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  • Piraten, Korsaren oder Soldaten?Datum24.10.2016 12:21
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Der wohl bekannteste und berühmteste deutsche "Pirat" neben Klaus Störtebecker(* um 1360; † vermutlich am 21. Oktober 1401 in Hamburg), war wohl der "Seeteufel" Felix Graf von Luckner (* 9. Juni 1881 in Dresden; † 13. April 1966 in Malmö), Kommandant des Segel- Hilfskreuzers SMS "Seeadler" im Ersten Weltkrieg. Sich selbst nannte er "Seeteufel", seine Gegner einen Piraten. Vielleicht trug auch sein Kriegsschiff etwas zu diesem Namen bei. Die SMS "Seeadler" war das letzte Segelkriegsschiff; eine dreimastige, 1888 gebaute, Windjammer.
    Bei den Angriffen auf feindliche Handelsschiffe hielt er sich, anders als es Piraten zu tun pflegten, an die Prisenordnung. Das führte sogar dazu, dass er zwei Schiffe aufbrachte, sie aber wieder fahren ließ. 14 Schiffe hatten da bei der sieben Monate dauernden Feindfahrt durch den Atlantischen und Pazifischen Ozean weniger Glück. Sie wurden versenkt. Allerdings führ auch er, wie die meisten Piraten, unter falschen Namen und falscher Flagge und zeigte letztere erst kurz vor Kampfbeginn.
    Allerdings fällt das führen der falschen Flagge noch unter "Kriegslist", solange VOR Eröffnung der Kampfhandlungen die wahre Identität durch Hissen der richtigen Flagge offenbart wurde.
    Im Grunde ist das ja keinen Beitrag wert aber man ließt eben immer wieder davon, dass deutsche Seeleute während beider Kriege als Piraten diffamiert werden. Bei Kriegsende 1945 mußten deutsche U-Boote, nachdem sie aufgetaucht waren, eine schwarze Flagge setzen - eine Piratenflagge. Ein Grund mehr, sich mal mit zwei Begriffen etwas näher zu beschäftigen, nämlich mit dem des Piraten und des Korsaren. Für den Laien kein großer Unterschied und in der Praxis eigentlich auch kaum aber rechtlich schon.
    "Korsar" kommt übrigens nicht von Korsika, obwohl auch ettliche Korsaren von dort stammten und sogar in der Korsichen Flagge der Kopf eines Piraten zu sehen ist, sondern vom: "Das Wort findet sich in den romanischen Sprachen des westlichen Mittelmeerraums (französisch corsaire, provenzalisch cursar, italienisch corsale, corsare, spanisch corsario, vgl. auch kroat. gusar) und geht letztlich auf das lateinische cursus „Beutezug“, eigentlich „Lauf“ oder cursor „Läufer“ zurück." (Wiki).
    Der Berühmteste Korsar aller Zeiten war Sir Francis Drake, der als Pirat anfing und dann zum Korsaren seiner Majestät wurde. Hier zeigt sich der entscheidende Unterschied: Als Pirat war man Vogelfrei und betrieb die Piraterie auf eigene Rechnung und eigenem Risiko. Als Kaperfahrer besaß man einen Kaperbrief, ähnlich wie "007" die Erlaubnis zum Töten hat, hatte man mit so einem Brief die Erlaubnis zur Seeräuberei.
    Allerdings war so ein Kaperbrief kein Freifahrtschein. Erstens mußte man dem Aussteller dieses Kaperbriefes einen gewissen Anteil der Beute abgeben und zweitens mußte man schon sehr darauf achten, wen man zu kapern gedachte. Freunde und Verbündete oder gar eigene Schiffe, mag ihr Ladung noch so verlockend sein, waren tabu - eigendlich! Und dann mußte man auch noch die ständig wechselnden Allianzen beachten, denn der Feind von gestern konnte der Freund von heute sein. Allerdings hielt sich nicht jeder Inhaber eines Kaperbriefes an die Auflagen, was so manchen von ihnen an den Galgen brachte. An dem landete man auch, wenn der Feind, den man zu kapern gedachte sich als der stärkere erwieß oder andere jagd auf einen selbst machten und erwischten. Darin unterschieden sich Piraten und Kaperer nicht.
    Schon damals gab es den Trick der Vortäuschung um Piraten/Kaperer zu erwischen. Man täuschte einen fetten dicker Kauffahrteisegler vor und lockte damit die Freibeuter an, um sie dann mit überlegenen Mitteln, die man zuvor getarnt hatte, zu überwältigen. Diese Praxis fand man dann später sowohl im 1. Weltkrieg, als auch im 2. wieder. Handelsschiffe wurden mehr oder weniger erkennbar bewaffnet und man schuf mit den "Q-Ships", die "U-Bootfallen".
    Andersrum gab es dann die Hilfskreuzer und Blockadebrecher. Ebenfalls Handelsschiffe mit getarnter Bewaffnung und die weltweit operierenden U-Boote. Letztere waren aber richtige Kriegsschiffe, die auch für den Kriegseinsatz geplant und gebaut wurden. Wobei gerade in England viele Handelsschiffe so gebaut wurden, dass sie im Kriegsfall schnell zu Hilfskreuzern umgerüstet werden konnten oder auch als Handelsschiffe Geschütze tragen konnten. Dafür zahlte die Regierung den Reedern sogar eine Prämie.
    Nun hatten die Kapitäne deutscher U-Boote und Hilfskreuzer keine Kaperbriefe aber die hatten sie auch nicht nötig, da sie Kombatanten einer kriegführenden Macht waren. Dennoch hielten sie sich, anders als Piraten, an die Regeln des Seekrieges, sprich Prisenordnung. Diese gab es in Deutschland seit dem 30. September 1909 als Verordnung und seit 28. August 1939 als Gesetz. http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Priesenordnung sie galt nicht nur für U-Boote!
    Natürlich brachte diese Prisenordnung, so wie sie da stand, auch Probleme mit sich und zwar in erster Linie für die Deutschen, die zu Kriegsbeginn versuchten, sich weitestgehend daran zu halten.
    Im 1. Wk entstanden diese Probleme zT. durch den technischen Fortschritt. So verfügten die meisten Schiffe über Funk und nichts war für einen Hilfskreuzer oder ein U-Boot tödlicher als, dass der Feind und seine Kriegsmarine von seiner Anwesenheit und gar seinem Standort erfuhr. Funkte das aufgebrachte und gestoppte oder fliehende Schiff, wurde das Feuer eröffnet und meist versuchte man die Funkbude zu treffen oder die Antennen.
    Im Gegenzug gab es dann auch einen Befehl der britischen Marineführung, der da lautete, dass die Schiffe versuchen sollten die aufgetauchten U-Boote zu rammen. Gelang das, war das für das Boot das Todesurteil. Der U-Bootkommandant oder der eines Hilfskreuzers konnte sich bei seiner Entscheidungsfindung auch nicht auf die gezeigte Flagge verlassen, denn die war oft falsch. Gerade die U-Bootkommandanten mußten da den richtigen Riecher oder sechsten Sinn haben. Mit Piraterie hatte das aber nichts zu tun, denn die Beute fiehl ja weder dem Kapitän, noch der Besatzung zu. Wenn, gab es höchsten Orden, Beförderungen oder im schlimmsten Fall ein nasses Seemannsgrab.
    Natürlich sann man in England, als Inselstaat, auf Abhilfe gegen diese "Piratenplage". Das war zu Beginn des 1. Weltkrieges gar nicht so einfach. Die Erfindung des Radar lag noch in weiter Ferne, Funk war auch noch nicht überall verbreitet, die Fliegerei steckte noch in den Kinderschuhen..... Also besann man sich auf die antike Kampftechnik des Rammens bei U-Bootgefahr und der Tarnung und Täuschung durch die "Q-Ships"! DAS wiederum zwang die U-Bootkapitäne, aber auch die der Hilfskreuzer über Sinn und Unsinn der Prisenordnung nachzudenken und im Zweifelsfall erst zu schießen und dann zu fragen. Das sprach sich natürlich bis Berlin rum und führte ua. zum 1. totalen U-Bootkrieg.
    Im 2. Weltkrieg dann war die Ausgangslage ähnlich, allerdings waren die Boote besser aber in dennoch recht geringer Stückzahl und die Abwehrmittel waren entweder schon vorhanden oder standen kurz vor ihrer Einführung. Auch die Überwasserseekriegsführung gestaltete sich schwieriger. Die Reichweite der feindlichen Kriegsschiffe hatte sich vergrößert, alle hatten Funk und die Fliegerei reifte immer mehr aus, bis schließlich ua. Fluzeugträger das Blatt zu wenden begannen. Natürlich hatten die Alliierten, wie schon im 1. Weltkrieg, den Vorteil der weltweiten See- und Luftstützpunkte.
    Der Seekrieg nach Prisenordnung überlebte die ersten Kriegsmonate nicht. Lediglich die Hilfskreuzer führten ihn weiter, denn ihre Aufgabe bestand nicht nur darin feindliche Handelschiffe zu versenken, sondern, wenn möglich, diese auch als Prise aufzubringen. Es gab da sehr erfolgreiche Schiffe! Das Aufbringen von Prise erinnert nun wieder entfernt an die Gepflogenheiten der Korsaren, die aber auch, wie Piraten, an der Beute/Prise wertmäßig beteiligt wurden. Allerdings ging es weniger um Gold, Seide und Sklaven, als um Kautschuck, Baumwolle, Metalle und ähnliche kriegswichtige Rohstoffe und Geld bekamen die Seeleute auch nicht dafür.....
    Im Grunde gab es während der Seekriegsführung von deutscher Seite nur ganz wenige Akte, die man unter dem Begriff Piraterie und/oder Kriegsverbrechen zusammenfassen könnte. Diese wenigen Akte waren in der Regel auf das Fehlverhalten des führenden Offiziers* zurück zu führen und selbst beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wurde der Oberbefehlshaber der U-Boote, Dönitz vom Vorwurf der Erteilung kriegsverbrecherischer Befehle freigesprochen. Trotz Haager Kriegsrechtsordnung und verschiedener anderer völkerechtlich bindender Anordnungen, Regeln und Gesetze, hat der Krieg dennoch seine eigenen Gesetze und viele davon sind Reaktionen auf bestimmte Aktionen, schlicht Interaktion genannt.**
    Im Grunde kann man die Begriffe Piraten und Korsaren wenden wie man will, sie passen weder auf die Seeleute/Soldaten des Kaisers, noch die der Kriegsmarine oder spitz formuliert, die des "Führers"! Die Wahl dieses Begriffes durch die maritimen Gegner Deutschlands, hier vor allem der Briten, resultiert wohl eher aus der Angst und der zeitweiligen Hilflosigkeit vor allem den U-Booten gegenüber.

