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 Russische Waffen und Geräte
Waldi44 Offline




Beiträge: 500

10.12.2011 11:17
RE: Masse statt Klasse antworten

Mal eine kurze Lagebestimmung zu den moderneren Waffen der UdSSR am Vorabend des 2. Weltkrieges.
Dazu möchte ich die Ausführungen des Generalstabschef der 5. Kavallerie-Division im Militärdistrikt Kiew, Iwan Christoforowitsch Bagramjan, zitieren, wie er sie in seinem Buch "So begann der Krieg" darlegte. Grundlage dafür ist die Parade zum 1. Mai 1941 und eine Übung, bei der er anwesend war.
Ich zitiere sinngemäss: Generaloberst M. P. Kirponos, einer der wenigen, der an einen deutschen Angriff glaubte und sich und seine Truppen weit über das geforderte hinaus darauf vorbereitete und der Panzergruppe Kleist (Panzergruppe I) schwer zu schaffen machte, stellte anlässlich einer Panzerübung fest, dass die Panzersoldaten ihr Gerät sehr schlecht beherrschten. Auf Nachfrage wurde ihm mitgeteilt, dass die Panzer erst vor wenigen Stunden eingetroffen sein und die Besatzungen noch keine Zeit hatten sich mit dem Gerät vertraut zu machen. Auf dem anschliessenden Marsch fielen dutzende Panzer aus und blieben am Strassenrand liegen. Hierzu erfuhr er auf Nachfrage, dass es sich überwiegend um älteres Gerät handle, T 26 und BT. Von der Division erfuhr er, dass der Grund dafür Ersatzteilmangel sei und der Grund dafür war, dass die Produktion dieser Panzer teilweise schon eingestellt worden war...
Bei der anschliessenden Parade zum 1. Mai, bei der Bagramjan ebenfalls anwesend war, stellte er (Bagramjan) erneut die doch recht mangelhafte Ausrüstung der Roten Armee fest, die den meisten Beobachtern aber aufgrund des Massenaufgebotes kaum auffiel. Wenige moderne Panzer und Zugfahrzeuge für wenige moderne Geschütze und nur eine Handvoll neuer moderner Flugzeuge. Dafür aber viel bespanntes Gerät, vieltürmige Panzerungetüme und schnittige Kavalleristen und auch in der Luft flog man überwiegen laut und langsam aber sehr beeindruckend...
Dennoch muss man erwähnen, dass die sowjetische Panzertruppe nach Bagramjan eigenen Angaben in der Zeit von 1934 bis 1939 um das Zweieinhalbfache, die Anzahl der Flugzeuge von 1930 bis 1939 um das Sechseinhalbfache, das der Artilleriegeschütze aller Kaliber in den Jahre von 1929 bis 41 um das Siebenfache und das der Panzerabwehrkanonen im selben Zeitraum um das Neunzehnfache erhöht wurden und auch die Seekriegsflotte erhielt über 500 neue Schiffer verschiedenster Typen.

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