Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
logo
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 38 mal aufgerufen
 Waffen und Geräte
Waldi44 Offline




Beiträge: 555

27.03.2021 09:43
Die S- Mine 35 Antworten

Ich dachte bisher, Springminen seihen eine amerikanische Erfindung aber nun lernte ich, daß dem nicht so sei. Die Springmine, genauer die 2- Mine 35 und später die etwas abgewandelte S- Mine 44, sind urdeutsche Erfindungen.
Die S-Mine 35, stammt, wie schon ihr Name erahnen läßt aus den Jahre 1935.
Im September 1939, als die Franzosen in Folge des deutschen Polenfeldzuges eine vorsichtigen Vormarsch aufs Reichsgebiet riskierten (etwas übertrieben Septemberoffensive genannt), machten die Alliierten (Franzosen) erstmals mit dieser perfiden Waffe Bekanntschaft. Erstaunlich, daß es trotz fehlender größerer Kampfhandlungen auf französischer Seite dennoch zu rund 2.000 Mann an Toten und Verwundeten kam. Viele davon gingen auf das Konto der Springminen, die sie "Stiller Soldat" nannten und schnell zu fürchten und zu hassen lernten.
Was war das nun für ein Teil? Minen an sich waren ja nichts neues, diese hier aber schon.
Der Sprengkörper war 13 cm hoch und ähnelte einer Konservendose. Sein Durchmesser betrug 13 cm und er bestand aus Stahlblech. Somit wäre die Mine eigentlich leicht zu orten gewesen, hätten die Alliierten ausreichend Minensuchgeräte gehabt. Mittig ging ein Standrohr mit drei Druckstifte nach oben und die Mine wurde somit 23,6 cm Lang. Die Splitterfüllung befand sich zwischen einem doppelten Metallmantel im Sprengkörper zusammen mit 300 Gramm TNT.
Die drei Druckstifte ermöglichten eine Kombination der Auslöseart - entweder Druck oder Zug mittels eines Stolperdrahtes. Mitunter wurde unter der Mine noch ein weiterer Druckzünder angebracht, so daß sie dem Minensucher beim Aufheben doch noch um die Ohren flog.
Wurde die Mine auf normalem Weg ausgelöst, Entzündete ein Schlagbolzen die nach unten gerichtete Treibladung im Standrohr und ließ den Minenkörper 80 bis 150 cm hoch aus dem Boden schnellen. Damit er auch "schnellen" konnte und nicht an der Stiefelsohle des Soldaten hängen blieb, gab es eine zeitliche Verzögerung von 0,2 bis 0,6 Sekunden. Dann erfolgte die Detonation, die 360 kleine Stahlkugeln (oder was man gerade eingefüllt hatte) in einem Radius von 360 Grad 100 Meter weit schleuderte (bis 20 tödlich, bis 100 verwunden und manchmal werden sogar 140 Meter Wirkungsbereich angegeben)). Dabei erreichten die Kugeln/Splitter bis zu 1.000 m/s. Also eben mal in Deckung gehen war da kaum möglich.
Ein wahres Teufelsding für die "Teufelsgärten"!
Zu Kriegsbeginn verfügte die Wehrmacht über700.000 Stück. Bis 1945 wurden 1,93 Millionen S-Minen hergestellt.
Ps: Fast sämtliche Zahlenangaben schwanken etwas, je nach Quelle. Meine Quelle "Militär & Geschichte April/Mai 2021. Andere Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/S-Mine

 Sprung  
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz