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 Habt ihr das gewusst?
Waldi44 Offline




Beiträge: 496

05.11.2015 09:44
"Nooit meer oorlog - Nie wieder Krieg" antworten

Ein schon etwas älteres Ereignis und wohl auch eher von lokaler Bedeutung aber dennoch nicht uninteressant wie ich meine.

"Nooit meer oorlog - Nie wieder Krieg" als flämisches Vermächtnis

Wehmütiger Abschiedsbesuch nach 34 Jahren Philippsburg-Fahrten
In den letzten schlimmen Kriegsjahren 1944 - 45 verteidigten mit den deutschen Truppen auch blutjunge flämische Flaksoldaten das zusammenbrechende Reich am Rhein. Viele gaben ihr Leben. In Philippsburg und Rheinsheim, Liedolsheim, Rußheim, Bellheim, Germersheim und Lingenfeld kämpften sie. Einige wenige blieben in Deutschland, heirateten hier. Die anderen kehrten zurück in ihre Heimat Flandern, wo viele vom Staat gnadenlos als Verräter verfolgt wurden. Die menschliche Zuwendung und Hilfe durch die deutsche Bevölkerung am Rhein vergaßen sie nie. Sie kamen zurück dorthin, wo sie mitgekämpft und gelitten hatten, aber auch menschlich aufgenommen worden waren.

34 Jahre lang ohne Unterbrechung fuhr der Freundeskreis der flämischen Flaksoldaten seit 1974 mit Familien, Bussen und Privatwagen zu Freundschaftstreffen zurück nach Philippsburg. Jetzt kamen rund achtzig von ihnen mit Angehörigen über Pfingsten zu einem berührenden letzten offiziellen Besuch. Etwa zwanzig Altsoldaten leben nur noch. Viele waren gerade 17 Jahre alt bei Kriegsende. Sie sind inzwischen um die achtzig, viele schon verstorben, und die Mühe des Reisens wird zu groß. In den besten Zeiten waren es bis zu 240 Flamen, die ihre jährlichen Pfingstbesuche bei den Freunden in Philippsburg abstatteten. Der "Vriendenkring Vlaamse Flak" mit Sitz in Antwerpen hat in Dries Timmermans schon lange einen unendlich rührigen Vorsitzenden, dessen Einsatz man auch in ihrer Vierteljahreschrift "Wachtpost" nachlesen kann. Von dem heute 83-Jährigen stammt auch ein umfangreiches Werk über die flämische Beteiligung auf deutscher Seite während des Krieges.Die symbolhafte Bindung der Flamen an Philippsburg fand bereits 1986 sichtbaren Ausdruck in der Errichtung eines Denkmals für die gefallenen flämischen Soldaten auf dem Philippsburger Ehrenfriedhof. Damit war für die Überlebenden und ihre Angehörigen ein Ort der Erinnerung und Rückbesinnung, des Kraftschöpfens in der ruhegebenden Stille der friedhöflichen Parklandschaft gefunden. Flankiert vom flämischen Fahnenträger begrüßte dort Bürgermeister Stefan Martus die flämischen Freunde in traditioneller Herzlichkeit, dankte ihnen für ihre treue Verbundenheit mit Einwohnern und Stadt Philippsburg und ver­sicherte ihnen, dass auch ohne Besuche künftig das flämische Denkmal instandgehalten und gepflegt werde. Der flämische Vorsitzende Timmermans, der sich besonders über die Anwesenheit des seinerzeit in Philippsburg gebliebenen Flamen Wim Heedfeld freute, drückte seine Dankbarkeit gegenüber Stadt, drei Bürgermeistern in Folge - Dürrschnabel, Schmidt und Martus - und der Einwohnerschaft für die jederzeit freundschaftliche Aufnahme aus, ebenso dem anwesenden Heimatvereinsvorsitzenden Hugo Wunsch, Salmclub, Museumsbauverein, Förderverein Felsenkeller und dem Fidelia-Chor Oberhausen. Sein Dank galt auch der katholischen Pfarrgemeinde St. Maria und den Pfarrern Otteny und Killer, ebenso den anwesenden Damen vom VdK-Vorstand Adelheid Wagner und Gabriele Brecht sowie dem Ehepaar Dahm.

An den Gräbern der früheren VdK-Vorsitzenden Emil Michal und Franz Rau auf dem allgemeinen Friedhof legten die Flamen Blumen nieder und gedachten der ihnen so verbundenen Verstorbenen.

Am Abend fand in St. Maria ein besonderer Gottesdienst zum letzten Besuch der Flamen statt, ehe man sich in deutsch-flämischer Runde zum Abschiedsessen im SKC-Bootshaus am Rhein einfand. Geschenke und Ehrengaben wurden ausgetauscht. Der Bürgermeister empfing für die Stadt ein Gemälde mit dem Emblem der Flamen, der Heimatverein übergab seinerseits eine Arbeit über die Rheinbrücke.
Das Vermächtnis für die flämischen wie die deutschen Teilnehmer des Abschiedsbesuches waren wohl die Schlussworte von Dries Timmermans schon am Morgen am Denkmal auf dem Friedhof: "Möge dieses Ehrenmal, ewiger stiller Zeuge eines sinnlosen Krieges, unseren Wunsch nach Frieden erfüllen. Wir alle träumen von einem vereinten Europa, in dem kein Platz mehr sein wird für Kriegsgewalt." "Nie wieder Krieg - Nooit meer oorlog!"
Reeb
Stadtanzeiger 31.05.2007 (Philippsburg)

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