    * Hier sei an den Eck-Prozess vor dem Internationalen Militärgerichtshof erinnert. Der viertägige Prozess, in dem neben Eck, dem Hauptangeklagten, noch der Zweite Offizier, der Bordarzt, der Leitende Ingenieur und ein Matrose von U 852 angeklagt waren, fand vom 17. bis 21. Oktober 1945 im britisch besetzten Hamburg statt. Es war der einzige Kriegsverbrecherprozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten gegen Mitglieder deutscher U-Boot-Besatzungen geführt worden ist. In dem Prozess ging es um die Ereignisse nach der Versenkung des griechischen Frachtschiffs Peleus durch das von Eck kommandierte deutsche U-Boot U 852 in der Nacht vom 13. März auf den 14. März 1944 .
    Zum nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Eck-Prozess
    ** Hier sei auf den "Laconiabefehl" verwiesen, der Dönitz auf dem Internationalen Militärgerichtshof zur Last gelegt wurde. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_D%C3%B6nitz

  • Dreadnought vs U-BootDatum05.10.2016 11:00
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Das mit Abstand bekannteste "Dreadnought" ist wohl die HMS "Dreadnought" selbst. "Dreadnought" bedeutet soviel wie "Fürchtenichts" oder "Der Furchtlose". Nach nur 130 Tagen von der Kiellegung, lief das erste Dreadnought, der Namensgeber einer ganzen Schiffsgeneration, die HMS "Dreadnought" am 10. Februar 1906 von Stapel. Ab diesen Zeitpunkt nannte man alle neuen Schlachtschiffe "Dreadnought". Sinnigerweise kam dieses für den Krieg und die Schlacht gebaute Großkampfschiff mit seinen 12 riesigen 30,5 cm Geschützen, mit diesen nie zum scharfen Schuss.
    Seit ihrer Indienststellung als Flaggschiff der "Home Fleet" ging es mit der Weiterentwicklung im Schlachtschiffbau mit ihrer Stellung in der "Home Fleet" immer weiter bergab, bis sie wegen Veraltung noch während des Krieges ganz aus der "Home Fleet ausgeschlossen wurde. Dennoch sollte sie sich als Kriegsschiff doch noch einen Namen machen. Die HMS "Dreadnought" war nämlich das einzige Schlachtschiff der britischen Marine, welches ein deutsches U-Boot versenkte und das war SM "U-29".
    Nach erfolglosem Torpedobeschuss durch das dicht unter der Wasseroberfläche fahrende Boot "U-29" auf die HMS "Neptune", ging die "Dreadnought", auf der man das Periskop von SM "U-29" gesichtet hatte, auf Rammkurs und traf SM "U-29" mit dem Bug im achteren Rumpfteil. Vermutlich hatte man die HMS "Dreadnought" nicht bemerkt, da man sich auf die ebenfalls mitfahrende (man befand sich auf den Weg nach Cromarty bzw Scapa Flow) Schlachtschiff HMS "Neptune" konzentrierte. Besonders tragisch für die deutsche Seite war, dass sich an Bord von SM "U-29" einer der besten und berühmtesten U-Bootkapitäne seiner Zeit befand; Otto Weddingen.

  • Vom Panzerschiff zum "Dreadnought".Datum03.10.2016 12:25
    Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Für jedes "Ding" gibt es seine Zeit. Nichts wird erfunden, wenn es keinen Bedarf dafür gibt und das trifft besonders auf Erfindungen oder Neuerungen im Militärwesen zu. In deisem Beitrag soll es um die "Erfindung" des "Dreadnoughts" gehen. Um das britische Superschlachtschiff wird bis heute viel Wirbel gemacht und es gilt als bahnbrechende Entwicklung im Kriegsschiffbau. Aber wie mit fast allem war auch die Dreadnought keine Entwicklung irgendwo im Nirwana, sondern fand in England statt. Nun hatten andere Marinen auch große Kriegsschiffe und auch Schlachtschiffe. Damals nannte man sie noch Linienschiffe oder Großlinienschiffe.
    Diese Schiffe unterschieden sich natürlich deutlich von den Linienschiffe der Holzschiffära im 18./19. Jahrhundert. Sie waren fast durchweg aus Eisen und Stahl, hatten Dampfmaschinen und riesige Geschützkaliber! Aber eines hatte sich nicht verändert, ihre Kampfweise. Der Begriff Linienschiffe deutet schon darauf hin. Sieht man sich die Aufstellung der Waffen an, weiß man auch warum sie in Linie nebeneinander fuhren und sich gegenseitig die Brocken an den Kopf bzw. auf das Schiff schossen.
    Zwar verfügten die Schiffe gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon über Drehtürme aber daneben auch noch über jede Menge Mittel- und leichte Artillerie, welche eben an den Seiten aufgestellt war. Die leichten Kanonen bis etwa 8,8 cm dienten der Torpedoabwehr und wurden später im Verlaufe des 1. Weltkrieges durch Luftabwehrgeschütze gleichen oder ähnlichen Kalibers ersetzt bzw teilweise ausgetauscht. Die ebenfalls zur Torpedoabwehr bestimmten Torpedonetze hingegen verschwanden ganz. Ihre Handhabung war zu umständlich und sie behinderten die Schiffe beim Manövrieren.
    Manch einer fragt sich nun, wozu man angesichts der Hauptbatterien von 240, 280 und 305 mm noch die Mittelartillerie brauchte, zumal der interessierte Leser weiß, dass die Panzerung teilweise schon 30 cm betrug. Da kam ein Geschütz mit 15 cm oder auch mehr bis 24 cm, nicht durch. Dem wäre nun auch so, hätte man das ganze Schiff 30cm stark panzern gekonnt. Aber das ging eben nicht. So blieben also viele Stellen beim gegnerischen Schiff entweder weniger stark gepanzert oder sogar garnicht gepanzert und diese Stellen waren für die Mittelartillerie. Das gegnerische Schiff sollte also sozusagen erst "sturmreif" geschossen werden. Dieser schwach gepanzerten Stellen hatten für die schwere Artillerie auch ihre Tücken; Die schweren Geschosse flogen ganz einfach hindurch ohne zu explodieren.
    Nun stand man bei den Marinen der Welt aber vor einem großen Dilemma. Man hatte keine geeigneten Zielgeräte und auch eine nur mangelhafte Kommunikation unter den Schiffen und sogar an Bord selbst. Man schoß mit Kanonen die spielend 6...7....8tausend Meter weit schießen konnten, nur 2.000 Meter weit, also auf unmittelabarer Sichtweite. Fast so wie noch unter Admiral Nelson. Bessere Geräte waren in der Entwicklung aber das dauerte eben seine Zeit. So blieb man auf die Beobachtung der Einschläge angewiesen und korrigierte danach das Feuer.
    Auf dieser geringen Entfernung war dies noch möglich, wenn auch schon schwierig, wenn eine volle Breitseite ins Wasser klatschte und man anhand der Wasserfontänen der Einschläge, den Schußwinkel korrigieren wollte. Man konnte nämlich nicht unterscheiden, welche Fontäne von welchem Geschütz stammte. Gab man Korrekturen an die Artillerie weiter, mußte man der schweren Artillerie andere Werte zuweisen als der Mittelartillerie aber wie wollte man das machen, wenn man nicht wußte, wer wieweit geschossen hatte?
    Man kann sich also auch vorstellen, dass bei größeren Gefechtsentfernungen auch das Chaos der Zielerfassung und Zielkorrektur zunahm. Ein mühsames Einschießen der einzelnen Waffensystheme war kaum anzuraten, da man selbst als auch der Gegner sich bewegten und BEIDE schossen.
    Hier nun kommt Admiral Sir John Arbuthnot Fisher ins Spiel. "Jacky" Fisher wie er flappsig auch genannt wurde. 1899 übernahm er das Kommando über die britische Mittelmeerflotte. Er setzte die 1898 begonnen Versuche mit der Schiffsartillerie fort und vergrößerte die Kampfdistanz auf immerhin 3.000 Meter. 1903 schließlich schoß man schon auf 8.000 Meter. Aber Treffer waren eher eine Zufallsangelegenheit und es zeigte sich, dass das Feuer durch die Beobachter hoch über den Schiffen in den Marsen sitzenden Beobachtern nur schwer zu korrigieren war und die "ermittelten" , eher geschätzten Daten, viel zu langsam an die Geschütze weitergeleitet wurden. Zwar war Abhilfe schon in Arbeit, aber erst kurz vor dem 1. Weltkrieg hatte man mit den "Fire Director" ein einigermaßen leistungsfähiges Feuerleitgerät.
    Ab 1912 erhielten die schweren Geschütztürme schon mal ein eigenes Funkleitgerät, womit sie im Notfall auch noch weiter schießen bzw zielen konnten, wenn das Hauptfeuerleitgerät ausfallen sollte.
    Fassen wir bis hierher mal zusammen. Im Grunde waren es die fehlenden Feuerleitgeräte, die zum Bau der "All big gun one calibers Battleships" führten und die mit der Erhöhung der Geschützkaliber einhergehende Erhöhung der Gefechtsentfernung. Das Problem war aber so neu nicht, sondern begann schon in der Zeit des Überganges von den Segelschiffen zu den moderne Dampfschiffen. Sie waren größer, sie waren schneller und sie waren oft stark gepanzert. Das verlangte natürlich nach größeren, schwereren und stärkeren Geschützen. Daneben behielt man für diverse andere Aufgaben noch die Mittelartillerie und die leichte Artillerie und nicht selten noch eine Zwischenartillerie zwischen den Kalibern.
    Um nun das Problem der Feuerleitung ohne Feuerleitgeräte zu umgehen, begann man schon in der "Vordreadnought" Zeit (Pre-Dreadnought), die Anzahl der kleineren Geschütze zu reduzieren und die der Hauptbatterien zu erhöhen. Das Ergebnis war das "Einheitslinienschiff" (Schlachtschiff).
    Wo eine bestimmte technische Entwicklung stattfindet, verhält es sich wie mit der Evolution in der Natur. Es gibt immer irgendwelche Wege, die in eine Sackgasse führen. Dazu gehörten die sogenannte "Semi- Dreadnought" oder "Halb- Dreadnought" oder, wenn man so will, Dreadnought für Arme. Es handelte sich dabei überwiegend um Kriegsschiffe, die noch vor der eigentlichen "Dreadnougth" vom Stapel liefen oder kurz davor standen. In der Regel hatten sie nur zwei Doppeltürme mit um die 30 cm (30,5 cm = zwölf englische Zoll) und der Rest bestand aus 23 - 24 cm Geschützen. Die Geschwindigkit dieser Schiffe lag bei 18+ Knoten in der Stunde und ihre Verdrängung lag im Schnitt bei 18 bis 19.000 ts. Außer Deutschland besaßen alle großen Marinen solche Semi-Dreadnoughts.
    Nach dem langsamen Ende der hölzernen Kriegsschiffe, begann weltweit die Ära der eisernen Panzerschiffe und wie immer, wenn man Neuland betritt, versucht jeder den ultimativen Weg zu finden bzw. eben das ultimative Panzerschiff zu bauen. So chaotisch diese Bauphase war, so chaotsich sahen die Schiffe aus und bei manchen Modellen wunderte man sich, dass sie sogar schwammen. Eine Seeschlacht zwichen diesen Monstren wäre sicher interessant gewesen, fand aber nie statt. Es gab zwar noch Kämpfe zwischen dampfbetriebenen Holzschiffen und auch zwischen Raddampfern und Raddampfern und Segelschiffe, aber keine zwischen 1870 und 1880 Jahre, also der klassischen Panzerschiffbauzeit. Panzerschiffe vor 1870 glichen eher noch den hölzernen Kriegsschiffen aus Nelsons Zeiten und erst 1873 gab es die ersten Panzerschiffe ohne Besegelung, womit die eigentliche Zeit der "Pre-Dreadnoughts" eingeläutet wurde.
    Danach, so ab 1890, setzten man dann die im Jahrzehnt davor gemachten Erfahrungen im weiteren Kriegsschiffbau um. Den ersten großen Test wie gelungen diese Entwicklungen (Einheitslinienschiffe) denn nun tatsächlich waren, fand am 27. Mai 1905 in der Seeschlacht bei Tsushima statt. Wobei sich hier besonders die Bedeutung der großen und weit schießenden Kaliber heraus kristalisierte.
    Die neuen aufstrebenden Seemächte, wie Deutschland, Japan und die USA, hatten es da besser als die traditionellen, wie England, Frankreich, Russland und Österreich-Ungarn. Die Flotten dieser Staaten waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mit viel "Schrott" belastet, von dem man sich nur schwer und allmählich trennen konnte, denn erstens hat der Bau dieser nun veralteten Schiffe auch Geld gekostet und der Bau der neuen und modernen würde noch teurer werden. Dashalb wurden ja auch die schon veralteten "Semi-Dreadnughts" fertig gebaut und in Dienst gestellt.

