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  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    ... Hollywoods Beitrag - 1942

    "Aus Angst vor japanischen Bombern versteckten die USA während des Zweiten Weltkriegs ihre Flugzeugwerke an der Westküste unter gigantischen Tarnnetzen. Filmstudios errichteten darauf ganze Fassadenstädte, Gummiautos inklusive. Der Aufwand war enorm - und am Ende nutzlos."
    ....
    Einem echten Test aber hatte sich die Maskerade Kaliforniens nie unterziehen müssen.
    Denn tatsächlich machten die japanischen Streitkräfte nie Luftaufnahmen von Santa Monica.
    ....
    Und so wurde die Verkleidung der Douglas Aircraft Company in Santa Monica nach Kriegsende, im Juli 1945 wieder fachgerecht demontiert.
    ....
    Auch als Exportschlager für andere Kriegsschauplätze, etwa in Europa, taugte die Hollywood-Kreation wenig: Die Tarnkulisse war schlicht nicht übertragbar und schon der erste starke Regen oder Schnee hätte Teile der Konstruktion verformen und sie zum Einsturz bringen können."






    Tarnung aus Hollywood

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Ein wirklich bemerkenswertes aber weitestgehend unbekanntes Bonmot aus dem 2. Weltkrieg ist mir beim Lesen* unter die Augen gekommen und ich möchte es hier mal vorstellen. Ich findes es auch sehr bezeichnend sowohl für denjenigen, der es prägte, als auch für denjenigen auf den es gemünzt war.
    Auf der Konferenz von Jalta (4. bis zum 11. Februar 1945) lies US Präsident Roosevelt Stalin fragen, wer denn der Herr mit dem Kneifer sei, der dem Botschafter Gromyko gegenüber sass. Stalin erwiederte über den Dolmetscher:"Ach der. Das ist Beria**, unser Himmler".
    Stalin war ja für seine derben oft makaberen aber meist hintersinnigen Sprüche bekannt und beschäftigte noch lange nach seinem Ableben allein damit dutzende Kremlastrologen!

    * Die Grosse Katastrophe, Norman Davis
    ** Lawrenti Beria (1899–1953), sowjetischer Politiker und Chef der Sicherheitsdienste der UdSSR
    Beria oder Beriah: hebr. „hervorragend“

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Französischer Bahn droht Klage

    "Im Zweiten Weltkrieg hat sich die Französische Staatsbahn, die SNCF, an der Deportation von rund 75.000 französischen Juden beteiligt. Dafür soll sie nun Hinterbliebene und Überlebende entschädigen - geht es nach einem Gesetzentwurf, der nun im US-Kongress eingebracht wird."

    Bahn droht Klage

    Nun könnte man sich ja genüsslich zurücklehnen und sich freuen, dass nun auch mal die anderen zur "Holokaustkasse" gebeten werden. Aber danach ist zumindest mir nicht zumute. Wieder einmal haben die Anwälte der Holokaustindustrie eine Geldquelle entdeckt - über 60 Jahre nach den Geschehnissen und dann dieses scheinheilige Gesülze:
    ""Nichts kann die von Nazi-Deutschland und seinen Kollaborateuren begangenen Grausamkeiten wieder gutmachen, aber jedes Stück Gerechtigkeit ist wichtig", begründete die demokratische Abgeordnete Carolyn Maloney die Initiative."
    Denen gehts nicht um Gerechtigkeit, denen gehts ums Geld - Geldmachen mit dem, was die Nazis von ihren Opfern übrig gelassen haben, dem Gedenken und die Trauer um die Opfer - sowas nennt man gemeinhin "Leichenflädderei"!

    Übrigens: warum verklagt man dicht die Firmen, die anno Tobak die Schienen verlegt haben oder die Arbeiter die sie gelegt haben? So, als Mittäter. Überhaupt James Watt, wäre er nicht Engländer als Erfinder der Dampfmaschine und somit indirekt auch der Eisenbahn. Da gibt es doch einen deutschen Eisenbahnerfinder und Hersteller Johann Friedrich August Borsig! Meine Herren Geldfresser in USA - lässt sich da nicht im Zusdammenhang mit den Deportationen was deichseln?
    Ich bin mir da ganz sicher, dass dieser Zweig der Holokaustindustrie sich noch in 100 Jahre zu Wort meldet, wenn ein Ur- Ur- Ur- Enkel eines Holokaustopfers in der Schule schlechte Leistungen bringt und das auf ein Trauma zurückführt, dass er bekam, als er vom Schicksal seiner Verwandten um 10 Ecken herum erfährt....
    Das aber wirklich beschämende: Die US Regierung in Gestalt des Repräsentantenhauses als auch des Senats macht da mit und ich denke Obama auch!

  • Thema von Waldi44 im Forum Milit. und sonstige in...

    Nach der italienischen Kapitulation und dem Seitenwechsel wurden rund 600 000 Italienische Militärinternierte (IMIs) in Lager im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten verbracht (verschleppt, deportiert, inhaftiert, verwahrt) und zur Zwangsarbeit gezwungen; allein in Berlin waren es über 30 000 die überwiegend in der Rüstungsindustrie arbeiteten. In der Hierarchie der Gefangenen rangierten sie mit an unterster Stelle, galten sie doch als Verräter, denen man auch noch Stalingrad und andere Niederlagen anhing. Die Lebensbedingungen in den Barackenlagern waren denkbar schlecht: Hunger, Zwangsarbeit, Krankheiten, Schikanen der Wachen und Bombenangriffe kosteten Zehntausenden, schätzungsweise 45.000, das Leben.
    Der Status eines "IMI" war eine Sonderform und ging auf einen Befehl Hitlers zurück und unterschied sich von dem des Kriegsgefangenen unter anderem dadurch, dass sie auch der Kontrolle durch das Rote Kreuz entzogen wurden. Die IMI's hatten weder Status noch Rechte eines Kriegsgefangenen, so diese überhaupt gewährt wurden. Den meisten aber stand es frei, soweit sie nicht als politisch unzuverlässig eingestuft worden waren, sich zur Wehrmacht oder zur neuen Italienischen Wehrmacht der Republik von Salo zu melden. 180.000 von ihnen taten das.
    Auf Betreiben Mussolinis wurde der Status im Sommer 44 in ein "normales" ziviles Arbeitsverhältnis mit Auflagen umgewandelt - so durften sie zB. Deutschland nicht verlassen.
    Nach dem Krieg erhielten Italienische Militärinternierte keine Wiedergutmachung, weder von Deutschland noch von Italien, da sie nun plötzlich als Kriegsgefangene galten und das, obwohl zum Zeitpunkt ihrer Internierung zwischen Italien und Deutschland kein Kriegszustand bestand und Deutschland auf Befehl Hitlers, ihnen ausdrücklich den Status eines Kriegsgefangenen NICHT zuerkannte.

  • Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Anders als in Deutschland war der italienische Führer", der Duce (Mussolini) kein unumschränkter und alleiniger Herrscher. Er stand dem Grossen Faschistischen Rat vor, dem "Gran Consiglio Del Fascismo".
    Zwar hatte Mussolini mit seiner faschistischen Partei spätestens nach den "Wahlen" von 1929, bei denen es nur eine einzige Einheitsliste gab, Italien in eine faschistische Diktatur verwandelt aber sowohl die Monarchie als auch der Vatikanstaat blieben erhalten und wie schon erwähnt, besagter Grosser Faschistischer Rat.
    Nur zwei Mal entschied der Rat gegen ihren Duce, einmal 1923 in der Frage der Mitgliedschaft der Freimauerer und ein zweites Mal am Nachmittag des 24. Juli 1943. An diesem Tag forderte der Rat Mussolini auf, nach seinen vielen "militärischen" Erfolgen und der Landung der Alliierten in Italien, die militärische Führung an den König abzugeben. Tagsdarauf beschloss der Große Faschistische Rat in den frühen Morgenstunden des 25. Juli 1943 mit neunzehn gegen acht Stimmen, bei einer Enthaltung, die Absetzung des Duce und auf Anordnung Viktor Emanuels III. wurde er verhaftet. Genau wie in Deutschland hatte Mussolini es geschafft grosse Volksmassen hinter sich zu versammeln. Mit Versprechungen und Terror wurde er zum Duce. Betrachtet man den Lebenslauf der beiden Männer, Mussolini und Hitler, findet man ettliche Parallelen im politischen Werdegang und man erkennt, warum Mussolini eine Zeit lang Hitlers Vorbild war und dieser ihn nacheiferte, ehe er zu dessen Popanz absank.
    Und ähnlich wie in Deutschland versagten die linke Kräfte und verschätzten sich die Konservativen aber anders als in Deutschland agierten sie immer irgendwie im Hintergrund um dann im entscheidenden Augenblick zuzuschlagen. Ein Umstand, den man bei der Bewertung der italienischen Kriegsanstrengungen und Kriegsleistungen immer im Hinterkopf behalten sollte. Die Kriegsbeteiligung auf deutscher Seite war Mussolinis alleiniger Wille und so verhielten sich auch die meisten Italiener dazu - es war nicht ihr Krieg!
    Nicht einmal Mussolinis Grossmachtpläne von der Errichtung eines neuen Römischen Reiches konnten sie mit ihm teilen. Diesen Traum versuchte Mussolini auf mannigfache militärische Weise zu erfüllen. Am 3. Okt. 19 35 überfielen seine weit überlegenen Truppen Abessinien. Dort schreckte er auch vom Einsatz von Giftgas nicht zurück und pikanter Weise schossen die Abessinier mit deutschen Kanonen zurück. 1939 erfolgte die italienische Annexion von Albanien und vom 28. Oktober 1940 an der erfolglose Angriff auf Griechenland, der nur mit deutscher Hilfe für Italien halbwegs glimpflich endete.Nachdem Italien schon nach dem italienisch-türkischen Krieg (1911–1912) Libyen annektiert hatte erklärte Italien 1934 seine libyschen Besitzungen zur Kolonie Italienisch-Libyen. Die konnten sie aber nur dank deutscher Hilfe vor den Briten
    verteidigen, nachdem Mussoline meinte die Gunst der Stund nutzen und Ägypten angreifen zu müssen. Das war der Hintergrund für die Gründung des Afrikakorps welches samt den Italiener im Mai 1943 bei Tunis kapitulieren musste.
    Nach all diesen militärischen Grosstaten und der Landung der Alliierten auf dem italienischen Festland im September 1943. War es für für die neue italienische Regierung unter Mussolinis Nachfolger Pietro Badoglio höchste Zeit Verhandlungen über einen Separatfrieden mit den Alliierten aufzunehmen. An der Südostküste Siziliens waren neben 10 Divisionen der amerikanischen und britischen Armeen in der Nacht vom 9.auf den 10. Juli 1943 amerikanische Fallschirmtruppen gelandet(Operation Husky) .
    Sizilien wurde vom Wasser aus mit 2500 Schiffen und aus der Luft mit rund 5000 Flugzeugen angegriffen. Am 17. August 1943 wurde Sizilien vollständig eingenommen. Als am 3. September zwei britische Divisionen bei nur minimalem Widerstand auf dem italienischen Festland landeten, schien es der Regierung Badoglio aller höchste Zeit . Bei geheimen (!) Verhandlungen im Hauptquartier der Alliierten Mächte in Cassibile (Waffenstillstand von Cassibile). wurde zwischen den Alliierten und dem zwischenzeitlichen Regierungschef Italiens Badoglio der sog. "Kurze Waffenstillstand" ( 1.9.1943) geschlossen. Kein Geringerer als Pius XII. drängte Präsident Roosevelt zu einem Separatfrieden mit Italien. Noch stand Italien offiziell zu seinen Verpflichtungen gegenüber Deutschland aber die Deutschen bereiteten unterdessen den "Fall Achse" (vormals Alarich) vor. Am 10. September besetzten die deutschen Truppen Rom.
    Entgegen dem Willen der Italiener wurde am 8. Sept. 1943 der Waffenstilstand über Rundfunk öffentlich bekannt gegeben. Daraufhin setzte Generalfeldmarschall Albert Kesselring, den Fall Achse in Aktion, in dem die Deutschen alle italienischen Verbände entwaffneten. Die Durchführung der Operation oblag Generalfeldmarschall Erwin Rommel.
    Durch diese gezielte Indiskretion der Alliierten, man könnte es auch Wortbruch oder sogar Verrat nennen geriet die italienische Armee in eine völlig aussichtslose und prekäre Situation, zumal wichtige strategische Punkte schon lange vorher in Erahnung dessen was kommen würde, von deutschen Truppen besetzt worden waren. Die italienischen Soldaten und ihre Offiziere wussten nämlich nichts von den Verhandlungen und der bereits erfolgten Kapitulation. Sie erfuhren es zumeist aus dem Rundfunk! Die Deutschen wussten es oftmals schon vorher und so konnten sie die Italiener vielerorts überrumpeln. Nur an sehr wenigen Stellen gab es ernsthaften Widerstand, der aber schnell gebrochen werden konnte. Dabei kam es deutscherseits zu einigen absolut unnötigen Kriegsverbrechen, die nur aus der Wut der Deutschen auf ihre
    treulosen "Verbündeten" zu erklären sind und gewissen Umständen, die das handling mit den Gefangenen sehr erschwerten, so auf den griechischen Inseln dort namentlich auf Kefalonia, wo deutsche Truppen 5.200 Soldaten der italienischen Division „Acqui“, die sich am 21. und 22. September 1943 Teilen der deutschen 1. Gebirgsdivision ergeben hatten, nun nennen wir es mal mit Rücksicht auf meine patriotisch gesinnten Leser statt ermordet, erschossen hatten.
    Mussolini selbst wurde, wie schon ober erwähnt, verhaftet und auf dem Campo Imperatore, im heutigen Hotel Campo Imperatore, einquartiert. Am 12.09.1943 befreiten ihn deutsche Fallschirmjägern aus der Haft auf dem Gran Sasso (Abruzzen). Die Aktion lief unter der Bezrichnung:Unternehmen Eiche unter dem Kommando von Major Harald Mors sowie der Beteiligung eines kleinen SS-Kommandos unter der Leitung von Otto Skorzeny. Mit einem „Fieseler Storch“ wurde Mussolini ausgeflogen.
    Mit deutscher Hilfe bildete Mussolini eine faschistische Gegenregierung und rief die "Soziale Republik Italien" aus. Von Salò (am Gardasee) aus versuchte Mussolini, die Herrschaft in Nord- und Mittelitalien
    wiederzuerlangen. Er blieb aber ein Instrument der deutschen Besatzungstruppen und das Staatsgebiet der „Republik von Salo“ schrumpfte gleichermaßen mit dem Rückzug der deutschen Truppen aus Italien und verschwand mit ihnen auf nimmerwiedersehen. Im Prozess von Verona nahm Mussolini Rache. Unter anderem wurden der ehemalige Außenminister und Schwiegersohn Mussolinis, Galeazzo Ciano, sowie der greise Feldmarschall Emilio De Bono zusammen mit drei weiteren Abtrünnigen zum Tode verurteilt und am 11. Januar 1944 hingerichtet.Nachdem Italien nun sozusagen in zwei Teile/Lager gespalten war, kam es erst mal zu einem bösen "Stechen und Hauen" untereinander. Ausserdem ging Mussolini daran mit Hilfe der Deutschen eine neue Armee zu schaffen, die Italienisch- republikanische Wehrmacht.
    "Laut Bericht der Heeresgruppe B wurden allein bis zum 19. September insgesamt 82 italienische Generäle, 13.000 weitere Offiziere und ca. 400.000 Soldaten entwaffnet und in Gefangengeschaft genommen - hiervon waren 183.000 Soldaten bereits in Internierungslager in Deutschland überstellt worden. Auf Anweisung Hitlers erhielten sie nicht den Status von Kriegsgefangenen, sondern von Militärinternierten, auf die die Genfer Konventionen nicht angewendet werden mussten."
    Insgesamt gerieten wohl weit über eine halbe Million italienische Soldaten in deutsches Gewahrsam hinzu kamen rund 17 mio in Mussolinis Sozialer Republik. Ca. 200.000 ehemalige Soldaten wollten mehr oder weniger freiwillig weiter an deutscher Seite kämpfen. Wie schon ober zitiert, hatten die Italiener einen Sonderstatus, den von "Italienischen Militärinternierten" (IMI). Aus ihnen wurde weitere Soldaten für die Wehrmacht und Mussolinis Armee rekrutiert. Andere Kolaborationswillige arbeiteten unter erträglichen Bedingungen in der deutschen Wirtschaft immer mit der Option als Militärangehöriger in Wehrmacht oder italienische Armee zurückkehren zu können/dürfen und nur die absolut "unzuverlässigen" aus deutscher Sicht wurden als Kriegsgefangene in Kriegsgefangenenlager überstellt, wo sie als "Verräter" mit das denkbar schwerste Los zu ertragen hatten.
    Mit dem "Manifest von Verona" umriss Mussolini seine Politik und die der "Republik von Salo". Darin wurde unter anderem auch die Abschaffung der Monarchie gefordert und die Fortsetzung des Krieges an
    deutscher Seite bestimmt ( Die versklavende Invasion der Anglo-Amerikaner zurückzuschlagen, die, wie tausend deutliche Zeichen beweisen, das Leben der Italiener noch übler und elender machen will...(als die Deutschen es schon taten?)). Tatsächlich präsentierte sich die "Republik von Salo" sehr sozial und eher Demokratisch, so zB.:"Der Bürger wird alle fünf Jahre aufgerufen, sich über die Ernennung des Staatspräsidenten zu äußern." Das hätten sich die Bürger Italiens wohl etwas früher gewünscht - das Äussern über ihren "Duce" .
    Nicht verzichten hingegen konnte oder wollte Mussolini auf seine Grossmachtsträume: "Ein anderes Hauptziel wird darin bestehen, die Anerkennung der Notwendigkeit von Lebensraum durchzusetzen, der unent-behrlich ist für ein Volk von 45 Millionen Menschen, die auf einem nahrungsmäßig unzureichenden Boden leben.". "Der Arbeiter ist von Amts wegen in die Gewerkschaft seiner Kategorie eingeschrieben, ohne daß es ihm untersagt ist, in eine andere Gewerkschaft einzutreten,...", hört, hört und wo ist da der Haken? Hier :"Die Gewerkschaften sind in einem einheitlichen Verband zusammengeschlossen..." und vor allem "All die großen sozialen Einrichtungen, die das faschistische Regime in zwanzig Jahren verwirklicht hat, bleiben unangetastet."
    Die Grundlage für die Streitkräfte der Republik von Salo bildeten rund 12.000 Militärinternierte. In Grafenwöhr wurden die Marine Infanteriedivision "San Marco", auf dem Heuberg eine Schützendivision (Bersagliri) und eine Gebirgsjägerdivision (Alpini) in Münsingen aufgestellt. Hinzu kam noch die Infanteriedivision "Littorio" in Sennelager. Zusammen etwa 70.000 Mann. Die Italiener unterstanden teilweise der deutschen Wehrmacht, teilweise der "Italienisch-republikanischen Wehrmacht". Ausser den IMI's gab es in der Republk eine allgemeine Wehrpflicht und eine Milizarmee oder Parteiarmee. Im Kampf gegen die Alliierten bewährten sie sich nicht obwohl sie hohe Verluste davon trugen. Deshalb wurden sie überwiegend zum Partisanenkampf eingesetzt, der damit endete, dass man sich entweder besonders grausam gegenseitig die Kehlen durchschnitt (manche Gegenden wurden gleich von allen Personen "befreit", denen man habhaft werden konnte), die Seite zu den Partisanen wechselte oder seine Uniform auszog, an den nicht vorhandenen Nagel hängte (so man nicht selber an jenen gehänt wurde) und nach Hause ging...
    Später gab es sogar eine italienische Waffen SS Einheit. "Waffen-Grenadier-Brigade der SS (ital. Nr.1) unterstützt und mobil gemacht durch 3.000 Pferde.
    m Frühjahr 1945 war es auch mit diesem Herrschaftsgebiet von "Il Duce" vorbei. Die partisanen führten einen allgemeinen Aufstand durch in dessen Verlauf Mussolini und seine Geliebte auf der Flucht gefasst und ermordet wurden. Ermordet wurden auch zwischen 100.000 und 150.000 Mann der Italienischen Wehrmacht und der faschistischen Milizen. Wohlgemerkt NACH deren Gefangennahme und von Italienern des italienischen Widerstandes. Diejenigen die sich den Alliierten ergaben, erhielten den Status von Kriegsgefangenen und überlebten meist.-

