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  • VersuchDatum29.10.2014 15:22
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Versuch

    Hm, bischen klein die Bilder

  • VersuchDatum26.10.2014 14:44
    Thema von Waldi44 im Forum Vorwort

    Wie man sieht, sieht man nichts ;)! Bin am Probieren......

    Ich habe eine größere Sammlung Zigarettenbilder Alben und Zigarettenbilder.
    Da sie teilweise schon recht alt sind und oftmals sich mit dem Militär beschäftigen, möchte ich mal versuchen, sie hier sinnvoll zu präsentieren.

  • RheinlandbastardDatum25.10.2014 13:32
    Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...
  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Schon vor dem Versailler Vertrag, also im Waffenstillstand von Compiègne vom 11. November 1918, musste die provisorische Reichsregierung einwilligen, dass Truppen der Siegermächte die linksrheinischen
    Gebiete und vier rechtsrheinische „Brückenköpfe“ mit je 30 Kilometer Radius um Köln, Koblenz, Mainz und 10 Kilometer Radius um Kehl besetzten. Ausserdem wurde das linksrheinische Gebiet sowie ein 50 km
    breiter Streifen östlich des Rheins zur entmilitarisierten Zone erklärt. Der Versailler Vertrag von 1919 wiederholte diese Bestimmungen, befristete die Anwesenheit der ausländischen Truppen aber auf 15
    Jahre, welche fünfzehn Jahre nach Inkrafttreten des Vertrags (10. Januar 1920) enden sollte.
    Die Verwaltung der besetzten Rheinlande unterstand der Interalliierten Rheinlandkommission mit Sitz beim Oberpräsidium der Rheinprovinz in Koblenz. Die Besetzung wurde zum 30. Juni 1930 vorzeitig beendet.
    Dem Versailler Vertrag entsprechend - und auch gemäß den Verträgen von Locarno, in denen das Deutsche Reich 1925 der Entmilitarisierung seines Staatsgebiets westlich einer 50 km östlich des Rheins
    gezogenen Linie freiwillig zugestimmt hatte - blieb dieses Gebiet in den Folgejahren entmilitarisierte Zone, bis es Hitler unter Bruch dieser Verträge am 7. März 1936 von der Wehrmacht besetzen ließ.
    Bewusst und unter Protest der eigenen Alliierten und anderer Staaten, stationierten die Franzosen schwarzafrikanische Kolonialsoldaten im Rheinland, wie die Turkos und die Tirailleurs sénégalais

    (Senegalneger).*
    1924**kalkulierten (deutsche) Statistiker bis zu 27 000 Mischlingskinder (andere Quellen sprechen von nur 400 bis 600), die im Reich "Rheinlandbastarde" genannt wurden.
    Ein schwedischer Pfarrer namens Liljeblad interessierte sich so sehr für das Phänomen, daß er eigens zu Studien an den Rhein reiste. Eines der Mischlingskinder, berichtete er später erstaunt, habe sogar
    "schwarze und weiße Streifen auf dem Rücken" getragen.
    Vorurteile und Rassenhaß nutzte Jahre später die Propaganda der Nazis aus. "Mulattenkinder" konnten nach Meinung des NS-Rassenforschers Hans Macco nur "durch Gewalt entstanden" sein, "oder aber die weiße
    Mutter war eine Dirne". Es bestehe daher, gutachtete Macco, "nicht die geringste moralische Verpflichtung gegenüber dieser fremdrassigen Nachkommenschaft".
    Folgerichtig wurde 1937 eine "Sonderkommission 3" beauftragt, "die unauffällige Sterilisation der Rheinlandbastarde durchzuführen". Schon zuvor waren etwa 400 Afro-Deutsche gegen ihren Willen sterilisiert
    worden. Vermutlich rührt die Zahl von "nur" 400 Mischlingskinder daher.
    Der bayrische Historiker Friedrich Hartmannsgruber entdeckte auch den Beweis, dass Hitler** persönlich die Sterilisation von 400 "Negerkindern" befahl. Es beginnt für 345 Jugendliche mit einem Termin beim
    Kölner Gesundheitsamt. Dort wartet ein Anthropologe. Wenig später werden sie noch einmal bestellt: Es sei ein Eingriff nötig. Als die Jungen und Mädchen aus der Narkose aufwachen, haben sie Schmerzen im
    Unterbauch. Man hat sie sterilisiert. "Sie waren Kinder schwarzer Franzosen", sagt Historiker Friedrich Hartmannsgruber. "Die sogenannten Rheinlandbastarde. Wie ich herausgefunden habe, gab Hitler
    persönlich den Befehl für die Zwangssterilisation." Wie viele andere Besatzungskinder zwangsoperiert wurden, ist nicht bekannt.
    Die meisten Schwarzen in Deutschland waren in dieser Zeit jedoch Kinder der deutschen Kolonisten in Afrika, die Kinder mit einheimischen Frauen hatten. Mit dem Verlust der Kolonien nach dem Ersten
    Weltkrieg – geregelt im Friedensvertrag von Versailles – kamen einige der Kolonisten mit ihren Familien nach Deutschland.

    *„Schwarze Schmach“

    "Einige der Besatzungstruppen stammten aus den Besitzungen und Kolonien Frankreichs in Afrika, wie die Turkos und die Tirailleurs sénégalais. Von deutscher Seite war bereits während des Ersten Weltkrieges
    der Einsatz schwarzafrikanischer Soldaten in Europa durch Frankreich als Affront und „Verrat an der Weißen Rasse“ angeprangert worden. Der zeitgenössische Rassismus nahm „Schwarzafrikaner“ kaum als
    Menschen wahr. Unter dem Schlagwort der „Schwarzen Schmach“ rief deshalb deren Präsenz in den Besatzungstruppen in der deutschen Öffentlichkeit eine besondere Empörung hervor. Es wurden zahlreiche Plakate,
    Karikaturen, Reden, Kolportageromane und Parlamentseingaben produziert, die ausmalten, wie schwarzafrikanische Soldaten, denen ein gesteigerter Sexualtrieb unterstellt wurde, deutsche Frauen
    vergewaltigten. Diese Kampagne, die in der Drastik der Darstellung der imaginierten sexuellen Gewalt mitunter pornographische Züge trug, lief vom Beginn der Besatzung 1919 bis zu ihrem Ende 1930, der
    Höhepunkt lag in den Jahren 1920/21: Die Satirezeitschrift Kladderadatsch veröffentlichte am 30. Mai 1920 zur Wahl des ersten Reichstags auf ihrer Titelseite eine Zeichnung, die einen braunschwarzen
    Gorilla mit französischer Uniformmütze zeigte, der eine weiße, statuenartige Frau fortschleppt. Die Bildunterschrift lautete: „Der schwarze Terror in deutschen Landen“. Ein weiteres Beispiel ist eine
    Medaillenprägung von Karl Goetz, die unter dem Titel „Die schwarze Schande“ auf der einen Seite den karikierten Kopf eines afrikanischen Soldaten, auf der anderen Seite eine an einen baumgroßen Phallus
    gefesselte (deutsche) Frau zeigt. Adolf Hitler beschrieb 1925 im zweiten Band seiner Programmschrift Mein Kampf die französische Stationierung von „Negern“ im Rheinland als eine gezielte Strategie von
    „Juden“, um durch die „dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren
    aufzusteigen“. Bekannt ist auch Erwin Reuschs Wahlplakat für die DNVP zur Reichstagswahl 1928, das einen wulstlippigen Afrikaner in französischer Uniform zeigte, der drohend über eine Rheinlandschaft
    starrt. Die Parole: „Locarno? Wählt deutschnational!“, sollte Wähler gegen die Verständigungspolitik von Außenminister Gustav Stresemann mobilisieren."

    **"Bereits 1923 begannen Regierungsstellen mit der Erfassung der Rheinlandkinder, 1933 ordnete Hermann Göring eine Überprüfung und Erweiterung der entsprechenden Listen an. Da eine legale Sterilisierung
    der Rheinlandkinder auf der Basis des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" nicht möglich war, wurde im Frühjahr 1937 mit ihrer illegalen Sterilisierung begonnen. Koordiniert wurde die Aktion
    durch die neu gebildete "Sonderkommission 3" im Gestapo-Hauptquartier. Ihr Überfallcharakter gab den betroffenen Jugendlichen keine Chance, sich zu wehren oder juristische Schritte einzuleiten. Bei 436
    enden die in den Aktenkopien enthaltenen "laufenden Nummern" der Schwarzen Deutschen Sterilisationsopfer. Die Zahl der tatsächlich sterilisierten Schwarzen Deutschen ist allerdings weit höher anzusetzen.
    Wie die Aussagen von Zeitzeugen belegen, war die Zwangsmaßnahme weder auf die Kinder französischer Kolonialsoldaten noch auf das Jahr 1937 beschränkt."

    *** "In Mein Kampf beschrieb Adolf Hitler die französische Stationierung von „Negern“ im Rheinland als eine gezielte Strategie von „Juden“, durch die „dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die
    ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren aufzusteigen“. In der nationalsozialistischen Rassentheorie wurden solche
    „Mischprodukte“ als „faulige Bastardbrut“ noch negativer beurteilt als die „gesunden, wenn auch primitiven und tiefstehenden Menschenkinder“ „unvermischter“ Bevölkerung Schwarzafrikas, vor allem aber
    wurden sie als Schwächung und Gefährdung der „germanischen Rasse“ gesehen und daraus die staatliche Pflicht abgeleitet, „einer weiteren Bastardierung grundsätzlich Einhalt“ zu gebieten. Dennoch wurden
    keine amtlichen Gesetze gegen die schwarze Bevölkerung oder gegen die Kinder der „Mischabstammung“ verordnet. Jedoch wurde eine inoffizielle Gruppe, die „Kommission Nr. 3“, eingesetzt, um das „Problem der
    Rheinlandbastarde“ zu „beheben“. Organisiert von Eugen Fischer und unter Beteiligung von Fritz Lenz wurde beschlossen, diese Kinder zu sterilisieren.
    Die Umsetzung des Programms begann 1937, indem lokale Beamte angewiesen wurden, über alle „Rheinlandbastarde“ unter ihrer Verwaltung zu berichten. Insgesamt wurden etwa 400 Kinder mit erfasster
    „Mischabstammung“ zwangssterilisiert. Da diese Sterilisierungen im Unterschied zu anderen Sterilisierungsprogrammen der Nationalsozialisten keine gesetzliche Grundlage hatten, waren sie auch damals schon
    illegal."

  • Ärmelband GibraltarDatum18.10.2014 17:56
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Interessant, wo deutsche Soldaten doch überall gekämpft haben und ausgerechnet auch für die Engländer in Amerika und man staunt nicht schlecht, sogar auf Gibraltar. Als Erinnerung daran gab es einen Ehrennamen "Gibraltar-Bataillon“, eine eigene Fahne, eine eigene Kokarde an der Bärenfellmütze und eben das Ärmelband.
    Das Ärmelband wurde ursprünglich vom britischen König Georg III. am 14. Oktober 1783 per Verordnung an mehrere kurhannoversche Regimenter verliehen. Unter Kaiser Wilhelm II. wurde diese Auszeichnung am 24. Januar 1901 er-neuert. Betroffen davon waren das Füsilier-Regiment Nr. 73, das Infanterie-Regiment Nr. 79 sowie das Jäger-Bataillon Nr. 10.
    Das Ärmelband war das einzige Traditionsabzeichen dieser Form vor 1918 in Deutschland. Es war blau und trug in für Unteroffiziere und Mannschaften gelben, für Offiziere goldenen Großbuchstaben die Aufschrift "GIBRALTAR". Die Mannschaftsausführung war mit Stofffaden gestickt, die Offiziersausführung in Metallfadenstickerei. Es wurde am rechten unteren Ärmel getragen. Bis Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Ärmelband auch an der Felduniform getragen.
    Im Füsilier-Regiment Nr. 73* diente übrigens der Heimatdichter Hermann Löns, der sich schon 48jährig freiwillig zum Kriegsdienst meldete und auch angenommen wurde. Später gehörte auch der Schriftsteller Ernst Jünger als Leutnant diesem Regiment an. Löns konnte aber nur einen Monat Dienst tun, dann ereilte ihn das Soldatenschicksal. Nach der (angeblichen) Identifizierung der Erkennungsmarke von Löns 1934 wurden die 1933 in Loivre in einem Einzelgrab bestatteten Gebeine auf Anordnung Hitlers unverzüglich in Frankreich exhumiert und nach Deutschland überführt. Dabei war nicht sicher geklärt, ob diese sterblichen Überreste wirklich die von Hermann Löns waren.


    Gibraltar

    * Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73

  • "Five minute ships", Datum06.10.2014 12:47
    Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Übersetzt: "Fünf Minuten Schiffe"!
    Eigentlich hat so ein Schiff, in der Regel auch ein Kriegsschiff, hat eine deutlich längere Lebenserwartung als nur 5 Minuten. Anders bei einem Schiff der "Pre-dreadnought Ära".
    Als 1906 die HMS "Dreadnough" (Fürchte nichts)in Dienst gestellt wurde, galten alle Großkampfschiffe aller Flotten als veraltet und die "Dreadnough" wurde für den Großkampfschiffbau zum Maß aller Dinge.
    Natürlich war es nicht ganz so dramatisch, wie es oft in Geschichtsbüchern geschildert wird. Die moderneren Großkampfschiffe der "Pre-dreadnought Ära" wurden nicht schlagartig zum Schrott und auch nicht die noch laufenden Neubauten von Linienschiffen aber die HMS "Dreadnough" bildete einen Meilenstein im Kriegsschiffbau.
    Schon lange vor der HMS "Dreadnough" zeichnete sich im Schiffbau eine Wende in Richtung "all big gun one caliber battleship" (alle großen Kanonen haben ein Kaliber). Das heißt aber nicht, dass es an Bord keine anderen Kaliber gab. So gab es nach wie vor kleinere Geschütze zur Nahverteidigung und Torpedoabwehr (22 davon gab es auf der HMS "Dreadnough"). Später dann auch noch Fla Geschütze.
    Schon seit 1903 tüftelte man unter Verzicht auf die mittleren Kaliber an ein "all big gun one caliber battleship" und dieser Gedanke fand schon bei einigen der neueren Linienschiffskonstruktionen (Großlinienschiff genannt)Berücksichtigung.
    Gleichzeitig mit dem Dreadnough tauchte ein weiterer neuer Schiffstyp auf, der Schlachtkreuzer. Er wurde nach dem nach dem Motto Lord Fishers gebaut: „Speed is the best protection“ (Geschwindigkeit ist der beste Schutz).
    In der Bewaffnung dem Dreadnough ähnlich oder gleich, verlieh im seine deutlich geringere Panzerung eine größere Geschwindigkeit, mit der er jedem stärkeren Gegner (einen Schlachtschiff etwa) entkommen konnte und gleichzeitig mit seiner weitragenden Artillerie jedem zwar stärkeren aber dafür langsameren Gegner (schwerer Kreuzer, weil stärker gepanzert) außerhalb dessen Reichweite beschießen und versenken konnte.
    Ach so: Wieso "Five minute ships"? Nun, weil man nach dem Auftauchen der HMS "Dreadnough" jedem Kriegsschiff der "Pre-dreadnought Ära", welches das Pech hatte einem Dreadnough im Kampf gegenüber zu stehen, theoretisch ganze fünf Minuten Überlebenszeit einräumte. Also gerade mal Zeit genug für das Manöver:"Alle Mann von Bord. Rette sich wer kann"!

  • PanzerschokoladeDatum06.10.2014 11:46
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Panzerschokolade

    DAS ist aber schon eher was für die Rubrik Satire, zeigt aber womit sich gelangweilte Beamte und Funktionäre so den ganzen Tag beschäftigen. Soll man doch die Toten im wahrsten Sinn des Wortes ruhen lassen.
    Nimmt man das Ernst, so haben die Franzosen 1940 nur verloren, weil die deutschen Soldaten gedopt waren und somit ist der Sieg der Wehrmacht über die Franzosen ungültig. Wenn das der Führer wüsste!

  • PanzerschokoladeDatum01.10.2014 17:05
    Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Dachte immer, die heißt so, weil sie entweder so dick oder hart wie Panzerstahl war oder eben nur für Panzerbestzungen. Naja, so kann man sich irren!
    Tatsächlich handelte es sich bei der im Landserjargon als "Panzerschokolade" bezeichneten bräunlichen (daher "Schokolade") Tablette um das Aufputschmittel Pervitin. Pervitin erhöhte die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit (auch von Panzerbesatzungen )und minderte Angstgefühle bzw erzeugte Euphoriegefühle.
    Auch Hitler nahm auf Anordnung seines Leibarztes Morell täglich Pervitin und heute firmiert die Droge in vielfacher Steigerung als "Crystal Meth". War der Führer also "bekifft" als er seine Befehle erteilte? Mitnichten!
    Dafür war die Dosierung zu gering, aber ohne ging es anscheinend auch nicht mehr.....

    Sachen gibt's:" Die Bundeswehr gibt das Mittel noch bis Anfang der 1970er Jahre an Soldaten aus und NVA-Grenzsoldaten führen es bis 1988 in ihrer Ausrüstung."




    Drogeneinnahme für das Vaterland

  • Deutsch als Amtssprache der USADatum30.09.2014 14:49
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Deutsch als Amtssprache der USA

    Sorry, wenn ich erst so spät antworte, aber soviel "Bewegung" in dem Forum bin ich nicht gewöhnt
    DAS ist im Moment wohl egal! Seine Beliebtheit ist sowieso im Keller!

  • Deutsch als Amtssprache der USADatum23.09.2014 16:03
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Deutsch als Amtssprache der USA

    Oha, Obama ein Schwob ! DAS werde ich morgen mal im Geschäft erzählen, mal sehen, wie die Schwoben darauf reagieren .
    Man sollte nicht vergessen, dass zB. der Kaiser die deutschen Schutzgebiete auch als gute Alternative zur Auswanderung nach Amerika ansah...allerdings war er da so ziemlich einsam . Außerdem gab es nach beiden Kriegen eine große Auswanderungswelle nach Amerika (USA). Da steigt der Anteil schnell.....

  • Deutsch als Amtssprache der USADatum22.09.2014 16:09
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Ein entsprechendes Gesetz soll nur an einer einzigen Stimme gescheitert sein. Der Mann, der die Wahl zugunsten von Englisch entschied, soll ausgerechnet deutscher Abstammung gewesen sein.

    So wie das Ungeheuer von Loch Ness taucht auch die so genannte Muehlenberg-Legende alle Jahre wieder auf und findet regelmäßig neue Freunde, die zu ihrer Verbreitung beitragen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn ihre Faszination wächst im gleichen Maße, wie Macht und Einfluss der USA wachsen.

    Wer war dieser Muehlenberg, und was hat es mit der Behauptung auf sich, die USA wären beinahe deutschsprachig geworden? Hat es jemals eine Abstimmung in den USA über die offizielle Landessprache gegeben? Oder gab es sie zumindest in einzelnen Bundesstaaten?

    Englisch war doch die Sprache der verhassten Kolonialherren, gegen die sich das amerikanische Volk im Unabhängigkeitskrieg erfolgreich aufgelehnt hatte. Wäre es da nicht vorstellbar, dass die jungen Vereinigten Staaten nach ihrer Gründung beschlossen, sich eine andere Sprache zu geben? Natürlich - vorstellbar ist vieles; Tatsache ist jedoch, dass eine Abstimmung über die Amtssprache der USA niemals stattgefunden hat, auch nicht auf regionaler Ebene.

    Doch wie alle Legenden hat auch diese einen wahren Kern: Am 9. Januar 1794 reichte eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia beim US-Repräsentantenhaus eine Petition ein, in der sie die Veröffentlichung von Gesetzestexten in deutscher Übersetzung forderten. Dies sollte den Einwanderern, die noch kein Englisch gelernt hatten, helfen, sich schneller mit den Gesetzen in der neuen Heimat zurechtzufinden. Doch der Antrag wurde vom Hauptausschuss des Repräsentantenhauses mit 42 zu 41 Stimmen abgelehnt. Der deutschstämmige, zweisprachige Sprecher des Repräsentantenhauses, Frederick Augustus Conrad Muehlenberg, der sich selbst bei der Abstimmung enthalten hatte, erklärte hinterher: "Je schneller die Deutschen Amerikaner werden, desto besser ist es."

