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 Habt ihr das gewusst?
Waldi44 Offline




Beiträge: 504

25.10.2014 13:31
„Schwarze Schmach“- Die Rheinlandbastarde antworten

Schon vor dem Versailler Vertrag, also im Waffenstillstand von Compiègne vom 11. November 1918, musste die provisorische Reichsregierung einwilligen, dass Truppen der Siegermächte die linksrheinischen
Gebiete und vier rechtsrheinische „Brückenköpfe“ mit je 30 Kilometer Radius um Köln, Koblenz, Mainz und 10 Kilometer Radius um Kehl besetzten. Ausserdem wurde das linksrheinische Gebiet sowie ein 50 km
breiter Streifen östlich des Rheins zur entmilitarisierten Zone erklärt. Der Versailler Vertrag von 1919 wiederholte diese Bestimmungen, befristete die Anwesenheit der ausländischen Truppen aber auf 15
Jahre, welche fünfzehn Jahre nach Inkrafttreten des Vertrags (10. Januar 1920) enden sollte.
Die Verwaltung der besetzten Rheinlande unterstand der Interalliierten Rheinlandkommission mit Sitz beim Oberpräsidium der Rheinprovinz in Koblenz. Die Besetzung wurde zum 30. Juni 1930 vorzeitig beendet.
Dem Versailler Vertrag entsprechend - und auch gemäß den Verträgen von Locarno, in denen das Deutsche Reich 1925 der Entmilitarisierung seines Staatsgebiets westlich einer 50 km östlich des Rheins
gezogenen Linie freiwillig zugestimmt hatte - blieb dieses Gebiet in den Folgejahren entmilitarisierte Zone, bis es Hitler unter Bruch dieser Verträge am 7. März 1936 von der Wehrmacht besetzen ließ.
Bewusst und unter Protest der eigenen Alliierten und anderer Staaten, stationierten die Franzosen schwarzafrikanische Kolonialsoldaten im Rheinland, wie die Turkos und die Tirailleurs sénégalais

(Senegalneger).*
1924**kalkulierten (deutsche) Statistiker bis zu 27 000 Mischlingskinder (andere Quellen sprechen von nur 400 bis 600), die im Reich "Rheinlandbastarde" genannt wurden.
Ein schwedischer Pfarrer namens Liljeblad interessierte sich so sehr für das Phänomen, daß er eigens zu Studien an den Rhein reiste. Eines der Mischlingskinder, berichtete er später erstaunt, habe sogar
"schwarze und weiße Streifen auf dem Rücken" getragen.
Vorurteile und Rassenhaß nutzte Jahre später die Propaganda der Nazis aus. "Mulattenkinder" konnten nach Meinung des NS-Rassenforschers Hans Macco nur "durch Gewalt entstanden" sein, "oder aber die weiße
Mutter war eine Dirne". Es bestehe daher, gutachtete Macco, "nicht die geringste moralische Verpflichtung gegenüber dieser fremdrassigen Nachkommenschaft".
Folgerichtig wurde 1937 eine "Sonderkommission 3" beauftragt, "die unauffällige Sterilisation der Rheinlandbastarde durchzuführen". Schon zuvor waren etwa 400 Afro-Deutsche gegen ihren Willen sterilisiert
worden. Vermutlich rührt die Zahl von "nur" 400 Mischlingskinder daher.
Der bayrische Historiker Friedrich Hartmannsgruber entdeckte auch den Beweis, dass Hitler** persönlich die Sterilisation von 400 "Negerkindern" befahl. Es beginnt für 345 Jugendliche mit einem Termin beim
Kölner Gesundheitsamt. Dort wartet ein Anthropologe. Wenig später werden sie noch einmal bestellt: Es sei ein Eingriff nötig. Als die Jungen und Mädchen aus der Narkose aufwachen, haben sie Schmerzen im
Unterbauch. Man hat sie sterilisiert. "Sie waren Kinder schwarzer Franzosen", sagt Historiker Friedrich Hartmannsgruber. "Die sogenannten Rheinlandbastarde. Wie ich herausgefunden habe, gab Hitler
persönlich den Befehl für die Zwangssterilisation." Wie viele andere Besatzungskinder zwangsoperiert wurden, ist nicht bekannt.
Die meisten Schwarzen in Deutschland waren in dieser Zeit jedoch Kinder der deutschen Kolonisten in Afrika, die Kinder mit einheimischen Frauen hatten. Mit dem Verlust der Kolonien nach dem Ersten
Weltkrieg – geregelt im Friedensvertrag von Versailles – kamen einige der Kolonisten mit ihren Familien nach Deutschland.

