarten vom ollen Hitler gibt?
    "Zudem beteuerte er, sein Partner und er hätten den Laden nach einem Onkel benannt, der wegen seiner Strenge "Hitler" genannt worden sei. Die historische Bedeutung sei ihnen nicht bewusst gewesen." Tja, die Zeit vergeht und bald ist auch ein Hitler einer unter vielen..Kaiser Nero, Attila, Dschigis khan, Kaiser Napoleon, König Leopold II von Belgien, Väterchen Stalin, Führer Hitler, der Grosse Vorsitzende Mao, Kaiser Bokassa, Idi Amin, Pol Pot........

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Hm? wird so mancher denken! "Deutsche Luftabwehr" im 1. Weltkrieg - was kann das schon gewesen sein. Im Vergleich zum 2. Weltkrieg in der Tat nicht viel, aber wie fast immer ist das ein hinkender Vergleich, denn der Kampf in der dritten Dimension wurde praktisch erst kurz vor dem 1. Weltkrieg aktuell. Um so erstaunlicher die Tatsache, dass es schon im Deutsch Französischen Krieg von 1870/71 die ersten deutschen Luftabwehrgeschütze gab.
    Am 7. Okt. 1870 gelang es dem französischen Innenminister Leon Gambetta mit einem Ballon aus dem belagerten Paris in die Provinz zu entkommen und von dort den Widerstand gegen die Deutschen zu organisieren. Mit den vorhandenen Mitteln war dieser Aus- und zugleich Durchbruch nicht zu stoppen.
    Weitblickende Militärs und der Industrielle Krupp erkannten die Notwendigkeit von Waffen, die zur Abwehr von solchen Fluggeräten geeignet waren. An Flugzeuge dachte man damals noch nicht und somit erhielt die neue Waffe die Bezeichnung "Ballonabwehrkanone", kurz "BAK" genannt. Den ersten Erfolg erzielte dieses Geschütz am 12. Nov. 1870 mit dem Abschuss des französischen Ballons "Deguerre".
    Die preussische "Luftabwehr" vor Paris verfügte damals über zwei Geschütztypen:Eine 3,7 cm Kanone auf einem Plattformwagen auf einem Pivotsockel, sowie eine 2,5 cm Ballonkanone mit gezogenem Lauf.
    Doch kaum war der Krieg vorbei, war auch mit der Weitsicht schluss. Erst im Jahre 1909 führte das nunmehreige deutsche Militär auf dem Schiessplatz Jüterbog neue Flugabwehrversuche durch, allerdings nur mit Gewehren und Maschinengewehren, mit denen es aber nicht gelang einen auf 1.250 m Entfernung stehenden Ballon abzuschiessen. 76 Geschossbahndurchgänge, also 152 Löcher und das Teil kam nicht runter! Der Hitergrund des Versuches waren die zunehmenden Flugaktivitäten mt Luftschiffen/Zeppelinen.
    Und wieder wurde Krupp zum Vorreiter und entwickelte 6,5 cm Bak auf Feldlafette, 7,5 cm Bak auf einen Kraftwagen sowie eine 10,5 Bak als Schiffsgeschütz und von Rheinmetall kam eine 5 cm Bak.
    Bis Kriegsbeginn verfügte das Heer über sechs Kraftwagengeschütze, acht Kanonen auf Räderlafette sowie vier Sockelgeschütze. War die Stückzahl auch beeindruckend niedrig, so darf man dabei nicht vergessen, dass keine andere Armee über Luftabwehrgeschütze verfügte.
    Bereits Ende 1914 verfügte das Heer über 76 Luftabwehrgeschütze und bis Kriegsende waren es 2576 Geschütze. Natürlich noch immer kein Vergleich mit den Zahlen des 2. Weltkrieges aber es gab ja auch nicht solche Bomberströme wie in selbigen, die einen Grossteil der Flak erforderten und banden. Überwiegend handelte es sich um 7,7 cm, später (1915) dann 7,72 cm, 8,8 cm und 10,5 cm Kanonen, überwiegend auf Kraftwagen und somit mobil.
    Geschossen wurde nach Tabellen, ab 1915 mit einfachen Entfernungsmessern und ab 1918 mit Kommandogeräten, von denen die Schiessdaten unmittelbar abgelesen werden konnten. Ab 1915 wurden die einzelnen Geschütze zu Flakbatterien zusammengeschlossen und in Ostende eine Flakschiesschule eingerichtet und eine Scheinwerferschule in Hannover, sowie in Brüssel eine Flakhochschule. 1916 wurde aus der Ballonabwehrkanone offiziell die Flugabwehrkanone.
    Gegen Ende 1917 verfügte die deutsche Luftabwehr über 104 schwere Kraftwageflak, 112 leichte Kraftwagenflak, 998 pferdebespannte und ortsfeste Flak, 196 3,7 cm Maschinenflak, 542 9 cm Maschinenflak und 416 Scheinwerfer, von denen 320 ortsfest waren.
    Interessant: "Der Einsatz der Flugabwehr ausser im Kampf gegen Luftfahrzeuge ist Untersagt...." und dass, obwohl die selbe Vorschrift besagte: bei Gegenangriffen "...sind die Flak so weit vorn wie möglich einzusetzen,..."
    Bei Kriegsende hatte die Flakartillerie über 60.000 Mann und 2576 Geschütze zur Luftabwehr, sowie 17.000 Pferde und 3500 bespannte und 800 Kraftwagen - Fahrzeuge.
    Im Versailler Vertrag wurden der Reichswehr 35 Flak vom Kaliber 8,8 und 10,5 cm zugestanden. Allerdings nur in den im Osten gelegenen Festungen Königsberg und Pillau.


    Quellen: Vom Train zum Roland, Hans Werner Patzki, ISBN 3 921 655 58 7
    Unsere Luftstreitkräfte 1914 - 1918, Vaterländischer Verlag C.A. Weller, Berlin 1930

  • Die „Truthahnschießen“ (The Great Marianas Turkey Shoot) genannte Luftschlacht fand auf den Marianen im Pazifikkrieg am 19. Juni 1944 während der Schlacht in der philippinischen See statt.

    Truthahnschiessen

    Im Beitrag wird behauptet:"Der Grund dieses desaströsen Abschneidens der japanischen Luftwaffe lag vornehmlich an der geringen Erfahrung ihrer Piloten und an einer verfehlten Taktik." Das, so meine ich stimmt zwar, aber die "verfehlten Taktik" resultierte ausschliesslich in der geringen Erfahrung und der mangelhaften Ausbildung der allesamt jungen Piloten. Die Japaner selbst wussten um die Unzulänglichkeit ihrer Flugzeuge aber allein das Wissen darum reicht nicht, man muss als Pilot auch lernen damit umzugehen und dazu braucht man Zeit und Gelegenheit.
    Nach den schon hohen Verluste an Piloten in der Schlacht um Midway, brach das "Truthahnschiessen bei den Marianen" der japanischen Trägerluftwaffe das Genick. Von nun an, als man merkte, dass man die unerfahrenen Piloten (und Erfahrung konnten sie kaum noch sammeln und Zeit hatte man erst recht keine), als Luftkämpfer kaum effektiv einsetzen konnte, waren sie nur noch Kanonenfutter im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kamikaze waren sie allemahl erfolgreicher in ihrer Erfolglosigkeit als denn als Kampfpiloten.
    Nur wenige Flugzeuge und Piloten wurden zur Verteidigung des Mutterlandes zurüchgehalten...
    Selbst die anfangs so kostbaren Träger fungierten bald nur noch als Köder für die Amerikaner (Schlacht um Leyte).

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Und wieder etwas "Letztes" gefunden (zugegeben, nicht mehr ganz taufrisch:rolleyes - diesmal ein vorerst letztes Ereignis: die Bestattung von acht (9) konföderierten Soldaten des amerikanischen Bürgerkrieges.
    Clive Cussler und seine Expedition fand die Überreste der acht umgekommenen (gefallenen) der Besatzung der " C.S.S. Hunley" und führte sie am 17. April 2004 feierlich der Bestattung auf dem Magnolia Friedhof in Charleston(ehemals die Hauptstadt der Südstaaten) zu.
    Im Jahre 1979 gründete Clive Cussler eine gemeinnützige Gesellschaft, der er nach der fiktiven Organisation seiner Romane den Namen „NUMA“ gab. Ziel von NUMA ist es, das maritime Erbe durch die Entdeckung, archäologische Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu erhalten. Mehr als 60 Wracks wurden bereits katalogisiert, darunter die "C.S.S*. Hunley", die während des amerikanischen Bürgerkriegs als erstes Unterseeboot ein feindliches Schiff (mittels eines Spierentorpedos) im Kampf versenkte aber selbst ebenfalls mit Mann und falls vorhanden, Maus, unterging.
    Die Besatzung der torpedierten "USS Housatonic", ein dampfbetriebenes Segelkriegsschiff, hatte insgesamt fünf Tote zu beklagen.
    Clive Cussler

    *C.S.S. = Confederate States Ship
    C.S.N. = Confederate States Navy
    C.S.A. = Confederate States Army

    Cussler und seine Leute suchten 15 Jahre lang nach der "Hunley" und am 4. Mai 1995 gelang ihnen die Ortung der "Hunley" – sie wurde mit Hilfe eines Magnetometers in etwa zehn Metern Tiefe vor der Küste von Sullivan's Island geortet. Am 8. August 2000 wurde das Wrack geborgen, 131 Jahre nach ihrem Untergang.
    Seit 2012 ist das restaurierte Boot in Charleston auch öffentlich zugänglich und zu besichtigen.



    C.S.S. Hunley

    Todesfahrt der C.S.S. Hunley

  • Nun ist ja eigentlich jedwedes Kriegsgerät in irgendeiner Form eine Art "Witwenmacher" - dirkt oder indirekt. Kurios wird es aber, wenn so ein Gerät im tiefsten Frieden eine Witwe nach der anderen hervorbringt. Gemeint ist mit dem makaberen Spitznamen "Witwenmacher" der F-104 Starfighter. Nun, Sterne werden seine Piloten wohl oft genug vor Augen gesehen haben, wenn der Name "Starfighter" auch etwas anderes suggerieren sollte und hoch, sozusagen den Sternen nahe kam er mit immerhin 2 bis 2,2 Mach Geschwindigkeit und einer Anfangs-Steiggeschwindigkeit von 244 m/s sowie einer Dienstgipfelhöhe von 15. 240 m auch(mit Raketenzusatz schaffte er es als NF- 104A sogar bis auf 36 km). Allerdings ging es oft mindestens ebenso schnell wieder erdwärts, aber dann eher ungewollt.
    Die Leistungsparameter des Flugzeuges waren schon recht beachtlich und Ende der 50er Jahre hielt der Starfighter weltweit gleich drei Best- bzw Höchstleistungen: In Steigrate, Flughöhe und Fluggeschwindigkeit war er unschlagbar. Allerdings war er ein ausgesprochenes schönwetter Jagdflugzeug und ein ausgezeichneter (schönwetter) Höhenjäger.
    Die Bundeswehr beschaffte sich 916 Maschinen, von denen 292 ihr reguleres Dienstende nicht erreichten und auch 116 deutsche Piloten erlebten das ihrige nicht. Damit stand die Bundesluftwaffe aber nicht alleine da: Italien verlor von ihren 360 Flugzeugen gar 137.
    Bemerkenswerterweise verloren die Spanier von ihren, stückzahlmässig zugegebenermassen eher mickrigen Fliegern, insgesamt 21 Stück, keinen einzigen. Sie flogen allerdings auch den "puren" Starfigter.
    Der Starfighter kam nur in wenigen bewaffneten Konflikten zum Einsatz und das ausser in Vietnam ausschliesslich unter nicht amerikanischem Befehl. Seine Aufgabe bestand im Kalten Krieg in der nuklearen Abschreckung. Deshalb wurde aus dem super (schönwetter) Abfangjäger der (witwenmachende) Jagdbomber. Die Italiener waren 2004 dann die letzten, die sich von diesem Flugzeugtyp verabschiedeten.