    Dies führte bei den deutschen Siedlern zu einer gewissen Verbitterung, die den Nährboden für jene Legende bildete, die eine Generation später aufkam und als so genannte Mühlenberg-Legende Berühmtheit erlangte: 1828, so ging das Gerücht, habe es in Pennsylvania eine Abstimmung darüber gegeben, ob Deutsch neben Englisch zweite Amtssprache werden sollte. Der entsprechende Antrag sei mit nur einer Stimme überstimmt worden. Die entscheidende Stimme, die Deutsch verhinderte, habe ausgerechnet der deutschstämmige Parlamentssprecher Mühlenberg abgegeben.
    So lautet die Legende. Zwar machten die Deutschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen nicht unerheblichen Bevölkerungsteil im Staate Pennsylvania aus, doch war dieser nicht höher als ein Drittel. Auf die Gesamtpopulation der USA bezogen, lag der Anteil deutscher Einwanderer um 1830 gerade mal bei neun Prozent.
    Ungeachtet dessen sind zahlreiche deutsche Wörter ins amerikanische Englisch eingedrungen, und gelegentlich kommen sogar neue hinzu, wie "fahrvergnuegen" und "bremsstrahlung". Die berühmtesten "Germish"-Vokabeln betreffen deutsche und österreichische Spezialitäten; die schaurigsten stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wichtige Impulse stammten aus den Bereichen Hundezüchtung, Philosophie und Waffentechnik. Hier finden Sie eine kleine Auswahl: Deutschenglisch

  • Operation "Tannenbaum"Datum21.09.2014 13:57
    Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Am Montagvormittag des 12. August 1946, fragte der Hilfsankläger der Sowjetunion im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, Generalmajor G.A. Alexandrow, den ehemaligen Feldmarschall Erich von Manstein, der
    als Zeuge geladen war, ob ihm der Name "Jolka" etwas sage. Natürlich nicht, denn das war russisch. Aber auch mit der deutschen Übersetzung, "Tannenbaum" wußte Manstein nichts anzufangen. Alexandrow
    klärte Manstein daraufhin über das Unternehmen (auch Operation genannt) "Tannenbaum" auf:
    "Im Juli 1940 , nach dem Waffenstillstand mit Frankreich, hat General Halter, Chef des deutschen Generalstabes, den Stab der Armeegruppe von Leeb in Dijon besucht. General Halder stellte damals Leeb die
    Aufgabe, einen Plan für die Besetzung der Schweiz vorzulegen unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Schweizer Widerstand leisten. Dieser Plan wurde dann dem OKH unter einem Decknamen vorgelegt.
    Wissen Sie etwas darüber?".
    Mansteins Antwort:"Nein, ich war damals kommandierender General und bin im Sommer an die Kanalküste gekommen. Von diesem Plan habe ich nichts gehört."
    Generalmajor G.A. Alexandrow ließ es dabei bewenden und widmete sich anderen Fragen.....
    Mit seiner Unwissenheit stand und steht Manstein nicht alleine. "Unternehmen Tannenbaum" ist doch recht ubekanntes Unternehmen geblieben, dass über die Planungsphase nicht hinaus kam, ähnlich wie
    "Unternehmen Felix", die Eroberung von Gibraltar oder das "Unternehmen Herkules", die gelpante Eroberung Maltas durch eine groß angelegte Luftlandeoperation wie vorher auf Kreta.
    Beiläufig bekam ich in Gesprächen, die mein Stiefvater mit "Alten Kameraden" führte mit, dass seinerzeit in Volk und Wehrmacht man wohl meinte, Hitler habe sich aus Angst vor den zu erwartenden großen
    Verlusten nicht an die Schweiz gewagt. Schließlich habe ja "jeder Schweizer sein Gewehr im Schrank", jeder Pass und jeder Tunnel war verbunkert und die Schweizer würden anders als die Österreicher
    lieber kämpfen als sich "Heim ins Reich" holen zu lassen.
    Vom deutschen Oberkommando wurde die Schweizer Armee insgesamt zwar als Kampfwillig, dem deutschen Heer aber als „voll unterlegen“ angesehen. Sowohl die Führung der Wehrmacht, als auch die einfachen
    Landser fühlten sich dem Schweizer Heer haushoch überlegen und das fand auch im deutsche Soldatenliedgut seinen Ausdruck. Man sang gelegentlich: "....Und die Schweiz das Stachelschwein, die nehmen wir
    im Rückzug ein." Allerdings hatte man dann, als der Rückzug begann, besseres zu tun als die Schweiz einzunehmen. Ganz im Gegenteil: Viele waren froh, dass es sie noch gab, die Schweiz....

    Operation Tannenbaum.

    Noch am Tag der Kapitulation Frankreichs, begann der am 20. April 1940 wieder dem Generalstab zugewiese Hauptmann Otto-Wilhelm Kurt von Menges, am 25. Juni 1940 mit der Ausarbeitung für die "Operation
    Tannenbaum". Otto-Wilhelm Kurt von Menges erarbeitete in drei Fassungen den größten Teil des Planes. Da der Plan dann doch nie ausgeführt wurde, ist es müßig ihn näher zu erläutern. Erwähnen sollte man
    aber, dass ausgerechnet die Italiener an seiner Verwirklichung mitwirken sollten.
    Die Absicht in diesen Operationsplänen bestand darin, das Schweizer Mittelland als Durchgang nach Südfrankreich zu benutzen. Italiens Pläne sahen einen Einmarsch über die Pässe Splügen und Simplon vor.
    Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 15 italienische Divisionen an der schweizerischen Südgrenze, bereit zum Angriff auf die Schweiz. Insgesamt standen um die Schweiz 300.000 bis 500.000 Deutsche und
    Italiener. Die Schweiz hatte ca. 200.000 Mann zur Verteidigung. Die deutschen Militärs schätzten, die Besetzung der Schweiz würde 3 bis 5 Tage bis zu einer Linie zwischen den Berner und Glarner Alpen in Anspruch nehmen.
    Am 12. August 1940 gab es dann den "Fall Schweiz II" mit einer konkreten Aufteilung der Schweiz zwischen Deutschland und Italien.
    Passend zur Farbe des "Tannebaumes" wurde ein Fall "Grün" erarbeitet:Der Plan wurde am 26. August 1940 vom Oberkommando der Heeresleitung (OKH) in Auftrag gegeben. Es sollte dabei ein maximaler
    schweizerischer Widerstand angenommen werden, Sargans und Saint Maurice mit Fallschirmjägern besetzt und Bern am Ende eingeschlossen werden. Der Plan wurde vom Generalstab List ausgearbeitet.
    Das OKH plante in vorauseilendem Gehorsam schon mal für den Fall, der Führer befiehlt es, "auf Vorrat". Das erklärte auch Halder und andere führende Offiziere im OKH bei ihren Vernehmungen nach
    Kriegsende+.
    Man bedenke: Am 23. Februar 1937 gab Hitler in Berlin dem Schweizer Alt-Bundesrat Schulthess das Versprechen, keinen Angriff gegen die Eidgenossenschaft durchzuführen. Allerdings wussten die Herren im
    OKH, was von den Versprechen ihres obersten Kriegsherren zu halten war: Alles nur "Versprecher"!
    In deutschfreundlichen Kreisen verbreitet sich ab August 1940 parallel zum Guisan-Mythos* der Glaube an einen Endsieg der von ihnen bewunderten Wehrmacht. Carl J. Burckhardt an der Spitze einer
    deutschfreundlichen Delegation wurde nach Berlin entsandt (am 11. August 1939 besuchte er erstmals Hitler auf dem Berghof (Obersalzberg)) , "um eine Entspannung herbeizuführen und eine Zusammenarbeit
    ('collaboration') einzurichten."
    Am 3. August 1940 wurden achsenfreundliche Offiziere verhaftet, denen die Teilnahme an einer Offiziersverschwörung vorgeworfren wurde. Alle Offiziere wurden aus Mangel an politischer Reife "wohlwollend"
    disziplinarisch bestraft.
    Vor allem in der Deutschschweiz gab es Meinungsströmungen, welche die Ideen des Nationalsozialismus anhingen. Die „Fünfte Kolonne“ in der Schweiz, aus der der Gruppenleiter der schweizer NSDAP Wilhelm
    Gustloff sich** besonders hervor tat, bis er einem tödlichen Attentat in Davos, ausgeführt durch David Frankfurter, erlag.
    Am 8.8.1940 meldete der englische Gesandte Kelly über ein Gespräch mit Bundesrat Pilet-Golaz vom 5.August 1940, dass die Schweiz auf eine Kapitulation eingestellt sei.
    Kelly:
    "[...] Der Bundespräsident hielt mir am 5.August eine lange Rede, deren kurzer Sinn war, dass eine Verteidigung der Schweiz nutzlos wäre und bloss sinnlose Zerstörungen verursachen würde. Ohne es
    ausdrücklich zu sagen, vermittelte er mir den Eindruck, er würde sich dem bewaffneten Widerstand gegen eine Invasion widersetzen."
    Am 9. 8.1940 kam zwischen Deutschland und der Schweiz ein neues Wirtschaftsabkommen zustande. Der Bundesrat stimmt darin in einem Clearing-Abkommen*** gegen deutsche Kohle- und Eisenlieferungen,
    Lieferungen von "Eisen- und Stahlwaren" bzw. Kriegsmaterial, Maschinenteile , Aluminium und Präzisionswerkzeugen zu, sowie Uhrenmaschinen unbeschränkt und Werkzeugmaschinen.
    Daraus resultierte für die Exporte von 1939 bis 1943
    -- von "Eisen- und Stahlwaren" nehmen von 5,9 auf 107,3 Millionen Franken zu
    -- der "Maschinen- und Maschinenbestandteile" von 25,3 auf 156,6 Millionen Franken
    -- der "Instrumente und Apparate" von 3,7 auf 97 Millionen Franken
    1943 wurde im Export von "kriegswichtigen Waren" an das Dritte Reich eine Spitze von 425 Millionen Franken erzielt, wogegen an die Alliierten solche "kriegswichtigen Waren" nur im Wert von 17,8
    Millionen Franken geliefert wurden.
    Keitel meinte eher abfällig:
    "Was die Schweiz militärisch macht, ist zur Zeit ganz belanglos. Man kann sie nur wirtschaftlich abdrosseln." "Abdrosseln" der Schweiz bezieht sich unter anderem auf die Erpressung mit Kohle für die
    schweizer Heizungen und die Industrie. Kohle war eine "kriegswichtigen Ware", welche die Schweiz einführen mußte und viel Auswahl in Bezug ihrer Handelspartner hatten die Schweizer nicht.

    Die Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg

    Die Schweiz berief sich während des Zweiten Weltkrieges auf ihre bewaffnete Neutralität und ordnete die allgemeine Mobilmachung am 2. September 1939 an. Die Grenztruppen waren schon am 29. August
    aufgeboten worde.
    Im Heer fehlten sowohl Panzerabwehrmittel als auch weitgehend eigene Kampfpanzer. Die rückständige Motorisierung der Armee 1939 erschwerte Verschiebungen. Eine so statische Armee hätte im Mittelland
    einem hochgerüsteten Gegner wie Deutschland nicht viel entgegenzusetzen gehabt. Angesichts der Blitzkriegsiege erkannte das auch die Armeeführung.
    Allerdings sah man den Ereignissen nicht tatenlos zu. Kurz vor dem Krieg kaufte die Armee in letzter Minute in Deutschland noch 80 hochmoderne Messerschmittjäger. In eigenen Fabriken wurden zudem
    Jagdbomber und Aufklärer sowie französische Morane-Saulnier-Jäger in Lizenzproduktion hergestellt.
    Darüber hinaus stützte sich die Verteidigung der Schweiz auf "Maginoko" ("Mag-i-no-ko"). Die schweizer Soldaten waren an der Limmatstellung, der sogenannten "schweizer Maginotlinie" im Winter 1939/40 zu
    Festungsbauten verpflichtet. Die Soldaten an den Festungsbauten tauften die schweizerische "Maginot-Linie" in "Mag-i-no-ko"-Linie um: "Mag i nüme choo" ("mag ich nicht mehr kommen").
    Die Schweizer Armee war im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Neutralitätsschutzes in Luftkämpfe verwickelt****. So kam es 1940 während des Frankreichfeldzugs häufig zu Überflügen deutscher Kampfflugzeuge.
    Bei drei eigenen Verlusten schossen die Schweizer elf deutsche Maschinen ab, worauf Hermann Göring, Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, sehr verärgert reagierte. Der Schweizer Regierung wurden
    Sanktionen und massive Vergeltung angedroht. Darauf liess General Guisan bis zum Oktober 1943 Luftkämpfe grundsätzlich verbieten.
    Während des Krieges wurden 6.501 Grenzverletzungen gezählt, wobei 198 ausländische Flugzeuge in der Schweiz landeten. Weiter gab es auf dem Gebiet der Schweiz 56 Abstürze von ausländischen Flugzeugen.
    Die Schweizer Flugwaffe verlor in direkten Luftkämpfen vier Piloten und Besatzungsmitglieder
    "Irrtümliche" fiehlen alliierte Bomben auf Örlikon - Am 18.Mai 1943 fiehlen wieder "irrlümlich" britische Bomben auf Örlikon. Sie sollten eine Warnung an die Schweizer sein, ihre wirtschaftlichen
    (Kriegsmateriallieferungen an das Reich ) Beziehungen zum 3. Reich nicht übermäßig auszudenen. Bundesrat Pilet-Golaz bezeichnete im Namen des Bundesrats den britischen Bombenabwurf vom 18.Mai als:"[...]
    nicht absichtlich [...] .(denn) Absichtlich abgeworfene Bomben würden selbstverständlich für die Schweiz eine Kriegserklärung bedeuten."
    Die schweizer Politik und General Guisan lassen nun die Installation von Flugabwehr für die Industrieanlagen planen, mit Unterstützung des deutschen Staatssekretärs Weizsäcker und des Gesandten Köcher
    die für den direkten Objektschutz plädieren, was von Guisan aber wegen der direkten Bedrohung der Bevölkerung durch alliierte Bombenangriffe abgelehnt wird.
    Ab 1943 gelingt es den Alliierten die Brennerlinie zu bombardieren. Dadurch gewannen Gotthard und Simplon weiter an Bedeutung für den Transitverkehr. Die schweizer Armee hatte Befehl, die deutschen
    Güter und die Tunnels vor Sabotageakten zu schützen und befolgt diese Befehle auch noch bis Kriegsende.
    Im Sommer 1943 fliegt auf, dass deutsche Agenten das gesamte Reduit (Das Reduit ist ein verstärkter Verteidigungsbau, der zum Rückzug für die Besatzung diente, falls der vorgelagerte Verteidigungswall
    vom Feind überwunden wurde) der schweizer Alpen ausspioniert hatten. Ab Mitte 1943 kam dann die deutsche Spionage gegen die Schweiz entgültig zum Erliegen. Am 1.Juli 1943 zeigten die alliierten
    "irrtümlichen Bombenabwürfe" Wirkung und erste Beschränkungen im Exporthandel mit dem Reich traten in Kraft.

    Wirtschaftliche Verflechtungen

    Die Schweiz wurde nach der Besetzung der Benelux-Länder zur gesamteuropäischen Spionage-Drehscheibe. Ausserdem produzierte die schweizer Industrie absolut hochwertige Waffenteile, ohne die manches in
    der Wehrmacht nicht funktioniert hätte, zB die 20 mm Flak von Örlikon-Bührle, ein Exportschlager für das Deutsche Reich.
    Im Jahr 1941 soll Hitler von der Schweiz einen Kredit von einer Milliarde Schweizer Franken für den Russland-Feldzug erhalten haben.
    Die Schweiz wurde zur Krediterteilung in Höhe von 150 Millionen Franken an das Reich verpflichtet, so dass sich die deutschen Einkäufer quasi auswählen konnten, was die Schweiz für das Reich produzieren
    sollte. Die Schweiz bleibt unter den Neutralen für Hitler-Deutschland der verlässlichste Wirtschaftspartner bis fast zum Kriegsende. Die Clearing-Forderungen (Das Clearing ist ein Begriff für den
    Prozess der Auf- und Verrechnung gegenseitiger Forderungen und Verbindlichkeiten) wurden gegenüber den Finanzdollars bevorteilt, denn der Dollar wurde restrektiv bewirtschaftet, während der Waren- und
    Finanzverkehr mit der Achse liberal ausgestaltet waren. Aus Furcht einer Dollarschwemme wurde der Export von Uhrenteilen beschränkt, die Überschwemmung mit deutschen Gold und Raubgold wird großzügig.
    Nach Kriegsende beschuldigten die Siegermächte die Schweiz der Kooperation mit den Nationalsozialisten, denn u. a. wurden ca. 75 % der seitens Deutschlands für Einkäufe im neutralen Ausland
    erforderlichen Devisen durch Goldtransaktionen der Reichsbank über das Schweizer Bankensystem abgewickelt.
    Diese gingen meistens an Portugal für wichtige Kriegsressourcen. Der Ankauf von Gold war für die Schweiz ihrerseits wichtig, um die Landesversorgung zu sichern und um die Inflation gering zu halten.
    Dazu verkauften die Alliierten der Schweizer Nationalbank noch eine deutlich grössere Menge Gold als die Achsenmächte. Ein grosser Teil des deutschen Goldes war jedoch illegales Raubgold aus den
    deutschen Kriegszügen, insbesondere aus der Belgischen Nationalbank und der niederländischen Zentralbank, oder war gemäss Bergier-Kommission den Holocaust-Opfern abgenommen worden. Ersteres war der
    Leitung der Schweizer Nationalbank spätestens seit 1942 bekannt, letzteres jedoch nicht.
    Auf den Weltmeeren kreuzte eine stattliche Flotte von Handelsschiffen schweizerischer Reedereien, um Rohstoffe nach Europa zu bringen und diese z. B. vom Hafen Genua per Bahn in die Schweiz zu
    transportieren. Im Gegenzug liess die Regierung deutsche Güterzüge auf der Nord-Süd-Achse durch den Gotthard zwischen Italien und Deutschland verkehren.

    Juden und andere Emigranten

    Mit den Juden und Emigranten aus Deutschland und den von Deutschland besetzten Ländern hatte die Schweiz auch noch seine Probleme, mit denen sie aber nicht so großzügig umging wie mit dem Nazigold.
    Die Konferenz von Évian im Juli 1938 brachte keine Lösung für das Problem weswegen die Schweiz auf der Konferenz für die dauerhafte Aufnahme eines bestimmten Kontingents von Flüchtlingen sich nicht
    bereit erklärte und darauf bestand, lediglich ein Transitland zu sein und zu bleiben, weshalb nur Emigranten in die Schweiz einreisen durften, die glaubhaft machen konnten, baldmöglichst weiterreisen zu
    wollen und auch zu können (finanziel).
    Während des Zweiten Weltkrieges beherbergte die Schweiz – bei einer Gesamtbevölkerung von weniger als vier Millionen Einwohner – über kürzerer oder längerer Zeit insgesamt knapp 300.000 Schutzsuchende.
    Darunter fallen jedoch so unterschiedliche Kategorien wie internierte Militärpersonen (104.000), temporär aufgenommene Grenzflüchtlinge (67.000), Kinder auf Erholungsurlaub (60.000), Zivilflüchtlinge
    (51.000, von denen 21.300 jüdischer Abstammung waren), Emigranten (10.000) und politische Flüchtlinge (250). Der sogenannte „Ludwig-Bericht“ von 1957 geht von 10.000 Abgewiesenen aus, die Bergier-
    Kommission schätzt die Zahl der abgewiesenen Flüchtlinge auf 20.000. Der weltweit bekannte Schweizer Theologe Karl Barth ging davon aus, dass die Schweiz „an die 100.000 Flüchtlinge" abgewiesen habe.

    + Ebenfalls ohne Auftrag und Befehl Hitlers ließ Halder fast zeitgleich im Generalstab Planungen für den Angriff auf die Sowjetunion ausarbeiten und am 05. Dez. 1940 Hitler vorlegen. Am 18. Dez. wurde
    daraus der "Fall Barbarossa". Man beachte dabei: Am 24. August 1939 unterzeichnete Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der sowjetischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten
    Wjatscheslaw Molotow in Anwesenheit Josef Stalins und des deutschen Botschafters Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, einen auf zehn Jahre befristeten Freundschafts- und Nichtangriffsvertrag mit
    geheimen Zusatzprotokoll.

    * "Am 25. Juli 1940 versammelte General Guisan die Armeespitze auf der Rütliwiese. Der Rütli-Rapport begründete den Guisan-Mythos und prägte das Selbstbild der Schweiz.
    Guisan skizzierte die drei Elemente der neuen Landesverteidigung: die Grenzverteidigung, den Verzögerungskampf in Jura und Mittelland und die Verteidigung des Alpenraums — was im Kern der Rückzug des
    grössten Teils der Feldarmee ins Alpenréduit war.
    Aber auch Guisan, das Vorbild des Widerstands, hatte durchaus Sympathien für Mussolini gehegt und sich mehrfach für Beschwichtigungsmassnahmen gegenüber den Achsenmächten ausgesprochen."

    ** Gruppenleiters Schweiz der NSDAP Gustloff. Gustloff war an seinem 41. Geburtstag, dem Jahrestag der „Machtergreifung“, in Berlin gewesen. Nach seiner Rückkehr, am 4. Februar 1936, erschoss ihn der
    jugoslawische Medizinstudent David Frankfurter, Sohn eines Rabbiners, mit vier Schüssen aus einem Revolver in Gustloffs Wohnung in Davos.Die nationalsozialistische Propaganda erhob Gustloff zum
    „Blutzeugen der Bewegung“ und ließ seinen Sarg per Sonderzug ins Reich bringen.

    *** Verrechnungsabkommen. Vertragliche Vereinbarung zwischen Staaten, die aus dem gegenseitigen Grenzen überschreitenden Handels- und Dienstleistungsverkehr resultierenden Forderungen und
    Verbindlichkeiten durch Aufrechnung über z. B. bei den Zentralbanken geführte Verrechnungskonten zu verrechnen (zu saldieren) und nur die sich zu Gunsten bzw. zu Lasten der Partner jeweils ergebenden
    Salden auszugleichen, ggf. diese auch begrenzt zu kreditieren (Swing). International haben bilaterale Clearing-Abkommen an Bedeutung verloren, da multilaterale Verrechnungssysteme dominieren.

    **** Anders als andere "neutrale Staaten" wie die Niederlande und Belgien.

  • Die KriegsschuldfrageDatum18.09.2014 15:09
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Die Kriegsschuldfrage

    Ergänzend möchte ich noch anfügen: Oft wird die heimliche und dann offizielle Mobilisierung der russischen Armee als gerechtfertigter Kriegsgrund angegeben. Meine Meinung dazu ist aber, dass eine Mobilisierung die letzte Vorstufe zum Krieg ist, aber eben die "Vorstufe", wenn auch Vorletzte. Die letzte Stufe aber ist die Kriegserklärung selbst und die erging von den Mittelmächten an Serbien und Russland zuerst.
    Im Westen hatte der Kaiser wegen des Schlieffenplans einige Bedenken. England, das war gewiss, würde die Verletzung der belgischen Neutralität nicht tatenlos dulden. Aber als der Kaiser seinen Generalstabschef Moltke jr. nach einer Alternative befragte, musste dieser zugeben, dass es keine gab.
    Enttäuscht antwortete Wilhelm II.:"Ihr Vater hätte mir eine andere Antwort gegeben".