*„Schwarze Schmach“

"Einige der Besatzungstruppen stammten aus den Besitzungen und Kolonien Frankreichs in Afrika, wie die Turkos und die Tirailleurs sénégalais. Von deutscher Seite war bereits während des Ersten Weltkrieges
der Einsatz schwarzafrikanischer Soldaten in Europa durch Frankreich als Affront und „Verrat an der Weißen Rasse“ angeprangert worden. Der zeitgenössische Rassismus nahm „Schwarzafrikaner“ kaum als
Menschen wahr. Unter dem Schlagwort der „Schwarzen Schmach“ rief deshalb deren Präsenz in den Besatzungstruppen in der deutschen Öffentlichkeit eine besondere Empörung hervor. Es wurden zahlreiche Plakate,
Karikaturen, Reden, Kolportageromane und Parlamentseingaben produziert, die ausmalten, wie schwarzafrikanische Soldaten, denen ein gesteigerter Sexualtrieb unterstellt wurde, deutsche Frauen
vergewaltigten. Diese Kampagne, die in der Drastik der Darstellung der imaginierten sexuellen Gewalt mitunter pornographische Züge trug, lief vom Beginn der Besatzung 1919 bis zu ihrem Ende 1930, der
Höhepunkt lag in den Jahren 1920/21: Die Satirezeitschrift Kladderadatsch veröffentlichte am 30. Mai 1920 zur Wahl des ersten Reichstags auf ihrer Titelseite eine Zeichnung, die einen braunschwarzen
Gorilla mit französischer Uniformmütze zeigte, der eine weiße, statuenartige Frau fortschleppt. Die Bildunterschrift lautete: „Der schwarze Terror in deutschen Landen“. Ein weiteres Beispiel ist eine
Medaillenprägung von Karl Goetz, die unter dem Titel „Die schwarze Schande“ auf der einen Seite den karikierten Kopf eines afrikanischen Soldaten, auf der anderen Seite eine an einen baumgroßen Phallus
gefesselte (deutsche) Frau zeigt. Adolf Hitler beschrieb 1925 im zweiten Band seiner Programmschrift Mein Kampf die französische Stationierung von „Negern“ im Rheinland als eine gezielte Strategie von
„Juden“, um durch die „dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren
aufzusteigen“. Bekannt ist auch Erwin Reuschs Wahlplakat für die DNVP zur Reichstagswahl 1928, das einen wulstlippigen Afrikaner in französischer Uniform zeigte, der drohend über eine Rheinlandschaft
starrt. Die Parole: „Locarno? Wählt deutschnational!“, sollte Wähler gegen die Verständigungspolitik von Außenminister Gustav Stresemann mobilisieren."

**"Bereits 1923 begannen Regierungsstellen mit der Erfassung der Rheinlandkinder, 1933 ordnete Hermann Göring eine Überprüfung und Erweiterung der entsprechenden Listen an. Da eine legale Sterilisierung
der Rheinlandkinder auf der Basis des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" nicht möglich war, wurde im Frühjahr 1937 mit ihrer illegalen Sterilisierung begonnen. Koordiniert wurde die Aktion
durch die neu gebildete "Sonderkommission 3" im Gestapo-Hauptquartier. Ihr Überfallcharakter gab den betroffenen Jugendlichen keine Chance, sich zu wehren oder juristische Schritte einzuleiten. Bei 436
enden die in den Aktenkopien enthaltenen "laufenden Nummern" der Schwarzen Deutschen Sterilisationsopfer. Die Zahl der tatsächlich sterilisierten Schwarzen Deutschen ist allerdings weit höher anzusetzen.
Wie die Aussagen von Zeitzeugen belegen, war die Zwangsmaßnahme weder auf die Kinder französischer Kolonialsoldaten noch auf das Jahr 1937 beschränkt."

*** "In Mein Kampf beschrieb Adolf Hitler die französische Stationierung von „Negern“ im Rheinland als eine gezielte Strategie von „Juden“, durch die „dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die
ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren aufzusteigen“. In der nationalsozialistischen Rassentheorie wurden solche
„Mischprodukte“ als „faulige Bastardbrut“ noch negativer beurteilt als die „gesunden, wenn auch primitiven und tiefstehenden Menschenkinder“ „unvermischter“ Bevölkerung Schwarzafrikas, vor allem aber
wurden sie als Schwächung und Gefährdung der „germanischen Rasse“ gesehen und daraus die staatliche Pflicht abgeleitet, „einer weiteren Bastardierung grundsätzlich Einhalt“ zu gebieten. Dennoch wurden
keine amtlichen Gesetze gegen die schwarze Bevölkerung oder gegen die Kinder der „Mischabstammung“ verordnet. Jedoch wurde eine inoffizielle Gruppe, die „Kommission Nr. 3“, eingesetzt, um das „Problem der
Rheinlandbastarde“ zu „beheben“. Organisiert von Eugen Fischer und unter Beteiligung von Fritz Lenz wurde beschlossen, diese Kinder zu sterilisieren.
Die Umsetzung des Programms begann 1937, indem lokale Beamte angewiesen wurden, über alle „Rheinlandbastarde“ unter ihrer Verwaltung zu berichten. Insgesamt wurden etwa 400 Kinder mit erfasster
„Mischabstammung“ zwangssterilisiert. Da diese Sterilisierungen im Unterschied zu anderen Sterilisierungsprogrammen der Nationalsozialisten keine gesetzliche Grundlage hatten, waren sie auch damals schon
illegal."

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