  • Die Mackay-Bennett und die TitanicDatum21.09.2016 10:31
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Die Mackay-Bennett war ein eher unbekannter britischer Kabelleger, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts bei John Elder & Co. in Govan bei Glasgow gebaut wurde und 1884 seine Arbeit im Nordatlantik aufnahm. Hauptsächlich bestand die Arbeit in der Reparatur an Seekabeln im Nordatlantik. Der Heimathafen war eigentlich Halifax in Neuschottland, bei ihren häufigen Einsätzen im östlichen Atlantik hingegen war sie in Plymouth stationiert.
    Damit wäre schon das Wichtigste gesagt und die "Mackay-Bennett" wäre in den Analen der Seefahrt nie wieder aufgetaucht, wenn ein Teil ihres weiteren Lebens nicht mit einer der größten Schiffskatastrophen der Seefahrtsgeschichte verknüpft worden wäre.
    Am 14. April 1912 rammte die RMS "Titanic" einen Eisberg und versank. Dabei fand ein Großteil ihrer Passagiere den Tod in den eiskalten Fluten des Nordatlantik. Die meisten trugen ihre Schwimmwesten und nachdem sie erfrohren waren, trieben noch tagelang hunderte von Leichen auf dem Ozean. Deshalb entschlossen sich die Manager der " White Star Line", die Leichen zu bergen. Dafür charterten sie die "Mackay-Bennet", die am 20. April 1912, sechs Tage nach dem Untergang der Titanic, auf dem "Leichenfeld eintraf. Das Kommando hatte Kapitän Frederick Harold Larnder. Man hatte Geistliche verschiedener Konfessionen an Bord, Särge und Eis zum Kühlen der Leichen. Soweit so gut! Was dann aber geschah, sprengt irgendwie das menschliche Fassungsvermögen und läßt Wut und Abschäu aufkommen- zumindest bei mir!!
    Zuerst wurden alle Toten geborgen, doch dann stellte man fest, dass es derer zuviele waren und man beschloß, nur die Toten der 1. Klasse zu bergen und später an Land zu bringen. Also warf man die Passagiere, deren Kleidung oder eventuell vorhandene Dokumente auf Passagiere der 3. Klasse schließen ließ, wieder ins Meer zurück. Insgesamt wurden 333 Tote geborgen, von denen man 306* dann zurück an Land brachte. 338* weitere Tote wurden dann später von einem kanadischen Schiff geborgen. darunter auch die, welche man von der "Mackay-Bennet" wieder zurück ins Meer geworfen oder erst gar nicht an Bord genommen hatte, weil ihre Herkunft (3. Klasse) ersichtlich war.
    Lediglich ein Toter der 3. Klasse wurde an Bord belassen und später von der Besatzung bestatten lassen. Am Sonntag den, 21. April 1912,dümpelt inmitten von Wrackteilen die Leiche eines kleinen Jungen. http://www.zeit.de/wissen/geschichte/201...bekannter-junge
    Diese Episode läßt den Begriff "Klasengesellschaft" in einem besonders makaberen Licht erscheinen!
    1922 wurde die Mackay-Bennett außer Dienst gestellt und der Rumpf in Plymouth als Hulk benutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bei einem Angriff der deutschen Truppen versenkt, später aber wieder gehoben. 1963 wurde die Mackay-Bennett endgültig verschrottet.

    * Aus irgend einem Grund schwanken die Zahlen je nach Quelle.

  • Was sind TTIP und Ceta?Datum20.09.2016 12:46
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Das ist das Problem bei TTIP.

    Die Lander der Europäischen Union und die Vereinigten Staaten soll künftig eine Freihandelszone
    vereinen: TTIP, kurz fOr Transatlanic Trade and Investment Partnership. Zölle sollen fallen,
    Handelshemmnisse beseitigt werden. Vor allem Großkonzerne erhoffen sich davon
    Kosteneinsparungen. Doch es geht keineswegs allein um rein technische Normen, sondern auch
    um gesellschaftspolitische Standards. Europa würde sich verpflichten, alle Regulierungen künftig
    TTIP-konform zu gestalten. Handelsrelevante Gesetze könnten nur noch mit Zustimmung der USA
    zustande kommen. Künftige Verbesserungen von Umwelt-, Arbeitnehmer- und
    Verbraucherstandards in Europa würden damit erschwert. wenn nicht verhindert. Konzernen soll
    bei "TTlP" das Recht eingeraumt werden, Staaten vor nicht-staatlichen Gerichten auf Schadenersatz
    zu verklagen - eine Paralleljustiz mit Milliardenrisiken für alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.
    TTIP ist ein Angriff auf unsere Demokratie. Und keinesfalls das einzige problematische Abkommen
    Auch "CETA" und "TiSA" bergen erhebliche Risiken.

    Das ist der Stand
    EU und USA nahmen im Juli2013 die Verhandlungen über TTIP auf. CETA, das
    Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada, liegt bereits ausverhandelt, aber noch nicht
    beschlossen auf dem Tisch - eine politische Entscheidung darüber soll 2016 fallen. TTIP soll
    bis Ende 2016 fertig verhandelt sein. Wenn es zur Abstimmang im Europaischen Parlament kommt,
    können die Abgeordneten keine Änderungen mehr durchsetzen, sondern nur mit Ja oder Nein
    stimmen. Der Handelsministerrat der EU könnte TTIP und CETA sogar "vorläufig" rechtskraftig zur
    Anwendung bringen, ohne das auch nur ein einziger Parlamentarier seine Hand gehoben hat.

    Was bedeutet CETA?

    Das europäische Verhandlungsmandat für das CETA-Abkommen mit Kanada wurde bisher
    unter Verschluss gehalten. Nun macht "Foodwatch" drei geleakte CETA-Dokumente öffentlich,
    klassifiziert mit der Geheimhaltungsstufe "Restreint UE/EU Restricted": Den urprünglichen
    Mandatstext von Apri1 2009, einen Änderungsentwurf von 2010 sowie die schließlich im Jun
    2011 vorgenommene Ergänzung des Mandats.
    Aus den Papieren geht hervor: Die so umstrittenen Schiedsgerichte waren bei der Aufnahme der
    Verhandlungen zumindest von der EU gar nicht vorgesehen. Schiedsgerichte waren
    also keineswegs immer ein so unverzichtbarer Bestandteil von CETA, wie es heute auch von der
    Bundesregierung dargestellt wird. Entsprechende Investorenschutzklauseln wurden erst zwei Jahre
    später, 2011 , endgü1tig in die Verhandlungsleitlinien aufgenommen. Jetzt, da der CETA-Vertrag
    ausgehandelt ist, heißt es jedoch p1ötzlich. daran ließe sich nichts mehr ändern. Die geleakten
    Dokumente zeigen: Die Debatte über die Freihandelsabkommen wird nach wie vor nicht offen und
    aufrichtig geführt.

    Selbst Parlamentarier, die Akteneinsicht haben, dürfen über den Inhalt keinerlei Auskunft geben. DAS hat nun mit Demokratie wahrlich nichts mehr zu tun!

  • Sinnloser Widerstand oder nicht?Datum11.09.2016 10:00
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Im letzten Haft "Zeitgeschichte" steht im Editorial ein merkwürdigen Beitrag. Geschrieben wurde dieser Artikel vom Chefredakteur Guido Kraus. Hierin äußert er seine Verwunderung darüber, dass in den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" in der Betrachtung zur 800 Jahrfeier des Örtchens Saarmund (hat nichts mit der Saar zu tun, sondern liegt zwischen Berlin und Potsdam)eine für ihn fragwürdige Formulierung benutz wurde. Dort bezeichnete man den noch am 21. April 1945 durch insgesamt 4 Kompanien der Wehrmacht und der Waffen SS geleisteten Widerstand als "sinnlos". Wer die "DMZ" kennt, "Zeitgeschichte" ist ein Ableger davon, wird sich denken können, dass das nicht unwidersprochen bleiben kann. Die Argumentation des Chefredakteurs allerdings ist eher hanebüchend denn nachvollziehbar!
    Die erste Frage die sich einem bei dem Begriff "sinnlos" im Zusammenhang mit bewaffneten Widerstand stellt, ist: WAS ist sinnlos und wann wird Widerstand tatsächlich sinnlos! Als Beweiß, dass "sinnloser" Widerstand durchaus Sinn macht, werden die Abwehrschlachten der Roten Armee von Leningrad, Moskau und später Stalingrad angeführt. Doch wer nur einen Funken historischen Verstand hat und sich ein klitzkleines Bischen in militärischen Fragen auskennt, wird sofort erkennen, dass ein Vergleich der "Abwehrkämpfe" von Saarmund, nicht nur wegen ihrer bescheidenen Ausmaße, überhaupt nicht mit den oben genannten "sinnlosen" Abwehrschlachten zu vergleichen ist!
    Warum nicht? Nun, die Wehrmacht war zu diesem Zeitpunkt schlichtweg geschlagen, die Rote Armee damals "nur" schwer angeschlagen. Die Wehrmacht hatte NULL Reserven, der Roten Armee standen noch alle Truppen aus Fernost zur Verfügung. Für die Wehrmacht gab es KEIN Hinterland mehr, während der Großteil der Sowjetunion noch unbesetzt war UND die Russen hatten Verbündete, die sie mit Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenstände versorgten. Die Deutschen hatten zu diesem Zeitpunkt weder Verbündete, noch Nachschub.
    Wiederstand macht tatsächlich nur Sinn, wenn er einen Zweck erfüllt. Welchen Zweck konnte der Widerstand vor Saarmund noch erfüllen? Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive aber spätestens nach der Auflösung des Rurkessels hätte Deutschland kapitulieren müssen um sinnlose Opfer zu vermeiden. Natürlich wird argumentiert, dass man der Zivilbevölkerung die Flucht nach Westen ermöglichen und somit vor der Roten Armee retten wollte. Wie viele aber auf dieser Flucht und den Kämpfen ums Leben gekommen sind, wird verschwiegen, denn auch die alliierten Bombenangriffe gingen ja weiter!
    Nun kann man ja natürlich auch Widerstand des Widerstands willen leisten oder kämpfen, weil man es für seine Pflicht hält. Der Waffen SS, zumindest den Freiwilligen, mag man dieses "Recht" zugestehen aber leider findet deren Kampf nicht auf einem anderen Planeten statt.
    Aber bei dem Begriff "sinnloser Widerstand" scheiden sich die Geister. Bestes Beispiel dafür ist ja Stalingrad. Die einen Experten halten den Widerstand ab dem gescheiterten Entsatzversuch durch Hoth für Sinnlos, andere wiederum den ganze Widerstand bis zum bitteren Ende als Gerechtfertigt, weil dadurch große Teile der Roten Armee gebunden wurden und die Wehrmacht Zeit hatte, eine neue Front zu errichten. Wer hat Recht?
    Mitunter stellt sich auch die Frage, WER entscheidet, wann Widerstand sinnlos ist? Das kann in der Regel nur jemand, der den Überblick über das große und ganze hat. Klar, der einfache Soldat im Schützengraben braucht diesen "Überblick" nicht, wenn drei Gewehre auf ihn gerichtet sind aber der Kompaniechef, wenn seine Kompanie aufgerieben zu werden droht und er einen Befehl zum Durchhalten hat. Wenn er nicht weiß warum, wird er sich um die Kompanie zu retten, vielleicht doch zurück ziehen. Weiß er aber, dass er einen "Flaschenhals" offen halten muss, durch den sich andere aus der Umklammerung zurückziehen können, erscheint der "sinnlose" Widerstand wieder in einem ganz anderen Licht! Vor Saarmund aber gab es nichts mehr zu retten oder zu halten. Sinnloser konnte ein Widerstand nicht sein!

