Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 29 Mitglieder
927 Beiträge & 405 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen

Ergebnisse in der Bildersuche

Weitere 36 Bilder gefunden. Alle anzeigen

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Klar kennen alle den Terminator und Schwarzenegger aber um den soll es in meinem Beitrag nicht gehen. Stattdessen geht es um einen anderen "Terminator", auch "Dschihadisten Killer" genannt und der kommt nicht aus der Zukunft, sondern aus dem Russland der Gegenwart.
    Dieses Fahrzeug ist eine ganz neue Klasse von Militärfahrzeugen. Er wird als Panzerunterstützungsfahrzeug bezeichnet. Kein vollwertiger Panzer aber deutlich mehr als ein Schützenpanzer.
    Offiziell dient das Fahrzeug noch nicht in der russischen Armee (es sind aber einige hundert bis einige tausend angedacht) aber es gibt sie schon anderswo und auch in Syrien kamen sie zum Einsatz. und in Tschetschenien. Daher "Dschihadisten Killer"! "Echte" Panzer haben sich in den neueren asymmetrischen Kriegen, die oft in Städten stattfinden, mit ihrer Bewaffnung und eingeschränkten Sicht und Beweglichkeit als ungeeignet erwiesen, zumal sie auf Unterstützung und Deckung durch in Schützenpanzern oder aufgesessene Infanterie abhängig waren.
    Diese waren aber auch nicht geeignet mit den Panzer mitzuhalten, da ihre Bewaffnung noch schwächer und auch ihre Panzerung wenig Widerstand bot. Um die Panzer besser gegen Bodenkämpfer zu schützen oder gar in Ortschaften eigene Kampfoperationen durchführen zu können, mußte ein anderes Fahrzeug her und das wurde der "Terminator" - inzwischen auch schon der "Terminator 2".
    Erstmals tauchte das Fahrzeug im öffentlichen Kampfeinsatz im Jahre 2017 in Syrien auf. Der "Terminator (1)" wurde schon 2009 der Öffentlichkeit präsentiert aber schon 2005 kamen die ersten Versuchsmuster zur Erprobung zur russischen Armee. Ein Gegenstück in der NATO gibt es bisher nicht.
    Bei der Konstruktion griff man vorerst auf altbewertes zurück. Das Fahrgestell des "Terminators" war das des T-72. Seine Wanne ist auch Baugleich mit der des T-90A aber durch Verbundpanzerung an der Front verstärkt und mit ERA-Modulen (Reaktivpanzerung, Gegenexplosionspanzerung) bestückt. An den Seiten befinden sich schwere Schürzen, die auch als Abstandspanzerung als Ketten- und Wannenschutz wirken.
    Der Kampfraum wurde mit einem speziellen Splitterschutz versehen und die Sitze befinden sich nicht auf der Bodenplatte, sondern sind am Wannendach angebracht. Dadurch soll die 5 köpfige Besatzung vor der Minenwirkung besser geschützt werden.
    Mit seinen beiden 30 mm Maschinenkanonen kann er auch Kampfpanzern gefährlich werden und Schützenpanzer zerlegen. Diese Maschinenkanone findet man unter anderem auch an russischen Kampfhubschraubern.
    Er führt 900 Geschosse verschiedenster Verwendungsmöglichkeiten für diese Kanonen mit .
    Er verfügt über insgesamt vier Raketenstarter im Doppelpack (zwei rechts, zwei links am Waffenträger), die automatisch nachgeladen werden. Die 40 130 mm Raketen sind Ferngesteuert oder können auch mit Zielsuchsprengköpfen bestückt werden. Auch diese findet man an Hubschraubern als Bewaffnung.
    Durch zwei automatische Granatwerfer AGS-17 mit 600 30 mm Granaten und mit Gurt- oder Trommelzufuhr und ein stinknormales 7,62 Mg wird die Bewaffnung vervollständigt. Und auch hier findet man die Granatwerfer an Kampfhubschraubern.
    Schlußendlich ist der "Terminator" noch mit Elektronik zur Waffenführung und deren Steuerung vollgestopft und natürlich gegen moderne Kampfstoffe geschützt. Er verfügt über einen Laserentfernungsmesser, automatische Zielverfolgung, Tag-, Nach- und Wärmesichtgeräte und das GLONASS Navigationssystem, das Gegenstück zum GPS. Er verfügt über Temperatur- und Windsensoren, die den Einfluß auf die Geschoßbahnen berechnen und seine Elektronik ist in der Lage 5 Ziele gleichzeitig zu bekämpfen.
    "Gleichzeitig" heißt, dass er seine verschiedenen Waffen gleichzeitig zum Einsatz bringen kann aber auch "Schießen und vergessen"! Das heißt, die Maschinenkanone oder Rakete feuert auf ein Ziel die vorher berechnete Zahl von Geschossen ab und wartet nicht mehr auf das Ergebnis, sondern feuert sofort auf das nächste Ziel. Die Elektronik setzt voraus, dass das erste Ziel vernichtet wird! Das heißt, dass wenn der Kommandant des 5. gegnerischen Fahrzeuges das erste explodieren sieht, sind die für ihn bestimmten Geschosse auch schon unterwegs!
    Das Fahrzeug besitzt keinen klassischen Turm, sondern einen Waffenträger (360 Grad schwenkbar), an dem die Hauptwaffen befestigt sind. Er verfügt vorne teilweise über eine Reaktivpanzerung und hinten über eine Käfigpanzerung.
    Der "Terminator" besitzt eine Drehstabfederung, hat einen 12 Zylinder Vielstoffmotor* und 1.000 Ps. Damit erreicht er auf der Straße oder ebenem Gelände bis zu 65 km/h und hat eine Reichweite von 550 km. Er wiegt voll bewaffnet 47 Tonnen.
    Das deutsche Magazin "Stern" bezeichnete ihn in einem Artikel als "mörderisch" und gelegentlich wurde er auch schon als "König des Krieges" tituliert.
    *Vielstoffmotor ist eine Sammelbezeichnung für Verbrennungsmotoren, die mit mehr als einem Kraftstofftyp betrieben werden können. Vielstoffmotoren gehen auf die Anfänge des Motorenbaus zurück.
    Persönliche Anmerkung: In dem Onlinespiel "Armored Warfare", das eher schon eine Simulation als ein Spiel ist, kann man dieses Fahrzeug "spielen" und sich von dessen Eigenschaften, so man es denn auf einem Zivilcomputer überhaupt realistisch simulieren kann, ausprobieren. Ihr werdet dieses Fahrzueug lieben und fürchten lernen!

  • Die Versenkung der "Tübingen"Datum16.07.2019 10:44
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema

    Die "Tübingen" war nicht das einzige deutsche und italienische Lazarettschiff im Mittelmeer, dass vornehmlich von den Briten aufgebracht oder versenkt wurde. Im weiteren Kriegsverlauf kamen auch noch einige im Schwarzen Meer und noch später gegen Kriegsende in der Ostsee dazu - allerdings diesmal durch sowjetische Jabos und U-Boote! Wobei zum Schwarzen Meer zu sagen ist, dass es dort eigentlich keinerlei Lazarettschiffe gab. Warum nicht? Nun, die Sowjetunion hatte keinerlei völkerrechtliche Verträge unterzeichnet, welche die Kriegführung, zu Land oder zu See regelten und erkannten somit auch nicht die Existenz und den besonderen Schutz von Lazarettschiffen an. Die Sowjets hatten auch keine Lazarettschiffe. Stattdessen transportierten sie ihre Verwundeten und Kranken mit dem ab, was man eben gerade so hatte. Die Deutschen hingegen verfügten neben den Lazarettschiffen auch noch über spezielle Verwundetentransporter. War nichts davon verfügbar, transportierten narürlich auch die Deutschen und deren Verbündete ihre Verwundeten und Kranken mit dem, was gerade greifbar war, Siebelfähren zB. Worin nun unterschieden sich die Lazarettschiffe von den Verwundetentransportschiffen? Allein schon äußerlich waren sie nicht als besondere Schiffe gekennzeichnet. Sie trugen Tarnfarben und kein Rotes Kreuz. Außerdem waren sie bewaffnet und zwar nicht nur Symbolisch. Auch der Transport von militärischen gerät war möglich und vorgesehen. Anders als die Lazarettschiffe verfügten sie über keinerlei OP Möglichkeiten wohl aber alles für die Erstbehandlung und Versorgung der Verwundeten und Kranken. Als die Front im Nordosten ebenfalls zurückwich und die Aktivitäten der Roten Luftwaffe und der Balktischen Rotbannerflotte in der Ostsee zunahmen, setzte man auch dort neben echten Lazarettschiffen auch vermehrt bewaffnete Verwundetentransporter ein. Gegen Kriegsende wurden dann in der Ostsee auf ALLEN diesen Schiffen neben Verwundeten und Kranken auch zivile Flüchtlinge aus dem Osten in Sicherheit gebracht.

  • Hype um Carola RaketeDatum03.07.2019 12:31
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Ein italienischer Ermittlungsrichter hob den Hausarrest gegen die 31-Jährige wieder auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstagabend berichtete. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte, Rackete solle wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit des Landes verwiesen werden.
    "Da hat die Kapitänin Carola Rackete scheinbar mehr Zustimmung in Deutschland " Meinte eine deutsche Zeitung in einem Kommentar zum Freispruch von Carola Rackete, Kapitänin der Sea Watch 3. Hat sie? Zumindest kommen ihre Fans in Presse, Funk und Fernsehen so oft zu Worte, dass man es meinen könnte. Ebenso also, wie in der Flüchtlingspolitik. Gegner kommen kaum zu Worte und werden an den Rand, meist rechten, gedrückt! Die Frau ist keine Verbrecherin aber ihr Engagement im Mittelmeer macht sie zum Handlanger für Menschenhändler, Schlepper und Nepper - kurz, zur Komplizin der Flüchtlingsindustrie!
    Die von Böhmermann gesammelten Spendengelder werden sicher wieder "nutzbringend" für ein neues Boot ausgegeben. Noch ist unklar, ob die Italiener die "Sea Watch 3" wieder frei geben oder beschlagnahmen.
    Als Frau Rakete Lampedusa trotz Verbots anlief, berief sie sich auf das Nathafenrecht. Allerdings gilt das Nothafenrecht nur, soweit tatsächlich eine Notlage an Bord besteht. Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Medizin kann auch auf hoher See erfolgen. Im Fall der „Sea-Watch 3“ hatte Italien bereits elf Passagiere an Land gelassen, unter ihnen Schwangere und Kinder. Deshalb hatte auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg in der vergangenen Woche einen Antrag von Rackete und mehreren Personen auf der „Sea-Watch 3“ abgelehnt, Italien zur Öffnung eines Hafens zu zwingen. Die Richter sahen keine akute Notlage für die Passagiere. Die Argumentation Racketes, dass sie doch nicht warten könne, bis aus jedem einzelnen Passagier ein Notfall geworden sei, spielt rein rechtlich keine Rolle.
    Salvini hatte am Wochenende von einer „kriminellen Handlung“ und einem „Kriegsakt“ gesprochen. Da die Guardia di Finanza auch für die Sicherung der Seewege zuständig sei, gelte das Boot rechtlich als Kriegsschiff.
    Von einem kriegerischen Akt zu sprechen, wenn Frau Rackete das andere Schiff offenbar nicht absichtlich berührt hat, ist meiner Ansicht nach Quatsch. Stimmt aber es ist ebenso Quatsch von Seenotrettung zu reden, statt das Kind beim Namen zu nennen: Ein Shuttleverkehr ist das und sonst nichts!