    Witwenmacher

    Hersteller: Lockheed Corporation
    Erstflug: 4. März 1954
    Indienststellung: 20. Februar 1958 (Bundeswehr/Luftwaffe)
    Produktionszeit: 1956 bis 1979
    Stückzahl: 2.578

  • Der Begriff für ein Flugzeug war mir völlig neu und so wird es wohl einigen Lesern gehen.
    Gemeint ist damit die Mig 21.
    "Die Mikojan-Gurewitsch MiG-21 ( NATO-Codename: Fishbed) ist ein in der Sowjetunion entwickelter einstrahliger Abfangjäger. 1959 in Dienst gestellt, wurde die MiG-21 in den Luftstreitkräften von mehr als 50 Staaten eingeführt und in vielen Varianten in Lizenz gefertigt. In der Volksrepublik China wurden bis Mitte der 1990er Jahre MiG-21-Varianten unter der Bezeichnung J-7 produziert. Insgesamt gab es rund 15 verschiedene Versionen der MiG-21. Die MiG-21 ist mit rund 10.300 Exemplaren eines der seit dem Zweiten Weltkrieg meistgebauten Kampfflugzeuge der Welt."
    Abgesehen davon, dass die Kalaschnikow nicht fliegen kann, es sei denn als Wurfgeschoss , kann man diese beiden Waffen tatsächlich irgendwie miteinander vergleichen, denn beide sind: Robust und unverwüstlich und WELTWEIT vertreten und produziert. Beider Vielfalt und Variantenreichtum ist schier unüberblickbar. Flugzeug und Handfeuerwaffe waren das Rückrat der Armeen des Warschauer Packtes und der jungen Nationalstaaten, die sich in ihrer politischen Entwicklung moskauwärts gewandt hatten. Allein die DDR verfügte über 550 (557) Mig 21 in sechs Versionen und 11 Varianten und nach der "Wende" flog sie sogar in der Bundesluftwaffe. Von diesen gingen insgesamt 126 verloren und 54 Piloten fanden dabei den Tod. 1990 wurden 14 Lasur und 27 SAU in den Bundeswehrbestand übernommen und 1992/93 ausgemustert.
    Im Vietnamkrieg stand dieses Flugzeug im direkten Kampf gegen die Phantom F 4 mit einer Chance von 3:1 und in den Nahostkriegen flog die Maschine gegen Israel, so sie denn nicht schon vorher am Boden zerstört worden waren.



    Mig 21




  • Deutscherseits wurden diese Befestigungen entlang des "Westwalls", Höckerlinie" genannt. Die Álliierten nannten sie: "Dragon's tooth" = Drachenzahn.
    Die einzelnen "Drachenzähne" oder "Höcker" sind mit Stahlbeton untereinander verbunden und reichen obendrein noch tief ins Erdreich. Da der "Westwall" aber an vielen Stellen unverteidigt blieb, konnten die Alliierten diese Hindernisse einfach zuschaufeln (mit Bulldozern) und so drüberweg fahren.

  • Als seinerzeit dem deutschen Kaiser nach einem "Platz an der Sonne" gelüstete, liessen er und seine Getreuen die Blicke über die Ländereien des Erdballs schweifen und musten enttäuscht festellen, dass die ganze Herrlichkeit, die man Erdball nennt, schon unter den klassischen Kolonialmächten, die da England, Frankreich, Spanien, Portugal, Holland und sogar dem kleinen Belgien waren, aufgeteilt war. Ein paar, wie es schien eher mickrige Reste wurden eben schnell noch zu Schutzgebieten erklärt. Eine Umschreibung für Kolonien....
    Da nun die Welt in festen Händen war, rückten auch eventuell zur Disposition stehende Gebiete anderer Kolonialmächte in das Blickfeld der kolonialen Bestrebungen. So ein Gebiet fand sich nach dem Ausbruch des Spanisch- Amerikanischen Krieges im Pazifik, nämlich in Gestalt der Philippinen.
    Da die US Amerikaner aber den Krieg gegen Spanien in erster Line aus wirtschaftlichen Gründen führten und ihren politischen, militärischen und vor allem wirtschaftlichen Einfluss sowohl in der Karibik (Kuba, Puerto Rico...) als auch im Pazifik ausdehnen wollten, kam man natürlich mit den Liebäugeleien des Kaiserreichs, das gerne ein Stück des nun entgültig zerfallenden spanischen Kolonialreiches für sich beansprucht hätte, in Konflikt.
    Dabei hatte der Kaiser sogar ganz gute Karten: 1897 wurde dem deutschen Konsul in Honkong eine Petition von einer philippinischen Abordnung überreicht, in der Reich und Kaiser gebeten wurden, den Freiheitskampf der Philippinos gegen die spanischen Kolonialherren zu unterstützen.
    Dem Kaiser kam's anscheinend Recht, wie eine Äusserung von 1898 zeigt: „Manila müssen wir haben!”. Des weiteren ein aktenkundiger Vermerk dazu:"Ich bin entschlossen die Philippinen bei nächster Gelegenheit käuflich zu erwerben oder sie den Spaniern zu entreissen sobald ihre Liquidierung erfolgt."
    Verkaufen kann man natürlich in der Regel nur etwas, wenn es einem auch gehört, aber schon 1898 gehörten die Philippinen den Spaniern nur noch nominell den auf den Philippinen hatte längst der Freiheitskampf gegen die Spanier begonnen und am 1. Mai 1898 besiegte das US Asiengeschwader unter Admiral George Dewey das veraltete spanische Geschwader unter Patricio Montojo y Pasarón in der Schlacht in der Bucht von Manila.
    Nun betratt die im November 1894 nach Ostasien entsandte "S.M.S. Irene" die Bühne des Geschehens. Nach einem Zwischenstopp in Marokko erreichte sie im April 1895 Hongkong und anschliessend die Insel Formosa. "S.M.S Irene" traf im Februar 1895 in Tschifu ein und wurde das erste Flaggschiff des Ostasiengeschwaders. Später gab sie diese Funktion an "S.M.S. Hertha" ab. Die Kreuzerkorvette war von 1894 bis 1901 im Ausland eingesetzt. Es folgten Reisen nach Japan, China und bis zum russischen Kriegshafen Wladiwostok.
    Mitte 1899, während des spanisch-amerikanischen Krieges, wurde "S.M.S. Irene" nach den Philippinen beordert, zu der dann weitere Einheiten unter dem Befehl von Admiral Otto von Diederichs stiessen (SMS Arcona). Völlig unerwartet wurde die "Irene" dort von US Amerikanern hinterhältig regelrecht gekapert und von rund 100 Mann besetzt.*
    Es wurden schon aus geringeren Anlässen Kriege geführt. Diesmal aber schien es wohl doch ratsamer auf einen Waffengang in diesen fernen Gewässern zu verzichten. Als sich schliesslich auch noch die Briten auf die Seite der US Amerikaner stellten, zog deutschlands schwimmende Wehr wieder ab.
    Die Philippinen wurden nach über 300 jähriger spanischer Herrschaft erst mal, nach einem jahrelangen Krieg mit der einheimischen Befreiungsbewegung (1899 bis 1902 dem etwa eine Million Filipinos 20 % der Gesamtbevölkerung zum Opfer fielen) von den Yankees regiert und erst 1946 (nachdem etwa eine weitere Million von den Japanern ermordet wurden) unabhängig.
    Die Amerikaner nannten die Philippinos:"little brown brothers" - immerhin, die Japaner waren für sie "kleine gelbe Affen"....


    Quelle:"Deutsche Geschichte", Nov. 2011


    *Die Kreuzerkorvette "Irene", welche erstmals in der deutschen Flotte mit einem Panzerdeck ausgerüstet wurde, lief am 23.07.87 vom Stapel. Getauft wurde das Schiff auf den Namen von Prinzessin Irene von Hessen, der Frau des Prinzen Heinrich, dem Bruder von Wilhelm II.
    1900 nahm S.M.S. Irene an der Niederschlagung des Boxeraufstandes teil.
    Ende Juni 1901 trat das Schiff die Heimreise an und traf am 22. September 1901 in Wilhelmshaven ein. Dort lag es bis zu seinem Ende, wurde ab 1913 als Wohnschiff genutzt und 1921 abgewrackt.