  • Die türkische Armee 1914/15Datum18.05.2016 18:12
    Thema von Waldi44 im Forum Türkei - Naher Osten

    Der letzte Balkankrieg hatte die türkische Armee nicht nur militärisch geschwächt, sondern sie auch noch vieler schwerer Waffen beraubt und sie weltweit in einem schlechten Licht erscheinen Lassen. Eine geschlagene Armee passend zum "Kranken Mann am Bosporus"! Gleichzeitig erkannten die Türken, dass sie von innen heraus wohl nicht fähig waren, ihre desolaten Streitkräfte schnell zu regenerieren und vor allem zu reformieren! Deshalb riefen sie französische, englische und deutsche Fachkräfte ins Land. Die Franzosen widmeten sich der Polizei, die Briten der Marine und die Deutschen dem Heer.
    Am 22.05.1913, also noch vor dem vertraglichen Ende des 2. Balkankrieges (10.8.1913 Vertrag von Bukarest), beantragten die "revolutionären Jungtürken" die Entsendung einer neuen deutschen Militärmission. Schon von 1835 bis 1839 führte der damalige Hauptmann von Moltke eine Militärmission mit acht Offizieren und sechzehn Unteroffizieren. Später wurden den Türken um 1885 500 schwere und schwerste Krupp-Geschütze geliefert, während Fachleute der Firma Krupp die alten Befestigungen der Çatalca-Linie westlich von Konstantinopel auf den modernsten technischen Stand brachten. 1886 setzte von der Goltz einen Auftrag für eine Torpedoboot-Flottille durch, die in Elbing gebaut wurde, und man setzte die Neubewaffnung des türkischen Heeres mit 500.000 Gewehren und 50.000 modernen Karabinern von Mauser und Loewe durch.
    Von der Goltz, der mit dem Großwesir und dem Finanzminister in einer (türkischen) Kommission zur Geldbeschaffung für die Rüstung tätig war, nutzte die ihm zur Verfügung stehende Summe von 30.000 Mark für das nötige Bakschisch (Geschenk, Bestechung) um obige Vorhaben durchzusetzen. Er selbst blieb unbestechlich: „Sie haben es gut gemeint, aber ein preußischer Offizier nimmt keine Trinkgelder!“. Außerdem konnte er den Sultan davon überzeugen, ausgewählte Offiziere nach Deutschland zur Fortbildung zu schicken, was sich sehr deutschlandfreundlich auf das türkische Offizierskorps auswirkte. Von der Goltz traf am 12. Dezember 1914, nach einem kurzen Amt als Generalgouverneur von Belgien, als militärischer Berater des Sultans in der Türkei ein. Später übernahm er das Oberkommando über die 5. dann 1. und letztlich 6. Armee und besiegte mit ihr die Briten in Persien.
    Goltz starb am 19. April 1916 in seinem Hauptquartier in Bagdad.
    Die enge Zusammenarbeit der deutschen Militärmission und die Übertragung weitreichender Vollmachten, brachte natürlich Franzosen und Briten, die ebenfalls an der türkischen Reformarbeit (Polizei/Marine) beteiligt waren (vor dem Krieg) gegen die Deutschen auf. Immerhin bekam General Liman von Sanders nicht nur das Kommando über die 1. in Konstantinopel stationierte Armee, sondern wurde auch Mitglied des Obersten Kriegsrates, Chef aller Militärschulen, erhielt das Besichtigungsrecht aller türkischen Armeeeinheiten und Befestigungen und die Strafgewalt eines kommandierenden Generals.
    Die Lösung dieses Problems bestand schließlich darin, dass von Sanders zum türkischen Marschall und zum kommandierenden General der Kavallerie befördert wurde und den Titel eines Generalinspekteurs erhielt.
    Die Meinung Moltkes (1906 bis 14. September 1914 Chef des Großen Generalstabes.), schätzte am 13.03.1914 die türkische Armee wie folgt ein:
    "Die Türkei ist militärisch eine Null! Die Berichte unserer Militärmission (Liman v. Sanders) lauten geradezu trostlos. Die Armee ist in einer Verfassung, die jeder Beschreibung spottet...............Unsere Militärmission gleicht einem Ärztekollegium, das am Sterbebett eines Todkranken steht."
    Als aber der Krieg vor der Tür stand, änderte sich die Meinung schlagartig. Die Militärmission meldete nach dem Attentat in Sarajevo (28.06.1914), die Türken könnten im Kriegsfall 4-5 gute, voll ausgerüstete und voll einsatzfähige Armeekorps ins Feld führen und dass sie "zum Kampf mit europäischen Gegnern im Allgemeinen geeignet war." Natürlich erweckte das im deutschen Generalstab gewisse Hoffnungen und Erwartungen hinsichtlich der Operationen gegen die russische Südflanke, Persien und dem Suezkanal.
    Übersehen wurde dabei aber, dass die Türkei die damals rund 22 Millionen Einwohnern und der 3 1/2 fachen Fläche des Deutschen Kaiserreiches hatte, eine 11.000 Km lange besaß, an der die Briten und Russen standen und im Innern viele den Türken nicht wohlgesonnene Völker, wie die Araber und Armenier!
    Interessant in diesem Zusammenhang war dann, dass die federführenden Jungtürken zwar den Deutschen ein Militärbündnis anboten aber das Kaiserreich durchaus nicht die erste Wahl war! Man sah sich um in der Welt und stellte fest: Keiner wollte sie bzw alle wollten etwas von ihnen, nämlich am besten die Zerschlagung und Aufteilung der Türkei. Nur das deutsche Kaiserreich nicht, zumindest solange die Türkei noch bestand. Für den Fall, dass man (England, Frankreich und Russland) sie doch zerschlagen und aufteilen würde, hatte Wilhelm II. auch seine Pläne:" Also Achtung, aufgfepaßt, daß die Aufteilung nicht ohne uns gemacht wird. Ich nehme Mesopotamien, Alexandrette, Mersin."
    Das Militärbündnis das dann zustande kam, verpflichteten den jeweiligen Partner nicht zwangsläufig im Kriegsfall ebenfalls in den Krieg einzutreten. Im Falle der Türkei bedurfte es noch einiger kleiner "Anstubser"! Zum einen machten die Alliierten kein lukratives Angebot, wie zuvor an die Italiener und später den Rumänen. Im Gegenteil: Die Brieten beschlagnahmten türkisches Eigentum, nämlich zwei fertige und bezahlte Schlachtschiffe. Das erste war die von Brasilien in Auftrag gegebene ex Rio de Janero als türkische Sultan Osman I. (Schlachtschiff mit 7 (!) 30,5 cm-Doppeltürmen) dass dann in HMS Agincourt umgetauft und die Reshadije, die den Namen HMS Erin erhielt . Am 3. August 1914 sollte die türkische Besatzung die Reshadije übernehmen. Eine Stunde vorher wurden sie aber von britischen Truppen besetzt und von der Royal Navy beschlagnahmt. Die türkische Besatzung, die wurde interniert.
    Den zweiten "Anstubser" gaben schließlich die "Goeben" und die "Breslau" mit ihrem Durchbruch nach Konstantinopel und dem symbolischen Verkauf an die türkische Marine samt Besatzung, die fortan unter türkischer Flagge und mit dem Türkenfes auf dem Kopf fuhr!

  • Schräge MusikDatum18.05.2016 11:34
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema

    Ergänzend dazu sei noch erwähnt, dass bereits im 1. Wk. britische Flieger ein ähnliches Verfahren anwandten um deutsche Luftschiffe von unten angreifen zu können. 1. weil die Luftschiffe zum Teil doch recht stark bewaffnet waren aber 2. vor allem, weil die Steigleistung der damaligen Flugzeuge zu gering war. Mit dem schräg nach oben gerichteten MG konnte man die Zeppeline relativ gefahrlos aus geringerer Höhe bekämpfen. Man musste nicht mühsam und zeitraubend mit ihnen auf gleicher Höhe sein (drüber ging sowieso kaum)! Bei der "schrägen Musik" im 2. Weltkrieg spielte letzteres bei den modernen Flugzeugen keine Rolle mehr!

  • Der letzte Politiker mit Ritterkreuz Datum18.03.2016 10:13
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Reinhard Hardegen, im Krieg U-Boot-Kommandant, dann Bremer Abgeordneter für die CDU, wird 103 Jahre alt. Berühmt wurde er durch die Operation „Paukenschla




    "Was mich geärgert hat: Er bekam Apfelreis.“ Das sagt Reinhard Hardegen auf die Frage nach der Begegnung mit Adolf Hitler. Aus seiner Hand bekam Hardegen das Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Er war einer der erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten des Zweiten Weltkriegs und versenkte insgesamt 22 Schiffe mit 118.314 Bruttoregistertonnen. An diesem Freitag wird er 103 Jahre alt – und er erinnert sich noch klar an viele Szenen eines langen Lebens.
    Am 18. März 1913 wurde Reinhard Hardegen in Bremen geboren. Schon als Kind wollte er zur See fahren. „Ich hatte das Glück sitzenzubleiben“, erzählt er. Denn das damalige Ausbildungsschiff der Marine, auf dem Hardegen bei normalem Schulverlauf seinen Dienst verrichtet hätte, sank mit allen Kadetten. Er habe seinen vier Kindern später gesagt: „Sitzenbleiben erhält das Leben.“
    So kam er auf die Gorch Fock, wurde dann Marineflieger. Einen Absturz überlebte er schwer verletzt. Ein Bein war danach verkürzt; nur weil er das verschwieg, konnte er U-Boot-Fahrer werden. Als Kommandant war er auf Feindfahrten nach Westafrika und Neufundland. In Kriegszeiten berühmt wurde Reinhard Hardegen durch die Operation „Paukenschlag“. „Wir haben die amerikanische Ostküste abgegrast“, sagt Hardegen. Damals funkte Großadmiral Dönitz an den Kommandanten von U-123: „An den Paukenschläger Hardegen. Bravo! Gut gepaukt.“
    Im Januar 1942 erhielt Hardegen das Ritterkreuz, drei Monate später - als 89. Soldat der Wehrmacht - das Eichenlaub dazu. Später wurde er Leiter der U-Boot-Ausbildung und führte schließlich ein neu aufgestelltes Bataillon in schweren Abwehrkämpfen gegen die britische Armee in Norddeutschland.

    Zurück in die Marine wollte er nicht mehr

    Nach Kriegsende und Gefangenschaft engagierte sich Hardegen in der Politik. Er saß mit Freunden zusammen. Das Motto lautete, so erzählt Hardegen heute: „Wir müssen etwas tun.“ So ging man in politische Parteien oder gründete sie. Hardegen fand seine politische Heimat in der CDU. Von 1959 bis 1979 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und zeitweilig stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion. Zurück in die Marine wollte er nicht mehr. „Ich hätte kein Bordkommando mehr bekommen. Und ein Kommando an Land wollte ich nicht.“
    Hardegen wurde Unternehmer - nachdem er gemerkt hatte, dass er als Angestellter auf keinen grünen Zweig kommen würde. Er arbeitete zunächst als Vertreter einer dänischen Farbenfirma. Später baute er einen Ölhandel auf. Schon in seinem erfolgreichen Berufsleben als Kaufmann, das er bis zu seinem siebzigsten Geburtstag führte, war Hardegen gereist, bis zum Nordpol und zum Südpol.

    „Ein geschlossener Verein für sich“

    Was denkt er, wenn er heute die Nachrichten von Prozessen wegen NS-Verbrechen gegen Männer seiner Altersgruppe hört? „Wenn das Verbrecher waren, ist das in Ordnung.“ Ob er nicht Glück gehabt habe, bei der Marine gewesen zu sein, wo die Gefahr, in Kriegsverbrechen verstrickt zu werden, gering gewesen sei? „Da haben Sie recht“, sagt Hardegen. „Das war ein geschlossener Verein für sich.“ Und die Begegnung mit Hitler? Apfelreis bekam Hardegen nicht, nur Fleisch und Bratkartoffeln - „aber das hatte ich auch an Bord“. Zu dem Treffen im Führerhauptquartier sagt Hardegen noch: „Damals wusste keiner, was das für ein Verbrecher war.“

    Zum 103. Geburtstag erwartet Hardegen in seinem Haus zahlreiche Gäste. Er hofft, dass sich der Besuch gut lesbar in das Gästebuch einträgt, sonst könne er sich nicht bedanken. „Können Sie Latein?“, fragt er noch und zitiert: „Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.“ Fürwahr: Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen.