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Am 9. September 1947 schlug die "Siegerjustiz" mal wieder erbarmungslos zu! In der Zeit vom 18. August bis zum 9. September 1947 wurde der Prozess (United States of America v. Otto Skorzeny et al.) gegen Skorzeny und neun weitere Angeklagte als Teil der Dachauer Prozesse geführt.
    Von den vier Anklagepunkten war „missbräuchliche Benutzung alliierter Uniformen“ die schwerwiegenste Anklage und zum Erstaunen wurden die Angeklagten aller Anklagepunkte FREIGESPROCHEN.
    Der Grund lag in der Natur der zur Anklage gebrachten Punkte, ähnlich wie die Vorwürfe gegen Dönitz. Die Handlungen und Befehle der Angeklagten unterschieden sich durch nichts von denen ihrer Gegenspieler, was von verantwortlicher Stelle auch unumwunden zugegeben wurde. So haben Commandos in deutscher Teiluniform versucht Rommels Hauptqurtier hochzunehmen. Erst danach gestatte auch Rommel deutscherseits solche Unternehmungen in seinem Befehlsbereich. Dönitz rettet das den Kopf (Aussage von Nimitz), Skorzeny eine Verurteilung vor einem alliierten Kriegsgericht, die vermutlich auch am Galgen geendet hätte.
    Allerdings wurde er der deutschen Gerichtsbarkeit übergeben, der er sich aber durch Flucht entziehen konnte.
    Worum ging es beim „missbräuchliche Benutzung alliierter Uniformen“. Gemeint war damit Skorzenys Rolle während der Ardennenoffensive.
    Skorzeny stellte für das geplante "Unternehmen Greif" ein ´Spezialkommando zusammen. Dieses Kommando unterstand der Abwehr II und lief unter "z.b.V". Sie fanden ihr Pendant in den alliierten "Commands" und bestanden ausschließlich aus Freiwilligen. Sie hatten nichts mit Dirlewangers z.b.V. zu tun.
    Dazu bediente er sich Soldaten, die vormals in den USA gelebt hatten und später (sie oder ihre Eltern) dem Ruf "Heim ins Reich" gefolgt waren und Sprache und Gewohnheiten der US Soldaten kannten. Wer dennoch Sprachprobleme hatte, bekam zum Beispiel einen entsprechenden Kopfverband verpasst, der sprechen unmöglich machte. Um möglichst autentisch zu wirken trugen sie eine sogenannte "Volltarnung", was nichts anderes bedeutete, als dass sie die gegnerische Uniform und deren Waffen und Ausrüstungen trugen.
    Unternehmen "Greif" kam aber nicht mehr in vollem Umfang zum tragen und nur wenige Soldaten sickerten durch die brüchige amerikanische Front. Dort aber richteten sie mächtig Verwirrung aus und töteten einige US Soldaten.
    Zehn dieser wenigen wurden erwischt und standrechtlich erschossen.
    Der Schock saß bei den Amis dennoch tief, sollte gerüchteweise sogar Eisenhover ermordet werden und sie sannen auf Rache. Der gegen Scorzeny angestrebte Prozess sollte ihre Rache befriedigen, ging aber salopp gesagt in die Hose. Die Rache der Sieger fiel aus!
    Wing Commander Edward Yeo-Thomas, selber Agent und Mitglied der "Commands" sagte vor Gericht aus, er und seine Leute hätten sich der gleichen Methoden bedient, wie Skorzeny und seine Leute.
    Aber auch die Haager Landkriegsordnung machte den alliierten Richtern einen Strich durch die Rechnung. Artikel 31 von 1907 und Artikel 24.
    Die Hager Landkriegsordnung verbietet grundsätzlich das Tragen gegnerischer Uniformen, wenn in ihnen auch Kampfhandlungen vorgenommen werden. DAS galt und gilt als Kriegsverbrechen! Das Tragen als Kriegslist hingegen wird Toleriert! Man spricht auch von einer Halbtarnung.
    Das heißt, die Uniform des Gegners wird nur zu seiner Täuschung eingesetzt um seine Linien zu durchqueren. Kommt es aber zum Kampf, wird diese durch die eigene Uniform ersetzt und die Soldaten sind somit als Gegner auszumachen.
    Auch gibt es einen Passus, der es verbietet, solche Soldaten, sollte ihnen die Rückkehr zu den eigenen Linien gelingen, hinterher für ihre Aktion zu bestrafen - solange sie sich dabei keiner Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben. Auch das Töten feindlicher Soldaten statt, sie gefangen zu nehmen, liefe den Einsatzdoktrien zuwider, so der Auftrag nicht darin bestand, Gefangene zu machen! Somit handelte es sich dabei nicht um ein Kriegsverbrechen.
    Übrigens galt das Tragen gegnerischer Uniformen schon in den Befreiungskriegen nicht mehr als unschicklich und wurde von Clausewitz ausdrücklich als Kriegslist und "Hülfsmittel" in seine Aufsätze aufgenommen, ebenso wie das sich Auflösen von militärischen Einheiten, die sich zerstreuen, ihre Waffen und Uniformen verstecken und sich als harmlose Zivilisten verkleiden (tarnen) sollten (Clausewitz)
    Die wohl bekannteste Truppe dieser Art waren die "Brandenburger". Es soll sogar den Fall gegeben haben, dass falsche Deutsche, also Russsen in deutscher Uniform, auf falsche Sowjets, also Deutsche in Uniformen der Roten Armee, trafen. Die falschen Russen durchschauten die falschen Deutschen zuerst! Geschehen an der Tores (Torez) Brücke in der Ukraine beim Ort Slowjansk. Bei diesen Deutchen handelte es sich entweder um "Beutedeutsche" oder auch "Rucksackdeutsche" (Volksdeutsche), sowjetische Deserteure oder Kollaborateure.
    Das erste Unternehmen dieser Art führten die Deutschen schon vor Kriegsbeginn mit der Besetzung des Jablunka Passes durch. Der erste reguläre Kommandoverband wurde am 15. Oktober 1939 als Baulehrkompanie z.b.V. auf dem Truppenübungsplatz Bruck aufgestellt. Am 10. Januar 1940 wurden aus den inzwischen 2 Kompanien das Baulehrbataillion z.b.V. 800. Der Bataillionsstab, die Stabskompanie und die 2. Kompanie lagen in Brandenburg. Kurzerhand fasste man dann alle Einheiten unter dem Sammelbegriff "Brandebwurger" zusammen.
    Aber an dieser Stelle auf die Brandenburger einzugehen würde den Ramen meines kleinen Beitrages sprengen. Eigentlich ging es mir auch nur um das Tragen der gegnerischen Uniform und wie das gehandhabt wurde. Übrigens gab es neben der Volltarnung und der Halbtarnung noch die Mischtarnung. Bei der Mischtarnung trug ein Teil der Mannschaft eine Volltarnung, während der andere Teil die gegnerische (also eigene) Uniform trug und Gefangene mimte, die es galt nach hinten zu bringen!
    Für Skorzeny und seine Mirangeklagten galt in diesem Falle: Ende gut, alles gut!

  • Uranmunition und der Irakkrieg.Datum06.06.2019 11:06
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Die Ereignisse über die ich hier berichten möchte liegen nun auch schon dast 30 bzw 16 Jahre zurück, haben aber bis zum heutigen tag Auswirkungen auf die betroffene Zivilbevölkerung aber auch auf viele Soldaten der UN Mission von 1991 und der "Koalition der Willigen" von 2003.
    Dies "Koalition" enstand auf Initiative der USA und Großbritanniens und umfaßte zu Beginn 43 Staaten und richtete sich gegen "Die Achse des Bösen".
    Historisch interessierte Leser werden jetzt wissen, von welchen Ereignissen und seinen Folgen ich hier schreiben möchte. Den zwei Golfkriegen der USA! Der Erste Golfkrieg (nicht jener der auch oft als der 1. bezeichnet wird, Irak gegen Iran), sondern der, welcher unter dem maßgeblichen Druck der USA ein UNO Mandat erhielt und zur Befreiung des vom Irak besetzten Kuweit führte. An ihm beteiligten sich 29 Nationen.
    Der zweite Golfkrieg hingegen, jener, der auf gefälschte Spionageberichte beruhte, war einzig ein von den USA angezettelter und mit einer eher kleinen Anzahl verbündeter Staaten (Koalition der Willigen) geführter Angriffskrieg. Gemeinsam war beiden Kriegen, dass ein Bush den Oberbefehl und die Präsidentschaft inne hatte.
    Im 1. Golfkrieg, bekant unter "Dessert Storm" (Wüsten Sturm) war es George Herbert Walker Bush. 41 US Präsident und im 2. dann sein Sohn als 43. Präsident der USA George W. Bush.
    Nun möchte ich hier eigentlich weniger über die Hintergründe und Verläufe der Kriege, die eigentlich eher Feldzügen glichen schreiben, als vielmehr über einen einzigen aber dafür um so brisanteren Aspekt: Uranmunition, auch DU-Munition (von englisch depleted uranium), ist panzerbrechende Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aber auch in Panzerstahl verbaut wurde um dessen Widerstandkraft gegen Beschuß zu erhöhen.
    Für Interessenten sei angemerkt, dass schon die Wehrmacht mit solcher Munition experimentierte. Zum Glück gingen die Rohstoffe aus und die Versuche wurden eingstellt, sonst müßten wir uns noch heute mit solcher Munition und ihren Folgen rumplagen.
    Solche Probleme hatten/haben die USA und mindestens weitere 21 Staaten auf dieser Welt bis heute anscheindnd nicht. Nachweislich wurde diese Art der Munition in bisher 5 Kriegen/Feldzügen eingesetzt.
    Allein der Begriff Uran kling für jeden schon mal gefährlich und man denkt unweigerlich an Atombomben und Strahlung. "Abgereichert" wirkt da nicht wirklich bruhigend. Trifft ein solches Geschoß ein hartes Ziel, wird der den harten Kern ummantelnde Uranmantel durch die Wucht des Aufschlages, förmlich zerbröselt und verteilt sich als Feinstaub in der Luft oder/und lagert sich dann ab, wo er später dann wieder aufgewirbelt und eingeatmet werden kann. Die Teile sind dann kleiner als 5 Mikrometer, also in etwa der Aschepartikel im Zigarettenrauch und können mühelos in jede Lunge eindringen, wo sie sich dann einlagern und anreichern.
    Im 1. Golfkrieg verschossen die alliierten Streitkräfte (oder nur die der USA?) zwischen 300 und 800 Tonnen dieser Munition. Bis heute gibt es zehntausende Opfer dieser Uranvergiftungen und tausende Missgeburten. Auch US Soldaten waren/sind durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder Unwissenheit davon betroffen.
    "Dessert Storm" dauerte fünf Wochen Luft- und 100 Tage Bodenkrieg.
    Im 2. Golfkrieg, an ihm nahmen aus der "Koalition der Willigen" dann aber nur die Briten aktiv teil, wurden allein auf Bagdad rund 200 Tonnen dieser Munition verfeuert.
    Welche Wirkung hatte diese Uranmunition denn nun, dass die Amerikaner meinten, nicht darauf verzichten zu können? Nun, die Geschosse, abgefeuert aus Panzerkanonen (Pz M1A1) aber auch Haubitzen (M198) entfalteten noch auf großer Entfernung eine enorme Durchschlagskraft. Schon auf einer Entfernung von 3.800 Meter eröffneten die US Panzer (Pz M1A1 Abrahms) das Feuer und bekämpften erfolgreich den irakischen Standartpanzer, den T-72. Im Minutentakt flogen irakische Panzer bei Tag und bei Nacht in die Luft. So gut wie jeder Schuß zerstörte einen Panzer. Die Iraker waren völlig schutz und wehrlos!
    Es wird berichtet, ein britischer Challanger habe sogar auf gut 5.000 Meter einen irakischen Panzer zerstört.
    In beiden Kriegen kann man die Zahl der getöteten und verwundeten alliierten Soldaten mit wenigen hundert(gefallenen) und einigen wenigen tausend (verwundeten) beziffern. Nach dem Ende des 2. Golfkrieges fiehlen mehr alliierte Soldaten als während beider Kriege zusammen. Die Zahl der getöteten und verwundeten irakischen Soldaten geht in die zehntausende, die der Zivilist nach Schätzungen bis über 500.000 und "dank" der Uranmunition und den unsicheren politschen Verhältnissen im Irak geht das Sterben dort noch weiter!

