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 Japan und der 2. Weltkrieg
Waldi44 Offline




Beiträge: 496

17.07.2010 13:34
RE: Japan und der 2. Weltkrieg antworten

Also, jeh mehr ich über den Krieg im fernen Osten lese, desto mehr komm ich zu der Erkenntnis, daß mit der japanischen Führung, wirtschaftlich und militärisch nicht sehr viel los war!
Nicht annähernd konnten die auch nur einem ihrer "richtigen" Gegner das Wasser reichen und ohne Hitlers Krieg in Europa, hätten sie schon von den Briten, Franzosen und Holländern die Hucke voll bekommen!!
Außer der Eroberung von Singapore und der Vernichtung der "Force Z", sowie der Zerschlageung der zusammengewürfelten Kolonialflotte, gelang den Japanern eigentlich kein entscheidender Sieg!
Sie halten oder hielten (?) sich ja für große Krieger. Mag sein, als Samurai, aber wo liegt der militärische Sinn sich nach einer verlorenen Schlacht das Messer in den Bauch zu rammen oder den Kopf abschlagen zu lassen?
Worin liegt der Sinn, sich als Kamikaze aufzuopfern, wenn man sich, einigermaßen nüchtern, ausrechnen kann, daß man nie genug Flugzeuge haben würde um die US- Flotte aufzuhalten?
Worin liegt der Sinn, zehntausende Zivilisten in durch panikmache bewußt in den Tod zu jagen, wie auf Okinawa geschehen?
Die Japaner waren meiner Meinung nach absolute Versager!!
Nicht, weil sie besiegt wurden, wurden wir ja auch, sondern wegen ihrer absolut schwachen Kriegsführung!
Als Japan den Krieg gegen die USA begann, herrschte in Europa schon über ein Jahr Krieg! Japan selbst hat eigentlich seit Beginn des letzten Jahrhundert nur durch wenige Jahre unterbrochen, Krieg geführt und die Jahre dazwischen für neue Kriegsvorbereitungen genutzt und alle Kriege gewonnen, außer den gegen China.
Japan als Inselstaat hatte eine mächtige und moderne Flotte, deren Ursprung in Einkäufe aus Europa und deren Nachbauten bestand. Schon damals waren sie Meister im Kopieren!
Das Landheer war dagegen völlig unterentwickelt und auf dem Stand von 1935/36 stehen geblieben und das, angesichts einer schier unübersehbaren Landmasse jenseits der japanischen Küste!
Allerdings war das Gelände sehr durchwachsen und hätte eigentlich eine sehr universelle Bewaffnung/Ausrüstung verlangt! Ich denke, daß Japan wirtschaftlich nicht in der Lage war alle Heeresteile gleichstark auszubauen und man sich deshalb, als Inselstaat eben, auf die Marine und Luftwaffe konzentrierte!
Die Feldzüge in China mögen ja logistisch gut abgelaufen sein und auch militärische Erfolge gebracht haben, aber eben keine entscheidenden Siege, weder gegen die Kommunisten, noch die Kuomintang!
Den Krieg den sie führten, führten sie gegen weit unterlegene Kräfte der Chinesen und der Kolonialarmeen, deren Mutterländer in Europa ums Überleben kämpften oder wie im Falle Frankreich schon kapituliert hatten!
Nicht sehr Ruhmreich, eher nach Abstaubermentalität! Nun ging es aber den Japanern eigentlich weniger um territoriale
Ausdehnung, sondern um die Eroberung überlebenswichtiger Rohstoffquellen: Öl, Kopra, Kohle, Eisenerze, Gummi und was man sonst noch zum Kriegführen brauchte!
Wie schon oben erwähnt, dauerte in Europa der Krieg schon über ein Jahr und für Japan währe es interessant gewesen, den Seekrieg in Europa zu studieren und daraus Lehren zu ziehen. Stattdessen taten sie genau das Gegenteil!!
Japanische U- Boote jagten US- Kriegsschiffe und ließen vollgefüllte Tanker und Truppentransporter ziehen.