    Deutsche Schutzgebiete

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Nun sollte man meinen, der Begriff Schiff sei recht eindeutig und auch Wiki gibt eine Definition dazu ab:
    "Ein Schiff ist ein größeres Wasserfahrzeug, das nach dem archimedischen Prinzip schwimmt. Vom Floß unterscheidet sich ein Schiff durch den eigenen Antrieb, vom Boot in erster Linie durch seine Größe (zur Abgrenzung siehe Artikel Boot)."
    Und was ist mit Fahrzeugen? Wiki sagt:"Fahrzeuge sind Verkehrsmittel, die dem Transport von Gütern (Güterverkehr), Werkzeugen (Maschinen oder Hilfsmittel) oder Personen (Personenverkehr) dienen. Die Antriebsart oder die Verwendung ist für die Einordnung ohne Belang."....Es gibt verschiedene Arten von Fahrzeugen: Wasserfahrzeuge,...." Aha!
    In Kaisers Flotte vor 1894 unterschied man tatsächlich zwischen einem Schiff und einem Fahrzeug. Kanonenboote, Avisos und Küstenpanzerschiffe liefen unter der Bezeichnung Fahrzeug. Erst ab 1894 heissen alle schwimmenden Einheiten der Flotte, Schiff!.
    Zu den Fahrzeugen im sogenannten "Dienstverkehr" gehörten ausser den schon oben genannten: Wachtboote, Peilboote, Stationsjachten, Segeljachten, Fahrzeuge des Lotsen- und Vertonnungswesen, Werftdampfer, Depot- und Fortifikationsdampfer, Minenleger, Minenprähme, Schwimmsperrprähme, Feuerschiffe, Vermessungsschiffe.
    Diesen Fahrzeugen der Flotte wurde kein S.M.S. oder S.M. Mit Ausnahme der Jacht "Meteor" und anderer kaiserlicher Jachten.
    Überhaupt wurden zu diesem Zeitpunkt ettliche Änderungen in den Schiffsbezeichnungen vorgenommen und alte, heute unbekannte Begriffe und Bezeichnungen verschwanden und wurden durch meist bis heute geläufige ersetzt.
    Die Linienschiffe (im Gegensatz zu den Küstenpanzern auch als Hochseepanzerschiffe bezeichnet), hiessen ursprünglich je nach Grösse Panzerfregatten und Panzerkorvetten, später, ebenfalls je nach Grösse,Pan-zerschiffe I., II., III. Klasse.
    Die Küstenpanzerschiffe, einfachheitshalber auch Küstenpanzer genannt, hiessen Panzerschiffe IV. Klasse in Fortsetzung der Panzerschiffklassen.
    Die grossen Kreuzer nannte man gedeckte Korvetten, dann Kreuzerfregatten und schliesslich Kreuzer I. und II. Klasse.
    Die kleinen Kreuzer (davon die grösseren) bezeichnete man ursprünglich als Kreuzerkorvetten oder/und Glattdeckerkorvetten. Ansonsten wurden sie in Kreuzer III., IV Klasse unterteilt und in Avisos. Bei einigen entfiel diese Unterteilung und sie hiessen einfach nur Kreuzer: Habicht, Möve, Adler, Nautilus und Albatroß.
    Alles was nach Segelschiff (Fregatte, Korvette) klingt war es auch und die Typenbezeichnung fand nur auf diese Anwendun zB. "Kreuzefregatte". Allerdings fuhren ettlich von ihnen auch schon mit Dampfmaschinen und wahlweise waren die Maschine oder die Segel Hauptantriebskraft aber ab 1891 gab es in der deutschen Marine keine Schiffe mehr, deren Hauptantrieb ausschliesslich die Segel waren. Lediglich bei kleineren Booten gab es noch Hilfstakelagen.
    Masten aber blieben auf den Kriegsschiffen, denn sie trugen Gefechts- und Scheinwerfermarsen und wurden ausserdem für die Antennen des aufkommenden Funkverkehrs und natürlich althergebracht als Flaggen- bzw Signalmasten benötigt. Nur eben nicht mehr zum Segeln! Das letzte, 1899 ausser Dienst gestellte HOLZschiff, war das Vermessungsschiff "Albatroß".

    Quelle: Katechismus der deutschen Kriegsmarine, Melchior Historischer Verlag

  • Thema von Waldi44 im Forum Die Landkriege

    Dies soll jetzt kein neuer Aufguss über die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges werden. Darüber gibt es im Netz eine ganze Reihe guter Beiträge. Ich wollte hier nur mal ganz kurz die Ausgangslage
    etwas erhellen, denn wenn man so seine Mitbürger fargt, worum es denn in diesem Krieg eigentlich ging, erhält man meist die zwar nicht falsche aber auch nicht vollständige Antwort: Um die Sklavenbefreiung.
    Manchmal auch: Die Südstaaten griffen den Norden an - dann ist meist die Beschiessung von Fort Sumter gemeint.

    Die Sklavenfrage
    Nicht die Sklavenfrage war es, sondern der Ausgang der Präsidentschaftswahl von 1861, an dem die Union zerbrach. Die Slavenfrage war zwar seit längerem ein Streitpunkt zwischen den slavenhaltenden Süd-
    und den industrialisierten Nordstaaten aber der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte war eben jene Präsidentschaftswahl. Die bevölkerungsschwächeren Südstaaten hatten nicht die geringste
    Chance gegen Lincoln, da man sich auch noch mit drei Präsidentschaftskandidaten "rumschlagen" musste, wärend die Stimmen der Nordstaaten geschlossen auf Lincoln gingen, der mit 180 Stimmen 28 Wahlmänner mehr als er für dir Wahl benötigte.
    Besonders erbost war man im Süden, weil Lincoln nachweislich in einigen Staaten nicht eine einzige Stimme erhalten hatte...
    Lincoln selbst hielt die Sklaverei zwar für ein "moralisches, gesellschaftliches und konstitutionelles Übel", war aber grundsätzlich bereit dem Süden seine Wirtschafts- und Lebensform zu belassen.* Sie unterschied sich vom Norden nicht nur durch die Sklaverei, sondern auch dadurch, dass den einzelnen Bundesstaaten mehr Autonomie gewährt wurde als den eher zentral regierten Nordstaaten.**
    Neben den klassischen Südstaaten und den Nordstaaten, gab es noch die Grenzstaaten (Border States). Allein schon in Hinblick auf deren Loyalität verzichtete man auf eine Festlegung in der Sklavenfrage. In diesen Staaten gab es zwar die Sklaverei, aber sie blieben trotzdem bei der Union.
    Auch als Lincoln am 22. September 1862 die "Emancipation Proclamation"*** verkündete, ging es ihm nicht ausschliesslich um die Sklavenbefreiung. Diese Proklamation zur Sklavenbefreiung bezog sich audrücklich nur auf die Rebellenstaaten aber nicht auf die Border States. Vielmehr hoffte man, dass nun massenhaft Neger zur Unionsarmee strömen würden und ebenso massenhaft Südstaatensklaven nach Norden fliehen und die Wirtschaftskraft des Südens weiter schwächen würden.
    Tatsächlich nahmen am Bürgerkrieg rund 180.000 farbige Soldaten teil, von denen 70.000 fielen und zwischen 30.000 und 100.000 Sklaven gelang die Flucht über die sogenannte "Underground Railroad" in den Norden.
    Erst am 31. Januar 1965 verabschiedete der Kongress einen Zusatz zur Amerikanischen Verfassung, den 13., in dem nun offiziell die Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten von Amerika verkündet wurde. Über vier Millionen Afroamerikaner waren nun, zumindest auf dem Papier, freie Menschen aber noch keine Bürger. Das volle Bürgerrecht erhielten sie erst 1868, auch wieder nur auf dem Papier und das Wahlrecht gar erst 1870.

    Fort Sumter
    Fort Sumter blockiert quasi, auf einer künstlichen Insel liegend, den Hafen von Charleston. Charleston war einer der wenigen Tiefseehäfen der Südstaaten. Sinnigerweise oder besser gesagt symbolischer Weise
    liegt gegenüber von Fort Sumter auf Sullivan's Islan, Fort Moultrie. Wie Ellis Island für die Einwanderer aus Europa war Sullivan's Island das Tor für etwa 40 % aller Schwarzafrikaner nach Nordamerika. Zwischen
    1650 und dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden etwa 4-8 Millionen Afrikaner über die Middle Passage nach Sullivan's Island zur Quarantäne verbracht.
    Symbolträchtiger kann eigentlich kein Ort in Amerika sein: Hier das für die Negerbefreiung stehende Fort Sumpter, dort das für Sklavenhaltergesellschaft stehende Fort Moultrie.
    Sechs Tage nachdem South Carolina am 20. Dezember 1860 die Union verlasen hatte, räumten die Unionstruppen Fort Moultrie und zogen sich auf das, auf der Insel leichter zu verteidigende Fort Sumter zurück.
    Der Hafen war neben Savannha der zweitgrösste der Südstaaten und man musste unbedingt die Befehlsgewalt über Fort Sumter erlangen. Die Unionstreuen Truppen unter Major Robert Anderson, lehnten eine
    Kapitulation ab. Am 12. April 1861 um 4:30 Uhr begannen die Südstaaten mit der Beschiessung des Forts - die ersten Schüsse im Amerikanischen Bürgerkrieg und am 13. April 1861 um 14:00 kapitulierte das
    Fort und die Südstaaten hatten ihren ersten unblutigen militärischen Sieg errungen. Die zwei einzigen Unionstoten gab es erst nach der Kapitulation.
    Die Garnison von Fort Sumter zog am 14. April ab. Die Beschiessung und anschliessende Kapitulation erzeugte im Norden eine starke Antisüdstaatenstimmung, da man diesen Angriff als völlig ungerechtfertigt ansah.

    * Lincols Meinung war:" Könnte ich die Union retten, ohne auch nur einen einzigen Sklaven zu befreien, so würde ich es tun. Könnte ich sie retten indem ich alle Sklaven befreie, so würde ich es tun."
    ** Es gab daneben noch eine Reihe weiterer Streitpunkte/Unterschiede, deren Ausführung hier zu weit führen würde und anderswo ausführlicher nachgelesen werden kann
    *** "Sie läutete den Bruch der USA mit der knapp 250 Jahre alten Tradition der Sklaverei ein und noch bevor sie offiziell verlesen wurde, gehörte sie bereits zu den bedeutendsten Dokumenten aller Zeiten: Vor 150 Jahren, am 22.9.1862, verkündete Abraham Lincoln mit der so genannten Emanzipationserklärung "Emancipation Proclamation", dass ab 1. Januar 1863 "alle als Sklaven gehaltenen Personen in einem Einzelstaat oder einem genau bezeichneten Teil eines Einzelstaats, deren Bevölkerungen sich zu diesem Zeitpunkt im Zustand der Rebellion gegen die Vereinigten Staaten befinden werden, dann fortan und für immer frei sein sollen".
    Wenngleich die Emanzipationserklärung im Kern ein taktisches Manöver inmitten des amerikanischen Bürgerkriegs war und weder die Sklaverei vollständig beendete noch alle Sklaven befreite, so verfehlte sie nicht die gewünschte Wirkung. Sie vermittelte Millionen von Sklaven die Hoffnung auf baldige Freiheit, sie verlieh den Kriegszielen der Nordstaaten eine moralische Legitimation und schürte in den Südstaaten die Angst vor dem Verlust ihrer versklavten Arbeitskräfte. Auf diese Weise markiert der 22. September 1862 den Anfang vom Ende der Sklaverei in den USA, die im Dezember 1865 mit der Ratifizierung des 13. Zusatzartikels zur amerikanischen Verfassung****endgültig aufgehoben wurde."
    **** 13. Zusatzartikel

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Wenn es nicht so makaber wäre, könnte man lauthals drüber lachen. In einem Nachdruck der "Ostfriesischen Tageszeitung" von 1940 habe ich folgede Todesanzeige gefunden:
    Für Führer und Volk fiel der
    Führer der SA- Brigade 62 (Unterweser)
    Name
    Feldwebel und Offiziersanwärter
    in einem Infanterie-Regiment

    Wie er seit der Kampfzeit seinen SA- Männern
    als Führer vorlebte, so ist er jetzt auch als einer der ersten
    SA- Führer der Gruppe Nordsee, die ihren Treueid mit dem
    Tod besiegelt haben, seinen Männern vorgestorben.