  • HitlermühleDatum15.05.2019 10:17

    Die "Hitlermühle" war das "Schlüsselgerät 41", der Nachfolger der legendären aber von den Alliierten geknackten "Enigma"! "Mühle" deswegen, weil sich auf der rechten Seite (von vorne) der 13 Kilo schweren Maschine eine Kurbel befand. Diese "Funktionskurbel" musste nach jedem Tastenanschlage einmal gedreht werden! https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselger%C3%A4t_41

  • Der letzte deutsche U-Bootkommandant...Datum15.05.2019 10:13
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    ...Reinhard Herdegen verstarb am 9. Juni 2018 in Bremen. Bis zu seinem Tod war er der älteste noch lebende U-Boot-Kommandant der Kriegsmarine und außerdem der letzte lebende Ritterkreuzträger der Kriegsmarine. https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Hardegen

  • Thema von Waldi44 im Forum 2. Weltkrieg

    Wie ein "Glühwürmchen" verglühte - der Untergang der "Glowworm".
    Als seinerzeit die "Admiral Hipper" im Zuge der "Weserübung"* nach Trondheim fuhr, kam es am Morgen des 8. April mit dem britischen Zerstörer Glowworm zu einem fast unbekannten aber denkwürdigem Gefecht mit dem britischen Zerstörer Glowworm, der den Anschluß an seinen Verband verloren hatte.
    Die "Glowworm" war Bestandteil eine britischen Flottenverbandes, der in Norwegischen Gewässern Minen legen sollte. Deckname des Unternemens lautete "Wilfrid" und sollte am 8. April mit dem Schlachtkreuzer "Renown" und vier Zertörern stattfinden. In rauer See bis zu Windstärke 9 ging am 6. April, man war erst vor kurzem ausgelaufen, ein Mann der Besatzung über Bord. Das Schiff stoppte und machte kehrt um den Mann zu retten. Da man sofort eine Rettungsboje hinterher geworfen hatte, fand man ihn auch relativ schnell und konnte ihn wieder an Bord nehmen.
    Dennoch verlor die "Glowworm" den Anschluß an ihren eigenen Flottenverband. Dafür traf sie nach längerem umherirren am Morgen des 8. April auf den deutschen Zerstörer "Bernd von Arnim", der ebenfalls den Kontakt zu seinem Flottenverband verloren hatte. Beide Schiffe lieferten sich ein Gefecht und der deutsche Zerstörer rief über Funk um Hilfe.
    Auf der "Hipper" hatte man sowohl das ferne Grollen der Geschütze gehört, als auch um 09:22 Uhr den Hilferuf empfangen und sofort kehrt gemacht.
    Zuerst hielt man den Zerstörer für einen Kanadier, ehe man ihn als die "Glowworm" ausmachte. Außerdem hielt man ihn für einen sogenannten "Fühlungshalter" eines größeren Verbandes.
    Um 9:50 Uhr gesellte sich zu dem Geschützdonner auch noch das Blitzen der Mündungsfeuer der Zerstörer. Aber wieder kam es zu einer Verwechslung: Die "Glowworm" hielt die Hipper für die "Renown" und wollte sich in ihren Schutz begeben und die "Bernd von Arnim" auch und eröffnete auf die "Hipper" das Feuer. Zum Glück trafen ihre Granaten nicht aber auch die der dann auf die "Glowworm" das Feuer eröffnende "Hipper" trafen nicht.
    In 30 Minuten verschoß die "Admiral Hipper"31 203 mm Granaten, wobei die erste Salve (8 Granaten), abgefeuert um 09:57 Uhr zwar deckend lagen aber nichts trafen. "Deckend" heißt, die Granaten gingen links und rechts oder hinten und vorne vorbei! Das geschieht durch die Streuung.
    Hinzu kamen 130 Schuß der 105 mm Mittelartillerie und 288 Schuß der Flak.
    Bei der zweiten Salve wurde durch einen Doppeltreffer die Brücke des Zerstörers zerschmettert. Zudem die Feuerleiteinrichtung, so dass die vier Geschütze selbständig ohne Feuerleitung schossen. Später fiel eines von ihnen aus.
    Schlußendlich nebelte sich die "Glowworm" ein und rauchte schwarz. Die "Hipper" fuhr in die Nebelsuppe rein und entdeckte den Zerstörer, der einen Ruderschaden hatte. Die Gefahr für die "Hipper" war sehr groß, hatte der Zerstörer doch noch seine Torpedos** (von denen er erfolglos schon zwei (drei) abgeschossen hatte) und beide Schiffe standen sich so nahe, dass ein Ausweichen für die "Hipper" unmöglich war.
    Es mußte schnell gehandelt werden, eher die "Glowworm" sich in Schußposition gedreht hatte!
    Viel Zeit zum Treffen einer Entscheidung blieb nicht. Der Kapitän der "Hipper" sah die einzige Chance darin, den Zerstörer zu rammen. Hier unterscheidet sich mein kleiner Beitrag von Wiki. Dort wird behauptet, die "Glowworm" hätte versucht die "Hipper" zu rammen. Meine Quelle hingegen behauptet das Gegenteil. Jedenfalls kam die "Hipper" nicht schnell und weit genug herum und statt die "Glowworm" mit dem Bug zu rammen, rammte sie den Zerstörer mit der rechten Vorderseite, was zu einem 40 m langen Riss und über 500 t Wassereinbuch führte. Das war genau um 10:13 Uhr.
    35*** (40) Mann der wenig später explodierten (wiki spricht von gekenterten) "Glowworm" wurden gerettet und die Hipper nahm wieder Kurs auf Trondheim!
    Anmerkung: Während der Operation Weserübung verschlechterte sich das Wetter und es gab Strumböen bis zu Windstärke neun. Dafür waren viele der an dem Unternehmen beteiligten Schiffe und Boote nicht vorgesehen bzw eigentlich auch ungeeignet. Gerade die Zerstörer hatten erheblich Probleme und etliche Soldaten und Seeleute, sowie einiges an Gerät, ging über Bord. Deutscherseits wurden keinerlei Rettungsmaßnahmen eingeleitet, weil eine Rettung sinnlos und zeitrauben erschien und wohl auch war. Die "Glowworm" tat es und wir sehen, was ihr passierte!

    * Beim „Unternehmen Weserübung“ war der Kreuzer Führungsschiff der Gruppe 2, die Gebirgsjäger in Trondheim landen sollte. Mit den Zerstörern Paul Jacobi, Theodor Riedel, Bruno Heinemann und Friedrich Eckoldt nahm die Admiral Hipper am 6. April 1940 in Cuxhaven 1.200 Mann vom Gebirgsjäger-Regiment 138 an Bord.
    ** Zwei Abschußvorrichtungen mit je 5 553 mm Torpedos
    *** 145 Mann Besatzung
    Die Zahlenangaben schwanken von Quelle zu Quelle und wie man sehen kann, auch der beschriebene Ablauf

  • Die Brigade DirlewangerDatum28.03.2019 09:48
    Thema von Waldi44 im Forum Die SS und Waffen SS