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...t-14131021.html

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    278,7 Milliarden Euro fordert Griechenland von Deutschland. Es soll sich um nie geleistete Reparationszahlungen handeln. Doch die Akte der NS-Reichsbank, die das belegen soll, zeigt etwas ganz anderes: Athen schuldet Deutschland eigentlich noch Tausende Goldpfund.
    278,7 Milliarden Euro fordert Athen von Deutschland als Reparationszahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Errechnet hat das ein Sonderausschuss im griechischen Parlament – in geheimen Sitzungen. Experten staunen über die astronomische Höhe der Forderungen. Und niemand konnte sie bislang nachvollziehen.
    Der Mannheimer Historiker Heinz A. Richter hat sich deshalb dem Fall gewidmet. Er kommt zu überraschenden Ergebnissen, die die griechischen Politiker sicher nicht gerne hören werden: Es handele sich um „fundamental falsche Forderungen“, rein rechnerisch hätte nämlich nicht Deutschland Alt-Schulden bei Griechenland – sondern umgekehrt.

    Mysteriöser Kredit in Höhe von 476 Millionen Reichsmark

    Konkret stünden noch „eine knappe bis Dutzende Millionen Euro“ aus, berichtet die „Welt“ vom Dienstag unter Berufung auf einen Aufsatz von Richter, der in der kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift „Thetis“ erscheinen wird. Doch wie kommt Richter zu seinen Zahlen?
    Vor allem die Frage nach einem angeblichen Zwangskredit der Nationalsozialisten beschäftigte die öffentliche Diskussion. Dabei geht es um ein Darlehen in Höhe von 476 Millionen Reichsmark, das die Bank von Griechenland der Deutschen Reichsbank 1942 gewähren musste. Der deutsch-griechische Historiker Hagen Fleischer behauptet unter Berufung auf einen Bericht der NS-Reichsbank zu Griechenland, das Dritte Reich habe Athen damit einen „Zwangskredit“ abgepresst.

    Richter: Den Kredit gab es nie

    Richter hat sich den Bericht, der im Archiv des Auswärtigen Amtes liegt, bei einer „gründlichen Untersuchung deutscher Akten“ jetzt ebenfalls angeschaut. Und er kommt der „Welt“ zufolge zu einem ganz anderen Ergebnis als Fleischer: Diesen Kredit habe es nie gegeben. Tatsächlich handele es sich um einen „Rechnungsbetrag bezüglich der Besatzungskosten“.
    Weil Deutschland während der Besatzung zahlreiche Güter nach Griechenland exportierte und die griechische Währung gleichzeitig extrem an Wert verlor, ergebe sich sogar ein noch offener Saldo von 3000 bis 4000 Goldpfund, den Athen nicht beglichen habe.
    Selbstverständlich will das niemand ernsthaft einfordern.

    http://www.focus.de/finanzen/news/staats...ts=201602161157

  • Siecher KZ-Bewacher SommerDatum27.12.2015 13:48
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch



    Was war damals kurz nach dem Krieg? Wo waren sie alle, die Naziverbrecher? Die KZ-Wachen? Bis heute werden sie ja von der Justiz verfolgt und sogar als über 90 Jährige vor's Gericht gezerrt. Aber was war damals, vor 50, 60, 70 Jahren? Hier mal ein Beispiel:
    Der ehemalige SS - Hauptscharführer Gerhard Martin Sommer wird in nächster Zeit die Früchte einer jahrelangen Hartnäckigkeit ernten können. Sommer, der schwerkriegsbeschädigt ist, lebte bis vor kurzem als "Junggeselle in stationärer Behandlung" im Bayreuther Versehrtenkrankenhaus. Er bezieht eine monatliche Rente von rund 300 Mark. In diesen Tagen wartet er nun darauf, eine Ausgleichszahlung von rund 10000 Mark kassieren zu können.

    Der frühere SS-Mann Sommer ist in den letzten Tagen des Krieges schwer verwundet worden, so daß er sich noch heute nicht anders als im Rollstuhl fortbewegen kann: Das linke Bein ist bis zum Oberschenkel amputiert, sein linker Arm durch einen Gelenkbruch völlig versteift, und eine Bauchverletzung führte zu Verwachsungen und Wucherungen an den inneren Organen und zu einem Schließmuskelschaden.

    Nun würde niemand dem ehemaligen SS-Führer den Rentenanspruch neiden, handelte es sich bei Sommer um einen jener SS-Männer, die während des Krieges nur ihre soldatische Pflicht erfüllten.
    SS-Mann Sommer jedoch gehört zur Gruppe derer, die nach 1945 wegen ihrer Verbrechen als Wachsoldaten in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches in aller Welt Abscheu erweckten. Dem Sommer wirft die Staatsanwaltschaft Bayreuth 67 nachgewiesene Morde und mehrere hundert schwere Körperverletzungen mit Todesfolge vor.
    Der ehemalige Buchenwald-Häftling Eugen Kogon nennt in seinem Buch "Der SS-Staat" den Hauptscharführer Sommer, der einst als Arrestaufseher gern schwarze Handschuhe trug, den "Henker von Buchenwald". "Die einfachste Todesart", schreibt Kogon, "die Sommer für einen Häftling wählte, war die, daß er dem Todeskandidaten einen Strick um den Hals legte und ihn eigenhändig am Heizkörper oder am Fensterkreuz aufhing. Viele Häftlinge wurden aber von Sommer auch einfach mit einem Dreikant-Eisen erschlagen. Ein Fall ist bekannt, wo er an beiden Schläfen des Opfers eine eiserne Klemme anlegte und sie solange zuschraubte, bis die Hirnschale durch den Druck zerquetscht wurde."
    Die auf eigene Faust im Arrestbau von Buchenwald vorgenommenen "Hinrichtungen" waren sogar der SS-Justiz zuviel geworden. SS-Untersuchungsrichter Dr. Morgen, der mit den Ermittlungen gegen den Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald, Karl Koch, und dessen Frau Ilse betraut worden war, sperrte im August 1943 auch den KZ-Bewacher Sommer ein. Im Polizeigefängnis von Weimar hatte Untersuchungshäftling Sommer Muße, bis Anfang 1945 darauf zu warten, daß man ihm den Prozeß mache.
    Im Dritten Reich fand dieser Prozeß dann aber nicht mehr statt. Sommer wurde in den letzten Kriegstagen einem der letzten Aufgebote aus SS-Häftlingen zugewiesen und fuhr in einem Panzer im Raum von Eisenach gegen die Amerikaner, bis ein abtrudelndes amerikanisches Flugzeug mit seiner ganzen Bombenlast neben Sommers Panzer aufschlug und den SS-Mann Sommer schwer verletzte.
    Vier Tage Stadturlaub

    Jahrelang lebte Sommer als Kriegsbeschädigter in bayrischen Versehrtenkrankenhäusern, bis ihn 1950 die Justizbehörden ausfindig machten. Fünf Jahre lang dauerten die Ermittlungen gegen Sommer, ehe im Juli 1955 das Bayreuther Landgericht Anklage erhob. Der Prozeß mußte jedoch bald abgebrochen werden. Amtsärztliche Gutachten bescheinigten Sommer, der während des Verfahrens immer wieder in Ohnmacht fiel, seine Verhandlungs- und Haftunfähigkeit.
    Nun könnte Sommer von seinen Ärzten durch operative Eingriffe soweit hergerichtet werden, daß er verhandlungsfähig würde. Operationen sind aber nur mit Einwilligung des Patienten möglich. Der frühere KZ-Bewacher weiß indes recht gut, was ihn in einem derartigen Verfahren erwarten würde, und hat sich bisher geweigert, solche Operationen zu gestatten.
    Da Sommer gerichtlich noch nicht zu fassen war, findet sich auch rechtlich keine Handhabe, ihm seine Ausgleichszahlung von 10000 Mark vorzuenthalten.
    An dieser stattlichen Summe wird Sommer seine junge Frau partizipieren lassen können: Seit Juni dieses Jahres ist Sommer mit der Krankenschwester Bärbl Ulrich aus Bayreuth verheiratet. Die Trauung wurde in aller Stille vollzogen. Jedoch konnte es nicht verborgen bleiben, daß der sorgsam gegen die Umwelt abgeschirmte Patient vier Tage auf Stadturlaub geschickt worden war. So wurde die Frage aufgeworfen, ob ein heiratsfähiger Mann nicht auch verhandlungs- und haftfähig sein müsse. Bayreuths Oberstaatsanwalt Maier forderte aus diesem Grunde ein neues ärztliches Gutachten an.
    Der Bayreuther Amtsarzt Freundorter zeigte sich jedoch sogleich bereit, dem jungen Ehemann erneut zu bescheinigen, daß er weiterhin nicht verhandlungs- und haftfähig ist.

    Siecher KZ Bewacher

  • "Spiegelei" oder...Datum27.12.2015 13:04

    ...aufgrund seiner Größe und des vergleichsweise riesigen Hakenkreuzes auch als "Parteiabzeichen für Kurzsichtige" bezeichnet: Das Deutsche Kreuz. Obwohl der letztere Spitzname die Vermutung aufkommen lassen könnte, es handele sich um eine Parteiauszeichnung, so ist das Deutsche Kreuz ausschließlich eine militärische; denn "Das Deutsche Kreuz in Gold wird verliehen, für vielfach bewiesene außergewöhnliche Tapferkeit oder für vielfache hervorragende Verdienste in der Truppenführung.". Somit war das Deutsche Gold ein reiner Kriegsorden.
    "Das Deutsche Kreuz in Silber wird verliehen für vielfache außergewöhnliche Verdienste in der militärischen Kriegführung." Des Deutsche Kreuz in Silber war somit eher ein Orden für Leistungen in der Etappe und den Stäben. Im Grunde auch ein Orden für Leute, die sonst wohl nie einen so hohen Orden bekommen hätten.
    Wie man anhand der Formulierung sehen kann, handelt es sich bei "Gold" und "Silber" um keine Stufe ein und der selben Auszeichnung, sondern um zwei verschiedene Auszeichnungen obwohl sie sich äußerlich fast ähnlich sehen.
    Das Deutsche Kreuz in Gold wurde erstmals am 18. Oktober 1941 gleich an 38 Angehörige des Heeres verliehen. Seit dem 16. Oktober 1942, konnte das Deutsche Kreuz auch an Ausländer verliehen werden, die im Besitz beider EK's waren.
    Um das "gute Stück" zu schonen und vor Verlust zu bewahren (in diesem Fall konnte er sozusagen "nachbestellt" werden)gab 5. Juni 1942 das Oberkommando der Wehrmacht bekannt, "daß der Führer das Tragen des Deutschen Kreuzes in Gold - in gestickter Form auf Stoffunterlage - genehmigt" hatte.
    Die genaue Zahl der verliehenen Orden lässt sich nur schätzen, wenn auch es in entsprechenden Publikationen diverse Zahlenangaben darüber gibt. Für das Deutsche Kreuz in Silber wird Geschätzt zwischen 900 und 2.400 Verleihungen*. Fest zustehen scheint aber, dass 82 Angehörige der SS und Polizei mit diesem Orden (Silber) ausgezeichnet wurden, von denen wiederum 70 der Waffen SS angehörten. 2 SS Männer erhielten beide Auszeichnungen, wobei nur das Deutsche Kreuz in Gold getragen wurde.
    * Diese Zahlen stammen aus DMZ Zeitgeschichte Nr. 19 und beziehen sich nur auf das Deutsche Kreuz in Silber.

    Für Angehörige des Heeres und der Waffen-SS.

    Deutsches Kreuz in Gold ca. 17.000
    Deutsches Kreuz in Silber ca. 900
    Für Angehörige des Heeres und der Waffen-SS (29. September 1941 bis 11. Mai 1945)
    Deutsches Kreuz in Gold ca. 16.876
    Für Angehörige der Kriegsmarine (bis einschließlich 30. September 1944)
    Deutsches Kreuz in Gold ca. 1.000
    Für Angehörige der Kriegsmarine (5. März 1943 bis 9. November 1944)
    Deutsches Kreuz in Silber 26

    Deutsches Kreuz

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Sehr geehrter Kalif!

    Zehn Tage war ich Gast Ihres Landes. Mein Urteil: Im Grunde sind - bis auf Äußerlichkeiten - die meisten Aktionen des IS antiislamisch. Ein Gegenprogramm zum Islam. Sie sollten Ihren Staat in „Anti-Islamischer Staat – AIS“ umbenennen. Vier Beispiele von vielen: Im Islam gibt es keinen Zwang in Glaubensfragen ( 2: 256). Es gilt ein klares Verbot von Angriffskriegen ( 22: 39). Die Tötung von Zivilisten, Frauen, Kindern und alten Menschen ist verboten, die Zerstörung religiöser Stätten untersagt (22: 40).

    Sie persönlich sind ein Gegenprogramm zum Propheten. Mohammed war barmherzig, Sie sind erbarmungslos. Mohammed war ein nach vorne blickender Revolutionär. Sie sind ein rückwärts gewandter Reaktionär. Ein Reformer, ein Mann Gottes, des „Allerbarmers und Barmherzigen“, sind Sie nicht.

    Die Sure, gegen die Sie am meisten verstoßen, lautet: Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Wenn er aber einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet (5: 32). Sie haben nie Menschenleben gerettet. Immer nur gnadenlos getötet. Sie schaden damit der gesamten muslimischen Welt. Sie sind zur Zeit der größte Feind des Islam.

    Trotzdem danke ich für Ihre Gastfreundschaft! (Obwohl mir Ihre Kämpfer in Mosul gedroht haben, nach Deutschland zu kommen und mich hier umzubringen. Ihre Sicherheitsgarantie gelte nur für den "Islamischen Staat").

    Sie haben mir die Gelegenheit gegeben, das Land, das Sie beherrschen, relativ frei zu besuchen. Ich hätte gerne einmal einen wirklich islamischen Staat besucht. Er hätte sich ruhig gegen westliche Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen dürfen. Dass ich am Ende nur einen anti-islamischen Staat kennenlernte, bedauere ich sehr.

    Möge Allah Sie und den IS stoppen- im Interesse des wahren Islam! Allah ist - anders als Sie - weder Angriffskrieger, noch Terrorist. Allah ist viel größer und barmherziger, als Sie sich offenbar vorstellen können.

    Ihr Jürgen Todenhöfer

    PS: Dies ist ein kurzer Auszug aus meinem langen offenen Brief an Al Baghdadi. Den größten Teil des Textes findet ihr unten. Und in meinem Buch. Er ist die abschließende Bewertung meiner Reise in den "Islamischen Staat". Zahlreiche arabische und deutsche Zeitungen haben ihn veröffentlicht.

    OFFENER BRIEF AN DEN KALIFEN DES „ISLAMISCHEN STAATS“

    Wie höflich oder distanziert darf ein solcher Brief sein? Mahatma Gandhi schrieb 1939, einen Monat vor Kriegsbeginn, „im Namen der Menschlichkeit“ an Adolf Hitler. Das Schreiben begann mit „Lieber Freund“ und endete mit „Ihr ehrlicher Freund M.K. Gandhi“. So freundlich konnte ich nicht sein. Aber unhöflich wollte ich auch nicht sein. So schrieb ich:

    Sehr geehrter Kalif Ibrahim Awwad, Abu Bakr Al Baghdadi!

    Als Erstes bedanke ich mich für die korrekte Einhaltung Ihrer Sicherheitsgarantie während unseres Aufenthalts im „Islamischen Staat“. Sie sollten häufiger freie Publizisten aus aller Welt einladen, statt Journalisten hinrichten zu lassen.

    Nach Untersuchungen dreier US-amerikanischer und einer irakischen Universität hat allein der völkerrechtswidrige Irakkrieg George W. Bushs mindestens eine halbe Million Menschen getötet. Die angesehene Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW)" geht in ihrer jüngsten Veröffentlichung sogar von 1 Million Toten aus. Ich kann jeden Araber verstehen, der sich der seit Jahrhunderten nicht endenden militärischen Interventionspolitik des Westens widersetzt. Ich bin nicht blind gegenüber dem Unrecht des Westens.

    Sie haben in Syrien und im Irak einen militärisch teilweise ungewöhnlich erfolgreichen Feldzug geführt, den niemand für möglich gehalten hätte. Obwohl auch Sie erleben werden, wie launisch das Kriegsglück ist. Die Methoden, die Ihre Organisation allerdings bei ihren kriegerischen Aktionen anwendet, sind nach den Geboten des Koran unislamisch und kontraproduktiv. Sie schaden der gesamten muslimischen Welt. Vor allem dem Islam, in dessen Namen Sie zu kämpfen vorgeben.

    Terror hat mit Islam so wenig zu tun wie Vergewaltigung mit Liebe. Sie und Ihre Kämpfer sind deshalb auch keine „Gotteskrieger“. Wenn es so etwas überhaupt gibt. Vielleicht wollen Sie das auch gar nicht sein. Der Begriff stammt ja aus der Zeit der Kreuzzüge und ist „christlich“. Ich habe den Koran mehrfach mit großem Gewinn gelesen. Den Geist der Brutalität, den Sie und Ihre Kämpfer bewusst verbreiten, habe ich darin nicht gefunden. Es sei denn, man reißt die Darstellungen der Angriffskriege der Mekkaner gegen das militärisch unterlegene Medina Mohammeds in den Jahren 623 bis 630 aus ihrem geschichtlichen Zusammenhang. Die Feinde des Islam machen das gerne.

    Die Mythen und geschichtlichen Passagen des Alten Testaments beschreiben übrigens viel blutigere Kriege als der Koran. Der jüdische Evolutionsforscher Steven Pinker nennt daher das Alte Testament ein „einzig langes Loblied der Gewalt“. Dennoch sind diese Schlachten-Beschreibungen nur für Ignoranten der Wesenskern des Alten Testaments. Das Alte Testament ist ein Buch der Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Wie der Koran.

    Der Kerngedanke des Islam, sein für die damalige Zeit revolutionärer Aufruf zu Gerechtigkeit, Gleichheit und Barmherzigkeit, scheint Ihnen leider fremd zu sein. Obwohl diese zentrale Botschaft den Koran wie ein roter Faden durchzieht.

    Kein Wort taucht im Koran als Beschreibung Gottes häufiger auf als das Wort Barmherzigkeit. 113 der 114 Suren des Koran beginnen mit dem Satz „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“. Von nichts ist Ihre Kriegsführung allerdings weiter entfernt als von Barmherzigkeit. Sie führen Ihre Feldzüge zur Ausdehnung des „Islamischen Staats“ in der Tradition der unchristlichen Gewaltorgien des Mittelalters sowie der Horden Dschingis Khans und Pol Pots. Sie planen außerdem ganz konkret die größte „religiöse Säuberungsaktion“ der Geschichte, die Tötung von Hunderten Millionen „Ungläubigen und Abtrünnigen“. Immer wieder frage ich mich, wo das im Islam geschrieben steht.

    1. Im Islam gibt es keinen Zwang in Glaubensfragen (Sure 2 Vers, 256). Sie aber lassen Menschen bestialisch ermorden, nur weil sie Schiiten, Alawiten, Jesiden oder demokratiefreundliche Sunniten sind. Es sei denn, sie konvertieren freiwillig zu Ihrer gnadenlosen Ideologie. Das heißt vor ihrer Eroberung. Religiöse Toleranz war über Jahrhunderte eine der meist gerühmten Tugenden islamischer Herrscher. Wo, sehr geehrter Kalif, ist Ihre Toleranz?

    2. Im Islam gibt es ein klares Verbot von Angriffskriegen (z. B. in Sure 22, Vers 39). Der Prophet hat nie Angriffskriege geführt. Er wurde immer nur angegriffen – von den militärisch weit überlegenen, andersgläubigen Mekkanern. Sie allerdings, Herr Kalif, überfallen hemmungslos ganze Regionen, Städte und Dörfer, die Ihnen nichts getan haben.

    3. Im Islam ist die Tötung von Zivilisten, Frauen, Kindern und alten Menschen verboten. An mehreren Stellen des Koran wird das unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Ihre Anhänger aber richten unschuldige Menschen auf widerlichste Art und Weise hin. Ja, sie vergewaltigen Frauen, eine Abscheulichkeit, die der Koran aufs schärfste verurteilt. (Sure 24, Vers 33). Das soll islamisch sein?

    4. Im Islam ist die Zerstörung religiöser Stätten untersagt (Sure 22, Vers 40). Sie aber lassen Kirchen, Synagogen, schiitische, ja sogar sunnitische Moscheen zerstören und schänden. Auch das ist vollkommen antiislamisch.

    Die Liste Ihrer fast demonstrativen Verstöße gegen den Koran ließe sich beliebig verlängern. Im Grunde ist bis auf Äußerlichkeiten alles, was Sie tun, antiislamisch, ein Gegenprogramm zum Islam.

    Ich bin Christ. Meine Religion kennt durch das Johannes-Evangelium die Figur des „Anti-Christen“. Durch Ihre Taten und Ihre Existenz lerne ich, dass es offenbar auch die Figur des „Anti-Muslims“ gibt. Dass dieser Anti-Muslim sich „Kalif des Islamischen Staats“ nennen würde, haben selbst die gelehrtesten Köpfe des Islam nicht vorausgesehen. Sie ahnten nicht, dass jemand die islamische Geschichte und die islamische Religion so grenzenlos verhöhnen könnte. Eigentlich müssten Sie Ihre eroberten Gebiete in „Anti-Islamischer Staat – AIS“, umbenennen.

    Was Sie sagen und tun ist nicht nur ein Gegenprogramm zum Islam, sondern auch zum Wirken des Propheten. Mohammed war barmherzig, Sie sind erbarmungslos. Mohammed war ein nach vorne blickender Revolutionär. Sie sind ein rückwärts gewandter Reaktionär. Zu unterstellen, dass Mohammed, einer der dynamischsten Reformer der Geschichte, 1400 Jahre nach seinem Tod noch immer nach den Sitten und Bräuchen des Altertums leben würde, ist absurd. Große Revolutionäre pflegen sich nicht 1400 Jahre auf ihren Erfolgen auszuruhen. Sie, Abu Bakr Al Baghdadi, mögen ein beachtlicher Feldherr sein. Ein Reformer, ein Mann Gottes, des „Allerbarmers und Barmherzigen“, sind Sie nicht.

    Viele Terrororganisationen vor dem IS haben gegen den Islam verstoßen und ihn als Maske für unislamische Taten missbraucht. Auch manch verblendeter Herrscher und Religionsgelehrter hat sich diese große Religion zurechtgebogen. In der Geschichte des Christentums hat es vergleichbare Fälle gegeben. Viele teuflische Taten wurden im Namen des Christentums begangen. Auch Sie, Herr Al Baghdadi, predigen in Wirklichkeit nicht den Islam, sondern Ihre Privatreligion und Ihre Privat-Shariah.