    Der Führer der SA-Gruppe Nordsee
    Böhmker
    Gruppenführer

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    "Klein Deutschland" lag in New York und sein "Untergang" wurde am 15. Juni 1904 auf grausame Art eingeläutet, einhergehend mit einer der grössten zivilen Schiffskatasrophen. Eine der grössten und grausamsten Schiffskatastrophen, die aber in der Welt heute kaum bekannt ist. Gross, weil bei ihr 1021 Menschen starben, grausam, weil die meisten davon Frauen und Kinder waren.


    "Damals lebten mehr als eine Million Deutschstämmige in New York City. Um die Jahrhundertwende gab es nur wenige Städte mit mehr als einer Million Einwohnern: unter anderem Berlin, Hamburg (einschließlich Altona und Wandsbek) und eben New York. Eine Volkszählung registrierte 1 084 000 Deutsche - das waren 32 Prozent der damaligen Bevölkerung New Yorks (3 437 000). Die Deutschen waren mit Abstand die größte Nationalitätengruppe der Stadt.
    Sie hatten sich vor allem in "Little Germany" etabliert, in der Lower East Side und dem heutigen Trend-Viertel East Village. Die Siedlung war 400 Blocks groß. Rund um den Tompkins Square gab es mehr als 150 deutsche Zigarrenmacherwerkstätten, 130 Bäckereien, 60 Schumacherbetriebe, 55 Schreinereien und 60 Schneiderwerkstätten.
    Der jährliche Sommer-Ausflug der Sonntagsschule, üblicherweise ein Tagesausflug auf einem Schiff mit Baden, Spielen und Picknick, fiel 1904 auf den 15. Juni:Fast 1400 Menschen besteigen die "General Slocum". Da es Mittwoch ist, arbeiten die Männer, so sind überwiegend Frauen und Kinder an Bord. Kurz nach 9.30 Uhr legt das Dampfschiff in Höhe der dritten Straße ab und schaufelt sich auf dem East River nordwärts....."

    Little Germany

    "Die Tragödie zersplitterte die Deutschstämmigen in New York. Das Gemeinschaftsgefüge war zerrissen, die Meisten wollten nicht ständig an ihre toten Familien erinnert werden und zogen weg. In ganz New York gab es nicht genügend Särge. Hunderte von Pferden zogen in den nächsten Tagen Leichenwagen durch die Gassen. Trauerzüge formierten sich für die Beerdigungen. Forscherin Jolowicz: „Little Germany stand unter Schock, die Schulen hatten keine Schüler mehr, die Geschäfte keine Inhaber."
    Die Brandkatastrophe war ein Schock, von dem sich die deutsche Gemeinde nie erholen sollten. Fast jede Familie hatte Tote zu beklagen. Dutzende Hinterbliebene suchten den Freitod. Tausende zogen weg - ein Exodus, der unter anderem wegen sozialen Aufstiegs schon vorher begonnen hatte, wurde zur Massenbewegung.
    "Little Germany" löste sich auf - die Markuskirche wurde Synagoge."

  • Anders als zu Beginn des 1. Weltkrieges trat zu Beginn des 2. Weltkrieges bei der Eisenbahn kein "Kriegsfahrplan" in Kraft. Wie während des ganzen Krieges versuchten die Nazis der deutschen Bevölkerung trotz Krieg, ein so normales Leben wie irgendwie möglich vorzugaukeln. Erst gegen Kriegsende wurde mit der Parole "Erst Siegen dann Reisen", der private Reiseverkehr rigoros eingeschränkt.
    Natürlich traten mit den Kriegsereignissen und schon lange vorher, für die Deutsche Reichsbahn besondere Umstände in Kraft. Um diesen Kraftakt meistern zu können, trat statt des Friedensfahrplans oder eben des Kriegsfahrplans, der sogenannte "Hochleistungsfahrplan" in Kraft. Dieser Schnellfahrplan legte bis ins einzelne die Zuglängen( zB. Lok, Wagenfolge= 53 Wagen, Länge ohne Lok = 521 m ), die Zuggeschwindigkeiten und die Zugfolgen fest und zwar die der weiterhin zivilen Züge, als auch die zusätzlichen militärischen Transporte.
    Bei der Bahn unterschied man zwischen den blau uniformierten Reichsbahnern und den grau uniformierten Angehörigen der wehrmachtseigenen Eisenbahntruppen*. Die Eisenbahntruppen unterstanden direkt, über zwischengeschaltete Kommandeure (Kodeis = Kommandeure der Eisenbahntruppen bzw. Grukodeis = Gruppenkommandeure der Eisenbahntruppen), direkt dem Oberbefehlshaber des Heeres.? 90% der eingezogenen "grauen Eisenbahner" waren vormals "blaue Eisenbahner" gewesen.
    Die "blauen Reichsbahner" hingegen unterstanden dem Reichsverkehrsminister und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Julius Dorpmüller** und galten als "Wehrmachtsgefolge".
    Nicht nur durch die Farbe ihrer Uniformen unterschieden sich die Eisenbahner, sondern auch in der Beschriftung der Fahrzeuge. Die einen trugen den Schriftzug "Deutsche Reisbahn", die anderen "Deutsche Wehrmacht".
    Ab dem 13. Januar 1939 liefen bei der Deutschen Reichsbahn die Vorbereitungen für den Polenfeldzug, sprich: für den Krieg! Dadurch befanden sich gut zwei Drittel der geplanten 1.700 Truppentransporte bereits vor bzw. am 1. September in ihren Sammelräumen bzw. Ausgangsstellungen. Hinzu kamen noch Transporte für die "Grenzsicherung West". Insgesamt wurden über 3 Millionen Menschen, 400.000 Pferde und 200.000 Fahrzeuge aller Art per Schiene bewegt und zwar "neben" bzw. zusätzlich zu den zivilen Zügen, die weiterhin fahrplanmässig fuhren!
    Der Reichsbahn standen in Westrichtung neun Schienentransportwege mit einer Gesamtleistung von 572 bis 698 Zügen täglich zur Verfügung. In Ostrichtung, also nach Polen, waren es nur vier Schienentransportwege mit einer täglichen Gesamtleistung von 240 bis 252 Züge.Der begleitende Angriff auf das polnische Eisenbahnnetz scheiterte aber kläglich. Der Eisenbahntunnel am Jabluncapass wurde von den Polen ebenso gesprengt wie die Doppeleisenbahnbrücke bei Dirschau. Der Plan die Brücke bei Graudenz im Handstreich zu nehmen wurde wegen zu geringer Erfolgsaussichten fallen gelassen.
    Nach dem Sieg über Polen, wurde die sogenannte "Ostbahn" geschaffen. Diese unterstand dem Generalgouverneur Hans Frank. Die Bahnen im Westen wurden von einem "Bevollmächtigten Generalstabsoffizier des Chefs des Transportwesens" mit Sitz in Paris geleitet. Für die belgische Staatsbahn gab es in Brüssel eine Wehrmachtsverkehrsdirektion.
    Bis zum Herbst 1940 mussten die Franzosen 2.000 Loks und 85.000 Waggons und die Belgier 1.000 Loks und 15.000 Waggons an die Reichsbahn abgeben. Pikanterweise bevorzugte man bei der Reichsbahn jene Loks, welche im Rahmen des Versailler Vertrages an diese Staaten abgeliefert wurden. 1942 waren es schon 208.000 Eisenbahnwagen. Die ersten Deportationen fanden dann auch schon im Jahr 1940 statt. 100.000 Lothringer und 10.000 Elsässer wurden in den unbesetzten Teil Frankreichs
    deportiert.
    Die Bahnen in Norwegen und Dänemark verblieben bei den Generaldirektionen der jeweiligen Staaten. Die deutschen Interessen dort wurden von einem Bahnbevollmächtigten und einer Transportkommandantur wahrgenommen. Allerdings musste die Reichsbahn im Laufe der Jahre Gerät und Personal an die Bahnen dieser Länder abgeben.Im Januar 1942 wurde das Schienenwesen im Osten dann doch der Deutschen Reichsbahn unterstellt und zwar auf ausdrücklichen Befehl Hitlers. Das Betätigungsfeld der "grauen Eisenbahner" beschränkte sich dort von da ab nur auf des frontnahe Gebiet. Auch die Franksche Ostbahn wurde zu diesem Zeitpunkt dem Reichsverkehrsministerium unterstellt.
    Mitte 1942 wurde in Anbetracht der Trasportkrise vom Winter 1941/42 in Russland, nicht nur im Osten das Transportsytem der Wehrmacht quasi weggenommen und der Reichsbahn unterstellt, sondern auch im Westen und aus den beiden (Paris, Brüssel) Wehrmachtsverkehrsdirektion wurden Hauptverkehrstdirektionen der Deutschen Reichsbahn.
    Im Jahre 1942 begannen im Westen die ersten Bombenangriffe und Sabotageakte. Ihre Auswirkungen auf das Transportwesen waren relativ gering. Erst ab dem Herbst 1943 begann die Situation im Transportwesen kritisch und im Frühjahr 1944, im Rahmen der Vorbereitung der alliierten Invasion, katastrophal zu werden, so dass am 20.03 1944 der General des Transportwesens folgende Meldung abgab:"Bei einer Feindlandung muss nach hier vorliegenden Unterlagen mit dem Ausfall der Eisenbahntransporte in bisher unbekanntem Masse gerechnet werden".
    Die französische und belgische Bahn erlitt durch das Bombardement und den folgenden Kampfhandlungen, grössere Schäden als im Jahr 1940. Allerdings versuchten die Alliierten die Verluste an Menschenleben (französische) durch vorherige Warnungen (durch Rundfung und Widerstand) zu minimieren. Durch ihre absolute Luftüberlegenheit konnten sie es sich leisten....
    Mit den Vorbereitungen zum Angriff auf die Sowjetunion begann die Deutsche Reichsbahn im Sommer 1940 und bis zu Weihnachten 1940 wurden 36 Divisionen in die Sammelräume im Osten transportiert.
    Wie bei fast allem was den Feldzug gegen die Sowjetunion betraf verkalkulierten sich ALLE und auch den Planern bei der Deutschen Reichsbahn erging es nicht anders. Hatte man doch mit einer gewaltigen Beute an Fahrzeugen und rollendem Material gerechnet, so fiel die Bilanz eher mickrig aus. Den Sowjets war es gelungen einen Grossteil ihrer Loks und Wagen mitsamt der demontierten Industrie bis hinter den Ural zu bringen und so dem Zugriff der Deutschen zu entziehen.
    Im ersten Kriegsjahr erbeutete man ganze 312 normalspurige Loks, von denen nur 166 betriebsfähig waren und 869 Breitspurbahnen, von denen nur 247 einsatzbereit waren. Hinzu kamen nur rund 21.000 Waggons.
    Stattdessen musste man Fahrzeuge aus dem Reich und den besetzten Ländern im Westen nach dem Osten schicken. Von annähernd 23.000 Reichsbahnlokomotiven befanden sich im Juni 1942 über 5.300 im Osten im Einsatz. Im Sommer 1943 befanden sich bei der Reichsbahn 6.457 Loks im Osteinsatz.
    Neben dem nicht erbeuteten Material machte auch das vorgefundene Streckennetz ungeahnte Probleme. Die breitere Spurweite hoffte man ja durch Beutegut ungehindert nutzen zu können. Diese Hoffnung hatte sich aber schnell zerschlagen und zerschlagen im wahrsten Sinne des Wortes war noch mehr und musste von Eisenbahnpionieren mühsam und zT. nur notdürftig wieder instand gesetzt werden.
    Von Kriegsbeginn bis Ende Mai 1943 wurden von 3.544 zerstörten Brücken 2.076 von deutschen Pionieren repariert. 590 Brücken reparierten private Baufirmen bzw. Baueinheiten der Verbündeten.
    1942 hatte das Gesamtschienennetz im bestzten Teil der Sowjetunion rund 38.000 Km. Davon waren 23.023 km befahrbar. 20.309 Km Normalspur und 1.260 Breitspur. Am Jahresende waren es sogar rund 42.000 Km. Beschäftigt bei der Bahn waren zu dieser Zeit 112.000 Deutsche und 634.000 Einheimische.Im Zeitraum von 1942 - 43 vernichteten (beschädigten) sowjetische Partisanen 1.060 km Schienen, 274.000 Schwellen, 6.050 Loks und 21.050 Waggons. Dazu kamen noch die Güter und Soldaten die von den Zügen Transportiert wurden.
    Um dem zunehmenden Mangel an Loks entgegen zu wirken, wurde mit dem Bau der sogenannten "Kriegsloks" begonnen. Dabei handelte es sich vorwiegend um "entfeinerte" Dampflocks aber auch Kriegs- Elloks**** (kein Schreibfehler ). "Entfeinert" bedeutete nichts anderes als, schlicht, einfach und robust. Auserdem gab es eine Typenbereinigung.
    Treibende Kraft war auch hier der neue Rüstungsminister Speer. Schnellzulocks waren nicht gefragt - wo hätten die auch "schnell" fahren können? Was aber nicht bedeutet, dass es keine Schnellzüge mehr gab. Es wurden nur keine Loks mehr gebaut.
    Besonders interessant in diesem Zusammenhang war die Konstruktion einer Ellok mit überwiegend heimischen Rohstoffen. Diese Lok nannte man "Heimstofflok" und bei ihr wurde statt Kupfer Alu und Alulegierungen verwendet. Statt 3,1 Tonn Kupfer wurden nur 1,5 Tonnen Alu und Alulegierungen verbraucht. Auch hier bestätigt sich der Spruch:"Der Krieg ist der Vater aller Dinge!"
    Der Bau der Kriegsloks ging aber nur schleppend vorran und als man 2.000 hatte, war das gedachte Einsatzgebiet, die Soiwjetunion, schon weitestgehend verloren und besonders kurions war der Umstand, dass die Reichsbahndirektionen ihre schönen neuen Kriegsloks zurückhielten um sie zu schonen!!
    Prinzipiell lassen sich die Aufgaben der Reichsbahn während des Krieges folgendermassen beschreiben:´
    1. Truppentransporte für die Wehrmacht
    3. Gütertransporte der Wehrmacht (+ SS und andere Wehrmachtsteile) mit der Eisenbahn
    "Blitzt-" und "Pfeiltransporte" wurden bevorzug abgefertigt
    2. Wehrmachtsreiseverkehr (wurde manchmal mit zivilen Transporten kombiniert) und Verwundetentransporte
    4. Alle zivilen Transporte - darunter fallen auch die Deportationszüge
    Die Deportationszüge rangierten in ihrer Bedeutung an letzter Stelle. Sie wurden irgendwie immer dazwischen geschoben und standen deshalb oft tagelang irgendwo rum oder hatten keine Zugmaschine zur Weiterfahrt. Die Folgen für die Menschen sind bekannt....
    In den Jahren 1942 und 1943 fuhren täglich 20 Urlauberzüge in Richtung Heimat und etwa die gleiche Zahl brachte die Urlauber wieder zurück. Mancher Urlauber war ein Woche und länger in einer Richtung unterwegs.
    Während des 2. Weltkrieges stellte die Deutsche Reichsbahn 137Lazarettzüge (LZ) 67 Behelfslazarettzüge (Behelfsverwundetenzüge BVZ) und 26 Leichtkrankenzüge(LKZ) auf.

