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und wurde 18 mal aufgerufen
 Habt ihr das gewusst?
Waldi44 Offline




Beiträge: 496

21.09.2016 10:31
Die Mackay-Bennett und die Titanic antworten

Die Mackay-Bennett war ein eher unbekannter britischer Kabelleger, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts bei John Elder & Co. in Govan bei Glasgow gebaut wurde und 1884 seine Arbeit im Nordatlantik aufnahm. Hauptsächlich bestand die Arbeit in der Reparatur an Seekabeln im Nordatlantik. Der Heimathafen war eigentlich Halifax in Neuschottland, bei ihren häufigen Einsätzen im östlichen Atlantik hingegen war sie in Plymouth stationiert.
Damit wäre schon das Wichtigste gesagt und die "Mackay-Bennett" wäre in den Analen der Seefahrt nie wieder aufgetaucht, wenn ein Teil ihres weiteren Lebens nicht mit einer der größten Schiffskatastrophen der Seefahrtsgeschichte verknüpft worden wäre.
Am 14. April 1912 rammte die RMS "Titanic" einen Eisberg und versank. Dabei fand ein Großteil ihrer Passagiere den Tod in den eiskalten Fluten des Nordatlantik. Die meisten trugen ihre Schwimmwesten und nachdem sie erfrohren waren, trieben noch tagelang hunderte von Leichen auf dem Ozean. Deshalb entschlossen sich die Manager der " White Star Line", die Leichen zu bergen. Dafür charterten sie die "Mackay-Bennet", die am 20. April 1912, sechs Tage nach dem Untergang der Titanic, auf dem "Leichenfeld eintraf. Das Kommando hatte Kapitän Frederick Harold Larnder. Man hatte Geistliche verschiedener Konfessionen an Bord, Särge und Eis zum Kühlen der Leichen. Soweit so gut! Was dann aber geschah, sprengt irgendwie das menschliche Fassungsvermögen und läßt Wut und Abschäu aufkommen- zumindest bei mir!!
Zuerst wurden alle Toten geborgen, doch dann stellte man fest, dass es derer zuviele waren und man beschloß, nur die Toten der 1. Klasse zu bergen und später an Land zu bringen. Also warf man die Passagiere, deren Kleidung oder eventuell vorhandene Dokumente auf Passagiere der 3. Klasse schließen ließ, wieder ins Meer zurück. Insgesamt wurden 333 Tote geborgen, von denen man 306* dann zurück an Land brachte. 338* weitere Tote wurden dann später von einem kanadischen Schiff geborgen. darunter auch die, welche man von der "Mackay-Bennet" wieder zurück ins Meer geworfen oder erst gar nicht an Bord genommen hatte, weil ihre Herkunft (3. Klasse) ersichtlich war.
Lediglich ein Toter der 3. Klasse wurde an Bord belassen und später von der Besatzung bestatten lassen. Am Sonntag den, 21. April 1912,dümpelt inmitten von Wrackteilen die Leiche eines kleinen Jungen. http://www.zeit.de/wissen/geschichte/201...bekannter-junge
Diese Episode läßt den Begriff "Klasengesellschaft" in einem besonders makaberen Licht erscheinen!
1922 wurde die Mackay-Bennett außer Dienst gestellt und der Rumpf in Plymouth als Hulk benutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bei einem Angriff der deutschen Truppen versenkt, später aber wieder gehoben. 1963 wurde die Mackay-Bennett endgültig verschrottet.

* Aus irgend einem Grund schwanken die Zahlen je nach Quelle.

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