  • Thema von Waldi44 im Forum Milit. und sonstige in...

    Pluto?
    Ahhhhhh Pluto:

    oder doch:

    Nun, werder die lustige Comikfigur, noch der rätselhafte Planet, der neuerdings keiner mehr ist (Planet), sind gemeint. Die Schreibweise macht den Unterschied: P:L:U.T.O. gemeint ist eine äusserst geniale und effektive Konstruktion der Alliierten im 2. Wk. zur Treibstoffversorgung ihrer Truppen in Frankreich.
    "Pipe- Line- Under- the- Ocean"

    P.L.U.T.O.



    P.L.U.T.O.

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    P.L.U.T.O.

    Hier bitte dazu lesen: P.L.U.T.O.

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Mulberry auf Deutsch: Maulbeere

    "Die Mulberry-Häfen waren zwei im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten errichtete künstliche Nachschubhäfen an der Küste der Normandie (Département Calvados). Entworfen wurden die Häfen von den beiden Ingenieuren Ove Arup und Ronald Jenkins.
    Der Baubeginn der beiden Häfen war der 7. Juni 1944, ein Tag nach der Landung. Schon nach drei Tagen konnten die ersten Schiffe entladen werden."

    Neben P.L.U.T.O. waren die Mulberryhäfen ein wichtiger Garant für den Sieg der Alliierten, denn über diese Häfen und der Pipeline wurde ihnen all das zuteil, was die Wehrmacht in zunehmenden masse nicht mehr besass!
    "Der britische Hafen Mulberry „B“ ging kurz darauf voll in Betrieb. Insgesamt konnten hier bis zum 31. Oktober 628.000 Tonnen Nachschubgüter, 40.000 Fahrzeuge und 220.000 Soldaten an Land gebracht werden."


    Mulberry

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Wie man sieht, nicht nur die Holländer besassen Holzschuhe und auch die Türken mit ihrem "Fliegenden Teppich" hatten nichts Exklusives. Besassen die Deutschen doch sogar "Fliegenden Holzschuhe" !
    Als "Fliegender Holzschuh" wurde wegen seiner markanten Rumpfform der Seeaufklärer BV 138 von Blohm & Vosswar genannt.



    Fliegender Holzschuh

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    "Knickebein", jener Cocktail aus Likör und einem rohen Eigelb oder aus Branntwein und Eierlikör ist natürlich nicht gemeint !
    Hier ist das FuG28a "Knickebein" gemeint. Das war ein für Kampfflugzeuge der deutschen Luftwaffe zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verwendetes deutsches Funk-Leitstrahl-System. Es wurde von der Firma Telefunken aus dem X-Verfahren weiterentwickelt.



    Knickebein

    Knickebein 2

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Wieder so ein irreführender Name. In ihm traten nicht etwa die Knochen Gefallener ihre vorletzte Reise an, sondern die noch mehr oder weniger knackfrischer Fallschirmjäger an die Front.

    Die deutsche Fallschirmjägerjacke, wurde auch Knochensack genannt und bestand aus festgewirktem, reißfestem Baumwollstoff (100%). Bei der Fertigung wurde ausschließlich Baumwolle verwendet.
    Das Teil, heute würde man wohl Overall dazu sagen, wurden von ca. 1938 bis 1941 bei der Truppe getragen, z.B. bei den Einsätzen von Eben-Emael, Narvik und Kreta! Die Knochensäcke wurden auch vom Fallschirmjägerbataillon des Heeres getragen.



    Diesen"Knochensack" gibt es auch noch in Jackenform zum Knöpfen. Diesen trug man dann bis Kriegsende in verschiedenen Tarnmustern, die von der Luftwaffe selbst entwickelt wurden.

  • Thema von Waldi44 im Forum 1. Weltkrieg

    Aus dem Jahre 1849* stammt eine Anweisung von einem gewissen Lord Palmerston** nach der jeder Angehörige der deutschen Kriegsmarine als Pirat zu betrachten und als solcher auch zu behandeln ist. Rettungsversuche deutscher Seeleute haben zu unterbleiben. Auf diese Anweisung von "Anno Tobac" berufend, zumindest rechtfertigte er sein Tun erfolgreich damit, ließ der britische Lt. Herbert Godfrey, Kommandant der als amerikanischen Handelsschiff getarnten Ubootfalle HMS BARALONG, den Rest der Besatzung von U 27 am 19. August 1915 im Maschinenraum des Frachters "Nicosian", wohin sie sich flüchteten, nachdem sie aufgenommen worden waren und feststellen mussten, dass die Briten sie mit einem bewaffneten Kommando verfolgten, als Piraten hinrichten.
    Zuvor waren acht der insgesamt 12 Überlebenden von U 27 durch Beschuss aus Bordwaffen getötet worden
    Ursprünglich sollte das Vorkommnis verheimlicht werden aber amerikanische Passagiere sagten die Wahrheit über das Geschehen aus, auch, dass das Schiff eine amerikanische Flagge trug. Daraufhin trat die Admiralität die Flucht nach vorne an und machte einen Mörder zum Kriegshelden. Für dieses Kriegsverbrechen wurde Herbert Godfrey zum Commander befördert und von der englischen Königin mit dem Victoria Cross*** ausgezeichnet.




    * "Die Reichsflotte kam im Seegefecht vor Helgoland am 4. Juni 1849 zu ihrem ersten und einzigen Kampfeinsatz, dem bis heute einzigen Seegefecht unter schwarz-rot-goldener Flagge. Das Flaggschiff war bei diesem Gefecht die Dampffregatte SMS Barbarossa. Das Gefecht musste abgebrochen werden, weil die Barbarossa vor Helgoland in britische Hoheitsgewässer
    geriet und die Briten die deutsche Flagge nicht anerkannten."

    ** "Lord Palmerston bekam für seine vielgeschäftige, sich überall einmischende, oft unüberlegte Politik den Namen Lord Firebrand (Feuerbrand)."

    *** "Das Victoria Cross (deutsch: „Victoria-Kreuz“) ist die höchste Kriegsauszeichnung der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs und einiger Staaten des Commonwealth. Es wird für herausragende Tapferkeit im Angesicht des Feindes verliehen und steht innerhalb der Rangfolge der Orden und Ehrenzeichen des Vereinigten Königreichs an erster Stelle."

  • Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Eigentlich wollte ich einen kurzen Beitrag über L19 (Luftschiff) und seinem tragischen Ende schreiben. Dann aber fand ich einen ausgezeichneten Beitrag darüber und ich befand, da ich es kaum hätte besser machen können (eigentlich garnicht ), diesen Link zu posten Tragödie von L19 und einen "Guttenberg" wollte ich auch nicht abliefern !

    Das Geschehen ist tatsächlich grenzwertig wie ich meine. Der Kapitän des Fischdampfers “King Stephen” aus Grimsby, William Martin, handelte entgegen dem allgemeinen Seemannsbrauch, Schiffsbrüchige egal welcher Nationalität aus Seenot zu retten und verstiess auch gleichzeitig gegen diverse Bestimmungen und Konventionen. ABER, er als Kapitän hatte in erster Linie Verantwortung für sein Schiff und seine 9 Mann starke Besatzung.
    Auf L19 befanden sich immerhin 15 Überlebende eines Kriegsfahrzeuges, die mit Sicherheit Waffen trugen. Die Besatzung eines solchen Zeppelins konnte über 30 Mann stark sein. Die Bilder geben die Unübersichtlichkeit der Situation deutlich wider. Martin konnte weder erkennen, wieviele Überlebende sich noch auf der Hülle des Zeppelins befanden, noch ob sie sichtbar Waffen trugen. Rechtlich gesehen beging William Martin eine Straftat aber gab es keinerlei mildernde Umstände?
    Ganz klar ist mir auch nicht, ob es nicht andere Möglichkeiten gab, den Schiffbrüchigen zu helfen. Immerhin trieb das Wrack fast zwei Tage in der Nordsee...