    Die Idee zu einer "Wildschützeneinheit" kam Himmler, der sie Hitler vortrug und dieser dann als Befehl an Himmler zurück gab. Von ende März 40 bis mitte Mai 41 dauerten die Formalitäten, bis die ersten gut 50 Mann ausgewählt waren und zur Aufstellung ins KZ (KL) Oranienburg überstellt wurden.
    Gleichzeitig wurde der mehrfach vorbestrafte Dr. Dirlewanger (Landfriedensbruch, vollendete und versuchte Vergewaltigung und Veruntreuung zu Zuchthaus und Schutzhaft verurteilt.), der sich zwischenzeitlich, 1936 - 1939, bei der Legion Condor" bewährt" hatte und auf Betreiben seines alte Freundes und Kampfgefährten aus der sogenannten "Kampfzeit", Gottlob Berger ( Chefs des SS-Hauptamtes ), im Mai als wehrwürdig befunden, in die Waffen SS übernommen und zum Chef der "Wilddiebeinheit Oranienburg", die bald schon (01. Sep. 1940) seinen Namen trug; „SS-Sonderkommando Dirlewanger“ ernannt.
    Um genügend "Wilddiebe" zu bekommen, wurden die Anforderungen an diese Soldaten auf Bewährung kontinuierlich herabgeschraubt, bis man auch von Wilddieben auf Räuber, Mörder und Vergewaltiger, von denen ja Dirlewanger auch einer war, zurückgriff. Am Ende sogar auf politische Gefangene, die aber in Scharen der Mörderbande den Rücken zuwandten und zu den Russen flohen, wo sie wider Erwarten nicht allesamt erschossen wurden.
    Übrigens handelte es sich bei den Wilddieben nur um diejenigen, die mit Schußwaffen wilderten, nicht weil man gegen Schlingenwilddiebe eine besondere Abneigung gehabt hätte, sondern weil diese Wilddiebe ursprünglich zu einer Scharfschützeneinheit formiert und auf einzelne Wehrmachts- bzw SS- truppenteile aufgeteilt werden sollten.
    Anfänglich wurde diese Einheit nur zur Bewachung von Arbeitsjuden im Distrikt Lublin in Polen eingesetzt. Aber schon dabei zeigte sich, welche "Qalitäten" diese Männer außer der Wilddieberei noch hatten. Schon hier fiehlen sie durch ihre Brutalität und ihre Übergriffe sogar der SS auf, die daraufhin Untersuchungen wegen Mord an Juden(!), Diebstahl, Raub, Schwarzhandel, Korruption, Misshandlungen, Vergewaltigung aufnahmen und selbst Dirlewanger wurde darüber hinaus des rassenschänderisches Verhältnis' bezichtigt.
    Gottlob Berger verhinderte weitere Ermittlungen und zog Dirlewanger mit seiner Truppe aus der juristischen Feuerlinie um sie in die des Partisanenkampfes in Weißrußland zu schicken. Hängen blieb natürlich der schlechte Ruf Dirlewangers und seiner Einheit und die Erinnerung an ihn, die ihn erst viel Später in der französischen Gefangenschaft einholen sollte.
    Hier in Weißrußland konnte sich Dr. Dirlewanger nach herzenslust austoben: an den vermeindlichen oder echten Partisanen und natürlich auch an seinen eigenen Leuten! Selbstverständlich gehört auf einen "groben Klotz ein grober Keil" aber bei Dirlewanger regierte die Peitsche (auch mit und ohne Bock, mit Peitsche oder Knüppel und war nichts dergleichen zur Hand, die Faust oder Fußtritte), der Stehbunker oder das Erschießungskommando. Dirlewanger hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Donnerstag irgendwelche Menschen aufzuhängen. Polen, Weißrussen oder als Gerichtsurteil auch seine eigenen Leute. Wer hing war ihm egal. Oft trat er selbst die Stühle oder Schemel unter den Füßen seiner Opfer weg. Dafür hat ihm Himmler sogar Sondervollmachten eingeräumt, jenseits aller Militärgerichtsbarkeit!
    Ausgenommen davon waren lediglich offiziell von der SS und Wehrmacht zur Bewährung überstellte Militärpersonen. Diese mußten zur Aburteilung vor ein ordentliches Gericht gestellt werden.
    Das Sonderkommando, mauserte sich im Laufe der Zeit bis zur Division, wobei sie personell ständig unterbesetzt war, da der Nachschub mit den Verlusten nicht schritthalten konnte. Neben Deutschen gab es auch noch Russenkompanien mit mehreren hundert Mann und 1944 auch noch zwischen 400 und 800 Turkmenen. Dirlewanger selbst war Mitglied der SS und seine Unterführer auch und führte seine Einheit anfänglich kurzzeitig als Obersturmführer (Oberleutnant) und schon wenig später als Haupsturmführer (Hauptmann). Die Einheit unterstand der SS, obwohl viele, anfangs sogar die allermeisten, nicht der SS angehörten. Außer Dirlewanger und sein Führungsstab trugen alle SS Uniformen ohne Rangabzeichen und ohne SS Runen an den schwarzen Kragenspiegeln aber mit Hoheitsadler an der rechten Brustseite.
    Erst im Januar 1943 bekam die Einheit eigene Kragenspiegel - zwei gekreuzte Gewehre über einer liegenden Handgranate (nicht, wie manchmal geschrieben steht: ein mit einer Handgranate gekreuztes Gewehr!). Als aus der Sturmbrigade Dirlewanger Ende Februar 1945 die 36. Waffen-Grenadier-Division der SS geformt wurde, wurden sie abgeändert - nun kreuzten sich zwei Stielhandgranaten. Das wird von den Neonazis im Osten gerne getragen (T-Shirts).
    Allein das Tragen der SS Uniform macht ihren Träger nicht automatisch zum SS Mitglied, wie Himmler selbst persönlich schriftlich feststellte. Der Stab bestand aus festen SS Männern aber wurde gelegentlich auch durch "rehabilitierte" Bewährungssoldaten ergänzt. Diese wurden befördert und erhielten ihre alten Dienstgrade zurück und damit ihre Rangabzeichen.
    Mitunter forderte Dirlewanger neben Verstärkung an Soldaten auch Unterführer an. Diese wurden ihm zeitweilig vom SS Wachbataillion aus Sachsenhausen oder anderen SS Einheiten leihweise gestellt.
    In der Regel wurden die Führer der größeren Einheiten (Bataillion) durch Dirlewanger bestimmt und diese suchten sich dann ihre eigenen Unterführer (Kompanie, Zug) aus. Gekennzeichnet wurden diese Führer durch Armbänder. In der Regel wurden ehemalige Offiziere der Waffen SS oder der Wehrmacht dazu ernannt. Fehlten diese, eben irgendwer. Überhaupt hatten die "Dirlewangers" der ersten Stunde so gut wie keinerlei militärische Erfahrung und Kenntnisse und auch die dann später folgenden kriminellen KZler nicht. Gestern noch in Mauthausen Steine gekloppt, fanden sich einige vier Wochen später in Polen oder Weißrußland, von den Nazis als Weißruthenien bezeichnet, wieder.
    Als Himmler nach dem 20. Juli auch Kommandierender des Ersatzheeres wurde, öffnete er für Dirlewanger die Militärgefängnisse der Wehrmacht (Anklam* und Glatz**) und der SS (Danzig-Matzkau***) und schickte vorbestrafte Wehrmachtsangehörige und SSler zur Bewährung zu ihm.
    Während der Kämpfe lagen die Verluste zeitweilig bei fast bis zu 80% des Kampfbestandes. Rücksichtslos ließ er und seine Unterführer auch dort angreifen, wo jeder Menschenverstand es verbot. Entsprechend hoch waren die Verluste. Die SS Unterführer trieben ihre Soldaten mit vorgehaltener Waffe und Fußtritten zum Angriff. Dabei achteten sie aber immer darauf, nie vor ihnen zu sein. Mancher von ihnen kam im Gefecht nicht durch Feindeinwirkung ums Leben. Dennoch blieb das die Ausnahme - man sah sich eben vor!
    Ab mitte - ende 44 änderte sich die Struktur der Einheit und es kamen immer mehr politische Gefangene zu ihr. Damit stieg zwar die ethische Moral der Truppe aber ihr ohnehin immer fragwürdiger Kampfwert sank weiter! Bei den Kämpfen in Ungarn desertierten die Soldaten gleich zu hunderten ohne aber bei den Sowjets auf die erhoffte Gegenliebe zu stoßen. Zwar wurden die allermeisten nicht erschossen aber auch nicht besser (weil man sich als politisch Verfolgter und Nazigegner betrachtete) oder anders behandelt als jeder andere Kriegsgefangene. Damit aber immerhin besser, als man es ihnen von Seiten Dirlewangers prophezeit hatte.
    Militärisch betrachtet hatte die Einheit kaum einen Wert. Ihre "Leistungen" bezogen sich meist auf Mord, Raub, Plünderung und einen besonderen Namen machte sie sich bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 1944. Obwohl die Heimatarmee vom OKW als kriegsführende Macht anerkannt wurde, metztelten die "Dirlewangers" sie meist einfach nieder, ähnlich wie ihre Kollegen von Kaminski. Auch hier wurde die Brigade noch vor Beendigung der Operation auf Wunsch anderer Kommandeure abgezogen und zur Partisanenbekämpfung in die Slovakei verlegt.
    Jede dieser Verlegungen war von umfangreichen Auffüllmaßnahmen begleitet, da die Einheit in den vorrangegangenen Kämpfen, aus den oben geschilderten Gründen, stets hohe Verluste hatte. In den KZ wurden die Gefangenen durch Arbeit vernichtet, bei Dirlewanger durch Feindfeuer. Auch deshalb wurde es immer schwieriger für Nachschub aus den Lagern zu sorgen. Freiwillige waren sowieso nur die allerwenigsten und die Gefangenen wußten sehr genau, was ihnen bei Dirlewanger blühte, denn hin und wieder wurden "Dirlewanger" in die Lager zurück geschickt und konnten über diese Truppe Bericht ablegen - so sie lange genug ihre Rückkehr überlebten.
    Am 14. Februar 1944 schließlich wurde die inzwischen zur Sturmbrigade umbenannte Einheit, auf Befehl Hitlers in die 36. Waffen-Grenadier der SS umbenannt und aufgestockt (6.000 Mann). Da sie aber nie ihre volle Sollstärke erreichte, wurde sie auch nur als Kampfgruppe und nicht als Division geführt. Diese Aufstellung geschah in Cottbus und die ersten Einsätze erfolgten an der Neiße. Ein kurzzeitiges Abflauen der Kämpfe mitte März 44 nutzte Oberführer**** Dr. Oskar Dirlewanger um sich von seiner Einheit zu einem Erholungs- (Genesungs-) urlaub abzumelden (5. März 1945) , den er dann in französischer Gefangenschaft im Allgäu beendete. Die Einheit selber wurde in dieser Zeit von SS-Brigadeführer Schmedes geführt. Manche sprechen auch davon, er sei wegen Überforderung als Divisionskommandeur abgelöst worden. Dann wäre es ihm so ergangen wie seinem Chef Himmler als Kommandeur der Heeresgruppe Weichsel.
    Südlich von Berlin erlebte die Kampfgruppe dann die Einschließung im Kessel von Halbe und den anschließenden Ausbruch in Richtung Westen. Zu diesem Zeitpunkt war sie weder eine Division, noch eine Kampfgruppe, sondern ein fliehender Haufen geschlagener demoralisierter Soldaten, die nur noch ein Ziel kannten - Flucht zu den Westalliierten!
    Ihr eigentlicher Chef Dirlewanger hatte sich inzwischen ins Allgäu abgesetzt. Am 22. April 1945, also noch VOR der Kapitulation wechselte er seine Uniform gegen Zivilkleidung. Ein ehemaliger KZ Häftlinge erkannte ihn aber und schon am 7. Mai, geriet er in französische Gefangenschaft. Dort blieb er bis zum 7. Juni am Leben, bis ihn dort (Altshausen, damals Kreis Saulgau in Württemberg) polnische Wachsoldaten des Nachts erschlugen! Zum Glück ist man fast gehalten zu sagen, denn die deutsche Nachkriegsjustiz hätte ihn mit einer nur geringen Strafe laufen gelassen ("Von 35 bei der Justiz in den 1960er Jahren eingeleiteten Strafverfahren führte nur eines zur Anklage und zur Verurteilung, und zwar von vier ehemaligen Sondereinheitsangehörigen, wegen der Beteiligung an Straftaten gegenüber jüdischen Arbeitslagerhäftlingen.").
    Dem Gerücht, Dirlewanger sei lebend entkommen, wie so viele seiner Kollegen, bereitete eine Exhumierung in den 60er Jahren ein Ende!


