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 Stammtisch
Waldi44 Offline




Beiträge: 504

22.06.2014 15:29
Patriotische Gesinnung antworten

Bei Stellenangeboten ließt man meistens, welche beruflichen Erfahrungen der neue Mitarbeiter so haben sollte. Bei manchen aber kommt vor der beruflichen Qualifikation die politische Einstellung - vorsorglich als "patriotische" Gesinnung umschrieben. Nun ja, das kann ja jeder halten wie er will. Aber manchmal treibt dann die "patriotische" Gesinnung merkwürdige und bezeichnende Blüten.
Gemeint ist die "DMZ". Da ich diese neben anderen Zeitschriften regelmäßig ist mir neulich im Heft Nr. 96 etwas merkwürdiges aufgefallen.
Der bekannte und eher rechtslastige Publizist Rolf Michaelis verfasste für die "DMZ" Nr.96 einen wirklich schönen und auch netten Beitrag zum Thema "Schlacht um Großbeeren". Die Schlacht bei Großbeeren fand am Nachmittag des 23. August 1813 in der Nähe von Großbeeren in Brandenburg, heute Landkreis Teltow-Fläming, statt und war Teil der Befreiungskriege. Niederlage der Franzosen verhinderte ein erneutes Vordringen der napoleonischen Truppen nach Berlin und beendete die französische Herrschaft in der Mark.
2013 war der 200. Jahrestag und der wurde festlich begangen. Selbst Michaelis fand nichts zu bemängeln, weder am Schlachtverlauf, noch an dieser Gedenkfeier. Schließlich hatte die Preußen auf dem linken, die Russen auf dem rechten Flügel, die Schweden in der Mitte, die Franzosen geschlagen.
DAS allerdings schien einem patriotisch gesonnenen Mitarbeiter so nicht zu passen. Nichts zu meckern, kein unpatriotisches Verhalten bei so einer Feier? Das ging aber wirklich nicht. Also wurde dem Meister mal kurz in die Feder gegriffen um wenigstens etwas klitzekleine patriotische Kritik unter zu bringen.
Das abschließende Straßenfest stand unter dem Motto "deutsch französische Freundschaft". Allein das ist für manche schon Grund genug zur Kritik. Nun aber kommt die "korrigierte" Version: "Warum dazu unbedingt weit mehr französische Fähnlein als deutsche oder preußische aufgehängt werden mußten bleibt allerdings schleierhaft." Also um einen Druckfehler kann es sich dabei nicht handeln und deshalb meldete sich Herr Michaelis und wiess darauf hin, dass dies so nicht von ihm geschrieben wurde!
Daraufhin sah sich die Redaktion in der Ausgabe 97 um eine Richtigstellung genötigt ohne aber das Originalzitat. Stattdessen: "Die Deutung, daß dem Autor das zeigen der zahllosen französischen Fähnlein schleierhaft gewesen sei, entspricht nicht dem Originalmanuskript. Vielmehr war es seine Intention, auf ein friedliches, europäisches Fest hinzuweisen."
Tja und zu der Fälschung kein Wort? Welche Intention hatte wohl der "Fälscher"? Sicher eine patriotische....

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