    Natürlich gäbe es über das Schienentransportwesen noch viel mehr zu schreiben und man sollte auch nicht die Bahnen in Holland, Italien und dem Balkan vergessen. Auch die "Kinderlandverschickung" zählt zu den bemerkenswerten Ereignissen. Nicht zu vergessen sind da noch die Schmalspurbahnen und die meist von der Wehrmacht betriebenen Feldbahnen.
    Das würde aber den Rahmen meines kurzen Beitrages sprengen, der eigentlich auch nur grob auf den Aspekt des Transportwesens und seiner Bedeutung für die Kriegsführung hinweisen soll.
    Anmerkung: Zahlen und Daten können je nach Quelle abweichen.


    * Eisenbahntruppen waren laut Versailler Vertrag der Reichswehr verboten. Dennoch gab es im Reichswehrministerium eine getarnte Dienststelle, die sich mit dem Problem der Militärtransporte auf der Schiene befasste. Ab dem 30. Oktober 1935 gab es wieder einen "Chef des Transportwesens".
    **Julius Heinrich Dorpmüller (* 24. Juli 1869 in Elberfeld; † 5. Juli 1945 in Malente-Gremsmühlen) war von 1926 bis 1945 Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn und von 1937 bis 1945 Reichsverkehrsminister sowie gleichzeitig im Mai 1945 Reichspostminister. Er gehörte 1945 der Reichsregierung Dönitz als Reichsverkehrs- und Postminister an. Obwohl Träger des Goldenen Parteiabzeichens wurde er als "unbelastet"*** eingestuft und die die Briten baten Dorpmüller, den Wiederaufbau der deutschen Eisenbahnen zu übernehmen.
    *** Und das, obwohl er ins seiner Funktion massgeblichen Anteil an den Judentransporten in die Vernichtungslager hatte.
    **** ELektroLok - Im Jahre 1942 waren bei der Reichsbahn 3.332 Km elektrifiziert. Auch als KEL bezeichnet.

    Quellen:"Bahn Extra" 5/2012, "Die Eisenbahnen in Zweiten Weltkrieg", Eugen Kreidler, Nikol Verlagsgesellschaft

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wurden die Angeklagten unter anderem nach dem recht umstrittenen Paragraphen des "Verbrechens gegen den Frieden" mehrheitlich zum Tode und zu höhen Zuchthausstrafen verurteilt. Durchaus zu Recht fragte und fragt man sich, was das denn für ein Paragraph sei und wo man in findet. Schon die Richterin Nürnberg fanden ihn nicht und die Ankläger selbst waren sich uneins, ob sie dies auch tatsächlich als Anklagepunkt aufführen sollten.
    Die Franzosen hatten Bedenken ob man eine Einzelperson überhaupt wegen eines solchen Verbrechen bezichtigen bzw. Anklagen konnte und die Russen hatten selber einige"Leichen im Keller" wegen der Kriege mit Finnland und Polen.
    Aber da man ja die Prozessordnung selber festlegte, schuf man den Artikel 21, in dem, „allgemein anerkannte Tatsachen“ nicht mehr bewiesen werden müssten. Natürlich nur "allgemein anerkannte Tatsachen" welche die deutsche Politik und Kriegsführung betrafen. Mögliche Belastungen (zurückhaltende Umschreibung von "Verbrechen") der Alliierten durfte die deutsche Verteidigung nicht als Gegenbeweise vorlegen, was die Möglichkeit der Berufung ausschloss.
    Doch in diesem Beitrag geht es nicht um den Nürnberger Prozess, sondern um die Frage worauf sich der Anklagepunkt des "Verbrechens gegen den Frieden" stützte. Als "Verbrechen gegen den Frieden" wurde die Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges angesehen. Nun fragt sich der historisch etwas bewanderte Zeitgenosse, wo denn so etwas vor 1945 geschrieben stand?
    Selbst der 1919 gegründete Völkerbund verbot Kriege allgemein und auch Angriffskriege im besonderen nicht. Moralische Einwände bleiben hiervon unberührt aber auch aussen vor. Erst wenn man den am 27. August 1928 abgeschlossenen Briand*-Kellogg**-Pakt zu Rate zieht und den kennt heute kaum jemand, kann man einen Hauch dessen erahnen, was den Nürnberger Richtern vorgeschwebt haben mag.Die 15 Unterzeichnerstaaten, bis 1929 waren es dann 63 Staaten, verpflichteten sich, auf den Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Streitfälle zu verzichten. Auch und vor allem aus nationalen Interessen geführte Angriffskriege (Der Pakt deffinierte den Begriff "Angriffskrieg nicht) wurden für völkerrechtswidrig erklärt. Ausgenommen davon wurde das Recht auf Selbstverteidigung und die (auch militärische) Teilnahme an Sanktionen des Völkerbundes. Bei den "aus nationalen Interessen geführte Angriffskriegen" mag der Gedanke an Deutschlands "alleiniger" Kriegsschuld am 1. Weltkrieg, Pate gestanden haben.
    Nur folgte dieser "Verpflichtung" keine Androhung von kollektiven Saktionen oder gar strafrechtlichen Massnahmen. Die wurden dann erst im Nachhinein von den Nürnberger Richtern eingesetzt. Bei dem Briand- Kellogg- Pakt handelt es sich also "nur" um einen Kriegsächtungs-Pakt. Ohne Verpflichtungen trotz Verpflichtung und ohne Konsequenzen bei Nichteinhaltung, also ein eher unverbindliches geduldiges Papier mehr, das allerdings, da der Vertrag als unkündar gilt, bis heute gültig ist.***
    Ursprünglich war französischerseits dieser Pakt als ein Pakt gegen das aufstrebende und wiedererstarkende Deutschland gedacht. Im Hintergrund standen wohl die Ereignisse des 1. Weltkrieges und der neuerliche Versuch Deutschland zu isolieren. Dieser Versuch schlug allerdings fehl und Deutschland gehörte mit zu den ersten Unterzeichnern dieses Paktes.

    * 1925-1929 Außenminister in der Regierung von Poincaré und in den nächsten 13 Regierungen, in denen er sich für eine friedliche Politik - Abrüstung, Annäherung an
    Deutschland, internationale Zusammenarbeit - einsetzt.
    Briand und Stresemann erhielten 1926 den Friedensnobelpreis.
    Aristide Briand stirbt am 7. März in Paris.