    Ihre Anhänger verweisen darauf, dass George W. Bush erheblich mehr Menschen umgebracht habe als Sie. In einem völkerrechtswidrigen Krieg sogar. Das dürfte zurzeit noch stimmen, zumindest wenn Ihr Vormarsch nicht bald gestoppt wird. Ich habe mehrfach gefordert, dass sich die Verantwortlichen des Irakkriegs vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssten. Auch Bush und Blair.

    Doch Sie unterscheiden sich von Bush vor allem in 4 Punkten:

    1. Der damalige US-Präsident, der schwerste Kriegsverbrechen begangen hat, hat sich der Folterungen und Demütigungen in Abu Ghraib, Guantanamo oder Bagram wenigstens nicht öffentlich gerühmt und gebrüstet. Auch nicht der von GI's außerhalb von Kampfhandlungen begangenen schändlichen Morde und Vergewaltigungen. Er hat diese beschämenden Taten nicht zum Mittelpunkt seines Programms erhoben. Auch nicht zum Mittelpunkt des Christentums. Sieht man von einigen rhetorischen Entgleisungen zu Beginn des Krieges ab, als er sich auf einen „Kreuzzug“ begeben wollte und sich zeitweise für Jesaja hielt.

    2. Er hat nie wie Sie absichtlich, gezielt, genussvoll inszeniert und zelebriert, unschuldige Zivilisten ermordet. Journalisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen usw.

    3. Er hat nie eine religiöse „Säuberung“ geplant wie Sie, der Sie die Auslöschung aller nicht abrahamitischen Religionen anstreben. Eine Auslöschung, bei der viele hundert Millionen Menschen sterben müssten. Sie planen den größten Völkermord aller Zeiten, der alles in den Schatten stellt, was die Menschheit bisher erlitten hat. Sie missbrauchen dafür den Namen des Islam! Das ist Gotteslästerung.

    4. Gleichzeitig haben Sie offiziell die Sklaverei wieder eingeführt, die die Menschheit in mühsamen Kämpfen inzwischen überwunden hatte. Sie existierte einst in allen Kulturen. Doch alle haben diese Herabstufung von Menschen zur Ware, zu Wesen zwischen Mensch und Tier, längst beschämt abgeschafft. Die Juden, die Christen, die muslimische Welt. Auch wenn heimlich noch immer viele Menschen in krimineller Weise als Sklaven und Leibeigene behandelt werden. Mohammed hatte, anders als Sie, immer nach Wegen gesucht, wie er Sklaven zu vollberechtigten Bürgern machen konnte. So machte er Belal, einen schwarzen Ex-Sklaven, zum ersten Gebetsrufer des Islam.

    Sie richten Menschen öffentlich hin, um deren Heimatländer zu militärischen Gegenschlägen zu provozieren. Durch die wieder vor allem Muslime sterben werden. Sie wollen Krieg. So wie Bin Laden die USA durch 9/11 in die afghanische Kriegsfalle lockte. Ist das islamisch?

    Ich kannte den amerikanischen Journalisten James Foley aus den revolutionären Tagen von Bengasi persönlich. Er war ein liebenswerter, in sich gekehrter Kollege. Wenige Tage, nachdem ich mit Freunden in einen militärischen Hinterhalt Gaddafis geraten war, war er von dessen Leuten festgenommen worden. Der an Brutalität schwer zu übertreffende Gaddafi hat ihn tausendmal besser behandelt als Ihre brutalen Kämpfer.

    (Anmerkung: Hier folgt ein Appell an die ausländischen Kämpfer des IS, über den ich in den nächsten Tagen berichten werde).

    In Gaza fragte ich während des Krieges im Sommer 2014 einen Palästinenser, der fast alles verloren hatte, was er vom IS halte. Er schaute mich fassungslos an und fragte: „Müssen wir jetzt auch noch dafür den Kopf hinhalten.“

    Sehr geehrter Kalif Ibrahim, ich wünsche Ihnen, dass sich die verfeindeten Parteien im Irak und in Syrien endlich einigen und dadurch Ihren militärischen Aktionen den Nährboden entziehen. Möge Allah Sie stoppen!

    Dem wahren Islam und den 1,6 Milliarden gemäßigten Muslimen aber wünsche ich viel Erfolg. Der tolerante Islam gehört nicht nur zu Deutschland, sondern auch zur Kultur unserer Welt.

    Als Anlage füge ich zehn Passagen aus dem Koran bei, die dieses große Buch in meinen Augen besser charakterisieren als alles, was Sie in den letzten Jahren gesagt und getan haben. Sie sollten wenigstens einmal einen Blick darauf werfen, bevor die Geschichte über Sie hinweggeht.

    Zehn Kernaussagen des Koran, die Sie nicht zu kennen scheinen:

    1. Streitet nicht mit dem Volk der Schrift. Es sei denn auf beste Art und Weise. Sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns und zu euch herab gesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist Einer." 29:46.

    2. Wir glauben an Gott und an das, was uns und was Moses und Jesus gegeben wurde. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied. 2:136. Es gibt keinen Zwang im Glauben. 2:256. Willst du die Menschen zwingen, Gläubige zu werden? 10:99.

    3. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch jedoch auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Gott werdet ihr alle zurückkehren. Dann wird er euch kundtun, worüber ihr uneins wart. 5: 48. Diejenigen, die glauben – Muslime, Juden, Christen und Sabäer – werden ihren Lohn von Gott erhalten. 2:62.

    4. Ihr sollt glauben und gute Werke tun! 25:70. Gott gebietet, gerecht zu handeln und uneigennützig Gutes zu tun. Er verbietet, was schändlich, abscheulich und gewalttätig ist. 16:90.

    5. Wehrt das Böse durch das Gute ab! 13:22. Wetteifert miteinander in guten Werken. 2:148. Gott liebt diejenigen, die Gutes tun. 2:195. Seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbar! Gott liebt nicht die Geizigen. 4:36. Was euch an Dingen gegeben wurde, ist nur für eine zeitweilige Nutznießung während eures irdischen Lebens. 28:60. Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll sie zehnfach vergolten werden. Derjenige, der eine böse Tat verübt, soll nur das Gleiche als Lohn erhalten. 6:160.

    6. Diener Gottes sind diejenigen, die sanftmütig auf der Erde schreiten. Wenn Unwissende sie ansprechen, sprechen sie friedlich zu ihnen. 25:63. Dämpfe deine Stimme. Die widerwärtigste der Stimmen ist die Stimme des Esels. 31:19.

    7. Wer Gutes tut, tut es für seine eigene Seele. Wer Unrecht begeht, begeht es gegen sich selbst. 45:15.

    8. Richtet auf Erden kein Unheil an. 2:60. Stiftet Frieden zwischen den Menschen. 2:224.

    9. Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein. Wer aber vergibt, ruht sicher bei Gott. 42:40. Versöhnung ist gut. 4:128.

    10. Und hier die Sure, gegen die Sie sich am meisten versündigt haben: Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet. 5: 32. Ihr sollt niemanden töten, dessen Leben Gott unverletzlich gemacht hat. 6:151.

    Danach lohnt es sich zu leben. Aber nicht nach Ihrer gnadenlosen anti-islamischen Ideologie.

    Nochmals danke für Ihre Gastfreundschaft! Und dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, das Land, das Sie beherrschen, relativ frei zu besuchen. Ich hätte gerne einmal einen wirklich islamischen Staat besucht. Er hätte sich ruhig gegen westliche Ungerechtigkeiten und Anmaßungen zur Wehr setzen können. Dass ich am Ende nur einen anti-islamischen Staat kennenlernte, bedauere ich sehr.

    Hochachtungsvoll

    Ihr Jürgen Todenhöfer

  • Als Deutschland am 1. August 1914 in den Krieg zog gab es im ganzen Heer keine Gebirgstruppen, was um so erstaunlicher ist, als dass es im Süden des Landes sogar ein Hochgebirge gibt. Vermutlich ging man einfach davon aus, keine Gebirgstruppen zu benötigen. Der Verbündete Österreich- Ungarn hatte welche seit 1906 die "Landesschützen" (vormals Tiroler Schützen) und mit Italien, welches seit 1872 ebenfalls über Gebirgstruppen (Truppe alpine) verfügte, war man auch verbündet. Aber auch der Erzfeind, die Franzosen, verfügten mit den "Chasseurs alpins" über Gebirgstruppen. Die allerdings hoffte man per "Sichelschnitt" schnell auf dem flachen Land besiegen zu können(an die Vogesen mit immerhin Höhen von über 1.400 Meter dachte man nicht). Eine dringende Notwendigkeit für eine solche Truppe schien also damals nicht zu bestehen.
    Als man dann bei den Kämpfen in den Vogesen gegen die "Truppe alpines" der Franzosen sehr alt aussah (Kampf im Winter war ja ohnehin nicht eingeplant, da man ja spätestens zu Weihnachten siegreich wieder zuhause sein wollte), schuf man deutscherseits eine Truppe, die wenigstens im Schnee halbwegs vernünftig Operieren konnte, die sogenannten "Schneeschuh-Bataillone". Diese Truppe bestand aus zwei preußischen und zwei bayrischen Bataillonen und einer württembergischen Kompanie.
    Aber schon zu Beginn des Jahres 1915 zeichnete sich eine außenpolitische und somit auch militärische Veränderung ab. Nachdem Italien sofort nach Kriegsbeginn seine Neutralität erklärt hatte, bekamen nun, bestärkt durch die Versprechungen der Entente und der Aktivität der Irredentisten, die Kräfte Aufwind, die in den Krieg auf Seiten der Entente eingreifen wollten. Der sich zuspitzenden Lage trug Falkenhayn und die OHL durch die forcierte Aufstellung eine Gebirgskorps Rechnung.
    Die Hälfte der Truppe sollte aus Bayern bestehe, der Rest aus Soldaten der anderen deutschen Länder und Provinzen und aus zwei verstärkten Brigaden zu je zwei Regimentern bestehen. Die Schneeschuh-Bataillone wurden zum Jägerregiment Nr.3 zusammengefasst. Obwohl das Korps personell nie die Korpsstärke erreichte, verfügte es über alles, was ein Korp noch so ausmachte: Schwere Artillerie, Trains, Fernsprecheinheiten, Pionierkompanien, Maschinengewehrabteilungen, Minenwerferabteilungen und eine Zeitlang sogar eine eigene Fliegergruppe.
    Als am 23. Mai 1915 die Italiener den Österreichern den Krieg erklärten, war das Korps zwar einsatzbereit aber für den Gebirgseinsatz nur ungenügend ausgebildet. Dafür aber verhältnismäßig gut und modern ausgerüstet. Sein Befehlshaber war der bayrische Generalleutnant Konrad Krafft von Dellmensingen. Im unterstanden vom Mai bis Oktober rund 26.000 Mann mit 300 Pkw, 190 Lkw, 70 Motorädern sowie einige andere Kraftfahrzeuge und 9.500 Pferde.
    Da die Italiener nicht bzw kaum angriffen und es den Deutschen selbst verboten war anzugreifen, verlief das Leben der Soldaten weitestgehend ruhig und angenehm. Die meisten Ausfälle gab es durch Unfälle....Die geschätzten Verluste für diesen Zeitraum betrugen 5 Offiziere und 79 Unteroffiziere und Mannschaften. Dieser erste militärische Einsatz des Korps bezeichnet man auch als "Einsatz in Tirol"(Dolomiten).
    Doch bald war es mit der Beschaulichkeit vorbei. Als die österreichischen "Landesschützen" vom Balkan zurück kamen und die deutschen Stellungen übernahmen, zog das Gebirgskorps erst nach Serbien und landete dann Ende Mai in der Blutmühle von Verdun. Unsinniger konnte man diese Männer kaum verheizen. 90% von ihnen blieben Tod oder verwundet vor Verdun.
    nach der Auffrischung ging es zu Einsätzen nach Rumänien und dann wieder zurück an die Italienfront, wo das Alpenkorps dann an der 12. Isonzoschlacht teilnahm.