    Hier die englische Version.



    HMT King Stephen

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Das deutsche oder besser das "Gegenstück" der Waffen SS zur Stalinorgel. Allerdings ein eher etwas mickrig geratenes Teil.



    KFZ der Wehrmacht

    Dreizehn 24 schüssige 8cm Werfergestelle (jedes wog 1290kg) sind von den Waffenwerken Brünn hergestellt worden. Die Meisten wurden auf die Halbkettenzugmaschinen SOMUA S 303 (f) montiert. Einige kamen auf dem Panzerwerfer 42-Chassis zum Einsatz.
    12 Werfer kamen bei den Vielfachwerferbatterien 521 und 522 zur Truppenerprobung.
    Vergleiche dazu die sowjetische Katjuscha: Katjuscha


    "Eine weniger bekannte Waffe war der 8-cm-Vielfachwerfer der SS, der in Anlehnung an die Bezeichnung der seit dem 14.Juli 1941 eingesetzten russischen Werfer den Namen "Himmler-Orgel" erhielt. Das 1290kg schwere Werferschiengestell war meistens auf französischen Halbkettenfahrzeugen vom Typ Somua 303(f) montiert. Verschossen wurde in eriner Salve von 48 Schuß die 8-cm-R.Sprg,.die 705mm lang war znd bei 6,6kg Gewicht 0,68kg Sprengstoff enthielt, von einer 200mm langen Blechschiene. Die 1kg schwere Treibladung erzeugte eine maxmale Geschwindigkeit von 335m/s. Damit betrug die Schußweite rund 6000m und streute die Salve 265m in der Länge- und 162m in der Seitenrichtung. Die Wirkung entsprach übrigens nicht den Erwartungen. Ein Übergang auf größere Kalieber schien notwendig. Von den bei den Waffenwerken Brünn gefertigten 13 Waffen befanden sich 12 im Einsatz bei der SS-Vielfachwerfer-Batt. 521 und 522. Für die Produktion der Munition lassen sich 15000 Schuß bis Julie 1943 nachweisen, danach fehlen Unterlagen. Die Streuung dieser leitwerkstabilisierten Rakete war besser als die der drallstabilisierten, und deswegen gab es dauernd Streit mit dem Heereswaffenamt. Die Komplizierte fertigung der Drallmuster führte dann Ende 1944 doch zu einem Einlenken des Waffenamtes, und es begannen Versuche mit Kalibern von 8 und 15cm, die jedoch nicht mehr abgeschlossen wurden."

    Quelle: "Waffen und Geheimwafffen des deutschen Heeres" von Fritz Hahn

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Reichsführer der SS Heinrich Himmler.
    Allerdings ist mir nicht ein schriftlicher Beweis untergekommen, dass dieser Spitzname auch tatsächlich Verwendung fand bzw. welcher Personenkreis ihn benutzte. Überhaupt scheint mir das mit den Spitznamen so eine Sache gewesen zu sein. Wussten die Oberen davon und liess man dem Volk den "Spass", lachte man vielleicht sogar selber darüber oder war es lebensgefährlich den Falschen ins Vertrauen zu ziehen und vor ihm die Mächtigen im Reich so zu titulieren?

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Den eher wenig schmeichelhaften Namen Kettenhunde erhielten die Feldgendarmen wegen des an einer Kette getragenen Blechschildes, den sogenannten "Ringkragen" mit der Aufschrift "Feldgendarmerie".
    "In der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen bis zum Ende des Dritten Reiches war die Bezeichnung „Feldgendarmerie“ für die Polizei im Militärdienst üblich, jedoch nach 1945 durch die Beteiligung der Feldgendarmerie am NS-Unrechtsregime so diskreditiert, dass man bei Aufstellung der Bundeswehr für die Militärpolizei den unbelasteten Begriff „Feldjäger“ wählte."



    Kettenhunde

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Vornehmlich von der Feldgendarmerie durchgeführte Razzien auf der Suche nach noch wehrfähigen Männern. Dabei wurden Flüchtligstrecks und Lazarette durchkämmt um auch noch den letzten "wehrfähigen" männlichen Deutschen auszukämmen, währen im Reich noch immer zehntausende auf Druckposten sich gegenseitig ihre Wichtigkeit und Unabkömmlichkeit bestätigten...
    Anschliessend waren es jene Feldgendarmen, die dann die Unglücklichen erschossen oder aufknüpften, wenn sie sie später als "Deserteure" wiedertrafen...

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Historische Mythen sind wie alte Sagen, sie haben zwar einen wahren Kern sind aber ansonsten meist nicht historisch Korrekt. Zu den neueren Mythen gehört zB., dass Hitler die Autobahn bauen liess aber mindestens ebenso zäh hält sich die Mähr vom Tausch Sansibars gegen Helgoland. Beide Mythen haben einen wahren Kern, ähnlich einer Sage, aber sind ansonsten schlichtweg falsch. "Hitlers Autobahn" an anderer Stelle. Hier bleiben wir mal beim Tauschhandel der besonderen Art - Insel gegen Insel.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass selbst Zeitgenossen anscheinend nicht so genau wussten worum es eigentlich ging oder wir haben ihre Empörung nur falsch interpretiert. Tatsächlich war Sansibar niemals Bestandteil von Deutsch Ostafrika. Helgoland aber eine Kolonie des Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland. Im Rahmen der Napoleonischen Kriege besetzten 1807 britische Truppen die Insel.
    Erst 1890 ging Helgoland im Helgoland-Sansibar-Vertrag vom Vereinigten Königreich an das Deutsche Reich über und wurde Preussisch.
    Soweit so gut, aber was war mit Sansibar?
    Sansibar gehörte bis 1885 zum Sultanat Sansibar. Wer mich kennt weiss, dass ich nicht versuche Gutes "besser" zu machen oder das "Rad " neu zu erfinden . Daher der Link zu Sansibar: Geschichte von Sansibar
    Wahr hingegen ist, dass Deutschland und Grossbritannien auf und um Sansibar konkurrierten und sich dabei gegenseitig behinderten. Zwar blieb danach der Sultan im Amt aber Sansibar wurde quasi englisches Schutzgebiet und unterlag der direkten Kontrolle Englands. Deutschland bekam im Gegenzug in Deutsch Südwest den sogenannten Caprivi Zipfel Caprivizipfel und somit direkten Zugang zum Fluss Sambesi (Mehrere ganzjährig wasserführende Flüsse wie der Okavango, der Kwando und Nebenarme des Sambesi durchziehen den Caprivizipfel) und eben auch Helgoland - aber nicht im Tausch gegen Sansibar, sondern wegen des Verzichts auf die Einflussnahme auf den Sultan oder seiner Ratgeber.
    Für deutsche Afrikahändlern -kaufleute ein schwerer Schlag und für die Deutschnationalen und dem Kolonialverein ein Verzicht auf "deutsches Land". Dabei gab es für den Anspruch reichlich Land im Gegenzug: Der Caprivi Zipfel ca 19.500 qm, Helgoland 1,7 qm und ein Teil des 31.000 qm Küstenstreifens vor Ostafrika, das sich Deutschland und Grossbritannien "brüderlich" teilten.

  • Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Kriegsparteien sind durch die Genfer Konvention dazu verpflichtet sich um die Unversehrtheit Kriegsgefangener zu kümmern. Allerdings hat die Sache mit den sowjetischen Kriegsgefangenen einen Haken: Die Sowjetunion (und Japan) waren dieser Konvention nicht beigetreten....

    "Die Artikel 4 bis 20 legen verschiedene Grundsätze zur Behandlung von Kriegsgefangenen fest. Diese sind entsprechend Artikel 4 menschlich zu behandeln. Kriegsgefangene dürfen zur Arbeit herangezogen werden (in der Fassung von 1907 mit Ausnahme der Offiziere). Die gefangennehmende Partei hat für den Unterhalt der Kriegsgefangenen zu sorgen (Artikel 7) und dabei die Kriegsgefangenen in Bezug auf Nahrung, Kleidung und Unterbringung wie die eigenen Truppen zu behandeln. Kriegsgefangene unterstehen den Gesetzen, Vorschriften und Befehlen des Staates, in dessen Gewalt sie sich befinden (Artikel 8). Sie können für einen misslungenen Fluchtversuch disziplinarisch bestraft werden, nicht jedoch bei erneuter Gefangennahme nach einer vorherigen erfolgreichen Flucht. Entsprechend Artikel 9 sind Kriegsgefangene verpflichtet, auf Nachfrage ihren Namen und Dienstgrad zu nennen....
    Der Artikel 21 verweist für die Behandlung von Kranken und Verwundeten auf die Genfer Konvention."