  • SM U15Datum25.08.2014 15:50
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Nachdem ich nun etliche "Letzte" präsentiert habe, auch mal einen Ersten. Aber es ist nicht immer positiv Erster zu sein ;)!
    Am 6. August 1914 lief SM (Seiner Majestät) U 15*, zusammen mit neun anderen U-Booten, unter Kapitänleutnant Richard Pohle, von Helgoland zu seiner ersten Feindfahrt gegen Großbritannien aus. Zwei Tage später, am 8. August, sichtete es die britischen Schlachtschiffe HMS Ajax, HMS Monarch und HMS Orion. Sein Torpedo verfehlte die Monarch. Das war die erste Kampfhandlung eines deutschen U-Bootes im Ersten Weltkrieg. Am nächsten Morgen, den 9. August wurde U 15 bei Fair Isle vom Leichten Kreuzer HMS Birmingham im Nebel überrascht. Es lag gestoppt und vermutlich war man wegen des lauten Hämmerns im Innern des Bootes, welches auf Reparaturarbeiten hindeutete, auf das Boot aufmerksam geworden. Gleichzeitig verhinderten diese Arbeitsgeräusche, dass man rechtzeitig auf die Birmingham aufmerksam wurde. Anscheinend aber hatte man auch die Wache an Deck vernachlässigt. Wohl wegen des Nebels.... Als der Kreuzer bemerkt wurde, war es schon zu spät. Die Birmingham eröffnete das Feuer auf das Boot, das sofort zu tauchen begann. Aber bevor U 15 tauchen konnte, wurde es von der Birmingham gerammt und ging mit der gesamten Besatzung in den "Keller"!
    Damit war U 15 das erste deutsche U-Boot, das im Ersten Weltkrieg verloren ging.



    *U15 wurde am 23. Februar 1909 in Auftrag gegeben und in der Kaiserlichen Werft Danzig auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 18. September 1911, die Auslieferung am 7. Juli 1912.

    Technische Daten

    U-Boot-Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
    U-Boot-Klasse: U 13 bis U 15
    Verdrängung: 540 Tonnen (über Wasser)
    635 Tonnen (unter Wasser)
    Länge: 57,88 m
    Breite: 6,00 m
    max. Tauchtiefe: 50 m
    Antrieb: Petroleummotoren 2 x 350 PS 2x250 PS
    E-Maschinen 2 x 550 PS
    Bewaffnung 2 Bugrohre/2 Heckrohre/ 6 Torpedos
    1 x 10,5 cm (Artillerie)
    Besatzung: 4 Offiziere, 35 Mannschaften
    Geschwindigkeit: 14,8 Knoten (über Wasser) 10,7 Knoten (unter Wasser)
    Einsätze: 1 Feindfahrt
    Erfolge: keine

    ....U15....

  • Drei Mal Scapa FlowDatum17.08.2014 17:28
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Bei der Nennung den Namens Scapa Flowfallen dem historisch bewanderten Zeitgenossen meist drei Fakten ein: Sitz der englischen Home Fleet, Internierungs- und Selbstversenkungsort der deutschen
    Hochseeflotte und Günther Prien mit U47, dem "Stier von Scapa Flow". Wer nun etwas mehr in die Geschichte vordringt, stößt noch auf zwei weitere deutsche U-Bootmänner, die sich an der Herausforderung
    "Scapa Flow" mehr oder weniger erfolgreich versucht hatten.
    Da war am 22./23 November 1914 Kaleu Heinz von Hennig mit SM U18. Im Fahrwasser eines Frachters gelang durch den Hoxa Sund in die Bucht von Scapa Flow einzudringen. Allerdings fand er sie leer vor, die
    Briten den Stützpunkt nur einen Tag zuvor geräumt hatten. Auf dem Rückweg wurde sein Boot von einem Bewcher (wohl ein Minenleger) entdeckt und mehrfach gerammt. Henning befahl die Selbstversenkung und
    ging anschließend mit der gesamten Besatzung in britische Gefangenschaft. Am 14. August 1915 gelang ihm gemeinsam mit zwei Kameraden die Flucht, er verpasste aber den Treffpunkt mit dem U-Boot, das ihn
    nach Deutschland zurückbringen sollte. Kurze Zeit später wurde er wieder gefasst und blieb bis Januar 1918 in Gefangenschaft, anschließend bis Dezember 1918 in den Niederlanden interniert.
    Der nächste der sich an Scapa Flow versuchte, war Oblt. z. S. Hans-Joachim Emsmann. Am 18. Oktober 1918 versuchte er mit SMS UB 116 und einer freiwilligen Offiziersbesatzung, in Scapa Flow einzudringen.
    Doch war der Hoxa Sound, den zuvor schon Henning erfolgreich durchquert hatte nicht wie erwartet frei von Netzen und Minen. Unterwasserhorchgeräte orteten die Schraubengeräusche des deutschen U-Boots
    und gegen 23:30 Uhr sichteten schließlich auch Suchscheinwerfer sein Sehrohr. Eine ferngezündete Minensperre zerstörte SMS UB 116.
    Vielleicht hätte Emsmann einen anderen Weg nehmen sollen, nicht den südlichen. Schließlich waren die Briten ja durch Hennings Raids vorgewarnt. Prien nahm später seinen Weg durch den Kirk Sund, die
    östliche Durfahrt nach Scapa Flow.
    Militärhistorisch besonders interessan ist Emsmann Einsatz weniger wegen seinem misslungenen Angriff auf die Flotte in Scapa Flow, sondern weil dieser Angriff im Rahmen der letzten geplanten Schlacht
    der deutschen Hochseeflotte gegen die Briten stattfand. Während aber die Hochseeflotte nicht mehr zur Schlachts auslief, fiehlen Emsmann und seine Männer. Ihr Auftrag war es gewesen, die englische
    Schlachtflotte zu schwächen um die Siegeschance der deutschen Hochseeflotte zu erhöhen. Wieviele Boote dafür im Einsatz waren und ob es nur freiwillige Offiziere oder generell Freiwillige aller Chargen
    war, weiß ich nicht.
    Der Angriff Priens ist eigentlich schon genug geschildert worden und muß es deshalb hier nicht noch mal. Aber eines sei noch erwähnt: Prien sprach in seinem Bericht von zwei Schlachschiffen, die beide
    Torpediert wurden. Das nördliche erhielt immerhin einen Torpedotreffer, das südliche, die HMS "Royal Oak" 3. Der Untergang der HMS "Royal Oak" wurde am 14 Oktober von der BBC bestätigt. Wen oder was nun
    der erste Torpedo getroffen hatte bleibt bis heute ein Rätsel. Bis zum heutigen Tag geben sich die Briten dazu typisch britisch bedeckt. Vier Schiffe kamen/kommen in Frage: HMS "Pegasus", HMS "Hood",
    HMS "Iron Duke" und das Flugzeugmutterschiff HMS "Pegasus".
    Das "Verschwinden" Priens um den 7. März 1941 konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Der Zerstörer HMS "Wolverine" und das U-Boot HMS "U A" (sagt mir aber nichts, stammt aus "Clausewitz 8/2014)
    kommen als Sieger über Prien und U47 in Frage.
    Aus eigenem Hörensagen kenne ich aber noch eine andere Vermutung, die damals hinter vorgehaltener Hand zum Verschwinden dieses öffentlichen Helden geäußert wurde: Er und seine gesamte Besatzung sein in
    ein KZ gebracht und dort ermordet werden. Warum? Keine Ahnung- das wusste auch mein Stiefvater nicht von dem diese Vermutung stammte.

  • Hunnen über LondonDatum13.08.2014 15:37
    Thema von Waldi44 im Forum Westfront

    Zu Kriegsbeginn verfügte Deutschland über 6 (unterschiedliche Quellen = unterschiedliche Zahlen) Zeppelin Luftschiffe (Z4-9), 1 Schütte Lanz Luftschiff (SL2), beim Luftschiffbataillon 2 ein so genanntes
    Militär Luftschiff (M4), ein Parseval Luftschiff (PIV) sowie 3 Zeppelin Luftschiffe der Deutschen Luftschiffarts AG (Delag), (Viktoria Luise), Hansa und Sachsen. Allerdings kam nur die "Sachsen" für
    militärische Einsätzte zur Verwendung. 4 dieser Schiffe kamen in den Westen, drei in den Osten und zwei befanden sich bei Kriegsausbruch noch in der Abnahme.
    Insgesamt wurden für Heer und Marine des Kaiserreichs zwischen 1914 und 1918 123 Luftschiffe in Dienst gestellt. Davon stammten 101 aus den Zeppelin-Werken. Schätzungsweise hatten die Zeppeline über
    5.000 Einsätze geflogen.
    Da aber schon gut ein Jahr vor Kriegsbeginn die Frage der Bauart der Luftschiffe zugunsten der Starrluftschiffe (Zeppeline) gefallen war und man seitens der deutschen Heeresleitung und auch des Kaisers
    den Zeppelinen eine große Bedeutung für den Kriegseinsatz zusprach, wurde schon frühzeitig eine größere Zahl von Starrluftschiffen für den militärischen Einsatz geordert. Dennoch dauerte es noch 9
    Monate, ehe tatsächlich der Stand erreicht wurde, wie man ihn schon zu Kriegsbeginn angestrebt hatte.
    Am 23. Sept. schließlich 1916 befanden sich 12 deutsche Kriegsluftschiffe auf einer Feindfahrt nach England. Durch den normalen Funkverkehr erfuhr der britische Marinenachrichtendienst in der Whitehall
    Room 40 von dem bevorstehenden Luftangriff. Da die Deutschen kurz vorher ihren Signalcode äderten, den die Briten erbeutet hatten, konnte man nur mutmaßen, wann und wo genau mit welchen Kräften der
    Angriff stattfinden sollte. Jedenfalls hatte man genug Information um einen allgemeinen Luftalarm auszulösen.
    Bereits am 31. Mai 1915 griff das Heeresluftschiff "LZ 38" unter dem Kommando von Major Erich Linnarz kurz nach Sonnenaufgang die britische Hauptstadt an und warf einige Bomben ab.
    Tatsächlich gab es schon damals eine aktive Luftverteidigung. Sie bestand swowohl aus Jagtflugzeugen, als auch Geschütz- und Scheinwerferbatterien- entlang der Küste und den Ballungsgebieten. Darüber
    hinaus galt in ganz Großbritannien ein striktes Verdunkelungsgebot. Bis zu diesem Zeitpunkt waren den Bombenangriffen der Zeppeline 413 Menschen zum Opfer gefallen. 113 davon allein in London. Da die
    Bomben wahl- und weitestgehend auch ziellos abgeworfen wurden, galten die Luftschiffer bei den Briten als "Hunnen", "Barbaren" und "Kindermörder".
    Drei der größten und modernsten Luftschiffe waren für einen Angriff auf London vorgesehen.
    L 31 Einsatzbereich:Marine Volumen:55.200 m³ Erstfahrt:12.7.1916
    L 32 Einsatzbereich:Marine Volumen:55.200 m³ Erstfahrt:08.8.1916
    L 33 Einsatzbereich:Marine Volumen:55.200 m³ Erstfahrt:30.8.1916
    Die Besatzungen dieser Luftschiffe rekrutierte sich aus freiwilligen der Marine. Schließlich hadelte es sich ja, im Gegenstz zu den Heeres Luftschiffen, um Marine Luftschiffe. Die für den Angriff auf
    London vorgesehenen Luftschiffe fuhren (Luftschiffe fahren im "Luftmeer" ähnlich wie Seeschiffe im Wassermeer), in 1.700 Meter Höhe und mit einer Geschwindigkeit von 80 Km/h. Die Höhe erbrachten 19 mit
    Wasserstoff gefüllte Gaszellen. Diese reichten aus um 70 Tonnen in die Luft zu heben. Das 198 Meter lange im Durchmesser 23,9 Meter messende Luftschiff wog 40 Tonnen, so daß eine Nutzlast von 25- 30 (je
    nach Temperatur und Luftdruck) Tonnen blieb. 20 Mann a 79 Kg , 6,6 Tonnen Benzin in 30 Alutanks. 600 Liter Schmieröl, 450 Kg Waffen und Munition und schließlich noch 10 Tonnen Ballastwasser mußten von
    der Bombenzuladung abgezogen werden.
    Der Bombenschacht dieser Schiffe befand sich mittschiffs. In ihm lagen pro Schiff: vier 6 Zentner (zus. 300 Kg) Bomben, 40 Sprengbomben a 58 Kg und 60 Brandbomben zu je 11 Kg und die 6,6 Tonnen Benzin
    reichten für 21 Stunden Fahrt.
    Über Belgien fahrend erreichten die Luftschiffe in der Abenddämmerung die Kanalküste. Nach Einbruch der Dunkelheit trennen sich die Schiffe und jedes nimmt für sich Kurs West.
    L33 unter Kapitänleutnant der Reserve Alois Böcker nahm direkten Kurs auf London. Schon an der Themsemündung wird sein Luftschiff von feindlichen Zerstörern beschossen. Dann überfährt er die schweren
    Geschützbatterien östlich von London. Um die auf Sicht feuernden Gegner zu blenden, wirft er zwei mal an Fallschirmen schwebende Magnesiumfackeln ab und läßt Ballast ab. Obwohl er danach auf über 3.900
    Meter Höhe stieg, verstummte das feindliche Feuer nicht.
    Dann entschließt er sich, seine Bomben abzuwerfen. Wo genau wußte er nicht. Er wußte nur, dass er sich irgendwo über Osten Londons befand. Er traf mit seinen Bomben unter anderem ein Holz- und ein
    Öllager. Beide brannten lichterloh. Aber auch um das Luftschiff wurde es taghell. 30 Scheinwerfer und mehr hielten das Luftschiff in ihren Lichtkegeln fest. Die Gaszellen wurden von den Splittern der
    Nahtreffer förmlich durchsiebt ohne aber in Brand zu geraten. Eigentlich ein Unding aber so war es eben....
    Danach wurde das angeschlagene Luftschiff noch von britischen Flugzeugen mit 76mm Leuchspuhrmunition und Sprengpatronen beschossen. Die Benzintaks wurden getroffen und liefen aus. Die MG Schützen des
    Zeppelin ihrerseits wagten es nicht zurück zu schießen. Die Angst die Benzindämpfe und das allgegenwertige Gas zu entzünden war zu gross.
    Wie durch ein Wunder überlebten alle das Inferno und L33 konnte den Ort des Geschehens verlassen. Aber aus dem einstmals stolzen Luftschiff war ein tödlich angeschlagenes Wrack geworden, dass schnell an
    Höhe verlor und innerhalb von nur vier Minuten um 900 Meter sank.
    Alles was nicht niet- und nagelfest war flog über Bord. Ein ähnliches Verhalten wie auf einem sinkenden Wasserschiff. Dem Segelmacher(!) und seinen Gehilfen gelingt es nicht die vielen Löcher in den
    Gaszellen zu stopfen. Um 1:30 wird der letzte Funkspruch abgesetzt ehe auch das Funkgerät über Bord fliegt. Um es kurz zu machen, das Luftschiff "strandete" und die 22 köpfige Beatzung überlebte und
    setze dann die Reste von L33 eigenhändig in Brand.
    Die Hoffnung die Küste zu erreichen und vielleicht per Boot über die Nordsee die deutsche Küste, zerschlug sich schnell und endete in einem britischen Kriegsgefangenenlager.
    Nun waren es noch zwei...
    Diese beiden Zeppeline hatten einen westsüdwestliche Kurs eingeschlagen. Um 10:45 Uhr erreichten sie Dungeness Point, eine Landspitze mit Kiesstrand im Gebiet der Romney Marsh in Kent, Südengland. Von dort
    steuerten sie London an. L31, das Führungsschiff der kleinen Gruppe wurde von dem erfahrenen (3 Dienstjahre bei den Luftschiffen, vormals Torpedobootskommandant.) Kapitänleutnant Heinrich Mathy (Geboren
    4. April 1883 in Mannheim) befehligt.
    Dieser hatte mit der Bombardierung Londons schon einige Erfahrung sammeln können. Bei seinem ersten Angriff auf London blieb es zwar nur bei dem Versuch, schlechtes Wetter zwang ihn zur Umkehr. Am 8.
    September 1915, fuhr er mit L13, einen neuerlichen Angriff gegen London und verursachte durch eine von ihm ausgelöste Feuersbrunst im Stadtzentrum großen Schaden von etwa 500.000 Pfund (10 Millionen
    Goldmark). Außerdem fanden 22 Zivilisten und 1 Pilot eines Anfangjägers den Tod. Dutzende weitere Menschen wurden mehr oder weniger schwer verletzt, sowie zwei der berühmten Londoner Doppeldeckerbusse
    zerstört.
    In der Nacht vom 24./25. August 1916, attackierte er wieder mit L31 London. L31 wurde bei der Landung nach diesem Einsatz beschädigt und mußte repariert werden.
    All diese Angriffe führten bei ihm zu der Auffassung, die Luftverteidigung südlich von London sei der schwächste Punkt dieser Verteidigung. Daher näherten sich beide Schiffe von Süden her der englischen
    Hauptstadt.
    Die Außentemperaturen, für die Tragfähigkeit und somit auch Flughöhe eines Zeppelins von großer Wichtigkeit, betrug in der Flughöhe von L31, 3.300 Meter, 4 Grad Celsiuns. Um größere Flughöhe zu
    erreichen war es zu warm und man sah sich gezwungen den Zeppelin zu leichtern. Zwei Benzintaks gingen von Bord und vier der 60Kg Bomben wurden auf den Leuchtturm von Dungeness abgeworfen, den sie jedoch
    verfehlten. Auch einige MG's nebst Munition gingen über Bord. L31 war unterdessen vermutlich wegen Motorenprobleme schon weit zurück geblieben, währen L31 unverzagt gen London fuhr...denn wir faaaahren,
    denn wir faaahren, denn wir fahren gegen Engeland.... ach nee, das war dann wohl etwas später ;)!
    L31 folgt einer der Haupteisenbahnlinien, die wie die Fäden eines Spinnenetzes alle auf London zu liefen. Darüber hinaus konnte er auch schon die von L33 entfachten Brände in der Stadt erkennen. 0:20
    Uhr befindet sich L31 über Croydon. Croydon liegt im Süden von London und ist der bevölkerungsreichste aller Stadtbezirke und war/ist ein wichtiges Industriegebiet für die Metallbearbeitung (heute auch
    Automobilbau). Die meisten der Bomben fallen in die Arbeiterwohnviertel südlich der Themse.
    Nachdem die vier Tonnen Bomben das Schiff verlassen hatten, stieg es auf 4.000 Meter und mit der Höchstgeschwindigkeit von 104 Km/h fuhr L31 nach Norden. Bodennebel verdeckte ihn vor den dortigen
    schweren Luftabwehrgeschützen. Bei Great Yarmouth erreichte er mit seinem Schiff um 02:15 die Küste und somit die offene See. Sein Mut und sein können fanden in den Akten der Home Forces seinen
    Niederschlag aber auch die Wut darüber, dass er so schadlos entkommen war......
    Nun war es nur noch einer....
    Das Ende von L32 kam schnell. Werner Peterson, Kommandant von L32 hatte hiner Mathy etwa eine Stunde Verspätung. Man vermutete wegen Motorschaden. Irgendwie war er auch vom Kurs abgekommen und erreichte
    die Themse etwas 12 zwölf Meilen östlich von London. Die durch die vorherigen Angriffe gewarnte Luftabwehr hatte L32 sofort im Visier ihrer Scheinwerfer und Flakgechütze. Vermutlich waren die
    Jagdflugzeuge ohnehin schon oder noch im Luftraum über London. Anders als L33 fing L32 sofort Feuer. Zwar konnte man noch seine Bomben ziellos abwerfen aber das Schicksal des Luftschiffes und seiner
    Beatzung war besiegelt.
    Kometengleich mit feurigem Schweif stürtzte der Zeppelin aus 3.900 Meter Höhe ab. Bei Little Burstead, Essex, nordöstlich von London krachte das glühende Wrack zu Boden. Die Überreste von 21
    Besatzungsmitgliedern fand man in den zertrümmerten Überresten der Gondeln. Nur die Leiche von Leutnant z.See Karl Brodrück fand man weiter entfernt vom Wrack. Er war lieber in den sicheren Tod
    gesprungen, als lebendig zu verbrennen. Die Besatzung wurde zunächst in Burstead begraben, bis ihre sterblichen Überreste umgebettet wurden. Zusammen mit den Besatzungen von SL11, L31 und L48, fanden
    sie auf dem Friedhof Cannock Chase in den 1960er Jahren ihre letzte Ruhestätte.
    Aber auch dem vermeintlichen Glückspilz Mathy ereilte nur wenige Wochen nach seinem Sieg das Schicksal. Am 1. Oktober 1916 kommandierte Mathy L31 auf seiner letzte Mission - ein Bombenangriff auf
    London. Während dieses Angriffs wurde sein Luftschiff von 2nd Lieutenant Wulfstan Tempest (Royal Flying Corps) in einem BE2c Flugzeug angegriffen. Er landete einige Treffer. Diese entzündeten das Gas im
    Luftschiff, das in Flammen, wie L32 am Hadley Wood, in der Nähe von Potters Bar (nördlich von London), zu Boden ging. Auch Mathy soll aus dem brennenden Schiff gesprungen sein. Sicher hatte er sich
    schon lanmge vorher über genau diesen Moment gedanken gemacht, denn:"...Unsere Nerven sind durch Misshandlung ruiniert. Wenn jemand sagen sollte, dass er nicht durch Visionen von brennenden Luftschiffe
    verfolgt wurde, dann wäre er ein Aufschneider."