    * Zuständig für die Wehrkreise I, II und XX, der Marinestation Ostsee sowie aus den Luftgauen I und XI sowie auf die Heeresgruppe Nord und das Feldheer in Skandinavien und Nordosteuropa.
    ** Bis 1938 diente die Festung als justiz Haftanstalt. Danach, aber noch vor dem Zweiten Weltkrieg, wurde die Glatzer Festung zu einem Wehrmachtsgefängnis umgewandelt.
    *** Das Strafvollzugslager der SS und Polizei in Danzig-Matzkau war ein deutsches Strafgefangenenlager bei Danzig. Es unterstand der Waffen-SS nund war für Angehörige des SS- und Polizeidienstes bestimmt, denen Disziplinarvergehen vorgeworfen wurden. Am 20. September 1944 wurden 1.500 Insassen aus Danzig-Matzkau zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands abkommandiert. Die Insassen kamen zum SS-Regiment Dirlewanger.
    **** Rangmäßig zwischen dem SS-Standartenführer bzw. dem Oberst und dem SS-Brigadeführer bzw. den Generalsrängen einzuordnen. Dieser SS-Dienstgrad hatte keine militärische Entsprechung. Hier entsprach dieser Dienstgrad dem eines dienstälteren Oberst, der berechtigt war, die silbergrauen Aufschläge und die Aluminium-Mützen-Paspelierung eines Generals zu tragen, obwohl er aber noch die Schulterstücke eines Obersten aufwies

  • Die schweren Kanonen der "Bismarck"Datum23.01.2019 12:00
    Thema von Waldi44 im Forum 2. Weltkrieg

    Als im August 1940 die Bismarck in Dienst gestellt wurde, erhielt die Kriegsmarine ihr erstes vollwertiges Schlachtschiff. Es galt als das seinerzeit größte, modernste und schlagkräftigste Kriegsschiff der Welt und war das erste und Namensgeber der Bismarckklasse.
    Berühmt wurde das Schiff durch die Versenkung des größten britischen Kriegsschiffes, dem Schlachtkreuzer HMS "Hood", während der Operation "Rheinübung". Dies geschah mittels der schweren Artillerie.
    Insgesamt dauerte das Gefecht zwischen der "Bismarck" und der "Prinz Eugen" auf der einen und der "Hood" und der "Prinz of Wales" auf der anderen Seite 15 Minuten. Die "Prinz of Wales" drehte nach mehreren Treffern beschädigt ab, konnte aber vorher noch 3 schwere Treffer seiner 356 mm Hauptgechütze auf der Bismarck landen. Während dieses Gefechts, verschoß die Bismarck 93 Granten im Kaliber 380 mm. 8 Minuten zuvor war die "Hood" explodiert.
    Um 5:55 Uhr begann die "Bismarck" das Feuer der Hood zu erwiedern und um 6:01 ereilte das Schicksal die "Hood" und 1415 von 1418* Mann seiner Besatzung und nur 2 Minuten nach der Explosion war das mächtigste britische Kriegsschiff in den Fluten des Nordatlantik versunken.
    Was waren das für Geschütze, welche in so kurzer Zeit ihren Gegner in den Keller schickten?
    Die Hauptbewaffnung der "Bismarck" bestand aus vier Doppeltürmen mit einem Kaliber von je 380 mm S.K. C/34 (L/52). Wobei "S.K." für Schnellladekanone, Schnellfeuergeschütz steht. Allein ein einziges seiner insgesamt 12 Geschützrohre war über 19 Meter lang und wog 111 Tonnen. Jeder Turm mit Rohren brachte es auf 1.050 Tonnen, bei einer Panzerung von 360 mm.
    Die Granaten waren gut 1700 mm lang und wogen 800 Kg. Die Mündungs oder Anfangsgeschwindigkeit (V0) betrug 820 Meter pro Sekunde und das Geschoß hatte eine maximale Reichweite von 36.000 Meter. Noch auf 20.000 Meter durchschlugen die Geschosse eine 364 mm starke Panzerung. Die Panzerung der Hood bestand in der aus Zitadelle 127–152 mm und das Oberdeck hatte 32 mm.
    Die Gefechtsentfernung betrug nur noch 17.373 Meter, als die Granaten der Bismack in einem steilen Winkel das Deck der Hood durchschlugen.
    Bei der doch relativ dünnen Panzerung muß man bedenken, dass es sich bei der Hood um einen Schlachtkreuzer und nicht wie bei der Bismarck, um ein Schlachtschiff handelte. Schlachtkreuzer haben eine den Schlachtschiffen ebenbürtige Bewaffnung aber zu Gunsten einer höheren Geschwindigkeit eine deutlich geringere Panzerung.
    Die Granate war keine sogenannte Patronengranate, bei der Granate und Treibladung durch eine Hülse fest miteinander verbunden sind. Um die der Bismarck abschießen zu können bedurfte es zwei Kartuschen mit insgesamt 212 Kg Treibladung.
    Um die Kanone im Turm zu laden , bzw die Granaten und Kartuschen überhaupt in diesen zu bekommen, gab es verschiedene, durch starke Panzerung geschützte Vorrichtungen, wie Munitionsaufzüge, Lademulden, Hydraulische Ansetzer, Rauchabsorber und viele weitere Ein- und Vorrichtungen mehr.
    Verschossen wurden drei verschiedene Munitionstypen. Erstens die Panzersprenggranaten mit Bodenzünder im Gefecht gegen Schlachschiffe. Zweitens die Sprenggranaten mit Kopf- oder Aufschlagzünder für leicht gepanzerte Ziele und drittens die Sprenggranate mit Bodenzünder, vorwiegend gegen Kreuzer. Bodenzünder befanden sich, wie schon der Name sagt, nicht an der Spitze der Granaten, sondern an deren Boden. Dadurch war es dem Geschoß möglich die Panzerung zu durchschlagen, ehe es detonierte. Die Spitze, die einer jeden Granate ihre Typische Form gibt, nennt man ballistischer Haube.
    Wie brachte man nun diese Mordsdinger im wahrsten Sinne das Wortes ins Ziel? Nun, zuallerst mit einer guten Feuerleutanlage, guten Artillerieoffizieren (AO) und einer gut ausgebildeten und eingespielten Mannschaft an den Messgeräten. Dazu Hatte die Bismarck einen Hauptartillerieleitstand und zwei weitere. Überhaupt waren auf größeren Kriegschiffen gleich mehrere Gefechtsstände und Kommandobrücken vorhanden, die während des Gefechts auch besetzt waren und beim Ausfall des einen Gefechtsstandes sofort dessen Arbeit übernehmen konnten. Daraus resultiert der oft hohe Mannschaftsbestand.
    Auf das Feuerleitsythem will ich nicht weiter eingehen aber darauf, wie die "Bismarck" ihre Granaten ins Ziel lenkte. Dazu bediente man sich des "Eingabelns". Bevor durch den mechanischen Schußwertrechner exakte Schußwerte ermittelt werden konnten mußte optisch geschätzt werden. Man gab daher verschiedene Entfernungen für die einzelnen Salven ein. Meist lag die erste zu kurz oder zu lang und es wurde entsprechend korrigiert. Auch wenn exakte Werte vom Rechner vorlagen, hieß das nicht, dass auch alle Granaten das Ziel trafen.
    Warum nicht? Nun, jede Granate bzw jede Kartusche hatte eine, wenn auch nur geringfügige Gewichtsabweichung in der Treibladung. Bei 20.000 Meter Flugweite macht sich so etwas durchaus bemerkbar. Hatte die eine Kartusche vielleicht 5-10 Gramm zu wenig, so hatte die andere genau diese 5-10 Gramm mehr und schon flog die eine 15 Meter weiter und die andere 15 Meter kürzer. Auch brennt nicht jede Treibladung gleichmäßig ab. Die Hood hatte eine Breite von rund 31 Meter.....
    Immerhin brauchte die "Bismarck" 5 Salven und somit 40 Granaten, ehe die Geschosse deckend auf der Hood lagen. Die "Bismarck" hatte insgesamt 1004 solcher Granaten an Bord.

    * Die Zahl der Toten schwankt im Gegensatz zu den Überlebenden, von Quelle zu Quelle.

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Samstag, 22.12.2018
    Simcha Rotem starb im Alter von 94 Jahren. Er galt als der letzte Widerstandskämpfer des Warschauer Ghettos. Israels Regierungschef Netanyahu würdigte den Zeitzeugen als Helden.
    Der letzte jüdische Widerstandskämpfer aus dem Warschauer Ghetto ist tot. Simcha "Kazik" Rotem sei laut israelischer Medien im Alter von 94 Jahren in Jerusalem gestorben.
    Rotem, bekannt auch als Kazik Ratajzer, konnte 1943 nach schweren Kämpfen gegen die Deutschen mit anderen Kameraden durch einen Abwasserkanal aus dem zerstörten Warschauer Ghetto fliehen. Nach seiner Einwanderung in Israel habe er laut Regierungschef Benjamin Netanyahu zahlreichen Menschen von seinen Heldentaten berichtet.
    "Seine Geschichten werden unser Volk immer begleiten"
    Gemeinsam mit dem Staatspräsident Reuven Rivlin würdigte ihn der Regierungschef als den letzten Kämpfer des Ghettos. Rotem habe "gegen die Nazis gekämpft und Juden gerettet", schrieb der Präsident auf Twitter. "Seine Geschichte und die Geschichte des Aufstands werden unser Volk für immer begleiten."
    Ab dem 19. April 1943 rebellierten jüdische Aufständische im Warschauer Ghetto gegen SS-Einheiten. Der fast einmonatige Kampf gegen die überlegenen Deutschen scheiterte am 16. Mai 1943. Eine blutige Niederschlagung besiegelte das Schicksal der meisten bis dahin überlebenden Warschauer Juden.