    Kriegsgefangene sind immer in einer bedauerlichen Situation. Die bedauerlichsten der Bedeuernswerten waren aber wohl sie sowjetischen Gefangenen, denn wie schon richtig angemerkt; wer die deutschen Lager überlebte kam meist in die sowjetischen Gulags, weil sie als Verräter angesehen wurden.
    Mitkämpfer in der Wlassowarmee oder anderen deutschen oder verbündeten Verbänden sahen die Heimat nie wieder oder nur um dort zu sterben. Nur sehr wenige von ihnen überlebten.

    Im Winter 1941/42 wurden etwa 12.000 russische Kriegsgefangene nach Auschwitz transportiert. Nur ein halbes Jahr später lebten von ihnen noch 150*. Wie kam es dazu? Nun, Der Lagerkommandant gibt in seinen Erinnerungen folgende Erklärungen dazu ab:
    Sie (die Kriegsgefangenen) kamen aus dem Wehrmachts- Kriegsgefangenenlager "Lambsdorf" O/S** in einem völlig heruntergekommenen Zustand. Sie waren in wochenlangen Fussmärschen dorthin (Auschwitz und vorher nach Lambsdorf) gebracht worden. Unterwegs gab es kaum Verpflegung. Bei Marschpausen wurden sie einfach auf die nächstliegenden Felder geführt und fraßen da, wie das Vieh, alles genießbare.....
    ..........
    Mit diesen, sich oft kaum noch aufrecht haltenden Gefangenen sollte ich (Höß) nun das KGL (Kriegsgefangenenlager) Birkenau aufbauen. Nach Anordnung des RFSS (Reichsführer SS = Himmler), sollten nur besonders kräftige, voll einsatzfähige kriegsgefangene Russen überführt werden. Die Transportbegleitoffiziere sagten, das wäre das Beste, was in Lambsdorf zur Verfügung stünde (was ein bezeichnendes Licht auf dieses Kriegsgefangenenlager wirft*)."
    Es folgt noch eine ganze Reihe von Auzählungen, wie schlecht die Russen körperlich beisammen waren und wie sie vor Erschöpfung und durch Krankheit täglich zu Dutzenden und mehr starben. Dann....
    "Aufeinander nahmen sie keine Rücksicht mehr, der krasseste Selbsterhaltungstrieb ließ keine menschlichen Regungen mehr zu. Die Fälle von Kanibalismus waren in Birkenau nicht selten (!). Ich selbst (Höß) fand einen Russen zwischen den Ziegelsteinhaufen liegend, dem der Leib mit einem stumpfen Gegenstand aufgerissen und dem die Leber fehlte. Sie schlugen sich gegenseitig tot, um zu Essbarem zu gelangen..." Hier folgen noch einige Beispiele persönlichen Erlebens.
    Er schliess ab mit den Worten:
    "Es waren keine Menschen mehr. Sie waren Tiere geworden, nur noch auf Nahrungssuche aus."

    Noch mal zur Erinnerung: Es handelte sich um KRIEGSgefangene!

    * Es waren genau 11.957. Davon überstellte man 49 ins KL Flossenbürg und 29 sind geflohen. Darin enthalten sind nicht jene Gruppe von 900 Kommissaren und politisch verdächtigen Kriegsgefangenen, die vorher schon eingeliefert und vergast worden sind.

    ** Dazu an anderer Stelle mehr.

    Ps: Die Bemerkungen bzw. Erklärungen in Klammern stammen von mir.

    Quelle: Auschwitz in den Augen der SS und Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz - Birkenau 1939-1945. .
    .
    Noch eine Anmerkung zu dem KGL Lambsdorf. Meist und bezeichnenderweise findet man dazu nur Berichte aus der Zeit, als das ehemalige Kriegsgefangenenlager von den Polen nach Kriegsende als Internierungslager für Deutsche genutzt wurde.
    "KZ Lamsdorf war ein Vernichtungslager" http://www.nexusboard.net/sitemap/6365/k...-vernichtung...
    Wer sich also darüber informieren will wird viel mehr finden, als über die Zeit, als es ein deutsches Kriegsgefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene war.
    Für viel mehr reicht es da nicht:"Im Zweiten Weltkrieg war in Lamsdorf einer der größten Lagerkomplexe der Wehrmacht: Stalag VIII B, Stalag VIII F/318 und Stalag 344. Rund 400.000 Gefangene, davon 200.000 Personen mit sowjetischer Staatsbürgerschaft sollen durch die Lager gegangen sein. Auf die 42.000 Toten weist heute das Denkmal des Martyriums der Kriegsgefangenen in Łambinowice hin.
    Die Rote Armee erreichte und befreite das Lager am 17. März 1945."

    Die Erinnerungen Höß' über die ihm zugeteilten Gefangenen und seine Auslassungen über das Lager Lambsdorg lassen da weitaus mehr erahnen. Seine Beschreibung deckt sich fast mit den Rheinwiesenlagern, nur mit dem Unterschied, dass die Zustände in Lambsdorf Jahre andauerten und zehntausende Tote forderten und dort festgehaltenen völlig perpektivlos waren.
    Die 42.000 Tote gab es allein in Lambsdorf. Nicht eingerechnet die vielen, die von dort woandershin zur Zwangsarbeit oder eben auch zur Vernichtung geschickt wurden.
    Übrigens ist es auch eine Tatsache, dass russische Kriegsgefangene in Auschwitz zu den ersten Opfern gehörten, die mit Zyklon B gezielt und in Vorbereitung der "Endlösung" ermordet wurden. Die meisten von ihnen waren Kommissare....

  • Thema von Waldi44 im Forum Russische Waffen und G...

    Mal eine kurze Lagebestimmung zu den moderneren Waffen der UdSSR am Vorabend des 2. Weltkrieges.
    Dazu möchte ich die Ausführungen des Generalstabschef der 5. Kavallerie-Division im Militärdistrikt Kiew, Iwan Christoforowitsch Bagramjan, zitieren, wie er sie in seinem Buch "So begann der Krieg" darlegte. Grundlage dafür ist die Parade zum 1. Mai 1941 und eine Übung, bei der er anwesend war.
    Ich zitiere sinngemäss: Generaloberst M. P. Kirponos, einer der wenigen, der an einen deutschen Angriff glaubte und sich und seine Truppen weit über das geforderte hinaus darauf vorbereitete und der Panzergruppe Kleist (Panzergruppe I) schwer zu schaffen machte, stellte anlässlich einer Panzerübung fest, dass die Panzersoldaten ihr Gerät sehr schlecht beherrschten. Auf Nachfrage wurde ihm mitgeteilt, dass die Panzer erst vor wenigen Stunden eingetroffen sein und die Besatzungen noch keine Zeit hatten sich mit dem Gerät vertraut zu machen. Auf dem anschliessenden Marsch fielen dutzende Panzer aus und blieben am Strassenrand liegen. Hierzu erfuhr er auf Nachfrage, dass es sich überwiegend um älteres Gerät handle, T 26 und BT. Von der Division erfuhr er, dass der Grund dafür Ersatzteilmangel sei und der Grund dafür war, dass die Produktion dieser Panzer teilweise schon eingestellt worden war...
    Bei der anschliessenden Parade zum 1. Mai, bei der Bagramjan ebenfalls anwesend war, stellte er (Bagramjan) erneut die doch recht mangelhafte Ausrüstung der Roten Armee fest, die den meisten Beobachtern aber aufgrund des Massenaufgebotes kaum auffiel. Wenige moderne Panzer und Zugfahrzeuge für wenige moderne Geschütze und nur eine Handvoll neuer moderner Flugzeuge. Dafür aber viel bespanntes Gerät, vieltürmige Panzerungetüme und schnittige Kavalleristen und auch in der Luft flog man überwiegen laut und langsam aber sehr beeindruckend...
    Dennoch muss man erwähnen, dass die sowjetische Panzertruppe nach Bagramjan eigenen Angaben in der Zeit von 1934 bis 1939 um das Zweieinhalbfache, die Anzahl der Flugzeuge von 1930 bis 1939 um das Sechseinhalbfache, das der Artilleriegeschütze aller Kaliber in den Jahre von 1929 bis 41 um das Siebenfache und das der Panzerabwehrkanonen im selben Zeitraum um das Neunzehnfache erhöht wurden und auch die Seekriegsflotte erhielt über 500 neue Schiffer verschiedenster Typen.

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Nun, was manche ja schon immer wussten ist nun zur Gewissheit geworden: Hitler Lebt! Undzwar in Brasilien.

    "Die Tage von Adolf Hitler sind gezählt", titelte die Zeitung "Novo Jornal", die den 21-Jährigen interviewte. "Ich habe Angst vor den Reaktionen, die der Name hervorruft. Das ist noch nie passiert", sagte der Brasilianer dem Blatt. Als Kind habe er in einem Dörfchen im Landesinnern gewohnt. "Dort kannten nur wenige die Geschichte Hitlers." An der Universität werde er aber mit mehr Vorurteilen zu kämpfen haben. Ein Anwalt sagte, die Namensgebung sei von Beginn an falsch gewesen und eine Änderung unproblematisch.
    Warum seine Eltern, vor allem wohl sein Vater, ihm den Namen Hitlers gaben und die Behörden den Namen auch noch eintrugen, bleibt schleierhaft. Die Eltern trennten sich, als Adolf noch ein Kind war. Weil ihn die katholische Kirche als Baby nicht auf Adolf Hitler taufen wollte, tat sie dies auf "Adolf Henrique", wie er dem Portal "globo.com" am Freitag erzählte.
    Der gut aussehende Brasilianer bekommt im Internet aber nicht nur negative Reaktionen. Vor allem weibliche User gerieten ins Schwärmen. "Das gefällt meiner Freundin nicht besonders", sagte der 21-Jährige.