    Quellen
    Deutsche Marineluftschiffe 1912-1918, Douglas H. Robinson
    Unsere Luftstreitkräfte 1914-1918, Vaterländischer Verlag 1930, Berlin

  • Die Geheimverträge der EntenteDatum28.07.2014 13:27
    Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Als Hindenburg und Ludendorff die Reichsregierung ultimativ aufforderten auf der Grundlage der vierzehn Punkte von Wilson Waffenstillstandsbedingungen auszuhandeln, verhielten sich die Westmächte
    erstaunlich zögerlich und man erhielt als Antwort immer neue Veränderungen und Forderungen zu den vierzehn Punkten. Als dann die Verhandlungen endlich stattfanden, war vom ursprünglichen Inhalt der
    vierzehn Punkten wenig geblieben.
    Die Alliierten hatten mehr Mühe untereinander einen Verhandlungsstandpunkt gegenüber den Besiegten zu finden als mit den Verlieren des Krieges zu verhandeln. Der Krieg und die gemeinsamen
    Kriegsanstrengungen hatten diverse Meinungsverschiedenheiten unter "dem Deckel" gehalten. Nun war der Krieg vorbei und das Gerangel um die Beute begann. Das erste Opfer war Wilson und seine 14 Punkte.
    Was Wilson erst bei Verhandlungsbeginn erfuhr, war die Existenz verschiedener bereits 1916 abgeschlossene Geheimverträge.
    Zuerst war da der Londoner Vertrag vom 26. April 1916. In diesem Vertrag wurden dem bisher neutralen Italien Gebietsgewinne an seinen nördlichen und nordöstlichen Grenzen auf Kosten Österreich Ungarn
    versprochen. Eine Forderung der Irredentisten! Versprochen wurde ihnen das Trentino und Südtirol bis zum Brenner. Triest, die Markgrafschaften Görz und Volosca, Istrien und große Teile Dalmatiens sowie
    etliche nordadriatischen Inseln. Nicht versprochen wurde ihnen Fiume (Rijeka um das es dann mit dem Königreich Serbien auch prompt zu schweren Rangeleien kam). Aber die volle Souveränität über die
    Inselgruppe des Dodekanes. Eine griechische Inselgruppe im östlichen Mittelmeer, die im Rahmen des Vertrages von Lausanne 1923 von der Türkei an Italien abgetreten wurde und bis 1943 „Italienische
    Ägäis-Inseln“ hieß.
    Des weiteren wurde ihnen ein angemessener Anteil an der Beute des noch zu zerschlagenen Osmanischen Reiches versprochen. Genaues wurde dann im Vertrag von Sèvres im Jahre 1920 formell geregelt und
    besiegelt.
    Der zweite Geheimvertrag, benannt nach dem britischen Unterhändlern Sir Mark Sykes und dem französischen Diplomaten Georges Picot (französischer Generalkonsul in Beirut), Sykes-Picot-Abkommen, legte die
    territoriale Aufteilung des Osmanischen Reiches fest. Danach erhielt Frankreich Syrien und den Libanon und eine Einflusszone um das ölreiche Mosul. England bekam Bagdad und Basra und die angrenzenden
    Gebiete, sowie die am Mittelmeer gelegenen Städte Akko und Jaffa. Das Schicksal des übrigen Palästina blieb offen. Es wurde unter internationale Verwaltung gestellt. Von einem arabischen Staat, wie man
    ihn den Arabern versprochen hatte, wenn sie sich gegen die Türken erhoben, war nirgendwo die Rede (Lawrence von Arabien). Dieses Abkommen trat am 16. Mai 1916 offiziell in Kraft.
    Ähnliche Geheimverträge gab es seit 1916 auch mit Rumänien und seit 1917 mit Griechenland. Pikanter weise wurde die Existenz dieser Verträge erst bekannt, als die siegreichen Bolschewiken die
    zaristischen Archive sichteten.
    Rumänien wurde im Geheimvertrag mit der Entente vom 17. August 1916 die Annexion Siebenbürgens, der Bukowina und des Banats, die alle mehrheitlich rumänisch besiedelte waren aus der Erbmasse
    Österreich-Ungarischer zugesagt (unvereinbar mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker). Daraufhin erklärte Rumänien Österreich-Ungarn am 27. August 1916 den Krieg.
    Genau genommen wurden die Amerikaner und Wilson vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie durften für die Franzosen und Engländer den Krieg gewinnen und wurden dann bei den Verhandlungen faktisch kalt
    gestellt.
    Aber immerhin hatten die Amerikaner durch den Sieg ihre Kriegskredite gerettet....
    Die Verbündeten England, Frankreich und Russland hatte für das Kriegsende schon lange vor diesem, rein machtpolitische Entscheidungen aus rein nationalen Interessen getroffen, die mit dem
    Selbstbestimmungsrecht der Völker, wie es Wilson forderte, nichts gemein hatten.

  • Das KriegsabzeichenDatum20.07.2014 16:28
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Am 1. Februar 1918 sprach Kaiser Wilhelm II.:"Ich will für die U-Bootbesatzungen Meiner Marine in Anerkennung ihrer während des Krieges erworbenen Verdienste ein besonderes Kriegsabzeichen stiften...."
    und das Kriegsabzeichen ward geboren. Genauer gesagt; das U-Bootkriegsabzeichen.

    In der Version von 1918 steht die Reichskrone von 1871 über einem gebundenen Lorbeerkranz, gehalten im traditionellen Gold der Marine. Sowohl das U-Bootkriegsabzeichen der Kaiserlichen Marine, als auch
    der späteren Kriegsmarine hatten eine querovale Form. Alle weiteren Kriegsabzeichen eine hochovale. Ausgezeichnet werden konnten alle Besatzungsmitglieder und alle Dienstgrade, die mindestens 3
    Feindfahrten unternommen und sich besonders bewährt hatten. Bei Verwundungen waren Ausnahmen gestattet. Bei der Kriegsmarine waren dann auch 2 Feindfahrten mit zusammen mindestens 150 Seetagen
    ausreichend. Wartestellungen oder Posten der U-Boote vor der eigenen Küste galten nicht als Feindeinsatz, denn "...der vor dem Feind tätigen U-Boote" bestimmte seine Majestät. Über die Einsätze mussten
    Listen geführt werden die zur Verleihung herangezogen wurden. Das Abzeichen war nach dem Ausscheiden aus der Kaiserlichen Marine nicht rückgabepflichtig. Allerdings durfte immer nur das aktuelle
    Abzeichen getragen werden. Das heißt, das bei der Versetzung von einem Zerstörer, man das Zerstörerkriegsabzeichen (der Kriegsmarine), so man es besaß, nicht tragen durfte, sondern warten mußte, bis man
    das U- Bootkriegsabzeichen verliehen bekam. Behalten durfte man sie aber alle (daher nicht Rückgabepflichtig!).Die Verleihungszahlen werden zwischen 4500 und 5000 geschätzt (Kaiserliche Marine). Als
    Hersteller werden Wilhelm Deumer, Steinhauer & Lück und Paul Meybauer angegeben. Andere Quellen halten den Künstler W. Schott für den Hersteller (Kaierliche Kriegsmarine).
    Es wurden Abzeichen in Bronze vergoldet und später in Kriegsmetall vergoldet hergestellt.

    Das U-Bootkriegsabzeichen (1939) wurde am 13. Oktober 1939 vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Großadmiral Erich Raeder gestiftet. Es konnte an alle Besatzungsmitglieder der U-Boote verliehen werden,
    wenn diese mindestens zwei Feindfahrten im U-Boot-Krieg nachweisen konnten. Dönitz selbst trug das U-Bootkriegsabzeichen (1939) mit Brillanten am Revers sowie das U-Boot Kriegsabzeichen von 1918.

    Das Flotten-Kriegsabzeichen wurde am 30. April 1941 vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Großadmiral Erich Raeder gestiftet. Es konnte an alle Besatzungsmitglieder, einschließlich der im Kampf
    gefallenen oder verstorbenen Soldaten, der eingesetzten Schlachtschiffe und Kreuzer (Dickschiffe) verliehen werden.
    Die Scharnhorst diente als Vorlage.

    Das Zerstörerkriegsabzeichen wurde annähernd zum Jahrestag der Vernichtung von 10 Zerstörern während der "Weserübung" am 13. April 1940 in Navik, am 30 März 1941 vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
    Großadmiral Erich Raeder gestiftet. Ursprünglich sollten es nur die lebenden und toten Teilnehmer der "Zerstörergruppe Narvik" erhalten. Den Angehörigen der damals Gefallenen wurde das Kriegsabzeichen
    nebst Narvikschild posthum mit der Post zugeschickt.
    Der auf dem Abzeichen abgebildete Zerstörer, ist vom berliner Graphiker Paul Casberg, dem auf einem Gemälde vom bekannten Marinemaler Claus Bergen abgebildte Zerstörer Z 21 "Wilhelm Heidkamp"
    nachempfunden.
    Am 12. August 1940 wurden die Bedingungen für die Verleihung der Zerstörerkriegsabzeichen von Großadmiral Erich Raeder dahin gehend geändert, dass:"In Anerkennung der hervorragenden Leistungen der
    Schnellboote ordne ich an, dass das Zerstörer-Kriegsabzeichen nunmehr auch an Schnellbootbesatzungen, die sich bei Angriffen gegen den Feind bewährt haben, verliehen werden kann."

    Das Schnellboot-Kriegsabzeichen wurde am 30. Mai 1941 vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (OBdM) Großadmiral Erich Raeder gestiftet.

    Das Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände wurde am 31. August 1940 durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Erich Raeder, gestiftet. Es konnte an alle
    Besatzungsmitglieder von Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbänden bei Erfüllung der vorgegeben Aufgaben bzw Einsätze verliehen werden. Eine Verleihung postum war hier ausgeschlossen.
    Das Kriegsabzeichen für Hilfskreuzer wurde am 24. April 1941 durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Großadmiral Erich Raeder gestiftet und konnte an bewährte Besatzungen der im Kreuzerkrieg
    eingesetzten Hilfskreuzer verliehen werden.

    Neben diesen rein militärischen Kriegsabzeichen, gab es noch ein Kriegsabzeichen, das sich sowohl in der Farbe, als auch dem Verleihungsgrund von den anderen unterscheidet: Das Abzeichen für erfolgreiche
    Blockadebrecher. Statt des Eichen- bzw Lorbeerkranzes, umgab eine silberne Sperrkette das Hochoval. Diese wurde vom stilisierten Schnelldampfer "Bremen", in Silbergrau gehalten, stellvertretend für alle
    anderen Sperrbrecher, in rauschender Fahrt durchbrochen.

    Zu JEDEM Kriegsabzeichen gehört(e) eine Verleihungsurkunde.

  • Diese JU 52 war nicht die Einzige in Spanien erbeutete deutsche Maschine. Daneben gab es noch eine He 111.
    Dieses Flugzeug war am 17. Dez. 1937 zu einem Bombenangriff auf republikanische Stellungen bei Teruel gestartet und musste schon wenig später wegen Motorschadens notlanden. Die Besatzung geriet in Gefangenschaft und das insgesamt recht intakte Flugzeug wurde von französischen und sowjetischen Spezialisten vor Ort gründlich untersucht. Per Schiff wurde der Bomber dann in die Sowjetunion gebracht, wo er am 25. Mai 1938 eintraf.
    Unter dem Codenamen "Samoljot 31" (S-31) wurde er dann nach Reparatur auch im Flugbetrieb ausgiebig getestet.
    Die Testergebnisse waren wie folgt: Die Flugeigenschaften, an einem Flugzeug wohl das Wichtigste, waren durchweg ausgezeichnet und die Bedienbarkeit so gut und einfach, dass auch weniger qualifizierte Piloten den Bomber gut und sicher fliegen konnten.
    Im Gegensatz dazu wurde er von den Sowjets als sehr langsam und mit nur geringer Reichweite eingeschätzt, der zudem gute und große Fluglätze benötige. Am Boden war die Maschine träge, schwerfällig und hatte ungenügende Bremsen.
    Als gut hingegen betrachtete man die große verglaste Kanzel.
    Beeindruckt war man von elektrisch verstellbaren Propellern und den selbstdichtenden Tanks. Beides hatten die Russen nicht oder es befand sich noch im Experimentierstadium. Die Bewaffnung (MG 15) galt als veraltet und der untere Bombenschütze verfügte aus Platzmangel über keinen Fallschirm und war bei harten Landungen extrem gefährdet.
    Das Bombenzielgerät wurde umgehend nachgebaut und kam später gegen die deutschen Truppen zum Einsatz und auch für die senkrecht installierten Bombenkästen sprachen die Experten eine Empfehlung aus, sie für zukünftige Projekte zu berücksichtigen- was man auch tat.
    Wie gut man das Flugzeug kannte, beweist der Umstand, dass man eine andere He 111 die auf sowjetischen Gebiet notlanden musste, lediglich Fotografierte und sie dann ohne weitere Untersuchungen wieder zurück fliegen ließ.

    Quelle: Klassiker der Luftfahrt 5/14

  • Die "Goeben"Datum16.07.2014 17:27
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Die "Goeben"

    Hier ein kleiner Nachtrag:
    In ihren langen Leben nahm die "Goeben" an insgesamt 17 Artilleriegefechten teil und überstand 60 Luftangriffe. Sie teilte Schläge aus, musste aber auch welche einstecken. So sechs Treffer mit 30,5 cm Geschützen, fünf Minen- und zwei Bombentreffer. Der damals 61 Jahre alte Schlachtkreuzer wurde für 19,5 Millionen Lira zur Verschrottung verkauft.
    Dabei fielen rund: 5.480 Tonnen Panzerstahl, 11.914 Tonnen Stahlschrott, 178 Tonnen Kupfer, 504 Tonnen Messing, 135 Tonnen Kabelschrott, 177 Tonnen Holz und weitere 640 Tonnen anderer Metallschrott an. Außerdem 1.568 Tonnen unverwertbarer Restmüll.
    Der Gesamtwert des Schrottes lag bei etwa acht bis neun Millionen DM. Für diese Summe oder alternativ im Tausch gegen das Segelschulschiff "Gorch Fock", hätte die damalige Bundesregierung das ansonsten gut erhaltene Kriegsschiff erwerben können.
    Übrigens war die "Goeben", natürlich als "Yavuz", als Hull Number B70, kurzzeitig sogar Bestandteil der NATO Flotte, als die Türkei 1952 der Nato beitrat.

    Quelle: SCHIFFclassic 3/2014

  • Eiserner HalbmondDatum16.07.2014 17:09
    Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Diese Bezeichnung erinnert tatsächlich an das deutsche Gegenstück, das Eiserne Kreuz. Es ist die letzte während es 1. Weltkrieges vom Osmanischen Reich gestiftete Auszeichnung und wurde wie das EK.I getragen. Diese Auszeichnung wurde am 1. März 1915 durch Sultan Mehmed V. gestiftet und an einem rot weißen Band getragen. In Typisch orientalischer Manier gibt es dieses Orden in den verschiedensten Ausführungen und teilweise recht frei gestaltet. Die Engländer nennen das Teil "Gallipoli-Stern". Es gibt auch eine zivile Variante von dem guten Stück.
    Interessant für uns ist an diesem Orden aber die Tatsache, dass er an viele deutsche Besatzungsmitglieder der "Goeben" und "Breslau" verliehen wurde.


    Eiserner Halbmond

  • Cher AmiDatum28.06.2014 13:32
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Cher Ami

    Der Erste Weltkrieg gilt als der erste moderne Krieg der Neuzeit. Obwohl sich Historiker darüber durchaus nicht einig sind. Fakt jedenfalls ist, dass währen dieses Krieges alt und neu miteinander und nebeneinander und gegeneinander kämpften.
    Typisch dafür ist das Nachrichtenwesen. Neben Feldtelefonen, Funkgeräten und Meldegängern kamen auch noch tierische Kuriere zum Einsatz. Hunde und besonders Tauben sind da zu erwähnen, die sogar in den neuen Tanks (Panzerwagen) mitgeführt wurden und wie Menschen, wurden auch diese für ihre Leistungen fürs jeweilige Vaterland ausgezeichnet.

    Cher Ami († 1919) war(ob männlich oder weiblich ist nicht überliefert) die berühmteste Brieftaube des United States Army Signal Corps in Frankreich zur Zeit des Ersten Weltkrieges.
    Sie zählt neben G.I. Joe G.I. Joe zu den berühmtesten Brieftauben der Welt. Der Name Cher Ami stammt aus dem Französischen und bedeutet lieber, teurer Freund. Diese Phrase ist ein typischer Beginn eines französischen Briefes.
    Cher Ami wurde von der US-amerikanischen Armee in der Nähe der französischen Stadt Verdun eingesetzt. Sie transportierte insgesamt zwölf wichtige Nachrichten. In ihrer letzten Mission wurde die Brieftaube an der Brust durch einen Schuss schwer verletzt. Trotzdem schaffte es Cher Ami ihre Nachricht zu überbringen. Diese Nachricht stammte von Major Charles Whittlesey der 77. Infanterie Division (The lost Bataillon). Diese Division verlor im Zuge der Kampfhandlungen der Meuse-Argonne-Offensive die Verbindung mit der restlichen US-amerikanischen Armee. Sie ware ohne Verpflegung hinter den feindlichen Linien eingeschlossen und lag unter schwerem Artilleriebeschuss durch eigene Truppen. Dank der Nachricht von Cher Ami konnten 194 Soldaten gerettet werden.

    Auf Grund des Einsatzes von Cher Ami wurde ihr feierlich die französische Kriegsauszeichnung Croix de Guerre verliehen. Im Jahre 1919 verstarb sie schließlich an ihren Wunden. Nach ihrem Tod erhielt die Brieftaube noch weitere Ehrungen, wie die Aufnahme in die Racing Pigeon Hall of Fame und 2009 wurde sie zum "Ritter der Ehrenlegion". Naja, die spinnen eben die Gallier ;)!
    Cher Ami wurde später präpariert und ist heute gemeinsam mit dem Hund Sergeant Stubby Stubby im National Museum of American History des Smithsonian Museums ausgestellt.

    Cher Ami

    Ps: Drauf gekommen, bei wiki mal nachzusehen kam ich durch einen Artikel in der Zeitschrift "Postfrisch", einem Philatelie Journal. Dort ging es um das Motiv der Taube auf Postkarten.

  • Patriotische GesinnungDatum22.06.2014 15:29
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Bei Stellenangeboten ließt man meistens, welche beruflichen Erfahrungen der neue Mitarbeiter so haben sollte. Bei manchen aber kommt vor der beruflichen Qualifikation die politische Einstellung - vorsorglich als "patriotische" Gesinnung umschrieben. Nun ja, das kann ja jeder halten wie er will. Aber manchmal treibt dann die "patriotische" Gesinnung merkwürdige und bezeichnende Blüten.
    Gemeint ist die "DMZ". Da ich diese neben anderen Zeitschriften regelmäßig ist mir neulich im Heft Nr. 96 etwas merkwürdiges aufgefallen.
    Der bekannte und eher rechtslastige Publizist Rolf Michaelis verfasste für die "DMZ" Nr.96 einen wirklich schönen und auch netten Beitrag zum Thema "Schlacht um Großbeeren". Die Schlacht bei Großbeeren fand am Nachmittag des 23. August 1813 in der Nähe von Großbeeren in Brandenburg, heute Landkreis Teltow-Fläming, statt und war Teil der Befreiungskriege. Niederlage der Franzosen verhinderte ein erneutes Vordringen der napoleonischen Truppen nach Berlin und beendete die französische Herrschaft in der Mark.
    2013 war der 200. Jahrestag und der wurde festlich begangen. Selbst Michaelis fand nichts zu bemängeln, weder am Schlachtverlauf, noch an dieser Gedenkfeier. Schließlich hatte die Preußen auf dem linken, die Russen auf dem rechten Flügel, die Schweden in der Mitte, die Franzosen geschlagen.
    DAS allerdings schien einem patriotisch gesonnenen Mitarbeiter so nicht zu passen. Nichts zu meckern, kein unpatriotisches Verhalten bei so einer Feier? Das ging aber wirklich nicht. Also wurde dem Meister mal kurz in die Feder gegriffen um wenigstens etwas klitzekleine patriotische Kritik unter zu bringen.
    Das abschließende Straßenfest stand unter dem Motto "deutsch französische Freundschaft". Allein das ist für manche schon Grund genug zur Kritik. Nun aber kommt die "korrigierte" Version: "Warum dazu unbedingt weit mehr französische Fähnlein als deutsche oder preußische aufgehängt werden mußten bleibt allerdings schleierhaft." Also um einen Druckfehler kann es sich dabei nicht handeln und deshalb meldete sich Herr Michaelis und wiess darauf hin, dass dies so nicht von ihm geschrieben wurde!
    Daraufhin sah sich die Redaktion in der Ausgabe 97 um eine Richtigstellung genötigt ohne aber das Originalzitat. Stattdessen: "Die Deutung, daß dem Autor das zeigen der zahllosen französischen Fähnlein schleierhaft gewesen sei, entspricht nicht dem Originalmanuskript. Vielmehr war es seine Intention, auf ein friedliches, europäisches Fest hinzuweisen."
    Tja und zu der Fälschung kein Wort? Welche Intention hatte wohl der "Fälscher"? Sicher eine patriotische....

