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 Spitznamen und kuriose Bezeichnungen
Waldi44 Offline




Beiträge: 496

07.04.2011 13:30
RE: Blutiger Ferdinand antworten

Diesen sehr unvorteilhaften und wenig schmeichelnden Beinahmen erlangte Ferdinand Schörner. Für einen Militär seines Schlages aber vielleicht sogar ein sehr passender und treffender Beinahme. Er wurde am 12. Juni 1892 in München geboren und starb am 2. Juli 1973 ebenda). Seit 1945 war er Generalfeldmarschall und bekennender Nationalsozialist von Anfang an. Während des Zweiten Weltkrieges war er Oberbefehlshaber von verschiedenen Armeen und Heeresgruppen und 1945 kurzzeitig der letzte Oberbefehlshaber des Heeres.
Seine oftmals auch den eigenen Soldaten gegenüber unnachgiebige Truppenführung und sein öffentliches Bekenntnis zum Nationalsozialismus machten ihn in den Augen Hitlers zu einem seiner wichtigsten Erfüllungsgehilfen und Stützen. Sein Ansehen war so hoch, dass er am 1. Februar 1944 zum Chef des neu geschaffenen Nationalsozialistischen Führungsstabes des Heeres ernannt, wurde. Allerdings schied er nach nur zwei Wochen wegen unüberbrückbarer aber nicht näher bezeichneter Meinungsverschiedenheiten mit Bormann wieder aus.
Sein brutaler Führungsstiel, der sich gegen Kriegsende immer mehr gegen die eigenen Leute richtete, nach dem Motto mehr Angst im Rücken als von vorne und sein oft gnadenloeses Vorgehen ermöglichten ihm auf der anderen Seite eine taktische Kriegführung, die anderen Generalen Leben und Rang gekostet hätten und hatten. Wenn Schörner sich zurückzog, dann ging wohl auch nach Hitlers Meinung, nichts mehr.
Auch Goebbels notierte in seinem Tagebuch nur "löbliches" über Schörner.
Die Härte im Umgang mit seinen Soldaten, auch die Deviese Schweiss spart Blut war seine, und sein rabiates Vorgehen gegen Kriegsende brachten ihm den Namen "Blutiger Ferdinand" ein und seine Person auch bei seinen Mitgeneralen in Misskrediet. Die Nähe zum Nationalsozialismus tat ihr Übriges.
Am 15. Mai 1945 geriet er in zivil in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Ende des Monats Mai 1945 wurde er an die Sowjetunion ausgeliefert.und dort zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und war bis Ende 1954 in verschiedenen Lagern inhaftiert.[1] Am 15. Januar 1955 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Der Verteidigungsminister der Bundesrepublik F.J.Strauss bezeichnete Schörner als „Ungeheuer in Uniform“ und er erhielt erst 1963 vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke ein Teil seiner Pension gewährt.

Übrigens sei noch angemerkt, dass Schörner nachgesagt wird, dass er nie auf die Ausführung seiner Todesurteile bestanden oder deren Ausführung überprüft hätte. Ausserdem kümmerte er sich erwiesenermassen öfter um die Verbesserung der Lebensbedingungen und des Nachschubes seiner Soldaten. Natürlich vor dem Hintergrund der Kampfkrafterhaltung oder -verbesserung. Für einen General aber wohl eher ein normales Ansinnen.
Auch seine "Fahnenflucht" in Zivil ist streitig, denn schliesslich hatte die Wehrmacht schon einen Tag vorher offiziell kapituliert. Gab es da denn noch den Zwang in Gefangenschaft zu gehen? Seien Todesurteile gegen Fahnenflüchtige wurden alle VOR der Kapitulation verhängt. Ihm brachte das aber die Aberkennung der Pensionsberechtigung ein. Die Haftstrafe bekam er wegen Todschlages, also den Erschiessungen auf seinen Befehl hin.
Blutiger Ferdinand

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