    Hitler lebt

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Habt iht gewusst, dass nach dem Ende der Warschauer Aufstandes 2000 Frauen der AK in deutsche Kriegsgefangenschaft geraden sind? Diejenigen, die in der AK einen Offiziersrang bekleidet hatten, kamen in Molsdorf bei Erfurt in ein eigens für sie geschaffenes Kriegsgefangenenlager. Oflag 9c, dass einzige Lager für weibliche Offiziere während des 2. Weltkrieges.
    Im Dezember 1944 befanden sich 380 weibliche Offiziere, 38 weibliche Sanitäter und 3 Kinder im Lager. Das Lager bestand aus sieben Hütten und wie eine Rotkreuzkommission feststellte und spätere Aussagen der Frauen bestätigten, waren die Zuständ in diesem Lager mit Abstand die schlechtesten, die es in einem deutschen Oflag gab. Bei der Befreiung des Lagers am 8. März 1945 fand man nur noch 30 kranke Frauen vor, der Rest war kurz vorher evakuiert worden, kam aber nur 35 km weit und wurde von den Kanadiern befreit.

  • Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Besetzt von der eigenen Armee: Um die Landung in der Normandie zu proben, ließen die Briten 1943 kurzerhand ein südenglisches Dorf räumen. Nach dem Sieg der Alliierten wollten die Bewohner in ihre Heimat zurückkehren - und durften nicht. Es war der Beginn eines jahrzehntelangen Kampfes.

    Es war ein kalter Novembertag im Jahr 1943, als die Einwohner des Dorfes Tyneham unerwartet Post bekamen. Ein Bote brachte die Briefe in die 250-Seelen-Gemeinde, alle trugen den gleichen Absender: Generalmajor C. H. Miller, Kriegsministerium. Der Befehlshaber des Kommando Süd der britischen Streitkräfte hatte eine wichtige Mitteilung zu machen: "Um unseren Truppen die Möglichkeit zu geben, ihren Umgang mit den modernen Kriegswaffen zu perfektionieren", schrieb er, "benötigt die Armee ein Gelände, das ihren speziellen Bedürfnissen entspricht und in dem sie scharfe Munition einsetzen kann. Aus diesem Grund werden Sie verstehen, dass das ausgewählte Gebiet von allen Zivilisten geräumt werden muss."

    Im Interesse der Nation sei es bedauerlicherweise unerlässlich, fuhr der Generalmajor fort, dass alle Bewohner ihre Häuser vorübergehend verließen. Das Datum der Evakuierung stand bereits fest: "Der Tag, an dem das Militär das Gebiet übernimmt, ist der 19. Dezember." Nur knapp ein Monat blieb den Betroffenen, sich eine neue Bleibe zu suchen und eine Arbeit, mit der sie sich in den folgenden Monaten ihren Lebensunterhalt verdienen konnten.

    Zunächst stießen die königlichen Truppen auf wenig Widerstand: Der Postbote, der Pfarrer, der Lehrer, der Bäcker und all die anderen aus dem Dorf sahen es als ihre patriotische Pflicht, dem Wunsch der Regierung nachzukommen. Bis zur Heuernte, so hatten die Bauern gerechnet, würden sie wieder daheim sein. Eine Woche vor Weihnachten brachen sie auf. Als eine der letzten verließ die Näherin Helen Taylor den Ort. Bevor sie ging, heftete sie für die Truppen eine Nachricht an die Tür des Gotteshauses: "Bitte behandeln Sie die Kirche und Häuser mit Sorgfalt; unsere Häuser, in denen viele von uns seit Generationen leben, haben wir verlassen, um zu helfen, den Krieg zu gewinnen, damit die Menschen frei sind. Eines Tages werden wir zurückkehren und Ihnen für die freundliche Behandlung des Dorfes danken."

    Doch dazu kam es nicht. Denn obwohl Tyneham im Zweiten Weltkrieg von keiner einzigen deutschen Bombe getroffen wurde, kehrten seine Bewohner nie zurück. Anders als viele andere britische Gemeinden wurde der Ort zu einem eher ungewöhnlichen Opfer des Krieges.

    Bereit für den D-Day

    Schon kurz nachdem Tynehams Einwohner gegangen waren, zogen Soldaten in das Dorf.

    Das gestohlene Dorf

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Ein auch immer wiederkehrendes Thema, der Völkermord der Türken an den Armeniern. Diesmal sind es die Franzosen, die da einen neuerlich Vorstoss unternehmen um die uneinsichtig störrischen Türken zur Einsicht? zu bringen.
    "Ein Gesetz gefährdet die Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei: Am Donnerstag hat in der Pariser Nationalversammlung die Debatte über ein geplantes Genozid-Gesetz begonnen. Heftige Proteste der Türkei begleiteten die Versammlung. Die Türkei hat Frankreich vor diplomatischen Verwicklungen gewarnt. Der Gesetzesentwurf der konservativen UMP-Abgeordneten Valérie Boyer schreibt empfindliche Strafen für diejenigen fest, die offiziell anerkannte Völkermorde leugnen - darunter nach französischer Lesart auch die Verbrechen des Osmanischen Reiches an den Armeniern im Ersten Weltkrieg 1915-1917. Paris hatte die Verbrechen 2001 zum Genozid erklärt. Die Türkei, Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches, bestreitet einen Genozid.

    Das Gesetz sieht offiziell die Umsetzung einer europäischen Direktive vom 28. November 2008 vor, die den Kampf gegen jegliche Form von Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit im nationalen Recht festschreiben soll. Für die Leugnung von offiziell anerkanntem Völkermord sollen Strafen von einem Jahr Haft und 45.000 Euro Geldzahlung festgesetzt werden........

    Im Osmanischen Reich kamen nach unterschiedlichen Schätzungen 1915/16 während des Ersten Weltkriegs zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. "

    Völkermord an den Armeniern

    Die Franzosen selbst hatten schon 2001 für sich beschlossen, dass die Vorgänge um die Vertreibung der Armenier, von den Türken Umsiedlung genannt, einem Völkermord gleichkommen. Warum nur regen die sich so auf? Da sind sie doch in bester Gesellschaft! Spanien, Portugal, die USA, Deutschland, Sowjetrussland, Brasilien (diverse kleinere Indianervölker/-stämme)Kambodscha (eigenes Volk), die Hutus.....im Grund auch alle anderen Kolonialmächte, wie England und die Franzosen selbst!

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Schlittenhunde für die Front

    Im August 1915 dauert der Erste Weltkrieg bereits ein Jahr und somit auch einen Winter. In den
    tief verschneiten Bergen der Vogesen musten die Franzosen feststellen, dass ihr
    Versorgungssystem, basierend auf Pferde und Maultiere, zusammenbrach und auch der
    Abtransport von Verwundeten fast unmöglich war. Um das im kommenden Winter zu
    vermeiden, wurden zwei französische Offiziere mit einer geheimen Mission nach Amerika
    geschickt. Sie sollen 450 Schlittenhunde nach Frankreich bringen, um den Deutschen im
    drohenden Kriegswinter in den verschneiten Bergen Ostfrankreichs überlegen zu sein.
    Da damalige Reisen deutlich länger dauerten als heute, zumal in Kriegszeiten und dann auch
    noch die "Schlittentruppen" ausgebildet werden mussten BEVOR der Winter einbrach, blieben
    Oberst Louis Moufflet und Leutnant René Haas nur 120 Tage Zeit, um unter großem Druck mit
    Unterstützung des legendären Mushers Scotty Allan 10.000 Kilometer zurückzulegen.
    Buchstäblich mit dem allerletzen Schiff verliessen sie Kanada, danach war der Hudson für
    Monate zugefrohren.
    Fast die Hälfte der eingesetzten Hunde kam im Einsatz ums Leben, die überlebenden Tiere
    wurden von den Soldaten aufgenommen und noch heute gibt es in den Vogesen direkte
    Nachfahren dieser "Kriegshunde".

    Diesem Ereignis wurde ein eigener Dokumentarfilm gewidmet:
    Schlittenhunde für die Front
    Dokumentarfilm, Frankreich 2011, ARTE F, Synchronfassung, Stereo, Erstausstrahlung
    Regie: Marc Jampolski

    Wer mehr wissen möchte, gibt einfach "Schlittenhunde für die Front" unter Google ein!

