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 Habt ihr das gewusst?
Waldi44 Offline




Beiträge: 504

22.11.2017 12:50
Der Tiger I mit der Turmnummer 131 antworten

Ende November 1942 befanden sich zwei schwere Panzerabteilungen mit insgesamt 31 Tiger I in Tunesien. Der "Führer", hatte sie fast pünktlich zur Kapitulation des Afrikakorps geschickt. Die Kapitulation fand dann am 12/13 Mai 1943 statt, nachdem Rommel sozusagen aus er "Schußlinie" gebracht wurde bzw sich gebracht hat und somit mit der Kapitulation als solche nicht mehr in Verbindung gebracht werden konnte. Die Tiger I Panzer auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz lösten neben Erstaunen und Bewunderung bei den eigenen Truppen, eine "Tigerphobie" beim Gegner aus! Leider hielt dieser "Tigerschreck" nicht viel länger als im 1. Weltkrieg der "Tankschreck" auf deutscher Seite nach dem ersten Auftauchen der alliierten Tanks.
Hier in etwa setzt auch das Spiel "WoT" an, "World of Tanks" (ein Hinweis für meine Clanfreunde im Spiel ;) ). Am 21. April 1943 traf der berühmt gewordene Tiger I im Rahmen der Schweren Panzerabteilung 504 und mit der taktischen Nummer 131 am Turm, bei Djebal Djaffa mit den Einheiten des 48. Royal Tank Regiments zusammen. Diese britische Einheit war erst anfang April 1943 in Tunesien eingetroffen. Das "Licht der Welt", also raus aus der Montagehalle, erblickte er seinerzeit im Februar 1943.
Im nun folgenden Kampf wurde der Tiger schwer getroffen und aus welchen Gründen auch immer, von der Besatzung aufgegeben!
Es gibt viele Gerüchte und Geschichten darüber, wie der Tiger 131 in Afrika seinen Besitzer wechselte und warum die Deutschen ihn nicht befehlsgemäß gesprengt hatten. Einige Behauptungen aus Büchern, die lange als Fakten galten, werden mittlerweile angezweifelt, da Briefe des nun verstorbenen Douglas Lidderdale an das Panzermuseum in Bovington widersprüchliche Aussagen enthalten.
Schon Monate vor diesem Gefecht gab es Begegnungen britischer Churchill mit dem Tiger I, die allesamt für die Churchill katastrophal endeten! Deshalb war die Erbeutung eines Tigers vom alliierten Oberkommando damals zur obersten Priorität erklärt worden. Major Lidderdale, wurde deshalb die Aufgabe übertragen, einen Tiger I zu erbeuten bzw einen erbeuteten zur Inspektion zu bergen.
"Der damals junge Lt. Gudgin erinnert sich an die Ereignisse die zur Erbeutung führten wie folgt: „Als wir uns unserem Missionsziel näherten, konnten wir zuerst keine Anzeichen des Gegners entdecken“, „Doch plötzlich zerbarst der Panzer meines Gruppenführers in einer heftigen Explosion. Noch bevor ich die Möglichkeit hatte, die Position des Schützen auszumachen, wurde mein eigener Panzer ebenfalls getroffen, der Schuss durchdrang die Frontpanzerung, wanderte durch den Kampfraum bis in den Motorblock und setzte diesen in Brand“.
Der Lieutenant und seine Crew verließen sofort ihr brennendes Gefährt, glücklicherweise ohne Verluste und nur leicht verwundet. Er erinnert sich, wie er am nächsten Tag an den Ort des Geschehens zurückgekehrt war und dort einen unglaublichen Fund machte. Dort stand ein aufgegebener Tiger. Es war das erste Mal, das alliierte Truppen diesen Panzer, der so viel Leid verursacht hatte, aus der Nähe betrachten konnten."