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Die Geschichte des 3. Reiches ist voller skurriler und dubioser Figuren, die Geschichte geschrieben haben oder beinahe hätten. Meist denkt man, nach ihnen befragt, an die eher "großen" Gestalten - den "Führer" und seine Paladine in etwa oder berühmte Erfinder, Forscher, General usw..... Eher am Schluss der Gedankenkette kommen dann die Leute, die im Dunkel der Geschichte agierten und mitunter wieder in der Dunkelheit verschwanden. Die Männer im Geheimdienst, lapidar und gemeinhin als Spione/Agenten oder Schlapphüte bezeichnet.
    Einer dieser Männer war Paul Fidrmuc (ausgesprochen: Fiedermutz). Nach Graham Greenes Biografen Norman Sherry war Fidrmuc das Vorbild für die literarische Figur James Wormold im Roman „Unser Mann in Havanna“. Graham Greenes war von 1942 bis 1943 in einer Sondermission des britischen Auslandsgeheimdienstes für das Außenministerium in Westafrika tätig.
    Wer war dieser außerhalb von Fachkreisen kaum bekannte Paul Fidrmuc (* 28. Juni 1898 in Jägerndorf; † 20. Oktober 1958 in Barcelona)? Er war ein deutscher Meisterspion, zumindest hielten ihn viele dafür, für einen Meisterspion. Er trug den Decknamen "Ostro".
    Paul Fidrmuc wurde in der k. u. k. Monarchie in dem kleinen 10.000 Einwohner zählenden südmährischen Städtchen Lundenburg(heute Breclav), 70 Km nördlich von Wien geboren.
    Sein Vater war Notar und somit gehörte er der oberen Gesellschaftsschicht an.
    Am Ende des Ersten Weltkriegs geriet er als österreichischer Reserveoffizier in italienische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach wenigen Tagen flüchtete. In seine nun tschechischen Heimat zurück gekehrt, beteiligte er sich, an das Selbstbestimmungsrecht der Völker (Deutschen) glaubend, am deutschen Widerstand, wurde verhaftet und, wie er später nicht ohne Stolz verkündete, zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, aus der er aber ebenfalls bald flüchten konnte.

    Fidrmuc begann 1920 in Wien ein Studium der Philologie, das er aber nicht beenden konnte, als seine Familie durch die Inflation in Österreich ihr Vermögen verlor. Danach ging Fidrmuc nach Lübeck und betätigte sich im Metallexport-Sektor.

    Fidrmuc trat dem Lübecker Ruder-Klub bei und wurde 1922 in Trier bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Ruder-Achter Deutscher Meister. Ein Jahr später wurde er dritter im Vierer ohne. Mitte der 1920-Jahre wurde Fidrmuc auch journalistisch tätig und schrieb u.a. für britische und amerikanische Fachblätter, wie den britischen "The Ironmonger" oder dem amerikanischen "Iron Age". Er beherrschte sechs Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Dänisch. 1923 heiratete er eine blonde lebenslustige Dänin namens Rigmor.
    Bereits 1933 , dem Jahr der "Machtergreifung", gab es erste Kontakte zu deutschen Abwehr. 1935 wurde Fidrmuc von der Gestapo unter dem Verdacht verhaftet, er sei tschechischer Agent oder gar Doppelagent, weil er ja Kontakte zur deutschen Abwehr hatte. Er saß einen Monat in Untersuchungshaft. Etwa seit dieser Zeit wurde Fidrmuc auch der britische Geheimdienst auf ihn aufmerksam, weil er sich Bücher und Karten über England aus England bestellt hatte.
    Im Mai 1939 wurde Fidrmuc Mitglied der NSDAP. Paul Fidrmuc war Anhänger des Nationalsozialismus und glaubte an Hitler. Allerdings war er kein fanatischer Nazi oder Hitlerverehrer. Die Konzentrationslager bezeichnete er in seinen Erinnerungen lediglich als "Verfahrensfehler" - "Schließlich sind wir ja Deutsche und keine Barbaren" meinte er dazu. Den Holocaust sparte er in seinen Erinnerungen beharrlich aus.
    Nach eigenen Angaben war er vor dem Anschluss Österreichs in Wien tätig, versorgte Canaris vor dem Überfall auf Polen mit den Aufmarschplänen des polnischen Generalstabs und beschaffte vor der Besetzung des Balkans die Produktionspläne der Ölraffinerien von Ploiesti.
    Vor der Besetzung Dänemarks ging Fidrmuc mit seiner dänischen Ehefrau nach Kopenhagen. Hier wurden beide im November 1939 verhaftet, kamen jedoch im Austausch mit skandinavischen Spionen wieder frei.
    Ab 1940 sollte Fidrmuc die Westmächte Endland und die USA ausspionieren. Dazu ging Fidrmuc mit seiner Ehefrau Rigmor nach Lissabon um dort einen Spionagering („Ostro-Ring“) aufzubauen. Lissabon war seinerzeit ein Tummelplatz von Menschen aus aller herren Länder, aller politischen und relegiösen Bekenntnissen und natürlich von Agenten und Doppelagenten aller Länder. Das einzig noch offene Aus- und Einfallstor des besetzten Europas. Ein Handelsplatz von Neuigkeiten aus aller Welt....
    Als es den Briten nicht gelang Fidrmuc "umzudrehen" und ihn als Doppelagent zu werben, beschlossen sie ihn mit falschen Nachrichten zu versorgen, auch um ihn bei seinen Vorgesetzten in Mißkredit zu bringen.
    Bei seiner Arbeit als deutscher Spion lernte er auch zwei später berühmt gewordene britische Agenten kennen, Jebsen alias Artist und Popov. Man verkehrte in den gesellschaftlich gleichen Kreisen und vertrieb dort unter dem Mantel absoluter Verschwiegenheit, die neuesten Gerüchte, die von Fidrmuc begierig aufgesogen und per Kurier nach Berlin übermittelt wurden.
    Jebsen wurde später von den Deutschen aus Portugal entführt und 1944 vermutlich von der Gestapo ermordet. Popov hingegen starb friedlich und hoch angesehen in Südfrankreich. Eigentlich aber war er unsterblich, denn sein Leben diente dem Schriftsteller Ian Fleming als Vorbild für James Bond.
    Neben den falschen Nachrichten, erfand er einfach selber welche oder schmückte andere, die ihn zu "mager" erschienen, einfach etwas aus. Auch sein "Ostroring" existierte nur in seiner Phantasie und auf den Rechnungen, die er nach Deutschland schickte um abzukassieren. Dabei ging er sogar soweit im April 1945, Geld im Voraus zu verlangen, weil sich das baldige Ende des 3. Reiches schon abzeichnete
    Eigentlich war Fidrmuc ein Hochstapler. Zwar kein überzeugter Nazi aber seinen Auftragsgebern und Groß- Deutschland (wie er in seinen Erinnerungen betonte) treu ergeben. Dennoch wurde er von den Briten als höchst gefährlich eingestuft. Oft lag Fidrmuc mit seinen eigentlich erfundenen Berichten dicht bei der Wahrheit oder sagte sogar Ereignisse von denen er nichts wußte richtig voraus. Walter Schellenberg, deutscher Geheimdienstchef bezeichnete Fidrmuc nach dem Krieg als "...besten Agenten für militärische Aufklärung in Portugal." Fidrmuc sollte entführt oder eliminiert werden, was aber bis Kriegsende nicht gelang.
    Die Briten analysierten Fidrmuc' "Arbeit nach dem Krieg und kamen zu folgenden Ergebnis: "Mit Ausnahme einer winzigen Prozentzahl sind diese (seine Berichte) aber nicht nur falsch, sondern sie sind es auf eine phantastische Art."
    Zu dieser "winzigen Prozentzahl" gehörte sein größter Coup mit der Meldung vom 3. Juni 1944, also drei Tage VOR der Invasion:„Der Plan um La Manche wird favorisiert. Er beinhaltet eine Luft- und eine Wasser-Operation gegen die Kanalinseln, Landungen östlich und westlich des La Manche Departments voraussichtlich bei Isigny (11' östlich von Carentan an der östlichen Seite von Cherbourg).“ 120 deutsche Agenten wurden von den Briten vor der Invasion "umgedreht" und versorgten die Deutschen mit falschen Nachrichten von der Invasion, die in Norwegen oder am Kanal stattfinden sollte und ausgerechnet Fidrmuc aus Lissabon erfand den ganzen Operationsplan von "Overlord"! Das war übrigens auch der Auslöser für den Plan Fidrmuc zu entführen oder zu töten.
    Die Kanalinseln wurden von der Invasionsflotte zwar nicht angegriffen und kapitulierten erst bei Kriegsende, aber der Rest stimmte auffällig.
    Nicht auszudenken, was passiert währe, wenn die 15. Armee vom Pas-de-Calais ins vorhergesagte Landungsgebiet verlegt worden währe. 200.000 deutsche Soldaten statt 2.000. Wahrscheinlich währe das ganze Landungsgebiet ein einziger "Omaha Beach" geworden aber ohne Happy End für die Alliierten.
    Wie schon erwähnt lieferten um die 120 Agenten Falschmeldungen über die Invasion, so dass diese Meldung ebenfalls unter "Falschmeldung" abgelegt wurde, zumal Fidrmuc Vorhersage so gar nicht mit Hitlers Vorstellungen vom Landeplatz übereinstimmte. Außerdem zeigte die Arbeit des englischen Geheimdienstes erste Wirkung. Fidrmuc Glaubwürdigkeit wurde in Frage gestellt.
    Mitte März 1945 ging Fidrmuc nach Spanien. Dort lebte er nahe Barcelonas in Tamariu. 1946 wurde er verhaftet und nach Deutschland abgeschoben(repatriiert). Hier verhörten ihn die Amerikaner und stuften ihn als „one of the most successfull and potentially dangerous German agents of the war“ ("Einer der erfolgreichsten und potenziell gefährliche deutschen Agenten des Krieges") ein. Die Amerikaner schätzten sein Vermögen auf rund 3 Millionen Peseta oder über 300.000 Dollar.
    Da Fidrmuc vorgab Agentenverbindung in den sich bildenden Ostblock zu haben, wurde er für die Amerikaner interessant. Der Kalte Krieg hatte begonnen und wohl nur deshalb wurde ein Auslieferungsantrag der Tschechoslowakei abgelehnt und Fidrmuc wieder freigelassen und er erhielt sogar eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom US Geheimdienst.

    Wieder in Freiheit ging zurück nach Barcelona und diente sich dem spanischen Geheimdienst an. Offiziell schrieb er Kriminal- und Agentenromane und begann auch wieder journalistisch zu arbeiten. Er schrieb für die "Rhein-Neckar-Zeitung", "Die Zeit" und ab 1950 für den "Spiegel" als Spanienkorrespondent für monatlich 1.600 DM. Allerdings war er auch hier nicht unumstritten:"..., da man sich hin und wieder mit dem Material des Herrn Fidrmuc blamieren kann." Zu Rudolf Augstein hatte er ein inniges und freundschaftliches Verhältnis und nannte ihn "Don Rudolfo".
    Im Alter von 60 Jahren starb Fidrmuc am 20. Okt. 1958 an Knochenkrebs.

  • "Fliegender Mülleimer"Datum12.06.2014 17:03
    Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    AVRE (Armoured Vehicle, Royal Engineers) Ein, von einem britischer 290 mm Mörser auf der Basis des MK III oder MK IV, abgefeuertes 18 Kg Geschoss zum Zerstören von Betonbunkern.
    Das Geschoss flog allerdings nur 137 Meter weit.
    Insgesamt wurden 574 dieser Fahrzeuge gebaut. Am D_Day waren 180 bei der Truppe im Einsatz.

  • Der letzte Code Talker ist tot Datum12.06.2014 16:53
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Der letzte Code Talker ist tot

    Der letzte der 29 Mitbegründer des im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Navajo-Codes ist tot. Chester Nez starb am 06.06.2014 im Alter von 93 Jahren. Der von ihm mitentwickelte Geheimcode wurde von den Japanern bis zum Kriegsende nicht geknackt.
    Er war 21 Jahre alt, als er sich freiwillig zum United States Marine Corps meldete. Das war 1942. Das US-Militär hatte die Sprache der Navajo aus verschiedenen Gründen als Basis für einen Geheimcode gewählt. Die Sprache war wegen ihrer schwierigen Syntax und ihren ungewöhnlichen Lauten für einen Nicht-Navajo nur sehr schwer zu lernen - und bis dato schriftlich nicht dokumentiert.
    Die Japaner hatten zuvor mehrere amerikanische Geheimcodes entschlüsselt. Bis eines Tages ein amerikanischer Soldat, der in einem Reservat aufgewachsen war, vorschlug, es mit der Navajo-Sprache zu probieren. Chester Nez war einer der dafür rekrutierten Indianer.
    "Wir waren 29 junge Navajos, die ins Marine Corps kamen. Die Marines haben uns akzeptiert, wir sind sehr gut mit dem Marine Corps ausgekommen."
    Keine Selbstverständlichkeit, denn Schwarze wurden zu diesem Zeitpunkt in den amerikanischen Streitkräften noch dis-kriminiert. Sie mussten in separaten Einheiten dienen.
    Die Navajos entwickelten ein Alphabet, in dem ein indianisches Wort einem lateinischen Buchstaben entsprach. Das Navajo-Wort für Ameise entsprach zum Beispiel einem A, und so weiter. Für viele technische Begriffe gab es jedoch keine indianischen Entsprechungen.
    "Wir benutzten die Namen von Tieren, Vögeln, Adlern, Fischen, alles mögliche kam in diesen Code."
    "Flugzeug" wurde zum Beispiel als "Kolibri" definiert, "Bombenflugzeug" als "schwangerer Vogel", "Bombe" als "Ei".
    Chester Nez wurde zuerst bei der Schlacht von Guadalcanal eingesetzt.
    Bis 1968 wurde der Navajo-Code noch benutzt, solange durften Chester Nez und die anderen Code Talker nicht darüber reden. Bis ihre kriegswichtige Leistung anerkannt wurde, sollte es dann nochmal über 30 Jahre dauern. 2001 überreichte George Bush den 29 ursprünglichen Code Talkern die Kongressmedaille in Gold. Diese Anerkennung nahm Chester Nez mit einem militärischen Salut aus der Hand des Präsidenten entgegen.

    Code Talker

  • Der letzte Angriff....Datum16.04.2014 15:13
    Foren-Beitrag von Waldi44 im Thema Der letzte Angriff....

    Stimmt! Eine Frage hat mich an meinem eigenen Beitrag etwas verunsichert: Wurde nicht schon 4. Mai 1945 bei der Teilkapitulation, ein Angriffsverbot für U-Boote erteilt oder nur für bestimmte? Im Osten ging der Kampf in der Ostsee ja weiter. Aber der 7. Mai liegt deutlich nach dem 4. Mai und Schottland nicht in der Ostsee !

  • Neues ForumDatum14.04.2014 17:23
    Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Hallo!
    Wie ihr ja schon gemerkt habt, haben wir einen neuen Anbieter und somit auch neue Forensoftware. Leider klappt es bei mir noch nicht so richtig mit dem Verlinken, dem Verschieben und dem Löschen. Ich bitte also um Nachsicht!
    Denke aber, es wird schon noch .