  • Thema von Waldi44 im Forum 2. Weltkrieg

    Eine vielleicht etwas merkwürdige Überschrift wird mancher denken. Die Schlacht an der Rio de la Platamündung vom 13. Dezember 1939 und auch ihr Ausgang ist weitestgehend bekannt. Doch wie genau kam es dazu und welchen "grossen Fehler" meine ich oder waren es gar mehrere? Meistens werden solche "Besserwissereien" erst Jahrzehnte später zum Besten gegeben. Resultierend aus Wissen und Erkenntnissen, welche die damals handelden Personen nicht hatten - nach dem Motte: HINTERHER ist man immer schlauer.
    Manchmal aber gibt es auch Fakten, die damals den handelnden Personen bekannt waren, die aber nicht beachtet oder übersehen wurden und manchmal spielt eben auch der Zufall eine Rolle und nicht immer ist das Glück nur dem Tüchtigen hold. Nicht umsonst suchte schon Napoleon seine Marschälle unter anderem auch danach aus, ob sie "Fortune" hatten.
    Der Schlüssel zu Niederlage in dem Gefecht liegt in Kapitän Langsdorff. Eine menschlich durch und durch integre Person:"Ich werde uns nicht von einer Übermacht in Stücke schießen lassen. Für mich sind tausend junge Männer lebend mehr wert als tausend tote Helden." Hätten doch nur mehr deutsche Offiziere so gedacht....
    Aber auch militärisch war er kein unbeschriebenes Blatt.
    Langsdorff wird am 20. März 1894 in Bergen auf Rügen geboren. 1912 tritt er in die Dienste der Kaiserlichen Marine und wurde 1915 Leutnant zur See. Die Seeschlacht vor dem Skagerrak am 31. Mai 1916 erlebte er an Bord des Schiffes »Großer Kurfürst«. Ein Grosskampfschiff der Kaiserlichen Marine. Danach allerdings wechselte er zu den Minensuchern und nach 1918 in die kleine Reichsmarine übernommen, wurde er 1929 Chef einer Torpedobootflottille.
    Im November 1938 wurde Langsdorff der 3. Kommandant der "Admiral Graf Spee". Bereites am 31. August 1939 lief das Panzerschiff "Admiral Graf Spee" aus Wilhelmshaven mit dem Ziel Südatlantik aus. Das "Westentaschenpanzerschiff" führte bis Ende September 1939 noch keinen Kreuzerkrieg, vielmehr hielt sich das Panzerschiff vom 11.09. bis 25.09.1939 in einem abgelegenen Seegebiet des Südatlantiks, rund 900 sm ostwärts der brasilianischen Hafenstadt Bahia, auf und erst ab dem 29. September 1939 erhielt Langsdorff von der Seekriegsleitung die Erlaubnis zur Führung des Handelskrieges.
    Insgesamt hatte das Panzerschiff 9 Handelsschiffe mit insgesamt 50.089 BRT versenkt dazu hatte die " Admiral Graf Spee" neunmal ihren Betriebsstoff aus Vorräten des Flottentroßschiffes, "Altmark" ergänzt ( erstmals am 01.09.1939 ). Am 07.12.1939 errang das Panzerschiff seinen letzten Seesieg, als der britische Dampfer "Streonshalh" ( 3.895 BRT ) gestopt und versenkt wurde.
    Nun aber nahm das Verhängnis seinen Lauf. Um die Absicht zur Heimfahrt zu tarnen, unternahm Kpt.z.S. Langsdroff einen Vorstoss nach Südwesten zum Rio de la Plata. Er wollte damit eine Verlegung ums Kap Horn in den Pazifik vortäuschen. Um etwas vorzutäuschen muss man aber auch gesehen werden. Vielleicht musste deshalb die "Streonshalh" daran glauben...
    Das nächste Schiff auf dass man traf war gleich eine ganze Flottille bestehend aus drei britischen Kriegsschiffen, die man versehendlich für einen kleinen Kreuzer in Begleitung zweier Zerstörer hielt. Da Langsdorff mit seinem Schiff ja nach Deutschland zurückkehren wollte, konnte er keine "Fühlungshalter" gebrauchen, denn die würden sein Täuschungsmanöver entlarven und ihm die ganze britische Flotte auf den Hals hetzen. Der erste Fehler war nun, dass er meinte, die Briten hätten ihn auch schon ausgemacht. Er hätte es testen sollen, denn tatsächlich hatten die Briten ihn erst 40 Minuten später entdeckt, als er schon mit voller Fahrt auf die britischen Kriegsschiffe zuhielt. Dabei bemerkte man den Irrtum: Der "leichte Kreuzer" war der schwere Kreuzer "Exeter" und die vermeintlichen Zerstörer die leichten Kreuzer "Achilles" und "Ajax". Nun entwickelte sich fast 25 Jahre nach der Schlacht bei Coronel, bei der der Namensgeber des Panzerschiffes Admiral Graf Spee (8. Dezember 1914 bei den Falklandinseln) seine Niederlage erlitt, das erste grosse Seegefecht des 2. Weltkrieges.
    Hier beging Langsdorf einen weiteren Fehler: In Manier eines Torpedobootfahrers oder eines Zerstörerfahrers griff er den Feind an und verkürzte die Distanz. Ausserdem führte er mehrere Kursänderungen durch und nahm Zielwechsel vor....
    Die "Spee" verfügte über 6 x 28 cm Geschütze in zwei Geschütztürmen mit ca 35 Km Reichweite. Die "Exeter", das grösste britische Schiff verfügte über 6 x BL 8-inch-Schiffsgeschütz Mk VIII (20,3 cm) in 3 Dop-peltürmen mit 28 Kilometer Reichweite. Zwar waren die Briten mit über ca. 32 kn schneller als die "Spee" mit ihren 28 kn aber die "Exeter" wäre nie auf Schussentfernung herangekommen, wäre ihnen Langsdorff nicht entgegengefahren.
    Wäre die "Admiral Spee" still liegen geblieben, hätten die Kreuzer gut 8- 10 Minuten gebraucht um die Zone zu überwinden, in der das Panzerschiff noch ausserhalb der Reichweite der eigenen Geschütze lag. Wäre sie mit Volldampf davon gefahren, hätten die Kreuzer gar eine halbe Stunde wehrlos im Feuer der, zumindest hinteren drei, Geschütze fahren müssen. In beiden Fällen denke ich, wäre die "Exeter" versenkt oder doch zumindestens Kampfunfähig geschossen worden. Die beiden kleinen Kreuzer hätten dann mit Sicherheit die Verfolgung abgebrochen - allein schon um die Überlebenden der "Exeter" zu retten. Vor allem aber hätte die "Admiral Spee" nicht eine feindliche Granate getroffen!!
    Es war also schlichtweg ein Fehler den Kampf aufzunehmen, egal aus welchen Gründen und auch unnötig und Langsdorff muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht versucht zu haben, den Kampf mit den ge-gnerischen Kriegsschiffen zu vermeiden. Das war ja auch nicht sein Auftrag!
    Nachdem das Gefecht beendet war, war die "Exeter" ausser Gefecht gesetzt und vom Kampffeld geflohen. Auf ihr gab es 61 Tote und 23 Verwundete. Die Ajax war schwer beschädigt und hatte sieben Tote und 6 Verwundete zu verzeichnen und die "Achilles" 4 Tote. Auf der "Admiral Graf Spee", die schwer angeschlagen war, gab es 36 Tote und 60 Verwundete.
    Unter diesen Umständen war an eine Weiterfahrt und eventuell neuen Kämpfen nicht mehr zu denken. Die politische Lage vorort unbeachtet lassend steuerte er Uruguay an, statt ins weiter nördlich und deutsch-landfreundliche Argentinien zu fahren. Durch das schlammige Wasser des La Plata befürchtete man, die Filter könnten verstopfen und die Maschine eventuell Schaden nehmen.Schlussendlich aber bleibt die Frage offen ob es der "Admiral Graf Spee" was genutz hätte, denn das Schiff sass so oder so in der Falle und verfügte nur noch knapp über die Hälfte seiner grosskalibrigen Munition.
    Die Briten hatten auch alle Zeit der Welt Verstärkung ranzuschaffen und eine instandgesetzte "Admiral Graf Spee" wäre höchstwahrscheinlich auch nur zusammengeschossen worden und Deutschland hätte "tausend tote Helden" mehr gehabt. Aber wenigsten Hitler wäre zufrieden gewesen und die Witwe von Langsdorff hätte ihre Witwenrente bekommen!