Die Japanische Handelsflotte, die zum Kriegsbeginn 6.3 Millionen BRT umfaßte, wurde gedrittelt und unter die Heeresteile verteilt: 2.1 Mio BRT erhielt das Heer zum Transport seiner Güter und Truppen, 1.5 Mio BRT fuhren für die Marine und 2.7 Mio BRT blieben der Wirtschaft für die Erfüllung ihrer Aufgaben!
Es gab aber keine gemeinsamen Stab, keinerlei Koordinierung oder Absprache. Jeder ließ seine Schiffe fahren wie, wann und wo er wollte, voll oder leer und vor allem: EINZELN!!
Allerdings erkannten die Amerikaner diesen japanischen Fehler nicht sofort, obwohl sie aufgrund der Ereignissen in Europa, deutschlands zunächst erfolgreichen U- Bootkrieg, ein eigenes U- Bootbauprogramm starteten, das Ende 1941 zu wirken begann!
Allerdings kamen sie, bedingt durch die Weite des Pazifiks und das schnelle Vorrücken der Japaner nicht so recht zum Zuge, da die Anmarschwege einfach zu lang waren, so daß im Jahre 1942 nur 1.1 Mio BRT versenkt werden konnten (wieviel davon von U- Booten weiß ich nicht), während gleichzeitig 650.000 BRT fremder Handelsschiffe erbeutet wurden.
Schon relativ früh errangen die Amerikaner auf fast allen Kriegsschauplätzen die Luftüberlegenheit. Nicht zuletzt wegen des totalen Sieges bei Midway! Von da an gab es für die japanischen Handelsschiffe neben den U- Booten einen weiteren Jäger und die monatliche Versenkungszahl lag zwischen 80.000 und 310.000 BRT.
Da die japanischen Werften mit dem Neubau und der Reparatur der Kriegsschiffe fast vollständig ausgelastet waren, blieb für die, eigentlich fast wichtigeren Handelsschiffe, nicht mehr viel übrig, so daß sich fast ständig 800.000(!) BRT in Reparatur befanden.
Die Japanischen Verluste währen wohl noch höher gewesen, wenn man nicht für die Dauer des gesamten Krieges Torpedoprobleme gehabt hätte.
Eine zeitlang fuhren die U- Boote statt mit ihrer vollen Torpedobewaffnung zT mit Minen bestück. Das Torpedoproblem auf amerikanischer Seite führt wohl zu einem der größten Kuriositäten der Kriegsgeschichte. Man ging dazu über Fächer zu schießen, damit von mehreren Treffern wenigstens einer Explodierte. Das allein war nicht das Kuriose, sondern das: 1942 benötigte man auf US Seite 9.6 Torpedos um ein Schiff zu versenken, 1943 waren es schon 13.5, 1944 wurde gespart und es waren "nur" 11.6 und 1945 wollte man wohl seine alten Bestände los werden, sage und schreibe 20.3 Torpedos wurden zur Versenkung eines Japaners benötigt!!
Ab Ende 1942 verkürzten sich für die U- Boote die Anmarschwege deutlich und die Verluste unter den japanischen Handelsschiffen stiegen drastisch an, so daß nun auch die Japaner dazu übergingen, ihre Schiffe in Konvois fahren zu lassen. Aber nur in kleinen schwach gesicherten!?
Durch ihre Spionage erfuhren die Amerikaner, daß Japan an Treibstoffmangel litt, so daß man 1943 verstärkt Jagt auf Tanker machte. Ende 1943 betrug der monatliche Verlust unter der Tankerflotte: 60.000 BRT und Ende 1944 gab es kaum noch welche!
Japan verlor insgesamt:1.200 Handelsschiffe durch U- Boote, 700 durch Luftangriffe und 250 durch Minentreffer. Gegen Kriegsende verfügte die japanische Handelsflotte fast nur noch über Binnen- und Küstenschiffe!!
Die besten amerikanischen U- Bootkommandanten versenkten zwischen 65.000 und 95.000 BRT nachgewiesenen Schiffsraum und auch hier gab es einen überführten Kriegsverbrecher: Das Uboot "Wahoo" unter Dudley Morton versenkte 1942 einen Truppentransporter und ein Handelsschiff aus einem kleinen Konvoi herraus. Dannach tauchte man auf und eröffnete mit den Bordwaffen das Feuer auf die Überlebenden. Zur Rechenschaft wurde er nicht gezogen, aber da war er ja nicht der Einzigste

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