  • Germersheim - Die Franzosen kommen.Datum05.07.2018 10:38
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Germersheim ist ein an und für sich kleines, verschlafenes und auch recht unbedeutendes Städtchen in der Südpfalz am Rhein gelegen. Zur besseren Lokalisierung wird meist noch hinzugefügt: Das liegt bei Speyer (13 Kilometer südlich davon).
    Bekannt ist es, wenn überhaupt, den Menschen nur durch seine Festungswerke, die zu einem doch beachtlichen Teil noch erhalten sind und teilweise begangen und besichtigt werden können.
    Neulich fiel mir durch einen glücklichen Zufall, ein Buch über Germersheim und seiner Geschichte in die Hand. Da gab es einiges neues zu entdecken, zur Festung und zum damaligen Zeitgeschehen.
    In Erinnerung der Napoleonischen Kriege fasste der Deutschen Bundes 1815 den Beschluss die kleine Stadt am Rhein zu einer starken und wehrhaften Festung mit Garnison auszubauen, um zusammen mit Landau das linke Rheinufer gegen drohende Angriffe aus Frankreich zu schützen.*
    Zu der Zeit war Elsaß-Lothringen noch französisch, dass sich ja bekanntlich erst nach dem Krieg 1870/71 änderte.
    Nachdem das bayrische Kriegsministerium den Ingenieur-Major Friedrich Schmauß beauftragt hatte, einen Befestigungsplan auszuarbeiten, wurde 1834 mit den Arbeiten zum Bau der Festung begonnen. Am 18. Oktober 1834 fand im Auftrag des bayrischen Königs Ludwig I. die Grundsteinlegung statt. Der bau dauerte 1834 bis 1861 und galt bei Baubeginn als uneinnehmbare Festung und als "Bollwerk gegen Frankreich". Damit hatte Germersheim die größte bayerische Festung außerhalb Bayerns doch bereits bei ihrer Fertigstellung war die zuvor als uneinnehmbar geltende Festung überholt(Ziegelbau) und durch den Fortschritt der Militärtechnik als veraltet anzusehen. **
    Die Stadt zählte im Jahr 1867 genau: 3554 Zivilisten, die fast allesamt vom Bedarf des Militärs lebten und 6627 Militärangehörige.
    Es kam aber ohnehin zu keinen ernsthaften Gefechten. Im Krieg von 1870/71 kam Germersheim eine strategische Bedeutung zu, da von hier aus die Operationen der 3. Preußischen Armee unter Führung des Kronprinzen Friedrich ausgingen. Die Festung selbst war nie umkämpft. Während des 1. Weltkrieges war Germersheim Garnisonsstadt. Auch in diesem Krieg fanden keine Kämpfe um die Festung statt. In den Jahren 1920/21 wurde die Festung aufgrund des Artikel 180 des Versailler Vertrages geschleift.
    ABER, zum Glück blieben für uns heute noch genügend Bauwerke der Festung erhalten, auch weil einige von ihnen "entfestet" und einer zivilen Nutzung zugeführt wurden!
    Soweit so gut. Die Germersheimer Festung war also als "Bollwerk gegen Frankreich" gedacht, war aber auch nie umkämpft und dennoch kam der "Erbfeind" über den Rhein und ließ die Festung, deren militärischer Wert ohnehin kaum der Rede wert war, schleifen. Die Franzosen besetzten Germersheim erstmals im Jahre 1918.
    Die letzten deutschen Soldaten hatten die Stadt, unter zurücklassung eines mit russischen und italienischen Kriegsgefangenen gefüllten Lager, rund 10.000 Mann, am 24. November 1918 verlassen und schon am 25. rückte ein französisches Vorauskommando in die Stadt ein. Es bestand aus 9 Offizieren, die im Hotel "Salmen" Quartier nahmen.
    Am 2. Dezember dann, kam ein französisches Jägerbataillon, welcher zu aller erst mit, den auch in Germersheim ausgebrochenen revolutionären, revolutionären Unruhen Schluss machte!
    Wie nun empfanden die Germersheimer diese Besetzung durch den "Erbfeind"? Hier ein Bericht aus dem Jahre 1919:
    "Im Übrigen benehmen sich die Franzosen Maßvoll, zu Besorgnissen ist kein Grund vorhanden. Von gewissen Seiten bringt man ihnen Sympathien entgegen, was in einem solchen Maß nicht am Platz ist.
    Im Allgemeinen ist die Haltung der Bevölkerung würdig; man beklagt sich nur über die Vernachlässigung seitens der anderen Rheinseite."
    Dennoch blieb das Zusammenleben der Germersheimer mit den Besatzungssoldaten nicht spannungsfrei und es galt viele Probleme zu meistern und zu überwinden.*** Die Besetzung endete dann im Juni 1930.
    1936 marschierte die Wehrmacht in die laut Versailler Vertrag entmilitarisierte Zone des Rheinlandes ein und stellte die deutsche Wehrhoheit wieder her und in Germersheim wurden wieder Soldaten stationierte - allerdings nur um ein Bataillon.
    Im Januar 1945 wurden einige Häuser durch einen britischen Luftangriff beschädigt. Bedeutsamer für die Stadt war aber die Sprengung der Eisenbahnbrücke durch die zurückziehende Wehrmacht, die, nachdem die Speyrer Brücke am 23. März gegen 12 Uhr gesprengt wurde, die letzte intakte Brücke über den Rhein war. Um möglichst starke Feindverbände zu binden, bildete sich der Brückenkopf Germersheim. Gleichzeitig wurde Germersheim Fluchtpunkt für tausende Flüchtlinge, die alle über die mit Bohlen ausgelegte Brücke vor den Alliierten über den Rhein zu fliehen versuchten. Am 24. März schließlich wurde die Brücke gesprengt und blieb es bis 1967, als die neue Eisenbahnbrücke in Betrieb genommen werden konnte.
    Bevor die Amerikaner die Stadt stürmten, gab es noch eine kurze Artillerievorbereitung, so dass nach der Besetzung rund 35% des Wohnraums unbewohnbar war. Außerdem waren zahlreiche Brände ausgebrochen, als die Amerikaner am Nachmittag des 24. März die Stadt kampflos besetzten.
    Am nächsten Tag schon durften die auf die Dörfer geflohenen Germersheimer wieder in ihre Häuser bzw das, was von ihnen übrig geblieben war, zurück kehren.
    Doch wie schon lange vor Kriegsende beschlossen, sollte Germersheim wieder französisch werden, zumindest französisch besetzt. Die Amerikaner zogen wieder ab und die folgende französischen Besetzung schuf das Land „Rheinland-Pfalz“.
    Wie nun vollzog sich die Besetzung Germersheim durch die Franzosen. Lassen wir einen Augenzeugen sprechen, Hans Keller:
    "Am Karfreitag den 30. März 1945, einem sonnig hellen Frühlingstag, saß ich am Nachmittag auf der Treppe des Hauses, harrend der Dinge, die nun noch kommen würden. Ich war mutterseelenallein, der einzige Zivilist weit und breit. Da kam von der Hauptstraße her eine Kolonne farbiger Soldaten. Es waren Kolonialtruppen der ersten Französischen Armee, die von Süden her in die Stadt gekommen war, um sie zu besetzen bzw von den Amerikanern zu übernehmen.
    Im Zeughaus nahmen sie Quartier. Dann überfielen sie die Häuser und Wohnungen der naheliegenden Straßen wie ein Heuschreckenscharm und plünderten und raubten, was ihnen gefiel. Als die Dämmerung eintrat fuhren sie mit Lastwagen an und schleppten fort , was diese Wagen trugen."
    Sie stammten aus Madagaskar, Marokko, Algerien , dem Senegal und Tunesien.

    *Das französische Germersheim
    Mit dem Frieden von Campo Formio (1797) wurde schließlich die linke Rheinseite, so auch Germersheim, Frankreich zuerkannt. Ein Jahr darauf wurde die Stadt Teil des französischen Département du Mont Tonnerre (Donnersbergkreis). Bis zu Napoleons Niederlage nutzten die Franzosen die Stadt als Quartier und wichtigen Rheinüberquerungspunkt.

    **Das bayerische Germersheim
    Nach dem Wiener Kongress aus dem Jahr 1814 (1815) wurde Germersheim zunächst von Österreichern verwaltet, bis 1816 die Pfälzer Lande an König Maximilian I.Joseph von Bayern (1756–1825) abgetreten wurden. Dieser teilte sein neues Gebiet in „Landeskommissariate“, den Vorläufern der „Landkreise“. 1818 entsteht das Landeskommissariat Germersheim

    ***Der „Fall Rouzier“
    Den Höhepunkt dieser Konflikte stellte der „Fall Rouzier“ dar, der weit über die Grenzen Germersheims für Aufsehen sorgte. In der Nacht auf den 27. September 1926 hatten in einem Wirtshaus Deutsche und Franzosen einen Streit, der darin endete, dass der französische Unterleutnant Rouzier einen Deutschen erschossen und weitere angeschossen hat. Rouzier wurde daraufhin von der französischen Militärjustiz freigesprochen,....

    Die "." Zitate stammen aus "Germersheimer Geschichte(n), Ludwig Hans.

  • Die Haager LandkriegsordnungDatum29.06.2018 10:22
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    In Diskussionen über kriegerische Ereignisse der Neuzeit, wird sie oft und gerne zur Argumentation in die eine oder andere Richtung genutzt, ohne dass die Diskutanten überhaupt wissen, worum es in dieser Kriegsordnung eigentlich geht. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, die einzelnen Artikel zu kennen, sondern einfach nur erst einmal, worum es in dieser Landkriegsordnung eigentlich geht. Die 1899 fertiggestellte und 1907 noch leicht revidierte Haager Landkriegsordnung ist eines der bedeutendsten Dokumente des noch heute gültigen Rechts im Krieg(Ius in Bello).
    Darin wurde erstmals eine Kodifizierung der völkergewohnheitsrechtlich bestehenden Verpflichtungen zur Mäßigung in Kriegen vorgenommen. Geregelt wurden dabei der Kombattantenstatus, die Behandlung von Kriegsgefangenen, die
    Zulässigkeit von Kriegsmitteln, die Behandlung von Spionen und Parlamentären sowie die Rechte einer Besatzungsmacht. Die 1899 noch enthaltene Regelung betreffend die Internierung von Soldaten und Offizieren in neutralen Staaten wurde 1907 in eine gesonderte Konvention ausgelagert. In all denjenigen Fällen, die nicht abschließend geregelt werden konnten, sollte die so genannte Martens'sche-Klausel die Betroffenen vor der Willkür der kriegführenden Mächte schützen.
    Zum Umgang mit verletzten und erkrankten Soldaten verweist die Haager Landkriegsordnung auf die erste Genfer Konvention in den Fassungen von 1864 beziehungsweise 1906. Baden war damals, 1864, das erste Land überhaupt, das diese Konvention unterzeichnete. Diese Landkriegsordnung bezieht sich zwar auf völkerrechtliche Gewohnheiten, darf aber nicht mit dem Völkerrecht als eine überstaatliche, auch aus Prinzipien und Regeln bestehende Rechtsordnung, durch die die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten (meist Staaten) auf der Grundlage der Gleichrangigkeit, verwechselt werden.
    Die Martens’sche Klausel, englisch "Martens Clause", ist ein wichtiger Grundsatz des humanitären Völkerrechts. Sie wurde vom russisch-estnischen Diplomaten und Juristen Friedrich Fromhold Martens im Rahmen der Haager Friedenskonferenz von 1899 formuliert und gibt für Situationen in Kriegen und bewaffneten Konflikten, die nicht ausdrücklich durch geschriebenes internationales Recht reguliert sind, Brauch, Gewissen und Menschlichkeit als Maßstäbe zur Bewertung von Handlungen und Entscheidungen vor. Die Klausel ist in einer Reihe von völkerrechtlichen Verträgen explizit enthalten und gilt darüber hinaus als Völkergewohnheitsrecht. Obwohl sie mehrfach in Gerichtsentscheidungen zitiert wurde, ist ihre konkrete praktische Relevanz unter Juristen allerdings umstritten.
    Wie aber die bewaffneten Konflikte seit dieser Zeit, bis in die Gegenwart hinein zeigten, gilt auch hier der Spruch: Papier ist geduldig, auch wenn inzwischen der Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag durch Verurteilungen von Kriegsverbrechern versucht, das Völkerrecht und die Landkriegsordnung in Konflikten, durchzusetzen bzw deren Verletzungen gerichtlich zu ahnden!
    Interessant auch der Versuch, die Landkriegsordnung überflüssig zu machen, in dem man den Krieg überflüssig machte.
    Dazu sollte der Briand-Kellogg-Pakt (auch Kellogg-Pakt, Kellogg-Briand-Pakt oder Pariser Vertrag) dienen. Er ist ein völkerrechtlicher Vertrag zur Ächtung des Krieges, der am 27. August 1928 in Paris von zunächst elf Nationen unterzeichnet wurde und den man nach dem US-Außenminister Frank Billings Kellogg und dem französischen Außenminister Aristide Briand benannte. Auf eben diesen Pakt bezogen sich dann auch die alliierten Ankläger in Nürnberg, als sie die Anklage wegen "Verbrechens gegen den Frieden" erhoben. Ein schon damals umstrittenes Verfahren.
    Interessant in diesem Zusammenhang mag es auch sein, dass 1863, also ein Jahr vor der ersten Genfer Konferenz von 1864, auf Anregung von Henry Dunant 1863 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) gegründet wurde.
    Das Rote Kreuz (Roter Halbmond) ist die einzige Organisation, die im humanitären Völkerrecht erfasst und als dessen Kontrollorgan genannt ist. Seine erste Bewährungsprobe bestand es am 16. April 1864 an den Düppeler Schanzen im Deutsch-Dänischen Krieg.

  • Schiffe, zumal wenn ihnen durch glückliche Umstände ein langes "Leben" beschert wird, haben mitunter ein interessantes, oft merkwürdiges und mehr oder weniger glückhaftes oder eben unglückliches Dasein. Es gibt "glückliche Schiffe", die zwei Weltkriege heil überstanden und andere, die schon während ihres erstens Gefechts sanken und wieder anderen, die magisch die Geschosse und Bomben ihrer Gegner anzogen, während wenige Meter neben ihnen ein solch "glückliches Schiff" fuhr und schadlos alle Angriffe überstand.
    Solche "glücklichen Schiffe" waren natürlich von den Seeleuten begehrt und wurden innig geliebt. Nichtdestotrotz ereilte auch den allermeisten dieser "glücklichen Schiffe" ihr Schicksal. Das eine früher, das andere später.
    Eines dieser "glücklichen Schiffe" war der amerikanische Leichter Kreuzer der Brooklyn-Klasse mit dem Namen USS "Phoenix" und der Kennung CL-46.
    Die Kiellegung, finanziert aus einem Etat von 1934, erfolgte am 15. April 1935 bei New York Shipbuilding in Camden. Am 12. März 1938 wurde das Schiff vom Stapel gelassen und am 3. Oktober 1938 in Dienst gestellt.
    Das Schiff befand sich am 7. Dezember 1941, dem Tag des japanischen Angriffs in Pearl Harbor, blieb aber unbeschädigt. Noch am gleichen Tag wurde es zusammen mit den Kreuzern "St. Louis" und "Detroit" eingesetzt, um nach der japanischen Flotte zu suchen.
    Danach nahm es am gesamten weiteren Pazifikkrieg und alle größeren Seeschlachten und einigen Landeoperationen teil. 1944 war es an der Schlacht in der Surigao-Straße beteiligt und war an der Versenkung des japanischen Schlachtschiffes "Fuso" beteiligt.
    Am 4. Juni 1944erlitt das Schiff Leichte Beschädigung durch einen Bombenangriff, wobei es einen Toten und vier Verwundete zu beklagen gab und am 3. Juli 1946 wurde es außer Dienst gestellt, um dann am 9. April 1951 gemeinsam mit einem seinem Schwesterschiff, der USS "Boise", für 7,8 Mio. US-Dollar an Argentinien verkauft zu werden.
    Die nunmehrige "General Belgrano" (erster Name "17 de Octubre ") wurde in Argentinien mehrmals umgebaut und erhielt unter anderem Sea-Cat-Starter und neue niederländische Radaranlagen. Die Katapultanlage auf dem Achterdeck wurde entfernt und die Bordflugzeuge gegen zwei Bord-Hubschrauber ausgetauscht.
    1982, im sogenannten "Falklandkrieg", ereilte nun auch diesem "Glücklichen Schiff", sein Schicksal!In Begleitung zweier Zerstörer patrouillierte die "Belgrano" seit dem 26. April 1982,um die Falklandinseln, um welche die Briten eine 200 Sm Zone errichteten, innerhalb der sie ALLE feindlichen Schiffe oder solche, die sie dafür hielt, zu versenken drohte. Die Argentinier wussten, dass die Briten ihrer Task Force ein Atom U-Boot vor raus geschickt hatten. Deshalb und auch um sich mit neuem Treibstoff zu versorgen, verließen die Argentinier die 200 Sm Zone und betankten sich einige Sm außerhalb.
    Am 30. April wurden die Schiffe durch das Atom-U-Boot "Conqueror" (Churchill-Klasse) dabei gesichtet und beobachtet. Um nicht entdeckt zu werden, befand sich das Boot in 50 M Tiefe, genau unter dem Kreuzer. Das Boot hatte 103 Mann Besatzung und war mit 8 MARK Torpedo, Tigerfish Torpedos und RN Sub Harpoon Missile bewaffnet.
    Schließlich zogen die Argentinier den Flottenverband aus der Falklandregion ab und beorderten die Schiffe in den Flottenstützpunkt Ushuaia (Südargentinen) zurück. Diese Absetzbewegung wurde von der "Conqueror"" natürlich bemerkt und nach London gemeldet! Dort meinte man dennoch, dass die "Belgrano" für die Landungstruppen und die Task Force eine permanente Bedrohung darstellte und mit "fleet in being" hatten die Briten in zwei Weltkriegen so ihre eigenen Erfahrungen gemacht.
    Die damalige Premierministerin Margaret Thatcher, auch als "Eiserne Lady" bekannt, erteilte die Abschusserlaubnis, obwohl sich der Flottenverband auf dem Rückmarsch befand und deutlich weit außerhalb der 200 Sm Zone!
    Captain Chris Wreford-Brown,Kommandant der "Conqueror" schoss daraufhin am 2. Mai um 15.57 Uhr drei Torpedos des Typ Mark VIII auf die General Belgrano ab. Man wählte ganz bewußt die Mark Torpedos aus, weil die auch mitgeführten Tigerfish Torpedos, einen schlechten Ruf hatten und als unzuverlässig galten.
    Hier unterscheiden sich dann die Berichte. Die einen sprechen davon, der erste Torpedo hätte einen der Zerstörer getroffen, die "Hipólito Bouchard", andere, der dritte wäre es gewesen. Im Grunde aber ist das für die folgenden Ereignisse völlig uninteressant, da der Torpedo, ob nun erster oder dritter, nicht explodierte. Zwei der drei Torpedos jedenfalls trafen die "Belgrano" und versenkten sie. Innerhalb einer Stunde versank das Schiff, das Pearl Harbor überlebt hatte, im Südatlantik in einem der unsinnigsten Kriege, der jemals in der Neuzeit geführt wurde.
    Von den über 1.100 Mann an Bord konnten 770 gerettet werden und 321 ertranken. Die hohe Zahl der Toten überrascht doch etwas, befanden sich doch die Rettungsschiffe, die zwei Begleitzerstörer, in unmittelbarer Nähe - sollte man meinen. Denn diese drehten nachdem sie die Torpedoabschüsse geortet hatten, sofort mit hoher Fahrt ab und ließen den Kreuzer allein zurück. Als dieser dann tödlich getroffen wurde, fiel auch seine Funkanlage aus und man konnte kein SOS funken. Um 16.24 Uhr wurde das Schiff aufgegeben, aber erst weit in der Nacht liefen die Rettungsmaßnahmen an."Conqueror" verließ nach erfolgreichem Auftrag den Ort des Dramas.
    Als die Geschehnisse um die Versenkung des Kreuzers später von einem Untersuchungsausschuss untersucht werden sollten, war das Logbuch der "Conqueror" verschwunden. Außerdem machte man der Regierung Thatcher auch einen Vorwurf daraus, dass sie ausgerechnet ein atomgetriebenes Kriegsschiff zu so einem riskanten Einsatz befohlen hatte.

  • Die Wehrmacht und die Einsatzgruppen.Datum18.06.2018 10:58

    Apologeten der Wehrmacht sind immer besonders empört, wenn man bestimmte Verbrechen, die im Rücken der Front begangen wurden, der Wehrmacht anlastet. Durchaus berechtigt verweisen sie dann auf die alleinige Schuld und Täterschaft daran, auf die Einsatzgruppen der Polizei und des SD. Wie war das damals eigentlich geregelt und wo lagen die Verantwortlichkeiten für die Morde und Massaker an Juden und anderen Zivilisten hinter der Front?
    Die oberste vollziehende Gewalt oblag dem Oberbefehlshaber eine bestimmten Abschnittes, zB. dem Armeeoberbefehlshaber. Dieser wurde dann von einer ganzen Reihe nach- und untergeordneten Offizieren und Dienststellen in seiner Tätigkeit als OB beraten und unterstützt und auch seine Tätigkeit im Stab bei Abwesenheit übernahmen bzw fortführten.
    WAS versteht bzw verstand man "unter vollziehender Gewalt"?
    "Vollziehende Gewalt umfasst die gesamte Staatsgewalt unbeschadet der Unabhängigkeit der Rechtsprechung. (Das heißt, dass auf richterliche Entscheidungen kein Einfluss genommen werden kann.)
    Die Inhaber der vollziehenden Gewalt können in ihrem Befehlsbereich Rechtsverordnungen erlassen, die von den bestehenden Gesetzen abweichen. Sie können alle Behörden, soweit sie nicht oberste Reichsbehörden oder oberste preußische Landesbehörden sind, sowie den Dienststellen der NSDAP Weisungen erteilen." ( Handbuch für den Generalstabsdienst im Kriege S. 90)
    Die weitestgehende Aufhebung der bisherigen Militärgerichtsbarkeit über die Zivilbevölkerung durch den Kriegsgerichtsbarkeitserlass vom 13.o5.1941 schränkte die Unabhängigkeit der Rechtsprechung in erheblichem Maße ein, indem sie die Offiziere zu Richtern machte, die dann statt der unabhängigen Richter über Leben und Tod der Angeklagten entschieden bzw selber Anklage erhoben.
    Wie wir sehen, gab es schon vor dem Russlandfeldzug Einschränkungen juristischer Art, die durch weitere Einschränkungen der "vollziehenden Gewalt" des Armeeoberbefehlshabers, ergänzt wurden.
    Ein am 3. Mai 1941 erlassener Befehl verfügte für die noch zu besetzenden Gebiete besondere sicherheitspolizeiliche und wirtschaftliche Maßnahmen an. Wenig später, am 28. Mai erging ein weiterer Befehl (Oberbefehlshaber des Heeres) zur "Regelung des Einsatzes der Sicherheitspolizei und des SD im Verband des Heeres.
    Darin wurden die "besonderen sicherheitspolizeilichen Aufgaben AUßERHALB der Truppe" im rückwärtigen Armeegebiet, geregelt.
    Diese "...besonderen... Aufgaben..." sollten dann durch noch zu bildende Sonderkommandos unter Anleitung und Führung vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD (zu der Zeit Reinhard Heydrich) durchgeführt werden. Diese Sonderkommandos unterstanden dem Armeeoberkommando nur in Bezug auf "..Marsch, Versorgung und Unterbringung." Ihre Operationen führten sie weitestgehend "...in eigener Verantwortlichkeit" durch. Auch wenn den Befehlshabern dieser Gruppen eine enge Zusammenarbeit mit bestimmten Dienststellen der Wehrmacht empfohlen wurde, waren sie der Befehlsgewalt des Armeeoberkommandos entzogen.
    Lediglich, wenn die Operationen der Sondergruppen militärische Operationen der Armee gefährdeten oder behinderten, konnte der Oberbefehlshaber eingreifen. Deshalb kam es gelegntlich zu Protesten des OB oder seiner Offiziere, wenn die Mordtaten der Einsatzgruppen zu offensichtlich wurden und die Moral der eigenen Soldaten zu schädigen drohten.
    Soweit die Fakten. Daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen, überlasse ich gerne den Lesern.....