  • Der Weg nach Pear HarborDatum14.04.2014 17:09
    Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Bis zum amerikanisch spanischen Krieg von..1898....... befanden sich die Hauptstützpunkte der amerikanischen Marine an der Westküste. Eine natürliche Auswahl angesichts der
    historischen Ereignisse, in denen die relativ kleine Flotte tätig wurde. Waren dies Aktionen während des Unabhängigkeitskrieges, des Bürgerkrieges, diverser Unternehmungen in
    der Karibik und Mittelamerika, sowie Sicherungsmaßnahmen und Handeskrieg gegen napoleons Franzosen oder auch später gegen die Briten, gegen die Seminolen (Indianer), den
    Mexikanern sowie besagter Krieg mit Spanien.
    Was nicht bedeutete, das US Kriegsschiffe nicht auch anderweitig in Erscheinung traten, so im Amerikanisch-Tripolitanischen Kriege, auch Barbareskenkriege genannt, die mit
    Verzichtserklärungen der nordafrikanischen Staaten auf Sklavenhandel, Geiselnahme von Schiffsbesatzungen und Piraterie endete, zumindest offiziel, denn nur zwei Jahre später
    ging das alte Spel wieder los... das soll uns im Zusammenhang mit diesem Beitrag aber alles nicht weiter interessieren.Ein bedeutender Meilenstein für die US Navy war der
    amerikanisch spanische Krieg und zwar gleich aus mehreren Gründen, die sich dem Betrachter nicht gleich auf den ersten Blick offenbaren.
    Die USA hatten an Cuba großes wirtschaftliches und politische Interesse und glaubten mit der abgewirtschafteten Kolonialmacht Spanien leichtes Spiel zu haben. Dazu wiegelten
    sie auch noch die einheimische Bevölkerung gegen die ohnehin unbeliebten Kolonialherren auf und bestärkten sie in ihrem Bestreben zur Rebellion. 1850 mwurde ein Kaufgesuch
    der USA von Spanien abgelehnt.
    Gleichzeitig mit der gewaltsamen öffnung Aisens und seiner Märkte rückte eine andere spanische Kolonie ins Blickfeld der USA, die Philippinen. Cuba und die Philippinen
    strategisch und ökonomisch wichtige Dreh- und Angelpunkte weckten in den USA koloniale Gelüste.
    Kurz und gut, es kam zu Krieg. Nachdem die gesamte spanische Flotte am 3. Juli 1898 vor Cuba vernichtet worden war, wurde der Frieden von Paris zwischen Spanien und den USA
    am 10. Dezember 1898 unterzeichnet und Spanien musste Puerto Rico, Guam und die Philippinen an die USA abtreten und erhielt dafür von den USA 20 Millionen US-Dollar. Bereits
    am 7. Juli 1898 wurde auch Hawaii von den USA annecktiert, das erst am 21. August 1959 50. Bundesstaatder USA werden sollte.
    Auf den Philippinen wurden die Spanier ebenso wie auf Cuba von Rebellen in Kämpfe verwickelt, die ebenfalls von den USA unterstützt bzw geschürt wurden. Das US
    Marinedetachment besiegte am 1. Mai 1898 die völlig marode und veraltete spanische Flotte vor Manila. Die Kapitulation der Spanier erfolgte am 13. August 1898 in Manila und
    am 12. Juni 1898 erklärten philippinischen Nationalisten unter Emilio Aguinaldo die Unabhängigkeit von Spanien und begaben sich damit sogleich in die Abhängigkeit der USA.
    Nur wenig später wurde dann im sogenannten Samoa-Vertrag von 1899 die Inselgruppe Samoa zwischen Deutschland und den USA entlang des 171. Längengrades aufzuteilen, womit der
    jahrelange Konflikt um Samoa zwischen dem Deutschen Reich, Großbritannien und den USA beigelegt wurde.
    Über "Nacht" hatten die USA somit plötzlich ein doch beachtliches Kolonialreich erhalten. Die USA waren "Herr" im eigenen "Hinterhof" geworden, hatten außerdem Marinebasen
    mitten im Pazifik und vor der Chinesischen Küste. Militärisch und Wirtschaftlich eine Exelente Ausgangslage für zukünftige Unternehmungen jeder Art.
    Nur eines trübte die Freude an den neuen Aussichten - sie lagen weit, sehr weit auseinander und die Philippinen obendrein noch sehr weit weg von der Westküste und ein
    schnelles verschieben der Flotte von einer Hälfte der Welt zur anderen durch den langen Seeweg um Südamerika fast unmöglich wie man im amerikanisch spanischen Krieg
    feststellen mußte.
    Bei Ausbruch des Krieges war die USS "Oregon", eines der modersten US Schlachtschiffe vor der Pazifik-Küste stationier und erhielt den Befehl zur Verstärkung in die Gewässern
    um Florida zu fahren. Die Fahrstrecke unter dem Kommando von Captain Charles Clark, betrug 14.700 Meilen und obwohl sie mit größter Geschwindigkeit erfolgte, dauerte sie doch
    noch siebenundsechzig Tage. Das "Rennen" der USS "Oregon" um Südamerika und durch die stürmische Magellanstraße zur Atlantik Flotte wurde von der amerikanischen
    Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Diese Sturmfahrt, im wahren wie übertragenen Sinn, offenbarte die Notwendigkeit für eine sichere, sturmfreie und kurze Kanalverbindung
    zwischen dem zwischen dem Atlantik und dem Pazifik.
    Ein kurzer Blick auf die Landkahrte lehrt uns, daß Panama nicht zu den USA gehört und ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, dass das Gebiet, das sich heute als Staat
    Panama präsentiert, damals zu Kolumbien gehörte.
    1881 begannen die Franzosen unter Ferdinand de Lesseps mit den Bau des Panamakanal. Geplant war ein 73 Km langer schleusenloser Kanal durch den Isthmus von Panama. Am 15.
    Dezember 1888 offenbarte sich die Zahlungsunfähigkeit der Betreibergesellschaft, der Compagnie Universelle du Canal Interocéanique. Dieser Zusammenbruch löste den
    Panamaskandal, einen der größten Finanzskandale des 19. Jahrhunderts in Frankreich, aus und zog in Folge heftige öffentliche Auseinandersetzungen und Politikerrücktritte nach
    sich. Lediglich die unmittelbar folgende Dreyfus-Affäre lenkte das öffentliche Interesse von diesem viel brisanteren Skandal ab.
    1894 übernahm eine Auffanggesellschaft, die Compagnie Nouvelle du Canal de Panama, die Fortführung der theoretischen Arbeiten und verkaufte 1902 den Gesamtkomplex für 40
    Millionen US-Dollar an die USA, die etwa 40 % der bis dahin geleisteten praktischen Arbeiten verwenden konnten. Die USA hatten sich bereits vorher mit verschiedenen
    Kanalprojekten einer Querung Mittelamerikas beschäftigt, waren jedoch bis dahin zu keinem praktikablen Ergebnis gelangt. Die Planungen des Panamakanals konkurrierten mit
    Planungen zum Nicaragua-Kanal. Dieser wurde jedoch nicht realisiert, da dessen Investoren den Panamakanal favorisierten. Nach dem Ankauf der Wyse-Konzession verlangten die
    USA von Kolumbien die Abtretung des Panamakanalgebiets. Kolumbien weigerte sich, es entstand der Panamakonflikt.
    Mit altbekannter Unterstützung der USA, man schührte Unzufriedenheit und Revolution, spaltete sich das heutige Panama nach dem Panamakonflikt am 3. November 1903 von
    Kolumbien ab. Im November 1903 landeten US-Truppen, besetzten das Gebiet und riefen den unabhängigen Staat Panama aus.
    Gleich darauf unterzeichnete Philippe Bunau-Varilla als panamaischer Unterhändler den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag*, der den USA erlaubte, den Panama-Kanal zu bauen und
    gleichzeitig die Hoheitsrechte für das Gebiet um den Kanal für sich zu beanspruchen. Es entstand dabei die Panamakanal-Zone. Zwischen 1904 und 1914 errichteten Ingenieure der
    US Army den Panama-Kanal.
    Hierbei galt es bestimmte Kanalparameter so zu gestalten, dass die US amerikanischen Schlachtschiffe den Kanal problemlos befahren konnten. Später dann gaben die vorhandenen
    Maße des Kanals den Schiffbauern bestimmte Grenzen vor, die sie bei der Konstruktion ihrer Schiffe beachten mußten.
    Die Tatsache, dass die USA die Hoheit über den Kanal und die Panamakanalzone**, einen Landstreifen entlang des Kanals, behielten, sorgte wiederholt für Spannungen zwischen
    der US-Regierung und Panama. 1935 und 1936 erfolgten die ersten Revisionen der entsprechenden Abkommen, die unter anderem eine Erhöhung der jährlichen Zahlungen der USA an
    Panama auf 430.000 US-Dollar und die Gewährung eines Landkorridors durch die Kanalzone an Panama vorsahen und den USA das Interventionsrecht absprachen.
    1977 handelte US-Präsident Jimmy Carter mit General Omar Torrijos die Torrijos-Carter-Verträge aus, nach denen der Kanal bis zum Jahre 2000 an Panama zurückzugeben sei, was
    dann am 31. Dezember 1999 um 12 Uhr geschah. Die panamaischen Kanalbehörde Panama Canal Authority (span. Autoridad del Canal de Panamá – ACP) verwaltet seitdem den
    Kanalverwaltet. Der Vorstand der autonomen Behörde wird vom panamaischen Präsidenten ernannt.
    Der Kanal wurde von mir deshalb etwas ausführlicher erwähnt, da er in der strategischen Planung der US Navy einen zentralen Platz hatte und hat.
    Ursprünglich hatte die US Navy nur eine Flotte, wie schon oben erwähnt. Durch die Eypansion in den Pazifik ergab sich nun die Notwendigkeit, die Flotte schnell und sicher von
    einer Küste zur anderen zu verlegen und zwar nicht in siebenundsechzig Tagen, sondern wesentlich schneller. Dafür brauchte man den Kanal und vor allem auch die Konrolle über
    ihn.
    Im Jahre 1919 waren über 200 amerikanische Kriegsschiffe im Pazifik stationiert. 1921 fanden gemeinsame Manöver mit der Atlantikflotte statt, die zu diesem Zweck durch den
    Panamakanal in den Pazifik verlegt wurde. Schließlich wurde ein Großteil der Flotte entgültig im Pazik stationiert. Die allermeisten davon in Südkalifornien.
    Hawaii, schon damals ein Flottenstützpunkt, galt als nicht zuverlässig gegen Überraschunsangriffe mit Flugzeugträgern, wie 1932 durch einen gelungenen Scheinangriff Admiral
    Pearl Harbor, schon damals ein Flottenstützpunkt, galt als nicht sicher gegen Überraschungsangriffe mit Flugzeugträgern, wie Admiral Yarnell schon 1932 mit einem
    erfolgreichen Scheinangriff, einrucksvoll bewiesen hatte. Einen Angriff, den die Japaner aufmerksam verfolgten, studierten und später erfolgreich kopierten.
    Dennoch wurde 1936 auf Befehl Rear Admiral Joseph M. Reeves, ihrem Kommandeur, das Groß der Flotte nach Pearl Harbor verlegt und die Infrastruktur des Stützpunktes erweitert
    und ausgebaut. Am 27. Mai 1936 befanden sich insgesamt 165 Kriegsschiffe im Hafen von Pearl Harbor. Einschließlich Schlachtschiffe und Flugzeugträger (3).
    1939 wurde die Pazifikflotte in die Karibik zu gemeinsamen Manövern mit der Atlantikflotte verlegt. Politisch wollte man wohl auch gegenüber Hitler und Mussolini ein Zeichen
    setzen. Am 16. April war es aber der Zeichen genug und die Flotte verlegte wieder in den Pazifik und verblieb in der Masse bis Januar 1940 im Flottenstützpunkt von San Diego.
    Weitere Stützpunkte waren auch San Pedro und Long Beach.
    Ab dem 3. Februar wurde Pearl Harbor massiv ausgebaut und riesige Vorräte angelegt. Viel zuviel für die angeblich nur 13 Kriegsschiffe die dort offiziell stationiert werden
    sollten.
    Am 7. Mai 1940 schließlich ließ man die Katze aus dem Sack: Die gesamte Pazifikflotte sollte in Pearl Harbor stationiert werden! Somit hatte die Navy nun eine Zwei Ozean
    Marine, was bei vielen Verantwortlichen auf wenig Gegenliebe stieß.
    Im Juni 1940 gab es dann auf Pearl Harbor einen Großalarm. Navy, Luftwaffe und Army wurden in Alarbereitschaft und die Insel in Verteidigungszustand versetzt. Angreifende
    Japaner hätten auch das Hafenbecken leer vorgefunden und den Himmel voller amerikanischer Jagdflugzeuge.
    Was war geschen? NICHTS! Im wahrsten Sinne des Wortes. Die amerikanische Nachrichtenaufklärung hatte ganz einfach den Funkkontakt zu der japanischen Flotte verloren und deute
    dies als absolute Funkstille vor einem Angriff. Als dann später der wirkliche Angriff stattfand, hatten die Japaner eine rege Funkkulisse aufgebaut welche das Vorhandensein
    der Flotte in den Heimatgewässern vortäuschte.
    Das nun Pearl Harbor der Hauptstützpunkt der Pazifikflotte sein sollte, stieß vielerorts auf heftigen Widerstand. Aber Roosevelt war es, der nach Rücksprache mit seinen
    Beratern darauf bestand. Admiral Stark, seit August 1939 Chief of Naval Operations, erklärte auf Nachfrage, warum die Flotte in PearlHarbor bleiben müsse:
    "Sie sind dort, weil man glaubt, daß ihre Anwesenheit eine abschreckende Wirkung auf ein Vordringen der Japaner nach Ostindien haben könnte. Sie werden natürlich fragen, was
    geschieht, wenn die Japaner nach Ostindien vorstoßen? Was sollen wir dann tun? Meine Antwort ist, ich weiß es nicht und ich denke, es gibt niemanden auf Gottes Erde, der es
    ihnen sagen könnte."
    Roosevelt glaubte nach eigenen Äußerungen ebenfalls, daß die Anwesenheit der Flotte in Hawaii, einen "...mäßigenden Einfluß auf das Verhalten der Japaner hatte und noch hat."
    Er aber auch bereit sei, die Schlachtschiffe von Hawaii wieder an die US Westküste zurück zu verlegen, wenn er "...eine gute Begründung bekäme, die das amerikanische Volk und
    die japanische Regierung davon überzeugt, daß wir nicht zurückweichen, wenn wir die Schlachtschiffe an die Westküste zurückführen."
    Auf die Frage, wann er mit einen Krieg mit Japan rechne, sagte Roosevelt:".... sie (die Japaner) können es nicht vermeiden Fehler zu machen, und wenn der Krieg weitergeht und
    sich das Operationsgebiet ausdehnt, werden sie früher oder später einen Fehler machen, und dann werden wir in den Krieg eintreten."
    Nun soll es nicht Inhalt dieses Beitrages sein, die poltischen Hintergründe zu beleuschten, die zum Ereignis von Pearl Harbor führten und auch der Angriff selbst ist schon
    oftmals ausführlich beschrieben worden. Vielmehr wollte ich zeigen, wie die US Flotte überhaupt nach Pearl Harbor kam.
    Eine weitere Frage ist immer die nach den drei Flugzeugträgern. Wo waren sie zum Zeitpunkt des Angriffs?
    Die Enterprise hatte im Verband mit drei Kreuzern und neun Zerstörern eine Staffel Jagdflugzeuge nach Wake Island transportiert. Eine durchaus gängige Methode und
    Routineaufgabe, die aber auch durch Transportschiffe hätte ausgeführt werden können. Am 6. Dezember wurde die Enterprise wieder zurück erwartet. Ein Sturm verzögerte die
    Rückkehr um 24 Stunden. Weitere Jagdflugzeuge zur Verstärkun von Midway wurden von der Lexington, die Pearl Harbor erst am 5. Dez. verlassen hatte, im Verband mit drei
    Kreuzern und fünf Zerstörern transportiert. Zeitgleich liefen die Schlachtschiffe Arizona, Nevada und Oklahoma in den Hafen ein. Sie kamen von einer planmäßigen Übung, an der
    eigentlich auch die Enterprise teilnehmen sollte. Der dritte Träger, die Saratoga, war nach einem Werftaufenthalt auf dem Weg nach San Diego.
    Da dies alles Geheim war, konnte es auch vor den Japanern geheim gehalten werden und die Sache war sogar so geheim, daß man mitunter noch heute nachlesen kann, daß sich die
    drei Träger der Pazifikflotte auf Manöver befanden.
    Wie knapp die Enterprise damals der Vernichtung entgangen war, erkennt man an dem Schicksal der meisten ihrer Flugzeuge. Diese hatte man nämlich in Unkenntniss der Ereignisse
    vorrausgeschickt und promt kamen sie in feindliches Jägerfeuer und dem Feuer der eigenen Flak von denen es 780 gab. Allein die Pennsylvania soll Berechnungen zuvolge über
    50.000 Schuß Kaliber 12,7 mm (0,5 Zoll) verschossen haben.
    Auch wenn man weiß, wo sich die Träger befanden, bietet aber deren Nichtanwesenheit genug Stoff für die Verschwörungstheoretiker. Selbst daß Flugzeugträger Flugzeuge
    transportierten ist ihnen suspekt. Was aber nichts daran ändert, daß es bisher noch keine endgültigen Ergebnisse zum Überfall auf Pearl Harbor gibt, keine Endgültigen
    Antworten zu vielen Fragen.
    Eines aber ist Fakt: Pearl Harbor war genau der Fehler der Japaner, auf den Roosevelt gewartet hatte und Hitler beging freiwillig einen weiteren Fehler, als er in
    Bündnistreue (zuviel Wagner gesehen ;)) den USA den Krieg erklärte.
    Vielleicht findet man ja die eine oder Andere Antwort in George Morgensterns Buch "Pearl Harbor. Eine amerikanische Katastrophe".
    "Das Buch und sein Autor, George Morgenstern (in den vierziger Jahren Mitherausgeber der Chicago Tribune, der wichtigsten Tageszeitung der America Firsters) werden zwar in
    allen Bibliographien zum Thema Pearl Harbor aufgeführt, sie sind aber nichtsdestoweniger hierzulande völlig unbekannt. Noch größer wird das Staunen des Lesers, wenn er
    erfährt, daß dieses Buch weitestgehend auf den Feststellungen und Schlußfolgerungen eines Untersuchungsausschuß des amerikanischen Kongreß aufbaut, der sich 1945/46 mit dem
    japanischen Angriff auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor befaßte. Die seitenlangen Zitate aus Dokumenten und Zeugenaussagen der Kongreßuntersuchung, die das Buch
    Morgensterns enthält, machen deutlich, daß es sich hier nicht um mehr oder weniger plausible Spekulationen handelt, sondern um Tatsachenfeststellungen der höchsten
    politischen Institution der Vereinigten Staaten handelt."


    *Am 18. November 1903 vereinbarten der damalige US-Außenminister, John Hay, und ein ehemaliger Mitarbeiter von Ferdinand de Lesseps, der französische Ingenieur Philippe
    Bunau-Varilla einen Staatsvertrag – den sogenannten Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, nach dem Ende der Ratifikation am 26. Februar 1904 in Washington verkündet und auf unbestimmte
    Zeit gültig – über die Nutzung einer Kanalzone in der Breite von 10 Meilen (16 Kilometern), jeweils 5 Meilen beiderseits des Kanals, ihre Besetzung und ihre uneingeschränkte
    Kontrolle. Die USA kontrollierten damit eine Kanalzone in einer Größe von 84.000 Hektar. Sie mussten aber die territoriale Souveränität Panamas zusichern. Der Vertrag sah
    zudem die Zahlung von 10 Millionen US-Dollar vor sowie eine ab 1913 beginnende jährliche Zahlung von 250.000 US-Dollar in Gold.
    ** Die Kanalzone war ein 1432 km² Gebiet um den Panamakanal und bestand aus dem Panamakanal und einem Streifen von je 5 Meilen (8,1 km) auf jeder Seite des Kanals
    (außergenommen die Städte Panama-Stadt und Colón), sowie die Gesamtfläche des Gatúnsees. Sie wurde am 18. November 1903 mit der Unterzeichnung des Hay-Bunau-Varilla-Vertrages
    gegründet. Als später der Madden Lake angelegt wurde, um die Wasserversorgung der Schleusen zu gewährleisten, wurde dieser in die Zone integriert. Ende 1999 fiehl die Zone
    nach mehreren diversen Zwischenfällen und Streitereien, wieder an Panama.

  • Der letzte Angriff....Datum13.04.2014 12:20
    Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    ...eines deutschen Ubootes mit scharfen Schuss erfolgte am 7. Mai 1945 um 23:00 Uhr. Der Angriff wurde von U-2336 unter Kapitänleutnant Klusmeier vor der Küste Schottlands im Firth of Forth durchgeführt. Diesem Angriff vielen das britische 2878 BRT Handelsschiff "Avondale Park" und der norwegische Frachter "Sneland" mit 1791 BRT zu Opfer.
    Bei U-2336 handelte es sich um ein Boot vom Typ XXIII. Eines von sechs Booten, die noch vor Kriegsende zum Einsatz kamen und zusammen sechs feindliche Handelsschiffe versenkten. Es war sein erster und letzter Einsatz. U-2336 kapitulierte am 15. Mai 1945 Kiel und endete im Rahmen der Operation Deadline am 3. Januar 1946 auf der Position 56.06N, 09.00W durch Schüsse des Zerstörers HMS "Offa" durch Versenkung.
    Übrigens ging das aller letzte U-Boot der Kriegsmarine erst im Jahre 1966 endgültig verloren. Dabei handelte es sich um U-2365, das 1956 gehoben wurde und als "U Hai" dienst in der Bundesmarine tat. Bei einer Überwasserfahrt im Sturm versank "U-Hai" am 14. September 1966 in der Nordsee bei der Doggerbank auf rund 40 m Tiefe. 19 Seeleute fanden dabei den Tod.

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    ...jemals getroffen habe." Dieser Spruch stammte von Odd Solem einem Norweger, der wegen Spionageverdacht in Germersheim inhaftiert war und dort den Generalleutnant Hans Graf Sponeck kennengelernt hatte. Odd Solem war der Großvater des amerikanischen Historikers und Professor für Geschichte Erik Grimmer-Solem.
    In germersheim ist nach ihm eine Bundeswehrkaserne benannt worden. Auf einem Gedenkstein steht ausführlich warum die Kaserne nach ihm benannt wurde:"General von Sponeck hatte Ende 1941 auf der Halbinsel Krim gegen den ausdrücklichen Befehl aus dem Führerhauptquartier, die Halbinsel Kertsch in aussichtsloser militärischer Lage geräumt und damit vielen Menschen vor dem sicheren Untergang bewahrt. Er wurde dafür im Januar 1942 von einem Kriegsgericht unter dem Vorsitz von Hermann Göring zum Tode verurteilt. Von Adolf Hitler zu sechs Jahren Festungshaft begnadigt, verbüßte er seine Strafe in Germersheim.
    Ohne ein neues rechtmäßiges Verfahren wurde er drei Tage nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Weisung Heinrich Himmlers erschossen*.
    Er Starb
    "In Hoffnung auf ein besseres Deutschland!""
    Schon allein das Todesdatum suggeriert eine gewisse Nähe zum Widerstand und den Attentätern des 20. Juli. Aber der erste Eindruck täuscht und auch Odd Solem hat sich durch Sponecks Schilderung täuschen lassen. Sein Neffe Erik Grimmer-Solem kam bei seinen Nachforschungen zu ganz anderen Ergebnissen. Sponeck war nach seinen Recherchen "schuldhaft an Verbrechen des NS Regimes beteiligt. Es ist auch etwas verwunderlich, dass Hitler selbst, ein fanatischer Durchhalteprediger, einen ranghohen General, der eindeutig gegen seine Befehle verstoßen hatte und oberndrein auch noch aus der ihm suspekten Adelsklasse stammte, zu nur 6 Jahren Festungshaft begnadigte.
    Seine Haftzeit verbrachte er im Klostergefängnis in Germersheim.
    Zwar hatte Solem gegen geltende Befehle verstoßen, als er als kommandierender General des XXXXII. Armeekorpes die Räumung der Halbinsel bafahl aber im Grund tat er es "lediglich" OHNE Rücksprache mit dem Oberbefehlshaber Erich von Mansteins und dem Führerhauptquartier. Vermutlich weil er die Antwort kannte.
    Deshalb ließ man auch "Milde" walten und verurteilte ihn nur wegen "fahrlässigen Ungehorsams im Felde". Das sollte in der Endkonsequenz für ihn egal sein, denn Tod war Tod aber seiner Familie blieb dadurch viel erspart.
    Wohl auch wegen seiner sonstigen Willfährigkeit begnadigte ihn dann Hitler.
    Was nun wird Sponeck konkret vorgeworfen?
    Pauschal erst mal, dass er eng mit den Sonderkommandos der SS zur Ermordung der Juden zusammen arbeitete, bzw arbeiten ließ. Des weiteren die Einhaltung und Durchführung des berüchtigten Kommissarbefehls und der Exekution mindestens eines gefangenen Kommissars. Außerdem soll es am 2. und 4. Oktober 1941 auf Veranlassung des 65. IR. und der 22 ID. Erschießungen von Juden in Genitschesk gegeben haben. Im Übrigen wird ihm der befohlene Umgang mit den Juden allgemein zur Last gelegt.
    Tja und das soll bei der Namensgebung der Kaserne alles nicht bekannt gewesen sein? Spätestens seit 2004 war Sponecks Verhalten während des Krieges bekannt und erst jetzt, 2014, wird "daher einen Meinungsbildungsprozess bei den zuständigen Stellen am Standort Germersheim zur Umbenennung der General Hans Graf Sponeck Kaserne angestoßen."
    Dennoch bleibt dem General der Ruf eines couragierten Truppenführers, von den es in der Wehrmacht viel zu wenige gab.

    Übrigens schon der alte Blücher rief seinen Männern zu: "Es wird kein Pardon gegeben!"** - Blücher ein Kriegsverbrecher?

    * Nach der Hinrichtung des Generals war auch die Ermordung seiner Familie geplant. Ein gewisser Gauleiter Josef Bürckel aus Lingenfeld (einem kleinen Nest bei Germersheim) war wohl der Drahtzieher. Allerdings konnte der Plan nicht umgesetzt werden und die Familie geriet "nur" in Sippenhaft und wurde aller Vermögenswerte verlustig.
    **Der Ausruf stammt tatsächlich von Blücher und Wilhelm II. hat ihn sich wohl für deine "Hunnenrede" nur "ausgeliehen", als er seine Soldaten nach China schickte!
    [URL=Sponeck]http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Sponeck[/URL]

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Diesmal ist kein letzter Kriegsheld oder ein letztes Opfer verstorben. Diesmal handelt es sich um das vorerst letzte Kriegsschiff der deutschen (Bundes-) Marine mit dem traditionellen Namen "Emden".
    Schon Ende letzten Jahres wurde die 5. Emden (eine Fregatte) außer Dienst gestellt. Ein Namensfolger ist zur Zeit nicht in Sicht und Planung.
    Naja, in den letzten Jahren tut man sich ohnehin etwas schwer mit Namen und Traditionen aber irgendwie ist der Umgang mit dem Namen und vor allem mit den bis dato von allen Schiffen getragene "Eiserne Kreuz" schon fast Skandalträchtig.
    Wie alle ihre vier Vorgänger trug auch dieses Schiff symbolisch das noch vom Kaiser verliehene "Eiserne Kreuz". Nicht als Bugzier, sondern vorn unter der Brücke. Dieses Eiserne Kreuz hätte nun laut Gesetz nach der Außerdienststellung der Emden entweder an die WGAZ an die Marineschule nach Mürwick, an das WGM nach Rastatt, an das Militärhistorische Museum in Dresden oder dem Militärarchiv in Freiburg gehen müssen.
    Stattdessen wurde das "Eiserne Kreuz" der "Emden" ausgerechnet nach Australien als "Leihgabe" an in das Museum der australischen Marine in Canbarra "abgeliefert".
    Wir erinnern uns:"...sie(Emden) am 9. November 1914 in einem Gefecht mit dem australischen Kreuzer Sydney nahe den Kokosinseln unterlag...".
    Auch das "Eiserne Kreuz" von U9 befindet sich als Kriegsbeute im Ausland - in Konstanza (Schwarzes Meer) im dortigen Marinemuseum.

  • Thema von Waldi44 im Forum Disclaimer

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  • Thema von Waldi44 im Forum 1. Weltkrieg

    Die Schlacht auf der Doggerbank
    24. Januar 1915
    Doggerbank, große, flache Sandbank in der zentralen Nordsee zwischen England im Westen und Dänemark im Osten. Sie ist durchschnittlich etwa 65 Kilometer (stellenweise bis zu 100 Kilometer) breit und fast 300 Kilometer lang. Die Wassertiefe im Bereich der Doggerbank beträgt allgemein weniger als 37 Meter, vor der englischen Küste sogar nur etwas über 15 Meter. Seit Jahrhunderten wird die Sandbank als wichtiges Fischfanggebiet genutzt; vor allem Kabeljau, Schollen und Heringe werden hier gefangen. Während der letzten Eiszeit bildete die Doggerbank den südlichen Rand der Nordsee, die Mündung des Rheines lag damals an ihrer Westseite.
    Mitte Januar 1915 mussten Teile der Hochseeflotte zu Übungen in die westliche Ostsee geschickt werden, gleichzeitig waren für einige Schiffe Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Um diesen Zustand vorübergehender Schwäche der Bereitschaft zur See zu verschleiern, beabsichtigte der Chef der Hochseeflotte Admiral von Ingenohl einen Vorstoß der Schlachtenkreuzergruppe gegen die Doggerbank, der eine offensive Tätigkeit der deutschen Streitkräfte vortäuschen sollte.
    Am 23. Januar 1915 erhielt der Befehlshaber der deutschen Aufklärungsschiffe, Vizeadmiral Hipper, den Befehl, mit der 1. und 2. Aufklärungsgruppe gegen die Doggerbank vorzustoßen und sie von feindlichen Streitkräften zu säubern. Das Unternehmen war so angelegt, dass ein Zusammentreffen mit schweren englischen Streitkräften nicht zu erwarten war; es konnte dies auch nicht in der Absicht der Leitung liegen, da in diesen Tagen das 3., das modernste deutsche Geschwader sich zu Übungen in der Ostsee aufhielt. So standen zur Unterstützung der Aufklärungsgruppe nur das 1. und das aus veralteten Linienschiffen bestehende 2. Geschwader zur Verfügung. Der Befehlshaber der Aufklärungsschiffe sollte in der Nacht auslaufen, so dass er bei Hellwerden am 24. Januar einen bestimmten Punkt auf der Doggerbank erreicht hatte, sollte dann kehrtmachen und wieder nach Wilhelmshaven zurückkehren. Nach Einbruch der Dunkelheit verließen die deutschen Aufklärungsstreitkräfte die Schillig-Reede und traten den Vormarsch nach Westen an.
    Was die Deutschen nicht ahnten, die Briten wußten um ihr kommen und bereiteten eine gigantische Falle vor:
    Während also die deutsche Kreuzergruppe unter allen Vorsichtsmaßnahmen die Nordsee nach Westen kreuzte, zogen sich weit überlegene britische Streitkräfte von dorther gegen sie zusammen. Von Scapa Flow lief die große Flotte 19 Linienschiffe stark, von Firth of Forth das I. Schlachtenkreuzergeschwader, 5 Schlachtenkreuzer, und das III. Schlachtenkreuzergeschwader, 7 ältere Linienschiffe stark und von Harwich 3 leichte Kreuzer mit etwa 20 Zerstörern aus. Die 8 deutschen Kreuzer fuhren also gradewegs in die Falle.....
    .....und erlitten eine eindeutige Niederlage!

    Die Schlacht auf der Doggerbank macht vorläufig Überfälle auf englische Küstenstädte und Truppenlandungen in England unmöglich. Nach dem 24.01.1915 hielt es die englische Führung nicht mehr für nötig, Truppen in demselben Umfang wie bisher in der Heimat zurückzuhalten. Vier Tage nach dem Gefecht wurde der endgültige Endschluss zum Angriff auf die Dardanellen/Türkei gefasst.
    Marineminister Churchill wollte einen makellosen Sieg vorweisen. Er verhinderte deshalb eine Untersuchung jener Mängel, die während des Kampfes auf britischer Seite aufgetreten waren. Die Folge: Während der Schlacht vor dem Skagerrak 1916 explodierten drei britische Schlachtkreuzer infolge von Kartuschenbränden und rissen 3 300 Matrosen mit in die Tiefe.

    "SMS Blücher im Endkampf"

    SMS BLÜCHER: 792 Gefallene. Schwer getroffen kenterte SMS Blücher und sankt kurze Zeit später . 260 Mann wurden von englischen Schiffen . gerettet, 792 Beatzungsmitglieder fanden den Tod

    SMS SEYDLITZ: 165 Gefallene. Ein folgenschwerer Treffer auf SMS Seydlitz, setzte 2 von 5 schweren Geschützen außer Gefecht und tötete 165 Mann.

    SMS KOLBERG: 2 Gefallene gleich zu Beginn der Schlacht durch Treffer, die auf dem Schiff selbst kaum Schaden Anrichteten.
    Gesamt: 959 Gefallene deutsche Seeleute und
    14 Gefallene Briten.
    Die angegebene Zahl von 954 Gefallenen auf deutscher Seite stimmt nicht mit den Verlustzahlen der einzelnen Schiffe überein.
    Möglich, daß später an Ihren Verwundungen verstorbene Seeleute nicht miteinbezogen wurden.
    SMS Blücher gesunken
    Deutsche Kriegsschiffe:
    Die 1. Aufklärungsgruppe bestehend aus den Großen Kreuzern:
    SMS Seydlitz als Flaggschiff Hippers mit Kommandant Kapitän zur See von Egidy
    SMS Derfflinger mit Kommandant Kapitän zur See von Reuter
    SMS Moltke mit Kommandant Kapitän zur See von Levetzow
    SMS Blücher mit Fregattenkapitän Erdmann
    Die 2. Aufklärungsgruppe bestehend aus den Kleinen Kreuzern:
    SMS Graudenz mit Fregattenkapitän Püllen und
    SMS Stralsund mit Kapitän zur See Harder, 3 sm vor der 1. Aufklärungsgruppe stehen als Vorhut
    SMS Rostock Flaggschiff des 1. Führers der Torpedoboote, Kapitän zur See Hartog und Steuerbord
    SMS Kolberg mit Kapitän zur See Wiedenmann, als Seitendeckung Backbord
    Es fehlten also von jeder Aufklärungsgruppe eine Einheit, der Schlachtenkreuzer "Von der Tann" und der Kleine Kreuzer Straburg, die beide, wie schon, erwähnt, wichtige Instandsetzungsarbeiten halber in der Werft lagen.
    Jedem dieser 4 Kreuzer ist eine Halbflottille von 5 Torpedobooten beigegeben (manche Quellen berichten von 18 Torpedobooten); es sind die
    beiden Halbflottillen der V. Flottille von Chef Korvettenkapitän von der Knesebeck, sowie die
    15. Halbflottille unter Korvettenkapitän Weißenborn und die
    18. Halbflottille unter Kapitän Tillessen.
    Englische Kriegsschiffe nach britischen Quellen:

    I. Schlachtgeschwader
    HMS Lion (Vizeadmiral Beatty)
    HMS Princess Royal
    HMS Tiger

    II. Schlachtgeschwader
    HMS New Zealand (Rear-Admiral Moore)
    HMS Indomitable

    I. Leichte Kreuzer Geschwader

    HMS Southampton (Commodore Goodenough)
    HMS Birmingham
    HMS Nottingham
    HMS Lowestoft
    Harwich Zerstörer:

    HMS Arethusa (Commodore Tyrrwhit).
    Beigefügte Zerstörer (spätere zehnte Zerstörerflottille)

    HMS Meteor (Commander Meade)
    HMS Mastiff
    HMS Mentor
    HMS Miranda
    HMS Milne
    HMS Minos
    HMS Morris.
    Erste Zerstörerflottille

    HMS Aurora (Captain Nicholson)
    HMS Acheron
    HMS Ariel
    HMS Attack
    HMS Defender
    HMS Druid
    HMS Forester
    HMS Goshawk
    HMS Hornet
    HMS Hydra
    HMS Jackall
    HMS Lapwing
    HMS Phoenix
    HMS Sandfly
    HMS Tigress

    Dritte Zerstörerflottille

    HMS Undaunted (Captain St. George)
    HMS Laertes
    HMS Landrail
    HMS Lark
    HMS Laurel
    HMS Lawford
    HMS Legion
    HMS Liberty
    HMS Lookout
    HMS Louis
    HMS Lucifer
    HMS Lydia
    HMS Lysander

  • Thema von Waldi44 im Forum 1. Weltkrieg

    Die Geschichte der deutschen Kriegsmarine ist gekennzeichnet durch einige enige spektakuläre grosse Unternehmungen. Das trifft sowohl für die Kaiserliche Marine als auch für die Kriegsmarine des 3. Reiches zu. Und lassen wir die U-Boote bei dieser Betrachtung auch mal aussen vor, so bestand der Alltag aus unzähligen kleinen Unternehmen, von denen kaum jemand etwas mitbekam. Nicht die grossen Einheiten waren es, die hauptsächlich Krieg zur See führten, sondern hunderte, wenn nicht gar tausende kleine Kriegschiffe und Boote, die entweder dazu gebaut oder umgebaut wurden.
    Nord- und Ostsee sind ohnehin Gewässer, die sich nur bedingt zum Einsatz grosser Kriegsschiffe eignen und auch im Mittelmeer sowie im Schwarzen Meer waren es überwiegend kleinere deutsche Einheiten die dort ihren Dienst versahen. Eine Ausnahme bildete im 1. WK die "Goeben" und "Breslau". Von geographischen Bedingungen abgesehen, war die Flotte des 1. WK in der Deutschen Bucht eingeschlossen und die des 2. WK einfach viel zu klein in Bezug auf grössere Einheiten.
    Die Überwasserflotte des 1. WK beschränkte sich nach dem Verlust des Fernostgeschwaders auf die Tätigkeit der Handelsstörer, Küstenbeschiessungen, Abwehr feindlicher Raids, Räumen feindlicher Minensperren und legen eigener! Der Minenkrieg nahm in beiden Kriegen einen wichtigen Platz im Seekrieg ein und entsprechend hoch waren die Verluste durch Minen.
    Viele der zum Einsatz kommenden Schiffe wurden extra zum Zweck des Minenlegens umgebaut, andere nur zu diesem Zweck gebaut und wieder andere waren so konzipiert, dass es wahlweise eben konnten. Der Russisch Japanische Krieg von 1904/05 lenkte das Augenmerk der Militärs unter anderem auch auf diese Waffe. Bisher galt sie als reine Defensivwaffe und vor allem als "feige" und "ungermanisch" bei der deutschen Marine (kein Witz). 1899 bestand das gesamte Seeminenwesen, so man überhaupt von solch einem sprechen kann, nur aus 22 Mann mit Deckoffizieren und weiteren 36 Mann mit Maaten-Dienstgraden.
    Im besagten Russisch Japanischen Krieg dann sanken gleich drei Linienschiffe durch Minentreffer (Port Arthur 12. April 1904, Untergang des russischen Linienschiffs Petropawlowsk). Das liess die maritime Welt aufhorschen und schon im Juli 1905 wurde eilends in Cuxhaven eine erste "Minensuch-Division" auf- und zusammengestellt, die mit umgerüsteten kleinen Torpedobooten der Baujahre 1886/1887 ausgerüstet wurde. 1914 hatte sich die Flottille dieser behelfs Minen-Torpedoboote auf 41 erhöht, aber schon im ersten Kriegswinter zeigte sich, dass diese Boote zu klein, zu schwach und eher ungeeignet waren.
    Was man brauchte waren maschinenstarke Boote mit ausreichender Fahrstrecke und Doppelschraubenantrieb, die mit ausgebrachtem Suchgerät noch 13 Knoten laufen konnten und mindestens 2 m Tiefgang haben musste, um eine ausreichende Seefestigkeit zu gewährleisten. 1915 wurden die ersten Boote dieser Art "Typ 15" fertiggestellt. Insgesamt wurden von diesen Booten 26 gebaut und vom verbesserten "Typ 16" 85 Boote.
    "Typ 16", veränderte sich im Laufe der Zeit von maximal 476 t Wasserverdrängung der Erstserie auf Größen bis zu 668 t mit einer auf 2.000 Seemeilen erhöhten Fahrstrecke. Die Bewaffnung verstärkte man von einer 8,8-cm-Kanone auf zwei 8,8-cm-, später sogar teilweise auf zwei 10,5-cm-Kanonen.
    Die nachtschwarz angestrichenen, im Bordjargon als "M-Böcke" bezeichneten Boote wurden immer unentbehrlicher. Die Briten schliefen auch nicht und hatten die Vorteile des Minenkrieges durchaus erkannt und wandten sie sehr umfangreich an. Bald war kein einziger Auslaufweg deutscher Überwasserschiffe und U-Boote ohne vorherige Sondierung und vielleicht sogar Räumarbeit befahrbar.
    Nach dem Ende des Krieges durften nur 36 Minensuchboote vom "Typ 16" in die kleine 15.000-Mann-Reichsmarine der Weimarer Republik übernommen werden.
    Neben den "M-Böcken" gab es aber auch andere Schiffe, so zB, die Minendampfer, die ebenfalls aus den Erkekenntnissen des besagten Krieges entstanden.
    Diese Schiffe wurden speziell für den Mineneinsatz gebaut. Sie waren also kein Provisorium, wie die kleinen Torpedobooten von 1886/87. Seerechtlich sind die Minendampfer als Beischiffe der Kriegsflotte aufzufassen und müssen von Seeoffizieren befehligt sein. Die beiden ersten Schiffe diese Typs waren die "Nautilus" (Minendampfer A) und die "Albatross ((alte Schreibweise "ss"(Minendampfer B).
    Die "Albatross", um die es hier gehen soll, wurde auf der Weser AG in Bremen gebaut und am 23. Okt. 1907 zu Wasser gelassen um im Mai 1908 in Dienst gestellt zu werden. Sie hatte eine Wasserverdrängung von 2200/2500t. War rund 100m lang bei einer Breite von 11,50m und einen Tiefgang von 4,50m Sie erreichte mit ihren kohlegespeisten Kolbendampfmaschinen eine Geschwindigkeit von rund 20kn. War ungepanzert und mit acht 8,8cm Geschützen bewaffnet. Als Minendampfer bestand ihre Hauptbewaffnung natürlich aus Minen und davon hatte sie bis zu 388, die über eine hecknahe Rampe verlegt wurden.
    Als späterer Minendampfer soll zum Vergleich mal der Minendampfer C (1915) dienen:Die Bewaffnung bestand aus vier 15cm Geschützen sowie zwei 8,8cm und zwei 50 cm-Torpedorohren. Zur offensiver Minenkriegführung konnten 400 Minen an Bord genommen werden.
    Ihr Heimathafen war Cuxhaven. 1911 wurde sie vom dem Hansa-Dampfer "Wartburg" gerammt, worauf sie für drei Wochen in die Werft musste.
    Nur kurz nach ihrer Indienststellung, im August 1914, kam sie zu ihrem ersten Einsatz. Zusammen mit dem kleinen Kreuzer (geschützter) "Stuttgart" und einigen Torpedobooten legte sie vor der englichen Ostküste im Mündungsgebiet der Tyne eine aus 200 Minen bestehende Offensivsperre.
    Am 9.9.1914 legte sie zusammen mit Nautilus sowie den Panzerkreuzern "Prinz Adalbert" und "Roon", dem kleinen (geschützten) Kreuzer "Kolberg" und dem Leichten Kreuzer "Stralsund" als Sicherung eine Defensivsperre bei Helgoland.
    An den beiden Beispielen wird auch gleich klar, was unter einer "Offensiven Minensperre" und einer "Defensiven Minensperre" zu verstehen ist. Falls sich jemand die Frage gestellt haben sollte !
    Am 21.6. 1915 legte sie bei der Insel Bogskär mit dem Torpedoboot G 135 als Sicherung eine Minensperre. Am 26.6.1915 wurde im gleichen Gebiet, diesmal mit dem Geschützten Kreuzer "Thetis" und dem Torpedoboot G 135 als Sicherung, eine weitere Sperre gelegt.
    Am 1.7.1915 legte "Albatross" im gleichen Gebiet eine weitere Sperre. Diesmal fiel ihre Sicherung deutlich stärker aus: der Panzerkreuzer "Roon", die Geschützten Kreuzer" Augsburg" und "Lübeck" sowie sieben Torpedoboote. Die Funkmeldungen des Geschwaders wurden aber von der russischen Aufklärung aufgefangen. Da sowohl das Signalbuch als auch Karten den Russen nach der Strandung des Leichten Kreuzers Magdeburg am 26.8.1914 in die Hände gefallen waren, konnte die Position der deutschen Schiffe bestimmt werden.
    Die Panzerkreuzer "Ryurik", "Admiral Makarov" und "Bayan" sowie die Geschützten Kreuzer "Oleg" und "Bogatyr" wurden per Funk an das deutsche Geschwader herangeführt, was am 2.7. komplett überrascht wurde. Deren Befehlshaber, Kommodore von Karpf, hatte bis auf "Augsburg" und drei Torpedoboote auch den Großteil der Sicherung schon entlassen und war so dem russischen Geschwader, obwohl deren stärksten Schiff, der Panzerkreuzer Ryurik, infolge Nebels den Kontakt verloren hatte, deutlich unterlegen. Deshalb zogen sich das deutsche Geschwader zurück, wobei Albatross wegen der geringen Geschwindigkeit zurückgelassen wurde. Nach Schilderung der Situation erhielt Fregattenkapitän Georg West, Kapitän der "Albatross", die Erlaubnis sich in Schweden internieren zu lassen.
    "Admiral Makarov", "Oleg" und "Bogatyr" verfolgten "Albatross", die versuchte sich in schwedische Hoheitsgewässer um die Insel Gotland zu retten. Dabei wurde Albatross, auch nach Eintritt in schwedische Gewässer, schwer beschädigt, dass Fregattenkapitän Georg West beschloss die "Albatross" auf Grund zu setzen. Er setzte sich bei Östergarn auf den Strand und holte Wimpel und Flaggen ein. Dort blieb sie mit 10 Grad Backbordschlagseite liegen.
    Der Rest des deutschen Geschwaders konnte entkommen, der zur Unterstützung abgeordnete Panzerkreuzer "Prinz Adalbert" wurde allerdings noch von dem britischen U Boot E-9 schwer beschädigt.
    Die Besatzung der Albatross wurde in Schweden interniert. 28 Mann hatten ihr Leben verloren und wurden auf Gotland in einem Sammelgrab beigesetzt. Der Beisetzung wohnten auch schwedische Militärs bei und alles erfolgte mit militärischen Ehren.Später wurde auf dem Grab sogar ein Gedenkstein errichtet. Nach Kriegsende kehrte die Besatzung wieder nach Deutschland zurück. Das Schiff selbst wurde am 23.7.1915 wieder flott gemacht und nach Farö und später Karlskrona geschleppt. Nach Kriegsende wurde das Schiff von den Schweden wieder freigegeben und am 31.12.1918 nach Danzig zurück geschleppt wo es am 23.1.1919, inzwischen in Kiel, außer Dienst stellte. Am 21.3.1921 wurde "Albatross" gestrichen und nach Hamburg zum Abwracken für 900.000 RM verkauft.
    Der Name Albatros, diesmal mit nur einem "s" blieb erhalten und ging an einen der ersten Torpedoboot - Neubauten der Reichsmarine.