    ** Frank Billings Kellogg (* 22. Dezember 1856 in Potsdam N.Y. USA ; † 21. Dezember 1937 St. Paul Minn. USA)
    US-amerikanischer Jurist und Diplomat . Er war 1923 Botschafter der USA in London und Staatssekretär der USA von 1925 bis 1929 im Kabinett von Präsident Calvin Coolidge .
    Als Verhandlungspartner des Briand-Kellogg-Paktes einem gegenseitigen Verzicht auf Krieg zwischen Staaten erhielt er den Friedensnobelpreis für 1929 der aber erst 1930 verliehen wurde.

    *** Der Vertrag wurde außerhalb des Völkerbundes verhandelt und abgeschlossen. Daher behielt er seine Gültigkeit über das Ende des Völkerbundes hinaus. Das Verbot des Angriffskrieges wurde schließlich auch in die Charta der Vereinten Nationen übernommen.

  • "Als am 7. September 1941 die Japaner die amerikanische U-Boot-Basis Pearl Harbor angriffen, weitete sich der Zweite Weltkrieg auf Asien aus. Doch die Ursachen dieses Konflikts reichen weiter zurück. Zehn Jahre zuvor, im September 1931, hatte die japanische Armee die zu China gehörende Mandschurei überfallen. Das führte zu internationalen Protesten, die auch von den USA unterstützt wurden.
    Angeführt wurde der Überfall auf die Mandschurei von dem japanischen General Ishiwara Kanji. Der hatte bereits in den 20er Jahren den Krieg vorausgesehen und begonnen, sein Land auf die Konfrontation mit Amerika und seinen Verbündeten vorzubereiten. Paradoxerweise tat Ishiwara zunächst alles, um diesen Krieg anzuheizen und zu provozieren, setzte sich dann aber nach dem Ausbruch des Konflikts mit Leib und Seele für dessen Beendigung ein.
    Ishiwara war Enkel eines Samurai. Er galt als brutal und exzentrisch, als Foto-, Zeichen- und Kameratalent mit einem unbestreitbaren Sinn für Selbstinszenierung. Er war ein Kenner Deutschlands und hegte faschistische Überzeugungen. So vertrat er als Anhänger des Nichiren-Buddhismus die Theorie, dass eine Zeit massiver Konflikte nötig sei, bevor es zu einer Goldenen Ära der menschlichen Kultur kommen könne. In Japan sah er den Vollstrecker dieses weltweiten Schicksals.
    General Ishiwara filmte und fotografierte seine Männer, seinen eigenen militärischen Alltag sowie sein Gesellschafts- und Familienleben. Seine Aufnahmen veranschaulichen den Pazifikkrieg als düsteres Kapitel der Menschheitsgeschichte aus dem Blickwinkel eines der Hauptbeteiligten. Der Dokumentarfilm wirft einen neuen Blick auf diesen Konflikt, die ihn auslösenden Faktoren und die allgemeingültigen Mechanismen in Zeiten schwerer Krisen.

    (Frankreich, 2012, 82mn)"

    http://videos.arte.tv/de/videos/ishiwara...e--7060764.html

  • "Die Verdrängung der Vergangenheit

    Ein japanischer Volksglaube besagt, dass die Wünsche desjenigen, der mehr als 1000 Kraniche faltet, in Erfüllung gehen. Täglich werden Tausende dieser Faltfiguren am Denkmal von Hiroshima niedergelegt, das an die Opfer des amerikanischen Atombombenabwurfs im August 1945 erinnert. Die Gedenkstätte mit ihren bunten Kranichen steht für das von offizieller Seite im Laufe der Zeit immer stärker betonte „Nie wieder“ und für den Friedenswunsch der Japaner. Im Gegensatz zu Deutschland, das sich eindeutig zu seiner Schuld am Zweiten Weltkrieg bekannte, steht Japan bis heute nicht eindeutig zu seiner Verantwortung am Pazifikkrieg. Im Gegenteil, es stellt sich weiter als Opfer der westlichen Mächte da und begründet sein damaliges militärisches Engagement mit dem Willen, die asiatischen Nationen vom westlichen Joch zu befreien.
    Ähnlich ist der Tenor der Ausstellung des Tokioter Kriegsmuseums. Die Besetzung Koreas durch Japan wird als „Partnerschaft“ dargestellt. Der Kommentar über die japanische Offensive in Nanking, die von den Chinesen als Massaker bezeichnet wird, gibt an, die japanischen Friedensstifter seien von örtlichen Rebellen angegriffen wurden. Und neben dem Museum befindet sich der Yasukuni-Schrein, in dem alle in den verschiedenen Kriegen seit dem 19. Jahrhundert Gefallenen als „Heldenseelen“ verehrt werden. Unter den 2,4 Millionen dort verehrten Patrioten befinden sich auch 14 Kriegsverbrecher, die 1948 vom internationalen Militärtribunal für den Fernen Osten verurteilt wurden. In 2000er-Jahren sorgten die jährlichen Besuche von Premierminister Junichiro Koizumi bei den Nachbarn Japans, vor allem in China, für höchste Irritation. Neben der Freude am Provozieren spielten bei diesen jährlichen Pilgerbesuchen des unorthodoxen Politikers auch wahlpolitische Bedenken eine Rolle, denn die Veteranenverbände und Kriegswitwenvereinigungen stellen ein hohes Stimmpotenzial dar. Die japanische Kriegsvergangenheit wird seit jeher stark vereinnahmt. Nationalistische Gruppierungen haben den Yasukuni-Schrein zu ihrer Hochburg erklärt. Die glühenden Verteidiger des Vorkriegsjapans tragen ihre Nostalgie offen zur Schau. Sie schwenken die Reichsfahne, singen patriotische Lieder und heizen von ihren mit großen Lautsprecherboxen ausgerüsteten schwarzen Lastwagen aus die Massen an.

    Demütigung
    Fast 70 Jahre nach seiner Niederlage tut sich Japan noch immer schwer mit der Bewältigung seiner Vergangenheit. Seine Schwierigkeit, die eigene Verantwortung einzuräumen, rührt von der schmählichen Demütigung durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, von der Kapitulation und vor allem der anschließenden Verletzung des japanischen Nationalstolzes. Nach seiner militärischen Niederlage und der amerikanischen Besetzung musste sich Japan in seiner neuen Verfassung (Artikel 9) zum Pazifismus verpflichten. Seitdem fordern die großen nationalistischen Gruppierungen die Änderung des Artikels und, damit verbunden, das „Recht auf Krieg“. Das Thema kommt regelmäßig in öffentlichen Diskussionen auf, ohne abschließend geklärt zu werden. Die umfangreichen Arbeiten der japanischen Historiker gelangten nie an die breite Öffentlichkeit, während die Revisionisten in den Medien ungehindert ihre Thesen verbreiten können.
    Die Leugnung des chinesischen Völkermords wurde von den japanischen Behörden zu allen Zeiten toleriert. Schon in den 50er Jahren hielt er Einzug in die nationale Literatur, neuerdings auch in die beliebten Manga-Comics. Selbst die Schulbücher sind davon nicht ausgenommen. Der angedeutete Kurswechsel der Regierung blieb fruchtlos: Als sich Premierminister Murayama Tomiichi im Jahr 1995 für die vergangenen Gewalttaten entschuldigte und sogar anbot, die Opfer zu entschädigen, verloren sich seine feierlichen Erklärungen im Mediensturm der Revisionisten. Der Eindruck, Japan leide unter chronischer Geschichtsamnesie, wird durch seinen außenpolitischen Kuschelkurs mit den USA nur noch verstärkt – und das Volk kann die Verhältnisse nur schwer durchschauen.

    Wiederaufbau
    Nach dem Krieg versuchte Japan, seine militärischen und diplomatischen Verluste auf wirtschaftlichem Gebiet wieder wettzumachen. Als Anfang der 90er ein ganzes Volk die Ärmel hochkrempelte, war das nationalistische Gedankengut eine wirksame Triebkraft im ökonomischen Genesungsprozess. Japan wurde marktführender Produzent für Elektroartikel und schaffte als eines der ersten Industrieländer den Sprung ins digitale Zeitalter. Sein Aufschwung beflügelte die gesamte westliche Wirtschaft. Doch dann kam der Fall: Mitten in den 90ern schwand die Dynamik, und die nun folgende wirtschaftliche Talfahrt ging als „verlorene Dekade“ in die Landesgeschichte ein. Gleichzeitig begann die Wirtschaft der Nachbarländer zu boomen. China raubte Japan den Titel als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, und der kleine, aber umso bissigere Erzfeind Korea machte mit den ständig wachsenden Unternehmen wie Samsung und LG den japanischen Giganten Sony, Toshiba und Panasonic bald ernsthaft Konkurrenz.
    Heute steht Japan vor zahlreichen Herausforderungen: Es muss eine neue Nationalidentität aufbauen, seinen Platz auf dem asiatischen Kontinent wiederfinden und seine Beziehungen zu den USA aufrechterhalten. Doch noch hindert die Lethargie seiner eigenen Politiker den Inselstaat daran, mit seiner Vergangenheit abzuschließen und die nötigen Reformen durchzusetzen, um endlich wieder durchzustarten.

    Michel de Grandi"

    Japan und die Vergangenheit

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Auf Wunsch des Präsidenten
    Mexiko soll umbenannt werden
    Mit einem revolutionären Wunsch verabschiedet sich der mexikanische Präsident Felipe Calderón aus dem Amt: Sein Land soll künftig nicht mehr "Vereinigte Staaten von Mexiko" heißen.
    Felipe Calderon wird das Präsidentenamt am 1. Dezember an seinen Nachfolger Enrique Peña Nieto weitergeben.
    Mexikos scheidender Präsident Felipe Calderón fordert, dass sein Land künftig nicht mehr "Vereinigte Staaten von Mexiko", sondern einfach nur "Mexiko" heißen soll. Darauf pocht der 50-Jährige im Präsidentenpalast von Mexiko-Stadt. Acht Tage vor Ende seines Mandats wandte sich der konservative Politiker mit einer entsprechenden Petition an das Parlament.
    Sein Anliegen sei "von größter Wichtigkeit", sagte Calderón. "Für uns Mexikaner ist es an der Zeit, zu dem schlichten und schönen Namen unseres Vaterlandes zurückzukehren". Mexiko müsse mit seinem Namen nicht mehr anderen Nationen nacheifern, erklärte er in Anspielung auf das Nachbarland USA.
    Das südamerikanische Land heißt seit 1824 offiziell "Vereinigte Staaten von Mexiko". Mexiko heißt in der Sprache der Ureinwohner "Der Nabel des Mondes". Calderóns Amtszeit endet am Samstag kommender Woche. Nachfolger wird Enrique Peña Nieto von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI).

    Quelle: n-tv.de, AFP

    " Mexiko müsse mit seinem Namen nicht mehr anderen Nationen nacheifern, erklärte er in Anspielung auf das Nachbarland USA." - Bisweilen ist es ja weltweit umgekehrt......

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Krieg ist ansich irrwitzig genug aber der Kult, der um ihn betrieben wird mitunter noch irrer und absurder. Tragikkomisch aber wird es, wenn Opfer ihre "Mörder" ehren, wenngleich der Begriff "Mörder" von mir bewusst in Klammern gesetzt wurde.
    So geschen im Mai diesen Jahres in dem Pfälzer Ort Schwanheim. Was bzw. wer wurde dort warum geehrt?
    Zitat:"Schwanheim entging knapp einem Inferno, erinnerte Schwarzmüller**. Nur dem Mut des Piloten Tom Wilkinson, der die Maschine noch über die Häuser und der Kirchturmspitze von „St. Hubertus“ zog, war es zu verdanken, dass die brennenden „Short-Stirling EE893“, ein Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte, nicht im Dorf abstürzte." (Vier Soldaten kamen ums Leben, drei kamen in Kriegsgefangenschaft.)
    Woher kam dieser einzelne Bomber?
    "..... ein Unglück(der Absturz), welches sich im zweiten Weltkrieg millionenfach an allen Fronten der Welt ereignete, so der Schwanheimer Ortbürgermeister Herbert Schwarzmüller bei der Einweihung eines Gedenksteins,..."
    Immerhin:"Jedoch sollte auch nicht die Ursache des Fluges vergessen werden. Das Ziel der Bomber seien die Fabriken in Ludwigshafen und Mannheim gewesen. Nicht vergessen seien auch die vielen Opfer des Angriffs auf deren Privathäuser die Bomben einschlugen....."
    Wie wahr, aber es geht auch noch konkreter:
    In der Nacht vom 5.(Sonntag) auf den 6. September 1943 erlebte Mannheim einer schweren britischen Bombenangriff. Dabei wurde von 605 britischen Langstreckenbombern 150 Luftminen, 2.000 Sprengbomben, 350.000 Stabbomben und 5.000 Phosphorbomben abgeworfen. Die zivielen Opfer hielten sich dank des konsequentenluftschutzkonzeptes der Stadt in überschaubaren und vergleichsweise niedrigen Grenzen. "Nur" 128 Tote und 580 Verletzte waren zu beklagen aber über 5.000 Wohngebäude wurden zerstört. Die deutsche Flak schoss 34 angreifende Bomber ab. Einer davon war die „Short-Stirling EE893“ mit dem "Helden von Schwanheim": Tom Wilkinson als Piloten.
    Worin nun genau bestand denn damals die Heldentat des Piloten Wilkinson?
    Meines Erachtens gab es keine, jedenfalls keine, die einer besonderen Ehrung bedurfte, es sein denn, man wollte das fliegerische Geschick eines zur Notlandung gezwungenen alliierten Bomberpiloten ehren. Was bitte blieb dem Piloten angesichts der offensichtlichen Notlage anderes übrig, als seine Maschine hochzuziehen um über die Häuser der Ortschaft zu "springen"? Sollte er in sie reinkrachen? Angesichts des Pfälzer Waldes gab es darüber hinaus kaum Landemöglichkeiten für ein so grosses Flugzeug. Drei Möglichkeiten boten sich dem Piloten: Rein in die Bäume des Pfälzer Waldes, rein in die Häuser von Schwanheim oder der Versuch auf dem Hang hinter dem Ort zu landen. Die beiden ersten Möglichkeiten hätten sicherlich tödlich geendet.
    Die Maschine befand sich im Absturtz. Warum man nicht schon vorher abgesprungen war weiss ich nicht, vielleicht hoffte man ja doch noch irgendwie zurück fliegen zu können.
    Für Schwanheim (heute rund 600 Einwohner) war das fliegerische Geschick von Tom Wilkinson sicherlich ein Glücksfall aber wie der Schwanheimer Ortbürgermeister Herbert Schwarzmüller richtig bemerkte:"...ein Unglück(der Absturz), welches sich im zweiten Weltkrieg millionenfach an allen Fronten der Welt ereignete...". Sicher gab es auch ettliche deutsche "Bruchpiloten", die ebenso "heldenhaft" den Zusammenstoss mit britischen, französischen oder russischen Gebäuden verhindert haben um nicht mit ihrer maladen Maschine gänzlich an ihnen zu zerschellen. Wer setzt ihnen einen Gedenkstein?
    Die Briten wohl eher nicht, haben sie doch erst neulich ein Denkmal für ihre Bomberpiloten enthüllt, nachdem deren Chef sein Denkmal schon vor einigen Jahren erhielt - Bomberharris, der Chef von Tom Wilkinson.
    Die Begründung für diesen Gedenkstein, ist ja die, dass durch das mutige Handeln von Tom Wilkinson das Dorf und damit vermutlich auch viele Menschenleben gerettet wurden. Warum aber, diese Frage sei erlaubt, sollte sich Wilkinson um das kleine deutsche Dorf und seine Einwohner scheren, wenn er doch vor kurzem noch Bomben über einer deutschen Grosstadt ausgeklingt hatte und mitleidlos das Leben von vielleicht tausenden Menschen ausradieren wollte? Sein eigenes Leben und vielleicht noch das seiner noch lebenden Besatzungsmitglieder galt es zu retten und das war auch als Soldat sein legitimes Recht. Doch daraus eine ehrwürdige Heldentat zu konstruieren ist schon etwas weit hergeholt. Den anwesenden Ehrengästen, Dorfbewohnern und Hobbyhistorikern schien das egal zu sein. Lediglich zwei Mitglieder der NPD zeigten ihren Unmut über diese Art der Heldenverehrung - nunja, ob IHRE Art die bessere ist??
    Jedenfalls kann man wenigstens dem Motto der Veranstaltung vorbehaltlos zustimmen:"Für Frieden und Völkerverständigung"!

    * Arbeitsgruppe Vermisstenforschung um Uwe Benkel
    ** Schwanheimer Ortbürgermeister

    Schwanheimcrash
    Gedenkstein von Schwanheim

    Ps: Aufmerksam auf dieses Ereignis wurde ich durch einen Beitrag in der "DMZ" Nr 91

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Deutsche und italienische Historiker arbeiten die Geschichte ihrer Länder im Zweiten Weltkrieg auf. Von Kriegsverbrechen an Hunderttausenden ist die Rede. In Berlin soll nun ein neues Denkmal entstehen.
    Guido Westerwelle reiste zur Präsentation des Berichts nach Rom. Guido Westerwelle reiste zur Präsentation des Berichts nach Rom.(Foto: dpa)
    Mit einer Gedenkstätte in Berlin soll künftig an das Schicksal von mehr als 600.000 italienischen Soldaten erinnert werden, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs von Nazi-Deutschland inhaftiert wurden. Als geeigneten Ort schlug eine deutsch-italienische Historikerkommission ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager im Stadtteil Niederschöneweide vor. Kleinere Stätten soll es auch in Italien geben.
    .........
    Ziel der Kommission war es, die deutsch-italienische Kriegsvergangenheit aufzuarbeiten. "Das soll zu keiner Revision gültiger Geschichtsdeutungen oder gar zu einer Relativierung von deutschen Kriegsverbrechen(!!!) in Italien führen", heißt es im Bericht.
    .........
    Im September 1943 hatte Italiens faschistische Regierung, die bis dahin mit Nazi-Deutschland verbündet war, mit den Alliierten einen Waffenstillstand geschlossen. Daraufhin setzten deutsche Truppen nach Schätzungen zwischen 600.000 und 650.000 italienische Soldaten als sogenannte Militärinternierte fest. Viele wurden zur Zwangsarbeit verschleppt, vorwiegend in Betriebe der Rüstungsindustrie nach Deutschland und auf den Balkan. Etwa 25.000 Italiener kamen dabei ums Leben. Von etwa 5000 Gefangenen verlor sich jede Spur.
    .........

    Gedenkstätte
    IMI's

  • Thema von Waldi44 im Forum Krieg in den Kolonien

    Die Schlacht von Tanga

    Vor dem 1. Weltkrieg haben die Kolonialm채chte vereinbart, dass im Kriegsfall, die Kolonien von den Kampfhandlungen ausgenommern werden. Berlin, Kongoakte von 1885.
    Die Ententem채chte hielten sich aber nicht daran und so fiehl eine Kolonie nach der anderen. Zwischen dem 2. und 4. November 1914 fand bei der ostafrikanischen Hafenstadt Tanga (heute in Tansania) eine f체r afrikanische Verhältnisse grössere Schlacht statt.
    Der allgemeine Hergang lässt sich unter anderem auch bei "Wiki" nachlesen, aber eben nur der allgemeine!
    Diese, wie alle anderen afrikanischen Operationen, wurden anfangs von den Briten als zweit und drittrangig angesehen und so ist es nicht weiter verwunderlich, als mit dem wenigstens zweitrangigen Generalmajor Aitken, drittrangige indische Truppen(acht Regimenter) nach Ostafrika geschickt wurden.
    35 Jahre Indien hatten seinen militärischen Verstand umnebelt und sein Selbstwertgefühl ins Unendliche gesteigert.
    Nigger, Schwarze, Hunnen, Tracht Prügel und Hackfleisch waren beliebte Worte und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, wie die Schlacht um Tanga verlief, zumal er alle Ratschl채ge und Warnungen in Bezug der Tapferkeit und Zuverl채ssigkeit der Askari in den Wind schlug, ebenso wie die ihm angebotene Hilfe durch erfahrene afrikanische Kolonialtruppen.
    Diese Hilfe h채tte er bitternötig gehabt, stammten seine "Indianer" doch aus verschiedenen Teilen Indiens und sprachen 12 verschiedene Sprachen.
    Ettlich konnten ihre neuen Lee Enfield- Gewehre nicht richtig benutzen, da sie diese erst kurz vor dem Einsatz erhalten hatten.
    Lediglich das Nordlancedhire Regiment und die Gurkhas besassen einen grösseren Kampfwert.
    Die eigenen Offiziere bezeichneten ihre Truppe als:"Die schlechtesten von ganz Indien!"

    Aber selbst "gute" Soldaten hätten mit dem was kam ihre Probleme gehabt! 16 Tage warteten sie bei brütender Hitze auf ihre Einschiffung. Als sie entlich stattfand, fiehl es niemanden ein, eventuell Rücksicht auf bestehende Befindlichkeiten der indischen Soldaten zu nehmen. Weder auf Kasten noch Religionszugehörigkeit oder gar Essgewohnheiten wurde R체cksicht genommen.
    Letzteres f체hrte dazu, dass viele Soldaten an Durchfall erkrankten, während der Rest seekrank wurde.
    Statt nun seinen müden, kranken und schlappen M채nnern in Mombasa etwas Ruhe zu gönnen, gab Aitken den Befehl direkt nach Tanga zu fahren und die Stadt anzugreifen.
    Natürlich war die Operation streng geheim. Sie war so "geheim", dass von Bombay aus Nachschubkisten mit der Aufschrift:"Indische Expeditionsstreitkräfte 'B', Mombasa, Ostafrika" abgingen und die Presse 체ber das Eintreffen der Truppen in Afrika in grossen Lettern auf der ersten Seite berichtete!
    Funkstille kannte man nicht und selbst in Briefen wurde über das Eintreffen des Expeditionskorps berichtet und schlussendlich f체hr die ganze Flotte noch in Sichtweite der K체ste.
    Kurz: Man(die Deutschen) wusste bescheid!