  • Todt Front zur Splitterabwehr Datum12.11.2015 15:27



  • PittiplatschDatum11.11.2015 16:33

    Der PT-76 (russisch ПТ-76, плавающий танк, Plawajuschtschi Tank oder Objekt 740), ist ein leichter Schwimmpanzer, der 1952 in der Sowjetarmee eingeführt wurde; Lizenz- bzw. Nachbauten erfolgten in China und der Tschechoslowakei. Der PT-76 wurde an über 25 Länder geliefert und überwiegend in Aufklärungseinheiten eingesetzt. Er gehörte auch zur Erstausstattung der NVA der DDR.


  • VersuchDatum07.11.2015 12:06
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema

    Um an die Bilder von meinen Alben zu kommen, muss man ganz oben unter dem Banner auf Bildergalerie klicken.

  • "Nooit meer oorlog - Nie wieder Krieg"Datum05.11.2015 09:44
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Ein schon etwas älteres Ereignis und wohl auch eher von lokaler Bedeutung aber dennoch nicht uninteressant wie ich meine.

    "Nooit meer oorlog - Nie wieder Krieg" als flämisches Vermächtnis

    Wehmütiger Abschiedsbesuch nach 34 Jahren Philippsburg-Fahrten
    In den letzten schlimmen Kriegsjahren 1944 - 45 verteidigten mit den deutschen Truppen auch blutjunge flämische Flaksoldaten das zusammenbrechende Reich am Rhein. Viele gaben ihr Leben. In Philippsburg und Rheinsheim, Liedolsheim, Rußheim, Bellheim, Germersheim und Lingenfeld kämpften sie. Einige wenige blieben in Deutschland, heirateten hier. Die anderen kehrten zurück in ihre Heimat Flandern, wo viele vom Staat gnadenlos als Verräter verfolgt wurden. Die menschliche Zuwendung und Hilfe durch die deutsche Bevölkerung am Rhein vergaßen sie nie. Sie kamen zurück dorthin, wo sie mitgekämpft und gelitten hatten, aber auch menschlich aufgenommen worden waren.

    34 Jahre lang ohne Unterbrechung fuhr der Freundeskreis der flämischen Flaksoldaten seit 1974 mit Familien, Bussen und Privatwagen zu Freundschaftstreffen zurück nach Philippsburg. Jetzt kamen rund achtzig von ihnen mit Angehörigen über Pfingsten zu einem berührenden letzten offiziellen Besuch. Etwa zwanzig Altsoldaten leben nur noch. Viele waren gerade 17 Jahre alt bei Kriegsende. Sie sind inzwischen um die achtzig, viele schon verstorben, und die Mühe des Reisens wird zu groß. In den besten Zeiten waren es bis zu 240 Flamen, die ihre jährlichen Pfingstbesuche bei den Freunden in Philippsburg abstatteten. Der "Vriendenkring Vlaamse Flak" mit Sitz in Antwerpen hat in Dries Timmermans schon lange einen unendlich rührigen Vorsitzenden, dessen Einsatz man auch in ihrer Vierteljahreschrift "Wachtpost" nachlesen kann. Von dem heute 83-Jährigen stammt auch ein umfangreiches Werk über die flämische Beteiligung auf deutscher Seite während des Krieges.Die symbolhafte Bindung der Flamen an Philippsburg fand bereits 1986 sichtbaren Ausdruck in der Errichtung eines Denkmals für die gefallenen flämischen Soldaten auf dem Philippsburger Ehrenfriedhof. Damit war für die Überlebenden und ihre Angehörigen ein Ort der Erinnerung und Rückbesinnung, des Kraftschöpfens in der ruhegebenden Stille der friedhöflichen Parklandschaft gefunden. Flankiert vom flämischen Fahnenträger begrüßte dort Bürgermeister Stefan Martus die flämischen Freunde in traditioneller Herzlichkeit, dankte ihnen für ihre treue Verbundenheit mit Einwohnern und Stadt Philippsburg und ver­sicherte ihnen, dass auch ohne Besuche künftig das flämische Denkmal instandgehalten und gepflegt werde. Der flämische Vorsitzende Timmermans, der sich besonders über die Anwesenheit des seinerzeit in Philippsburg gebliebenen Flamen Wim Heedfeld freute, drückte seine Dankbarkeit gegenüber Stadt, drei Bürgermeistern in Folge - Dürrschnabel, Schmidt und Martus - und der Einwohnerschaft für die jederzeit freundschaftliche Aufnahme aus, ebenso dem anwesenden Heimatvereinsvorsitzenden Hugo Wunsch, Salmclub, Museumsbauverein, Förderverein Felsenkeller und dem Fidelia-Chor Oberhausen. Sein Dank galt auch der katholischen Pfarrgemeinde St. Maria und den Pfarrern Otteny und Killer, ebenso den anwesenden Damen vom VdK-Vorstand Adelheid Wagner und Gabriele Brecht sowie dem Ehepaar Dahm.

    An den Gräbern der früheren VdK-Vorsitzenden Emil Michal und Franz Rau auf dem allgemeinen Friedhof legten die Flamen Blumen nieder und gedachten der ihnen so verbundenen Verstorbenen.

    Am Abend fand in St. Maria ein besonderer Gottesdienst zum letzten Besuch der Flamen statt, ehe man sich in deutsch-flämischer Runde zum Abschiedsessen im SKC-Bootshaus am Rhein einfand. Geschenke und Ehrengaben wurden ausgetauscht. Der Bürgermeister empfing für die Stadt ein Gemälde mit dem Emblem der Flamen, der Heimatverein übergab seinerseits eine Arbeit über die Rheinbrücke.
    Das Vermächtnis für die flämischen wie die deutschen Teilnehmer des Abschiedsbesuches waren wohl die Schlussworte von Dries Timmermans schon am Morgen am Denkmal auf dem Friedhof: "Möge dieses Ehrenmal, ewiger stiller Zeuge eines sinnlosen Krieges, unseren Wunsch nach Frieden erfüllen. Wir alle träumen von einem vereinten Europa, in dem kein Platz mehr sein wird für Kriegsgewalt." "Nie wieder Krieg - Nooit meer oorlog!"
    Reeb
    Stadtanzeiger 31.05.2007 (Philippsburg)

    ,

  • Alfred "J"odlDatum29.10.2015 11:48
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Die Künstler Wolfram Kastner und Michael Heininger haben auf der Fraueninsel im Chiemsee das Ehrenmal für den Kriegsverbrecher Alfred Jodl "geschändet" und ein interessantes Bekennerschreiben dazu veröffentlicht.
    "Sehr geehrter Herr Prof. Koch,auf der Fraueninsel im Chiemsee steht ein Ehrenkreuz für den im Nürnberger Prozess als Hauptkriegsverbrecher verurteilten Alfred Jodl, dessen Asche in den Welzbach in Solln geschüttet wurde.
    Es gab mehrere Versuche, Petitionen, Kunstaktionen, Anträge im Gemeinderat und eine Strafanzeige gegen den Bürgermeister – mit dem Ziel, dieses skandalöse Ehrenmal zu beseitigen oder wenigstens deutlich zu kommentieren.
    Immer wieder wird das Ehrenkreuz von Nazis besucht und geschmückt.
    Wir haben nun in einem Akt zivilen Ungehorsams das bleierne „J“ von dem Ehrenkreuz entfernt, sodass nur noch “ALFRED .ODL“ dort zu lesen ist.(Odl ist die in Süddeutschland übliche Bezeichnung für Jauche).
    Da dieses skandalöse Kenotaph sicher symptomatisch ist für einen Teil der deutschen Geschichte und den Umgang damit, schicken wir Ihnen beiliegend das bleierne „J“ von diesem Ehrenkreuz für einen Nazi und Kriegsverbrecher für die Sammlung des Deutschen Historischen Museums zu. In diesem Haus ist es sicher am besten aufgehoben.
    Wir wollen diesen Bleibuchstaben auf keinen Fall besitzen.
    Wenn Sie daran interessiert sind, können wir Ihnen gerne Fotos und Dokumente zu den Auseinandersetzungen um dieses Kriegsverbrecher-Kreuz zuschicken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfram P. Kastner Michael Heininger"

    Der Streit rund um das Grab des Nazi-Generals Alfred Jodl auf der Fraueninsel nimmt seinen Lauf. Eigentlich sollte der Künstler Wolfang Kastner wegen Sachbeschädigung angezeigt werden. Nun soll er Chiemsee-Bürgermeister Georg Huber angezeigt haben. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.
    Kastner hat demnach Huber wegen „Billigung nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und Störung des öffentlichen Friedens“ angezeigt. Die Staatsanwaltschaft kann die Anzeige nicht bestätigen. Doch Kastner selbst ist angezeigt worden, und zwar wegen Sachbeschädigung, wie die Bayernwelle berichtet. Er hatte im Juni eine Tafel an dem Grab des Kriegsverbrechers Alfred Jodl angebracht. Huber hat daraufhin den Künstler angezeigt, berichtet die Bayernwelle.
    Auf dem Friedhof der Fraueninsel erinnert ein Kreuz am Grab seiner beiden Ehefrauen an General Jodl. Das Grabkreuz stellt für Kastner ein "Ehrenkreuz" dar - für ihn unerträglich.
    Außerdem stößt ihm sauer auf, dass das Grab noch bis 2018 stehen bleiben darf. Dann läuft das Nutzungsrecht aus.
    Quelle: Bayernwelle

    Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wurde Jodl in allen vier Anklagepunkten angeklagt und schließlich – nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer – auch in allen vier Punkten schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Dieses Urteil war auch unter den Alliierten umstritten und wurde vom französischen Richter Henri Donnedieu de Vabres als Fehlurteil bezeichnet.

    Am 16. Oktober 1946 wurde Alfred Jodl in Nürnberg durch Erhängen hingerichtet. Sein Leichnam wurde unter dem Tarnnamen „Archibold K. Struthers“ eingeäschert, gegen Mitternacht wurde die Asche in die Isar gestreut.

  • Die Norwegischen Panzertruppen 1940.Datum27.10.2015 13:06
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Ein selten beschriebenes Kapitel des 2. Weltkrieges stellen die norwegischen Panzertruppen dar. Logisch, gab es doch keine norwegischen Panzertruppen. Die königlich norwegische Armee verfügte bei der deutschen Invasion genau über einen (1) Panzer und einige gepanzerte Radfahrzeuge und als dann die norwegische Armee mobilisiert und in Stellung gebracht wurde, blieb Norwegens einziger Panzer auch noch in der Kaserne des Dragoner Regiments 1. in Gardermoen zurück.
    Norwegens einziger Panzer stammte, vom Turm abgesehen, noch nicht einmal aus dem Lande selbst. Er war ein schwedisches Model, den L-120, ohne Turm um beim Transport Gewicht und somit Kosten zu sparen. Der L-120 beruhte auf den deutschen Modellen LKI und LKII, die gegen Kriegsende noch von den Deutschen entwickelt und erprobt aber wegen des dann schnell kommenden Kriegsendes, nicht mehr in Serie gingen(Im Sommer 1921 erwarb Schweden 10 Fahrzeuge des Typ LK II für 100 000 Kronen und auch Ungarn soll 14 Exemplare des LK II erhalten haben). Damit fuhren kurz nach Kriegsende mehr deutsche Panzer im Ausland, als je an der deutschen Front von Deutschland zum Einsatz gekommen sind.
    Doch zurück zum norwegischen Panzer, der, weil er immer wieder durch ganz Norwegen von einem Manöver zum anderen kutschiert wurde, den Spitznamen ""Rikstanken" (Reichspanzer)erhielt. Bewaffnet war er mit einem M/29 MG, einem wassergekühlten Browningmaschinengewehr. Irgendwie und irgendwann verschwand der Panzer dann und seine Spuren blieben bis heute verloren.

    Quelle "Clausewitz" 6/2015

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