  • Thema von Waldi44 im Forum 1. Weltkrieg

    Trotz der vergleichsweisen kurzen Tradition der deutschen Marine, kommt auch drauf an, wo man mit der Tradition beginnt, haben es einige Schiffsnamen deutscher Kriegsschiffe geschafft, in die Analelen der Seekriegsgeschichte einzugehen. Neben den legendären Grosskampfschiffen der Kiegsmarine sind uns auch die Namen einiger Schiffe der kaiserlichen Marine in rühmlicher Erinnerung geblieben.
    In der Regel aber betrifft das doch nur einen sehr kleinen Kreis marineinteressierter Zeitgenossen. Kaum jemand ausserhalb dieses Kreises kennt zB. die Seydlitz, die sich mit über 20 Treffern und mit 7.000 t Seewasser in ihrem Inneren dennoch aus der Skagerrakschlacht, in den rettenden Hafen schleppte, "der Thriumph des deutschen Kriegschiffsbaus"*, wie Breyer überschwänglich meint oder die weniger glückliche "Blücher", die bei der Doggerbank-Schlacht versenkt wurde und deren gleichnamiger Nachfolger in der späteren Kriegsmarine ein ähnliches unglückseliges Schicksal ereilte.
    Bekannter sind da schon Luckners berühmter "Seeadler" oder die "Abenteuer" der "Emden".
    "Goeben" ist da eher ein unbekannter Name ausserhalb des erwähnten eher kleinen Kreises. Keiner meiner türkischen Arbeitskollegen kam über die Andeutung: das war doch ein Schiff hinaus ! Meist lautete die Antwort auf meine Frage ob man die "Goeben" kenne: was ist das? Nun, "ein Schiff" ist schon mal so verkehrt nicht ! Treffender wäre: ein Kriegsschiff und zwar ein deutsches. Allgemein wird dieses Schiff als Schlachtkreuzer bezeichnet. Damit sind wir aber schon beim ersten Streitpunkt, denn die allgemeine Bezeichnung, der sich auch viele Historiker und damalige Zeitgenossen bedienen, ist nämlich nicht korrekt. Richtig müsste es heissen: Grosser Kreuzer. Schlachtkreuzer als Typenbezeichnung hatte es in der kaiserlichen Marine nicht gegeben.
    Schlachtkreuzer wurden in etwa (in etwa1906/07!) zeitgleich mit den neuen Schlachtschiffen, den Dreadnought (nichts fürchten, fürchte nichts) entwickelt. Ihre Konzeption war in England und Deutschland in etwas gleich. Annähernd gleich bewaffnet wie die Dreadnought, waren sie aufgrund ihrer geringeren Panzerung aber deutlich schneller als diese.
    Britsiche Schlachtkreuzer, Battlecruiser, waren schneller und stärker (nicht unbedingt besser) bewaffnet als die deutschen Schlachtkreuzer (Grosse Kreuzer). Diese hingegen aber deutlich besser gepanzert, was sich zB. in der Skagerrakschlacht bemerkbar machte. Gelegentlich wird behauptet, die Deutschen hätten bewusst auf eine stärkere Bewaffnung als 8x 28-cm- statt der 8 x 30,5-cm-Geschütze bei den Briten, verzichtet. Vermutlich aber lag das nur daran, dass es keine einsatzbereiten grösseren Schiffsgeschütze gab und die Entwicklung entsprechender Kanonen den Bau der neuen Schlachtkreuzer um Jahre verzögert hätte. Was nicht hinnehmbar war, da damals nicht der Grundsatz galt: was brauchen wir, sondern: was haben die anderen (DAS müssen wir auch haben)! Erst mit der "Derfflinger" kamen auch die 30,5-cm-Geschütze.
    Im Allgemeinen werden die Schlachtkreuzer als Nachfolger der Panzerkreuzer bezeichnet, die es im offiziellen Sprachgebrauch auch nicht gab und mit den Schlachtkreuzer, ebenfalls als "Grosse Kreuzer" bezeichnet wurden und sie hatten eine relativ kurze Blütezeit, die schon kurz nach dem 1. Weltkrieg endete, wenn auch die "Goeben" zB. in der türkischen Marine bis 1976 überlebte (Verschrottung 1973–1976) und der letzte, 1920 gebaute britischer Schlachtkreuzer, HMS "Hood", erst 1941 in der Schlacht mit der "Bismarck" in die Luft flog.
    SMS "Blücher" war der letzte Panzerkreuzer, die SMS "Von der Tann" der erste neuartige und somit vollwertige Schlachtkreuzer. Obwohl doch recht unterschiedliche Schiffe, galten sie als "Grosse Kreuzer", damit die Marine so die Großkampfschiffe aus dem Kreuzeretat des beschlossenen Tirpitzplans**** bauen konnte, ohne ein neues Gesetz durch den Reichstag bringen zu müssen.
    Das erste britische Schiff dieses Typs und somit der erste Schlachtkreuzer überhaupt war die HMS "Invincible", die 1908 fertiggestellt wurde. Auf deutscher Seite folgte SMS "Von der Tann", die am 19. Februar 1911 in Dienst gestellt wurde. Sechs weitere sollten folgen. Die "Goeben" war nach von "Von der Tann" und "Moltke", der dritte deutsche Schlachtkreuzer. Beide hatten 3.000t (3.500)**mehr Wasserverdrängung, zusätzliche Geschütze (je zwei 28 mm in einem fünften Turm achtern und 15 mm) und waren um 0,7 kn schneller als "von der Tann".
    Zum Thema Schlachtkreuzer wurden ganze Bibliotheken gefüllt und meine kurze Einlassung dazu ist sicher lückenhaft und unvollständig. Mehr aber würde den Rahmen meiner kleinen Ausführung sprengen.
    Lediglich die Frage nach dem Nutzen dieser Schiffsklasse sollte noch angesprochen werden. Im Grunde ging es darum, dass die schnellen Schiffe ihnen artilleristisch unterlegene gegnerische Kriegsschiffe aufspüren und vernichten sollten. Aufgrund ihrer grossen Reichweite brauchten sie sich nicht in den Wirkungsbereich der geg-nerischen Artillerie begeben und sollte es doch mal passieren, so war ihre Panzerung denen der Kreuzer immerhin ebenbürtig. Schlachtschiffen, also überlegneren Gegnern, konnte man dank des grossen Geschwindigkeitsvorteils, einfach davon fahren. Natürlich wurde ihre hohe Geschwindigkeit auch für aufklärerische Tätigkeiten genutzt.
    Nun zurück zur Goeben. Diese befand sich kurz vor Kriegsausbruch als Flaggschiff der deutschen Mittelmeerdivision im östereichischen Kriegshafen Pola. Mit ihr der kleine Kreuzer "Breslau". Die beiden anderen, ebenfalls zur Mittelmeerdivision gehörenden Schiffe, waren auf der amerikanischen Station und die Stationsjacht "Loreley" in Konstatinopel.
    Breslau war gerade überholt worden und nahm nun wieder seinen Platz ein, den vorrübergehend "Dresden" inne hatte. "Goeben" lag seit 1912 in der Region und hätte selbst einer Reparatur bedurft. Nach Admiral Souchons Bericht, hatte das "neuartige Kesselrohrmaterial" den Beanspruchungen nicht standgehalten und sollte erneuert werden und was auch schon angeordnet und die Ablösung durch ihr Schwesterschiff, die "Moltke" beschlossen war. Dazu kam es aber nicht mehr. Die Mittelmeerdivision wurde durch den Kriegsausbruch überrascht. Dazu muss man wissen, dass zu diesem Zeitpunkt noch der sogenannte "Dreibund" existierte. Ein Bünd-nis zwischen Deutschland, Östereich-Ungarn UND Italien. Aber schon Napoleon hatte erkannt, dass Italien nie einen Krieg mit dem Verbündeten beendete, mit dem es ihn begonnen hatte. Als gemeinsamer Aufmarschort war Messina bestimmt. Der östereichische Admiral Haus sollte den Oberbefehl erhalten, der Herzog der Abruz-zen die italienische Flotte befehligen und ebenfalls italienische Schiffe das deutsche Kontingent verstärken.
    Da in den ersten Kriegstagen des Krieges Östereich-Ungarn gegen Serbien keine Befehle eintrafen, machte sich Souchon seine eigenen Gedanken. Erstens erkannte er richtig, dass seine derzeitige Position in der Adria die ungünstigste aller Positionen war. Mit nur geringen feindlichen Kräften wäre er und die Östereicher, die so-wieso an keinen Seekrieg im Mittelmeer dachten, aus- bzw. einzusperren. Das wollte der ehrgeizige Offizier auf keinen Fall, tatenlos in irgend einem Hafen seine Zeit verplempern. Dabei dachte er natürlich nicht an die Serben, sondern Engländer und Franzosen, deren Kriegseintritt sehr wahrscheinlich erschien.
    Zweitens gab es schon vor dem Krieg Pläne, was man im Kriegsfall (mit England und Frankreich) in etwa zu tun beabsichtigte. Zum Glück für Souchon erfolgten die Kriegserklärungen Frankreichs und Englands nicht zeitgleich. So befand sich Deutschland mit Frankreich schon im Krieg, als man mit England noch diplomatische Noten austauschte (das ist jetzt eine Metapher).
    Das alles, einschliesslich des Auslaufens geschah, BEVOR Souchon überhaupt etwas vom Kriegsausbruch mit Frankreich wusste. Allerdings gab es wie schon erwähnt, am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung an Serbien und der Kriegseintritt zumindest frankreichs nur eine Frage der Zeit. Plangemäss befand er sich am 2. August in Messina um sich dort mit den verbündeten Flotten der Östereicher und Italiener zu vereinen. Nur, es gab nichts zu vereinen. Weder Italiener, noch Östereicher waren zu Stelle!
    Souchon also beschloss für sich und auf sich allein gestellt, die Hafenanlagen von Bône (Breslau) und Philippeville (Goeben) in Algerien anzugreifen und zu beschiessen. In diesen französischen Einschiffungshäfen wurden die Truppen des XIX. Algerischen Armeekorps nach Frankreich verschifft und, angesichts der deutschen Bedrohung, dort auch dringend erwartet.
    Hier allerdings geht aus meinen Unterlagen nicht eindeutig hervor, wann genau dieser Entschluss gefasst wurde und ob er ihn auch ohne die französische Kriegs-erklärung ausgeführt hätte. Die Nachricht davon erreichte ihn nämlich erst in der Nacht vom 3. zum 4. August 1914 und im Morgengrauen (6 Uhr) des 4. erfolgte bereits die Beschiessung der algerischen Häfen.
    Zwar war die Beschiessung der Häfen recht erfolg- und für die Franzosen auch verlustreich (andere Quellen sprechen von eher bescheidenen Erfolgen), doch wichtiger für die Ereignisse an der eigentlichen Front war, dass sich der französische Flottenchef, Viezeadmiral Bouè de Lapeyrère von Souchon täuschen liess, Oran sowie Algier in Alarmzustand versetzte und die Verschiffung der Truppen um ganze drei Tage verzögerte.
    Bemerkenswert dazu ist auch der Umstand, dass Souchon eigentlich andere Befehle aus Nauen (Grossfunkstation) erhalten hatte, er also eine Befehlsverweigerung beging, als er nicht, wie gefordert, SOFORT nach Konstantinopel ging, sondern erst noch der algerischen Küste seine Grüsse entbot! Da durch die Rohrschäden die "Goeben" mehr Kohle und Wasser verbrauchte als sonst, war man zur Bevorratung gezwungen wieder nach Messina zurück zu kehren.
    Auf dem Weg dorthin traf man auf ein britiches Kreuzergeschwader (Indomitable, Indefatigable) , dass den kleinen deutschen Verband aber unbehelligt passieren liess . Man befand sich nicht im Kriegszustand und hatte lediglich den Befehl, im Falle eines deutschen Angriffs auf französische Schiffe einzugreifen. Die Briten folgten dem deutschen Verband, wo-raufhin man auf der "Goeben" trotz der desolaten Dampfrohre ordentlich Dampf aufmachte und den Briten vor der Nase davondampfte! Das wäre für die Briten ja ausser der Blamage nicht weiter schlimm gewesen, aber gleichzeitig verlor man dadurch die Fühlung zum deutschen Verband und wusste bis zum nächsten Abend nicht, wo sich die Schiffe genau befanden.
    Das befand sich am 5. August wieder in Messina und begann mit der Bevorratung. Inzwischen befand man sich auch mit England im Krieg und die italienischen Behörden proklamierten nun öffentlich ihre "Neutralität". Sie waren so "Neutral", dass sie Souchon aufforderten, den Hafen binnen 24 Stunden zu verlassen. Was vermutlich auf britischem Druck geschah. Souchon aber erzwang sich einen dreimal 24 stündigen Aufenthalt....
    Übrigens: um die Deutschen so schnell wie möglich los zu werden, wurde auch ein britischer Kohledampfer zur Bekohlung der deutschen Schiffe befohlen.Ausserdem wurden weitere Kohledampfer nach bereits im Frieden ausgearbeiteten Plänen zu bestimmten Punkten befohlen. Dies Punkte waren Kap Maleas, die Insel Santorin und am Eingang der Dardanellen. Am 6. August nachmittags war der Moment des Auslaufens gekommen. "Goeben" voraus und "Breslau" in gebührenden Abstand hinterher Kurs Adria! DAS sollten aber nur die Briten denken. Mitten in der Nacht wurde der Kurs auf Kap Matapan geändert.
    Geändert hatte sich auch die politische Lage. Der Befehl in die Türkei zu fahren wurde zurück genommen. Stattdessen sollte er wieder in die Adria und nach Pola zurückkehren, wo er in die östereichische Flotte eingegliedert werden sollte.Eigentlich hatte Souchon seine Befehle, aber auch diesmal entschied er sich gegen sie und folgte seinen eigenen Plänen. Ein Umstand, der komischer Weise kaum Beachtung findet. Zweimalige Befehlsverweigerung! Nur seine Erfolge können in den Augen seiner Vorgesetzten das rechtfertigen!
    In den engen Gewässern des Mittelmeeres blieb es nicht aus, dass der Verband bei aller Trickserei dann doch schnell entdeckt wurde. Der britische Kreuzer "Gloucester" wurde zum Fühlungshalter. Ein nächtlicher Angriff durch den Kreuzer "Dublin" und einigen Torpedobootszerstörern schlug fehl. Am 7. August kam es dann noch zu einem Gefecht zwischen der "Breslau" und der "Gloucester", der mit der Flucht der "Gloucester" endete, als die "Goeben" erschien. Bei Kap Maleas dann wartete der deutsche Dampfer "Bogador" mit Kohle und man bekohlte sich den ganzen 9. August ungestört.Am 10. August schliesslich liefen beide Schiffe in die Dardanellen ein, nachdem man über den Umweg über Smyrna Verbindung mit Konstantinopel aufgenommen
    hatte. Der Umweg über Smyrna war notwendig, weil man von den Schiffen keine Funkverbindung nach Konstantinopel herstellen konnte. Vielleicht wollten die Türken auch keine Funkverbindung um sich unnötigen Ärger zu ersparen. Aber Souchon hatte keine andere Wahl, die Briten waren ihm auf den Fersen. Als Kurierschiff fungierte der deutsche Dampfer "General".
    Nachdem der Verband in der Türkei angekommen war, begannen rege diplomatische Tätigkeiten, die darin gipfelten, das am 16. August (anderswo steht am 12. August) "Goeben" und "Breslau" in die osmanische Marine übernommen wurden, nachdem sie symbolisch an die Türken verkauft worden waren. Kommando und Besatzung blieben weitestgehend deutsch, nur die Kopfbedeckung wandelte sich in den türkischen "Fez". "Goeben" hiess ab sofort "Yavuz Sultan Selim" (Sultan Selim der Gestrenge), "Breslau" "Midilli" (Mytilene, nach der 1913 an Griechenland verloren gegangenen Insel).
    Am 15. August kündigte die Türkei ihr Marineabkommen mit Großbritannien und verwies die britische Marinemission unter Admiral Limpus bis zum 15. September des Landes. Die Dardanellen und der Bosporus wurden 27. September 1914 offiziell für die internationale Schifffahrt gesperrt. Souchon*** wurde zum Oberbefehlshaber der osmanischen, nach dem Kriegseintritt Bulgariens auch der bulgarischen, Kriegsmarine ernannt- das nenn ich eine Karriere und schon am 29. Oktober 1914 griff Souchon unter osmanischer Flagge russische Ziele an, obwohl Russland erst am 2. November der Türkei den Krieg erklärte. Eindeutig spielten hier deutsche Interes-sen eine vorrangige Rolle, denn fast gleichzeitig griffen britische Einheiten vor Izmir türkische Handelsschiffe an. Schliesslich erklärte am 12. November 1914 die osmanische Regierung der Triple Entente (Militärbündnis zwischen England, Frankreich und Russland. Sie wurde 1907 durch den Vertrag von St. Petersburg gegründet und stellte eine Weiterentwicklung der Entente cordiale dar, am 26. April 1915 kam in London ein Geheimvertrag mit Italien zustande, dem am 23. Mai 1915 die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn und der Angriff u. a. am Isonzo folgte) den Krieg und vollzog damit den entgültigen und offiziellen Kriegseintritt auf Seiten der Mittelmächte.
    Überwiegend operierte die "Goeben", alias "Yavuz Sultan Selim" im Schwarzen Meer und beschäftigte die Russische Marine und den Küstenschutz, indem sie ersterer mehrere Gefechte lieferte und ettliche russische Häfen beschoss, so unter anderem die Seefestung Sewastopol(29. Okt. 1914), was ihr selbst zwei schwere 30,5 cm Treffer einbrachte.
    Mehrere Gefechte mit russischen Schiffen verliefen für die "Goeben" erfolgreich, aber beim Einlaufen in den Bosporus am 26. Dez. 1914 erhielt das Schiff zwei Minentreffer und nahm 600t Wasser auf. Zur Reparatur musste improvisiert werden, da es in der Türkei für so ein grosses Schiff keine Dockanlagen gab. Dort wurdedie "Goeben" von dem britischen Schlachtschiff "Queen Elizabeth" folgenlos unter Beschuss genommen. Bei einem weiteren Einsatz im Schwarzen Meer versenkte man zwei russische Handelsschiffe und lieferte sich mit russischen Schlachtschiffen ein Gefecht, bei dem die "Goeben" drei Treffer einstecken musste.
    Bei einer Patroullienfahrt traf am 7. Jan. 1916 die "Goeben" auf die neue russische "Imperatritsa Mariya."***** Der anschliessende Schusswechsel blieb für beide Schiffe folgenlos. Im Sommer wurde dir russische Stadt Tuapse beschossen, der vorerst letzte Einsatz, denn im Jahre 1917 fanden wegen der äusserst starken Verminung der Fahrwege und grosser Kohleknappheit keine grösseren Schiffsbewegungen statt.
    Im Jahr 1918 waren die Vorräte an Kohle und Munition, die aus Deutschland gebracht werden musste, aufgefrischt und es kam zu einer neuen grösseren Operation gegen die Insel Imbros. Dabei wurden von der "Goeben" die britischen Monitore "Raglan" und "M 28" versenkt. Diese Operation blieb aber für "Goeben"und die sie begleitende "Breslau" nicht folgenlos. "Midilli", wie die "Breslau" nun ja hiess, bekam zwei Minentreffer und blieb bewegungslos liegen.
    Als "Yavuz", wie die "Goeben" kurz auch genannt wurde, versuchte den kleinen Kreuzer abzuschleppen, erhielt sie selbst zwei (drei) Minentreffer. Die "Breslau" versank mit dem Grossteil ihrer Besatzung. Danach lief "Goeben" auf eine Untiefe und wurde von britischen Fliegern bombardiert ohne getroffen zu werden (Je nach Quelle bis zu 180 Bomben, von denen zwei doch getroffen haben sollen). Ganze sechs Tage sass sie dort bewegungslos wie auf dem Präsentierteller fest. Die Türken schleppten die "Goeben" wieder frei und zur Reparatur nach Konstantinopel, wo sie wieder mehr schlecht als recht geflickt wurde.
    Inzwischen aber hat sich die Situation an der deutschen Ostfront sehr zu Gunsten der Deutschen verbessert. Durch den Vertrag von Brest Litowsk befand sich die gesamte Norküste des Schwarzen Meeres, einschliesslich der Krim und Sewastopol in deutscher Hand. Im Mai 1918 konnte die "Goeben" seit 1912 zum ersten mal wieder in's Dock zur gründlichen Reparatur.
    "Nachdem die Türkei am 2. November 1918 vor den Ententemächten kapituliert hatte, wurde der Kreuzer von den Deutschen den Türken übergeben, so dass der fiktive Kaufvertrag von 1914 nunmehr de facto vollzogen war..." (Marine Arsenal, Sonderband 15, Siegfried Breyer). Nach dieser Kapitulation wurde der Kreuzer offiziell den Briten als Kriegsbeute zugesprochen, doch diese schenkten, nach der Revolution, den ohnehin nur bedingt fahrtüchtigen Schlachtkreuzer den Türken, die diesen dann bis 1930 wieder fahrbereit machten und als Flaggschiff der türkischen Flotte verwandten.
    Seit 1948 lag es stationär in Gölcük. 1950 kam es in die Reserve und 1954 wurde es aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Vor seinem Abbruch wurde das Schiff der deutschen Bundesregierung zum kauf angeboten, aber dem Zeitgeistentsprechend zeigte man kein Interesse an diesem Meisterstück deutscher Ingenieurskunst und einem traditionsreichen Stück deutscher Marinegeschichte und letztentlich, wenn man so will, einem Stück deutsch türkischer Freundschaft(Waffenbrüderschaft).
    Zwischen 1973 und 1976 wurde es verschrottet.


    * Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905 - 1970, Breyer
    ** Je nach Quelle schwanken selbst solche Angaben, von denen man annehmen sollte, sie stünden fest.
    *** Im September 1917 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm den Befehl über das Vierte Schlachtgeschwader der Hochseeflotte. Bei Kriegsende war er Kommandeur der Marinebasis Kiel.
    **** Großadmiral Alfred von Tirpitz gilt als Begründer der deutschen Hochseeflotte. Ziel war es, eine Flotte zu schaffen, die zwar die Stärke der britischen Flotte nicht erreichen konnte, doch für die Seemacht Großbritannien zumindest eine Risikodrohung im Falle eines Krieges gegen das Deutsche Reich darstellen sollte . Das 1. Flottengesetz legte auf lange Sicht den Plan fest, für den Tirpitz 20 Jahre veranschlagte. Eine gewisse Parallele zeichnt sich zum späteren "Z" Plan im 3. Reich ab.
    ***** Anderswo steht zum selben Gefecht: "Imperatritsa Ekaterina II"

    Abschliessend sei noch angemerkt, dass es auch eine Version der Goebengeschichte gibt, in der die Fahrt in Richtung Türkei ganz anders dargestellt wird, nämlich, dass es sich nur um eine Notlösung gehandelt habe, nachdem Souchon der Weg zurück nach Pola versperrt war. Das dann nach dem Krieg die Ereignisse etwas verklärt dargestellt wurden ist durchaus verständlich, auch dass sich Souchon die Gedankengänge seiner Vorgestzten zu eigen machte und als seine eigenen ausgab.

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