  • "Roter Esel"Datum18.06.2018 10:03

    Als "Roter Esel" bezeichnete man wegen seines roten Einbandes, das "Handbuch für den Generalstabsdienst im Kriege" vom 1. August 1939. Die oberen Militärführer und ihre Gehilfen (Generalstab), verwendeten diese "Bibel" des Generalstabsoffiziers als ständiges Nachschlagewerk. Es war gleichzeitig eine Art Ratgeber und Richtlinie zum Handeln unter Kriegsbedingungen.

  • Facebook und die Meinungsfreiheit!Datum17.06.2018 10:54
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Heute nun wurde ich mal wieder bei Facebook gesperrt. Hier der beanstandete Beitrag zu einem Attentat mit einem Auto in Moskau http://www.sueddeutsche.de/thema/Terroranschlag_Moskau
    Gesperrter Text.
    "Auch Russland hat sein Islamistenproblem. Millionen Muslime leben im Bereich des heutige Russland und weitere zig Millionen an seinen Grenzen in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Da können solche Anschläge nicht ausbleiben und ich vermute, es kommen noch einige mehr! Aber anders als bei uns haben diese Bestien in Menschengestalt, werden sie lebend erwischt, nichts zum Lachen. Das macht zwar keine Toten wieder lebendig und wird auch keine Anschläge verhindern aber es gibt den Menschen ein gewisses Maß an Befriedigung, wenn sie sehen, dass diese Verbrecher so bestraft werden, wie sie es verdienen!"
    DAS lasse ich mir nicht mehr gefallen. Das ist Willkür und verstößt eindeutig gegen Artikel 19 des Grundgesetzes. Ich habe mich deswegen schriftlich an den Verfassungsschutz gewandt.

    Sehr geehrte Dame/Herr,
    ich weiß nicht, ob ich mit meinem Anliegen hier richtig bin aber ich habe seit längerem Zweifel an dem demokratischen Verhalten bestimmter Mitarbeiter, die bei Facebook wohl die Funktion von Zensoren ausüben.
    Laut Grundrecht steht mir das Recht auf freie Meinungsäußerung zu, mit den entsprechenden Einschränkungen, die sich zum Teil auch in der von Facebook vorgeschriebenen Netiquette wiederfinden.
    Nun bin ich von Facebook zum vierten oder fünften mal wegen eine politisch orientierten Beitrages gesperrt worden, der meiner Meinung weder gegen das Grundgesetz, noch die Netiquette, noch den demokratischen und gesellschaftlichen Spielregeln verstößt!
    Inzwischen sehe ich in den Praktiken bei Facebook einen derben Verstoß gegen mein Grundrecht der freien Meinungsäußerung.
    Ich bitte Sie daher, diesen Vorgang etwas näher zu untersuchen, da es sich meiner Meinung nach um keinen Einzelfall handelt!

    Außerdem: Selbst nach nunmehr fünf Versuchen mich bei Facebook über die Sperrung zu beschweren, kam folgender Text: "Wir konnten deine Anfrage nicht verarbeiten. Bitte versuche es später nochmal-

    Facebook filtert ganz offensichtlich politische Meinungen andersdenkender User aus und löscht sie nicht nur, sondern sperrt auch ihre Verfasser! Wie dumm und arrogant Facebookmitarbeiter dabei vorgehen, belegen zwei Fälle:
    1. Die Sperrung bzw Löschung von Beiträgen der Journalistin Dunja Hayali und 2. dem Löschen eines weltbekannten und preisgekrönten Vietnamfotos https://www.huffingtonpost.de/2016/09/10...n_11931242.html
    Mal sehen was passiert und ob was passiert. Bin auf die Reaktion gespannt, habe aber wenig Hoffnung.

    Natürlich stelle auch ich mir die Frage, ob so eine Kontosperrung überhaupt etwas für den Verfassungsschutz ist. ICH meine JA!
    Facebook bietet den Leuten jede Menge Unterplattformen, auf die sie nicht selten auch gelockt werden. Zum Teil bezahlen sie dafür sogar Geld und dann kommt Facebook und sperrt die User, für mich grundlos, weil der entsprechende Zensor ein anderes Parteibuch in der Tasche hat!
    Artikel 19 gilt auch für Facebook, zumal sie immer betonen, Facebook sei kein rechtsfreier Raum! Also müssen auch sie sich an geltendes Recht handeln. Wer dagegen verstößt, verstößt gegen das Grundgesetz und solche Verstöße sind sehr wohl etwas für den Verfassungsschutz, denn es handelt sich um einen Artikel unserer Verfassung!
    Übrigens kann ich Facebook über die Beschwerdefunktion noch immer nicht erreichen. Zufall? Die wurde doch extra für solche Fälle eingerichtet!

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Die Bremer CDU trauert um ihr ältestes Mitglied: Der ehemalige Bürgerschaftsabgeordnete Reinhard Hardegen ist am vergangenen Samstag gestorben. Reinhard Hardegen wurde 105 Jahre alt. Er war von 1959 bis 1979 Abgeordneter in Bremen und gehörte nach Angaben der Bremischen Bürgerschaft zu den Mitgründern der Bremer CDU nach dem Zweiten Weltkrieg. Er setzte sich vor allem für wirtschaftliche Themen ein, darunter den Ausbau der Kaje in Bremerhaven. Mit 31 Jahren Tätigkeit in der Deputation für Häfen, Schifffahrt und Verkehr halte Hardegen einen bis heute unerreichten Rekord, teilte die Bürgerschaft mit.
    Der CDU-Landesverband Bremen verliert mit ihm sein ältestes Mitglied. Landesvorsitzender Jörg Kastendiek sagte am Donnerstag, Hardegen habe stets das Wohl Bremens über die eigenen oder parteipolitischen Interessen gestellt. „Gegenüber dem politischen Wettbewerber aber auch innerhalb der eigenen Partei scheute Reinhard Hardegen nie die klaren Worte“, so Kastendiek. „Wir verlieren mit Reinhard Hardegen einen Menschen und Politiker, der über Jahrzehnte das politische Leben in Bremen mit geprägt hat.“ Er sei, so Kastendike weiter, ein besonderer Mensch gewesen. Hardegen war Mitglied im Beirat Horn-Lehe.
    Dem Parlament verbunden
    „Reinhard Hardegen hat sein Leben immer in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt“, sagte Bürgerschaftspräsident Christian Weber. „Mit Reinhard Hardegen verliert dieses Haus auch ein Stück seiner Vergangenheit. Bis ins hohe Alter ist er dem Parlament verbunden geblieben und hat es sich nicht nehmen lassen, jedes Jahr der Einladung zum Neujahrsempfang zu folgen.“ Er sei, so Weber weiter, immer sehr offen mit seiner Biografie umgegangen und habe nie verschwiegen, was er als U-Boot-Kapitän im Zweiten Weltkrieg erlebt habe. „Wir werden Reinhard Hardegen als einen Menschen in Erinnerung behalten, dem der Erfolg Bremens stets wichtiger war als Parteidogmen.“
    Soweit der Nachruf seiner Partei, der angesichts der Vergangenheit von Hardegen doch etwas eigenartig wirkt! immerhin wird dieser Zeit ein ganzer Halbsatz gewidmet.
    Für 22 versenkte Schiffe erhielt er am 23. April 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (da waren es aber wohl erst 16). Für die acht Versenkungen in der Operation Paukenschlag, wurde er von Dönitz persönlich belobigt: „An den Paukenschläger Hardegen. Bravo! Gut gepaukt. Dönitz.“, was ihm das Ritterkreuz einbrachte. Auch wurde ihm die Ehre erwiesen, ihn in zwei Wehrmachtsberichte namentlich zu erwähnen.Er war auch Träger des U-Boot-Kriegsabzeichens mit Brillanten. Alles weitere findet sich im Nachruf der Bremer CDU.

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Nachdem ich in dem Beitrag t327f35-Cher-Ami.htmleinen geflügelten Helden der US Armee vorgestellt habe, soll es diesmal ein großer vierbeiniger sein. Ok, dabei handelt es sich um keinen Amerikaner, sondern um einen Koreaner aber im Dienste der US Armee. Das Tier um das es geht war ein Pferd und es wurde Reckless getauft. Es war eine Stute, die dem US Marine Corps verkauft wurde, dem das Recoilless Rifle Platoon des 5th Marine Regiments angehörte. man benötigte es als Lasttier im unwegsamen Gelände.
    Es scheint, Reckless war ein sehr gelehriges Tier und es lernte wie man Hindernissen auswich, Stacheldraht umging und bei Beschuss auf Kommando einen Unterstand suchte. Es muss aber auch in etwa wie ihre "Herrchen" gewesen sein. Es soff und fraß einfach alles! Bier, Cola, Wasser und fraß gelegentlich seine Pferdecke als Nachtisch. Das scheint ihm aber nicht weiter geschadet zu haben, denn er verrichtete seinen Dienst wie ein "Ackergaul" das Feld pflügt! Unter Beschuss schleppte es während verschiedener Kämpfe Munition an die Geschütze und in die MG Stellungen und wurde dabei auch verwundet.
    Ihr unermüdlicher und unerschrockener Einsatz und die dabei erlittene Verwundung bescherte ihr außer einen Genesungsurlaub auch noch den offiziellen Rang eines Corporals ein! Danach nahm sie als erstes Pferd bei den Marines an einer Landeoperation von See aus teil.
    Nach dem Krieg wurde sie noch zum Sergeanten befördert und mit zwei Purple Hearts ausgezeichnet und der Korea Service Medal. 1959 wurde die Stute noch zum Staff Sergeant befördert und 1960, fast 30jährig aus dem Militärdienst entlassen. Das US Magazin Life-Magazin" schließlich erklärte die Stute zu einem der 100 größten Helden, eigentlich Heldin, der USA!

  • Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema

    Aha ein neues Mitglied. Erst einmal herzlich willkommen, auch wenn der erste Beitrag gleich zu Denken gibt. Sowohl im Ton als auch inhaltlich. Wenn Sie dieses Forum richtig gelesen haben, zumindest die für das Thema relevanten Beiträge, werden Sie erkannt haben oder zumindest sollten Sie erkannt haben, dass hier kein "Scheiß" über den Holocaust verbreitet wird.
    In dem von Ihnen kritisierten Beitrag geht es darum, dass Polen die Mitschuld an der Judenverfolgung leugnet! Polen und die Polen selbst haben zwar nichts mit dem Holocaust zu tun, ebenso wenig die von Ihnen angesprochenen Lager Dachau und Buchenwald, aber Polen wart das Land, in dem der Antisemitismus bis heute am weitesten weltweit verbreitet ist! Von den Staaten des Nahen Ostens mal abgesehen.
    Außerdem geht es den Polen um die Formulierung "Polnische Vernichtungslager". DAMIT allerdings haben sie, die Polen, recht, denn es waren deutsche Vernichtungslager auf vormals polnischem Boden.
    Ich dachte allerdings, dass das aus dem Beitrag eindeutig hervor ging und glaubte nicht, dass er so missverständlich formuliert sei!

Inhalte des Mitglieds Waldi44
Beiträge: 530
Geschlecht: männlich
Seite 1 von 20 « Seite 1 2 3 4 5 6 20 Seite »
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen