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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 174 mal aufgerufen
 Spitznamen und kuriose Bezeichnungen
Waldi44 Offline




Beiträge: 496

11.07.2011 18:15
RE: Knickebein antworten

"Knickebein", jener Cocktail aus Likör und einem rohen Eigelb oder aus Branntwein und Eierlikör ist natürlich nicht gemeint !
Hier ist das FuG28a "Knickebein" gemeint. Das war ein für Kampfflugzeuge der deutschen Luftwaffe zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verwendetes deutsches Funk-Leitstrahl-System. Es wurde von der Firma Telefunken aus dem X-Verfahren weiterentwickelt.



Knickebein

Knickebein 2

Waldi44 Offline




Beiträge: 496

18.07.2011 10:24
#2 RE: Knickebein antworten

Zum "Knickebein" noch ein informativer Beitrag:
"Knickebein" war ein Apparat, der sich überschneidende Funkleitstrahlen zunutze machte. Man konnte damit Flugzeuge auf allen Flughäfen landen, die in der Reich-weite des Systems lagen, und somit einem Absturz vorbeugen. Dieser Zustand beunruhigte die Briten so sehr, dass sie zur Abwehr und Störung der deutschen Entwicklungen einen Spezialisten ansetzten. Dr. R. V. Jones sollte die Entwicklungen Deutschlands im Auge behalten und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten. "Knickebein" funktionierte nach Impulsen, die in Punkt- und Strichform verschlüsselt waren. Wenn sich zwei Flugleitstrahlen überschnitten, wurde im Apparat ein kontinu-ierlicher Ton erzeugt, ein so genanntes Equisignal. Wich der Pilot von der vorausberechneten Strecke ab, so wurde das akustische Signal schwächer. Der Pilot musste sich also immer nahe des Equisignals halten um sicher zur Landebahn zu gelangen. Das Gerät funktionierte bereits ab einer Entfernung von 2 Kilometern. Dr. Jones und sein Team wurden beauftragt diese Signale zu stören. Er entschlüsselte schließlich den Code und entwickelte schließlich "Aspirin" - Geräte um den deutschen Funkstrahl zu überlagern und ihn somit nutzlos oder zumindest ungenau zu machen. In Großbritannien gab es 28 "Aspirin" - Funkfeuer, manche von ihnen waren mobil.

Den Deutschen war die Reichweite des "Knickebein" noch zu gering. Man entwickelte ein neues Hilfsgerät, das "X-Gerät". Das "X-Gerät" basiert auf vier Funkleitstrahlen. Der Pilot folgt dem ersten Strahl, dem Anflugstrahl. Die anderen drei Strahlen sind Querstrahlen, das heißt sie stehen im 90° Winkel zu dem Anflugstrahl. Sie dienen zur Entfernungsangabe. Erreicht man den ersten Strahl, so ist man noch 30 Kilometer vom Ziel entfernt. Der 2. Entfernungsstrahl zeigt, dass sich der Pilot nur noch 15 Kilometer vom Ziel befindet, beim dritten Strahl befindet man sich über dem Ziel. Durch ein automatisches Schließen eines Stromkreises am 3. Strahl konnten die Bomben präzise über dem gewünschten Ziel abgeworfen werden. Dieses Leitsystem hatte bei einer geflogenen Entfernung von 320 Kilometern eine Genauigkeit von 100 Metern. Die Deutschen wollten verhindern, dass dieses Gerät den Briten in die Hände fiel. Deshalb kam es nur in den Markierungsbombern der Kampfgruppe 100, in der nur gut geschulte Piloten flogen, zum Einsatz. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schossen die Briten ein Flugzeug mit einem solchen Gerät ab und ihnen fiel somit das Gerät sprichwörtlich in die Hände. Sie konnten dadurch ein geeignetes Störsignal entwickeln, sie nannten es "Bromid".

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