    Zuerst lief der Kreuzer "Fox" unter Kapitän F.W. Cauldfield in den Hafen um zu sondieren und dem deutschen Kommandanten von Schnee ( Aha, daher "Schnee am Kilimanjaro" ), alle bisherigen privaten Verträge zu kündigen.
    Von Schnee war nicht anwesend. Nur sein Vertreter Auracher und der versuchte Zeit zu schinden. Als Cauldfield ihn dan vertrauensselig fragte(!), ob der Hafen eventuell vermint sei, bejate Auracher!
    Unschlüssig blieb der Kapitän zurück, während Auracher die deutsche Fahne hisste, des Kaisers Rock anzog und sich eiligst zu Oberst Lettow- Vorbeck begab.
    Die deutsche Schutztruppe bestand zu Kriegsbeginn aus 267 Offizieren und Unteroffizieren sowie 4.612 einheimischen Askari.
    Schliesslich begann Cauldfield nach Minen zu suchen, während der inzwischen eingetroffene Truppentransport auf Reede lag, was auch nicht zur Hebung der Stimmung beitrug!

    Obwohl man keine Minen fand, überredete Cauldfield Aitken, nicht den Hafen zu benutzen, sondern eine Meile weiter weg in den Mangroven seine Truppen anzulanden.
    Wolken von M체cken, Tzetzefliegen und Legionen von Blutegeln waren Zeuge dieser maritimen Grossaktion, die insgesamt 48 Stunden in Anspruch nahm!

    Diese Zeit hatte Lettow- Vorbeck genutz und war mit seinen Truppen auf Tanga marschiert. Die ersten Opfer dieser Schlacht waren einige britische Offiziere, die frustriert einen Hügel bestiegen hatten, um nach den Deutschen Ausschau zu halten. Als sie diese entdeckten, war es die letzte Entdeckung in ihrem Leben!
    Danach traf das 13. Rajput- Regiment auf ca. 250 Askaris, denen sie unhöflicherweise sofort ihre Rückfront zur Ansicht boten und dabei ihre eigenen Offiziere über den Haufen rannten (schossen?).
    Ruckzuck wurden aus den 250 Askaris 2.500. Diese Meldung wurde Aitken auf seinem Schiff übermittelt einschliesslich der traurigen Nachricht von 300 eigenen Toten!
    Während sich die Soldaten "kämpfend" zurück zogen, wurde unverdrossen weiter Nachschub an Land gebracht.
    Unterdessen unterbreiteten seine besorgten Kollegen ihm den Vorschlag, Kanonenboote einzusetzen. (Was machte eigentlich der Kreuzer?). Aitken lehnte mit der Begründung kein ziviles Eigentum beschädigen zu wollen ab. Dabei war der Grund ein anderer: Er hätte gar nicht gewusst, wohin er das Feuer der Kanonenboote hätte lenken sollen.
    Inzwischen hatten die Deutschen befestigte Stellungen mit Stacheldrahtverhauen errichtet und Scharfschützen in den Affenbrotbäume platziert.
    Den Gurkhas und dem Nordlanceshire Regiment gelang die Eroberung des Zollhauses und des Krankenhaus'. Währenddessen mussten die Inder mit der "deutschen Luftwaffe" kämpfen !
    Millionen wildgewordener Bienen aus den umliegenden Bienenstöcken stürtzten sich auf die armen Kerle und trieben sie zurück ins Meer. Die Briten glaubten später an eine deutsche Kriegslist, die Lettow-Vorbeck schmunzelnd kommentierte:"Gott war mit uns"!

    Daraufhin wurde Tanga mit Kanonen beschossen (wohl der Kreuzer), traf aber nur das mit eigenen Verwundeten überfüllte Krankenhaus und die sich auf den R체ckzug befindlichen eigenen Truppen!

    Aitkes zog sich schliesslich zurück. An Verlusten erlitten seine Truppen: 800(650*) Tote, 500 Verwundete und 250 vermisste.
    Die Deutschen verloren 15(64*) und die Askaris 54(48*) Mann.
    Ein Grossteil der britischen Verwundeten wurde später unter deutscher Aufsicht evakuiert!
    Erbeutet wurden unter anderem: 16 Maschinengewehre, 600.000 Schuss Munition sowie umfangreiches sonstiges Gerät wurden von den Deutschen. Damit konnte Lettow- Vorbeck einige neue Einheiten aufstellen und bewaffnen.
    Tja und was wurde aus Aitkes? Er wurde von Kitchener zum Oberst degradiert und mit halben Sold in den Ruhestand geschickt!

    * Die Angaben schwanken.

    [ Editiert von Administrator Waldi44 am 30.01.13 18:11 ]

  • Am Morgen des 2. März 1943 steuerte ein japanischer Konvoi durch den Pazifik auf den nordwestlichen Teil von Neu Guinea zu. Ziel war der Stützpunkt Lae.
    Acht (sieben) Transporter begleitet von acht Zerstörern bildeten den Geleitzug, der rund 6.ooo (6.9oo) japanische Soldaten der 51. Division IJA(Imperial Japanese Army) anlanden sollte, sowie 400 Marinesoldaten von Rabaul. Wenige Stunden nach dem Auslaufen, noch am Vormittag, wurde der Konvoi gesichtet. Wen wunderts? Wenig später, um 10:15 Uhr griffen amerikanische landgestützte Bomber der 5. Heeresflieger- Division den Konvoi in der Bismarck See an und versenkten zwei und beschädigten einen dritten Transporter.
    Der japanische Befehlshaber, Admiral Kimura (6.12.1891 - 14.02. 1960), er war Kapitän der "Suzuya" (Schwerer Kreuzer) während des Angriffs auf Pearl Harbor, befahl zwei seiner Zerstörer ("Asagumo" und "Yukikaze") die im Wasser treibenden Soldaten zu bergen und nach Lae, also ihrem ursprünglichen Bestimmungeort, zu bringen. 950 Soldaten wurden so gerettet und an Land gebracht.
    Am Morgen des darauf folgenden Tages, des 3. März also, wurde der Konvoi erneut angegriffen. Diesmal gleich von 335 US- und Australischen Flugzeugen in mehreren Wellen unter dem Kommando von Generalleutnant Kenney. Alle Transporter und vier Zerstörer wurden versenkt oder in Brand geschossen. Im Tiefflug und mit Bordwaffen wurden die brennenden und sinkenden Transporter mit ihrer noch lebenden Menschenfracht beschossen.
    Die zwei Zerstörer, die am Vortag schon einmal als "Rettungsboote" fungiert hatten, begannen nun wieder mit ihrem Rettungswerk und retteten 2734 Landsleute. Dann tauchten erneut alliierte Flieger auf und begannen die noch nach tausenden zählenden, nunmehr schiffbrüchigen japanischen Soldaten im Wasser zu beschiessen.
    Um den "Job" gut zu beenden tauchten schliesslich auch noch 7 Motortorpedoboote PTs unter dem Kommando von Lieutenant Commander Atkins auf und vollendeten das Massaker mit Bordwaffen und Wasserbomben. Etwa 3.ooo Japaner verloren so ihr Leben. Admiral Kimura wurde durch Maschinengewehrfeuer an Schulter und Bauch verwundet, tat aber nach seiner Genesung bis Kriegsende weiterhin Dienst.
    Befragt, warum sie die Japaner umgebracht hätten, antwortete man lapidar:"Wir mussten verhindern, dass die japanische Armee auf Lae durch an Land schwimmende Schiffbrüchige verstärt wurde."
    Die beiden Zerstörer("Asagumo" und "Yukikaze") hatten beim ersten mal immerhin fast 1.ooo Mann nach Lae gebracht!
    Der Auftrag der Amerikaner lautete, genau das zu verhindern. Zwar waren sie ihrer Waffen verlustig gegangen (die Japaner), aber was bedeutet das in Anbetracht der Tatsache, dass der japanische Soldate ansich eine Waffe war!
    Ausserdem kannte man das ja: Zwei Mann ein Gewehr...
    Aber egal welcher Ausrede man sich auch bediente, blieb es eines der vielen ungesühnten amerikanischen Kriegsverbrechen an japanischen Soldaten.
    ein weiteres Kriegsverbrechen von ähnlicher Charakter hatte sich schon am 26.Januar 1943 ereignet. U-Boot-Kommandant Dudley Walker Morton mit der USS Wahoo stieß bei einer Patrouillefahrt auf vier japanischen Truppentransporter, von denen die Buyo Maru (5.447 BRT) und Fukuei Maru No. 2 (1.901 BRT) erfolgreich torpediert und versenkt wurden. Anschliessend wurden 20 im Wasser im treibende Rettungsboote der zuvor torpedierten Transporter mit Maschinengewehren des aufgetauchten Bootes auf Befehl Mortens beschossen! In allen Ecken seines U-Bootes ‚Wahoo' hingen Propagandaplakate, auf denen in grossen Lettern stand: ‚Schießt auf die Hundesöhne' (‚Shoot the sunza bitches!') Als Rassist, wie viele Amerikaner seinerzeit, empfand er die Japaner als minderwertig." Sie wurden ganz offiziell als "Affen" bezeichnet. Zwar waren Mortens Schiessbefehl "nur" 100 Menschen zum Opfer gefallen aber war er sprach prahlerisch von10000 "gekillten" Japaner.

    Ps: Gerade bei den Kampfereignissen im Pazifik schwanken die Zahlenangaben mitunter stark, je nach Quelle.

  • ...war der kuriose und zugleich zutreffende Spitznamen von Hitlers Leibarzt Theodor Gilbert Morell. Zu verdanken hatte er ihn einen nicht minder bedeutsamen Spitznamenträger, nämlich Hermann Göring (u.a.."Goldfasan“, „Lametta-Heini“, "Maier...").
    Neuere Nachforschungen haben den früheren Verdacht, Morells Medikamentation habe zu Hitlers körperlichen Verfall und einer geistiger Störung geführt als falsch überführt. Deutschland wurde mitnichten von einem Geisteskranken geführt. Wohl aber von einem an der "Schüttelkrankheit" ( Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson) erkrankten grössenwahnsinnigen Diktator. Die Krankheit aber diagnostizierte Morell erst zu Beginn 1945.
    Die Mähr, die gleich nach dem Krieg von den Russen verbreitet worden war, Hitler habe Rattengift genommen stimmt sogar ! Allerdings nicht um sich damit umzubringen. Strychnin, das als Rattengift benutzt wurde, befand sich in den von Morell für Hitler entwickelten "Antigaspillen" - Tabletten gegen Blähungen.

    Dr. Morell - Hitlers Leibarzt

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