Aus der Nähe betrachtet ergab sich für die Briten folgendes Bild: " „Die Besatzung des Tigers 131 floh panisch nachdem ihr Panzer zwei harmlose Treffer von zwei Churchills einstecken musste.“, was sie auch in ihrem Kriegstagebuch so vermerkten. Allerdings sei es ihrer Unwissenheit um den Tiger I geschuldet, dass sie das wahre Ausmaß der Beschädigungen nicht erkannten. Duch einen Treffer im Turmdrehkranz, war der Panzer praktisch kampfunfähig und auch sein Funkgerät war zerstört. Allerdings war er noch fahrbereit. Er hatte also 2 Treffer, einen durch einen 6 Pfünder und einen durch einen 8 Pfünder erhalten. Auch die Beatzung, von deren weiteren Verbleib jede Spur fehlt, dürfte ihren Teil abbekommen haben.
Nachdem der 131 vorort ausgiebig begutachtet worden war, überführte man ihn mit seinem eigenen Antrieb(!) in den Hafen von La Goulette.
Danach wurde er mit einem Landungsboot nach Bizerte gebracht und erhielt die britische Bezeichnung Tank (4) No. 568. Von dort gelangte er auf der "Empire Candida" nach Bone (heutiges Annaba, Algerien) , dann weiter auf der SS(Steam Ship - Dampf Schiff) "Ocean Strength" (unter dem Befehl von Captain William Rickard) nach Glasgow, wo er am 8. Oktober 1943 eintraf. Am 20 Oktober 1943 wurde der Tiger 131 nach Surrey gebracht, wo das Department of Tank Design (Büro der Panzerentwicklung) ansässig war. Dort nahm er an der Horse Guards Parade teil. Im November desselben Jahres wurde 131 dann vollständig zerlegt um ihn technisch genau studieren zu können.
Es war nicht reine Neugierde, die ihr Tun bestimmte, sondern die Suche nach Schwachstellen und Anregungen für den eigenen Panzerbau! Die genauere Untersuchung brachte auch einige Ernüchterungen, nämlich in Bezug auf Getriebe und Motor des Panzers!
Erst am 25. September 1951 wurde er an das Bovington Panzermuseum übergeben. Dort erhielt er eine neue Nummer, eine Inventarnummer sozusagen E1951.23 und dort traf er auch einige alte Bekannte aus seiner Tigerfamilie wieder ;) ! Übrigens ließ es sich auch der britische König seinerzeit nicht nehmen, den Tiger I persönlich in Augenschein zu nehmen.
Zu dieser Zeit war der Panzer aber nicht mehr fahrbereit, weil wohl das eine oder andere Teil seines Motor auf Abwege geraten war. Da aber der Tiger für das Museum eines der Highlights war, entschloß man sich in den 90er noch eins draufzusetzen und ihn wieder fahrbereit zu machen. Somit wäre er weltweit der einzige fahrbereite Tiger I gewesen.
Schließlich gelang es statt des original Motors, Maybach HL210, einen HL230 zu finden und einzubauen. Dieser Motor wurde im Tiger erst ab Mai 1943 eingebaut. Neben anderen kleineren Teilen, die man sich zusammensuchen mußte, blieb der Tiger aber dennoch ein Original. ALLE Teile waren bzw sind autentisch. Wo aber nichts mehr vorhanden war, mußte man es anhand von Blaupausen welche nachbauen.
Was auch im Originalzustand erhalten blieb, waren die im Kampf verursachten Schäden und Einschußlöcher und im Jahre 2003 stand der fertige und fahrbereite Tiger I wieder im Museum. Finanziert wird sein Erhalt überwiegend aus Spenden der Besucher. Übrigens sei hier auch angemerkt, dass im Jahre 2009 die Queen diesen Panzer besichtigte, wie Jahrzehnte vorher schon ihr Vater! God Save the Queen and the Tiger I!
Ps: Eine Anmerkung. Der "Tiger II", auch "Königstiger" genannt, war nie in Afrika, auch wenn ein Filmtitel "Königstiger vor El Alamein" von 1969 etwas anderes suggeriert!

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