  • Thema von Waldi44 im Forum 2. Weltkrieg

    Der Bootstyp XXI war paradoxerweise zur ein Notbehelf. Eigentlich wollte Dönitz ein völlig neues tatsächliches und atlantikfähiges Angriffsboot haben. Das sollte dann die Typenbezeichnung XVIII tragen und etwa 800 tn Verdrängung haben, über Wasser ca 15 Knoten und unter Wasser ca 26 Knoten erreichen.
    Die damaligen Unterseeboote waren im Grunde nur Tauchboote. Zum Angriff tauchten sie kurzzeitig und zuckelten dann mit E - Motoren mehr schlecht als recht dem Ziel entgegen. Waren sie schon über Wasser recht langsam, so war ihre Geschwindigkeit unter Wasser mehr als dürftig. Der Firmeninhaber und Ingenieurs Hellmuth Walter konstruierte schon frühzeitig einen leistungsstarken außenluftunabhängigen U-Boot-Antrieb, der aber bei der OKM auf wenig interesse stiess. Hier setzte ein ähnlicher Vorgang ein, wie später bei der Luftwaffen - man hatte momentan seine Erfolgsmodelle und hoffte damit den Krieg zu gewinnen. Man war nicht bereit die laufende Produktion zugunsten neuer Modelle umzustellen bzw die Forschung daran zu forcieren. Oder anders gesagt: Man verpennte seine Zukunftschancen.
    Der von Dönitz geforderte neue Bootstyp allerdings stellte tatsächlich eine völlog neue Art von Unterseeboot da, wärend das Walterboot lediglich eine Erweiterung und Verbesserung
    vorhandener Bootstypen war.
    Da, wie gesagt das OKM an Walters Plänen kein Interesse zeigte, wandte er sich im Januar 1942 direkt an Dönitz. Doch auch er musste sich erst direkt an Hitlers Marineadjutanten Karl-Jesco von Puttkamer wenden, ehe Hitler nach einem Vortrag zum Thema, ein Machtwort sprach und das OKM einlenkte. Da war aber schon mehr als ein Jahr verplempert worden.Aus verschiedenen Gründen wurde später auf den Bau der Boote des Typs XVIII verzichtet. Lediglich die Rumpfform, da bereits gestestet, wurde übernommen obwohl sie sich eigentlich nicht richtig eignete um die vergrösserte Batterielast des Walterantriebs zu fassen. Doch nun, angesichts rapid steigender eigener Ubootverluste bei gleichzeitig sinkender Tonnegevernichtung, musste man schnell handeln. Ausserdem wurde die Sektionsbauweise durchgeführt.
    Solche Sektionen wurde bei Kriegsende von den Alliierten zu hunderten gefunden, die wenige Wochen später als Uboote zum Einsatz gekommen wären und das vermutlich mit verheerenden Folgen für die alliierte Schifffahrt. Der Bau eines Bootes sollte etwa vier Wochen dauern und geplant waren 30 Stück im Monat. Bis Ende 1944 wurden 61 Boote vom Typ XXI geliefert, von denen aber keines einstz- geschweige denn gefechtsbereit gewesen war - zum Glück für die Alliierten. Wären diese Boote zum Einsatz gekommen, ihre transatlantischen Nachschubwegen wären wahrscheinlich dauerhaft unterbrochen worden - allerdings stand der Russe im Osten schon im Reich...
    Irgendwie litt die deutsche Kriegsmarine während des 2. Weltkrieges unter der Ironie des Schicksals. Anders als die Kaiserliche Marine verfügte sie zwar über die notwendigen Marinestützpunkte (Norwegen, Frankreich) aber nicht über die notwendige Flotte. Abgesehen von den Ubooten, deren "goldene Zeit" aber schon im Frühjahr 1943 vorüber war. Doch mit dem Walterboot hätte man zumindest die maritime Wende einleiten und einläuten können aber die Zeit des 3. Reiches war abgelaufen!
    U 2511 war das erste einsatzfähige Uboot der Kriegsmarine vom Typ XXI (1600 tn) und wurde am 29. September 1944 in Dienst gestellt. Noch am 30. April 1945 lief es zu einer Feindfahrt aus. Kommandant war Korvettenkapitän Albert Schnee. Die Angriffsgeschwindigkeit unter Wasser betrug 17 Kn und der Unterwasserradius bei immerhin noch 6 Kn rund 300 Sm. Als Vergleich dazu: Die Standartboote vom Typ VII schafften nur 100 Sm mit schlappen 2 Kn!
    Wegen der deutschen Teilkapitulation vom 4. Mai kam U 2511 nicht mehr zum scharfen Schuss. Dennoch konnte Schnee sich einen Scheinangriff auf eine Kreuzer mit Zerstörereskorte nicht verkneifen. Ein immerhin sehr gewagtes Unternehmen, welches ihm auch nach dem Krieg noch den Kopf hätte kosten können. In der Nähe der Faröer Inseln traf U 2511 in den frühen Morgenstunden des 4. Mai 1945 auf einen britischen Flottenverband unter Führung der HMS Norfolk - in der Seekriegsgeschichte kein unbeschriebenes Blatt. Es drang in den Pulk ein, "torpedierte" die "Norfolk" und verschwand wieder unbemerkt nach Bergen in Norwegen, wo es am 5. Mai 1945 ankam.
    U 2511 "ging" 1946 im Rahmen der Operation Deadlight den Weg der meisten von Gegner erbeuteten deutschen Uboote- 115 Boote gingen für immer in den "Keller".
    Übrigens existiert noch ein solches Uboot.
    Es ist das Museeumsboot U 2540 Wilhelm Bauer und steht in Bremerhaven.

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Da gibt es sehr gute Beiträge im Netz, so dass ich den Namen nur der vollständigkeithalber in die Liste aufnehmen.
    Westentaschenschlachtschiff



    Die "Admiral Graf Spee" im Bild und dazu ein Beitrag über die Schlacht am Rio de la Plata: Langsdorffs grosser Fehler

  • Thema von Waldi44 im Forum Deutsch

    In meinem Beitrag zur "Admiral Graf Spee" habe ich mehrfach den Begriff "Panzerschiff" benutzt, wohlwissend, dass das eigentlich ein völlig falscher Begriff für die Schiffe der "Deutschlandklasse" ist. Ich zitiere mal kurz die gängige Definition für "Panzerschiffe: "Der Begriff Panzerschiff bezeichnet verschiedene Arten von mit einer Panzerung versehenen Kriegsschiffen. Insbesondere wird Panzerschiff als Überbegriff für die gepanzerten dampfgetriebenen Kriegsschiffe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwendet...." Panzerschiff
    Allerdings wird der Begriff Panzerschiff auf die drei "Westentaschenschlachtschiffe" (pocket battleships) sehr häufig angewandt. Mitunter wird auch von "Westentaschenkreuzern" gesprochen, also ein recht grosses Sprachdurcheinander.
    Tatsächlich wurden die drei Neubauten unter der Typenbezeichnung "Panzerschiff" eingeführt. Erst ab dem 15. Februar 1940 wurden die Schiffe umklassifiziert und waren von nun ab Schwere Kreuzer.
    Alle drei Schiffe waren also keine Panzerschiffe im klassischen Sinn und auch keine Panzerkreuzer, als die sie gelegentlich auch bezeichnet werden, obwohl dieser Typ ihrer Klassifikation schon eher nahe kam und erst recht waren sie keine Schlachtschiffe, wie der Begriff Westentaschenschlachtschiff" nahelegen könnte.

  • Thema von Waldi44 im Forum Deutsch

    Als Goliath wurde ein deutscher Zwergpanzer bezeichnet, der in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs durch Funk- oder Kabelsteuerung Sprengladungen in feindliche Stellungen lenken konnte. Er erhielt als Leichter Ladungsträger die offiziellen Bezeichnungen Sd.Kfz. 302/303a/303b.

    Im Jahre 1940 wurde ein von der französischen Firma Kegresse entwickelter kleiner Sprengladungsträger in der Seine versenkt und von den Deutschen wieder geborgen. Nach einer genauen Untersuchung wurde im November 1940 der Auftrag an die Firma Borgward vergeben, ein über Kabel fernlenkbares, kleines Raupenfahrzeug zu entwickeln, das mindestens 50 kg Sprengstoff tragen können sollte.

    Der Verwendungszweck war, Bunker, feindliche Stellungen oder sogar Panzer aus sicherer Entfernung mit Hilfe des Wagens sprengen zu können. Da die Sprengladung nicht abgesetzt werden konnte, wurde das komplette Fahrzeug mitgesprengt.

    Das Mini-Fahrzeug wurde von der deutschen Wehrmacht erstmals am 16. Februar 1944 in Italien eingesetzt. Bei dem unbemannten Fernlenkfahrzeug handelt es sich eigentlich um eine rollende Sprengladung, die verdeckt ins Ziel gelenkt werden konnte. Insbesondere bei Anzio konnte das Gerät während der Invasion gegen die anrückenden Alliierten durchschlagende Erfolge erzielen.

    Goliath im Einsatz


    Ps: Natürlich stammt dieser Beitrag von Ernesto. Nur durch das Verschieben wurde ich irgenwie zum Autor .

    [ Editiert von Administrator Waldi44 am 13.03.12 18:47 ]

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Habe eben eher zufällig einen Eintrag eines "lieben alten Bekannten" im Gästebuch meiner HP Waldi's HP. Wie immer sehr kompetent und charmant. Dabei ist der Mann gar kein so unbekannter, wenngleich nicht unter seinem Forennamen mit dem er sich schon in einem anderen Forum bemerkbar gemacht hat, nämlich "Tortenarsch"! Ich möchte auf keinen Fall versäumen, es der werten Leserschaft und die gibt es tatsächlich, den Gästebucheintrag zu Kenntnis zu bringen. Schon allein um klarzustellen, dass es zu historischen Themen eben unterschiedliche Meinungen und Auslegungen gibt, die man aber fair und sachlich abklären sollte ohne dumm rumzupöbeln.
    Übrigens wird nirgendwo von mir behauptet, dass meine Sicht der Dinge die einzige Sicht der Dinge ist und da ich selbst bei den von mir beschriebenen Ereignissen nicht anwesend war muss ich mich auf Sekundärquellen stützen und die sind eben auch unterschiedlich in der Aussage über bestimmte Vorgänge und legen oft die Ereignisse auch unter sehr subjektiven Aspekten dar. Tja und ob ein Uboot nun zb "floh" oder nur "abtauchte" ist ja wohl ein Streit um des "Kaisers Bart" oder anders ausgedrückt Haarspalterei.
    Hier nun besagter Gästebucheintrag:
    Sehr geehrter Herr Diesner,
    durch Zufall bin ich auf Ihre Web-Side gestoßen. Nein, es besteht nicht die Gefahr, das ich mich in Ihrem Forum an melde. Was soll es auch. Schön fand ich aber in Ihrer Vorstellung dies hier `` Ausserdem bitte ich, dass man sich weitestgehend an gesicherte Geschichtsfakten hält..`` Da dachte ich doch gleich, Mensch hat der Herr Diesner dazu gelernt und bring nicht mehr diese alten Sabbelgeschichten, sondern er nehmt die Forschung der letzten 20 Jahre wahr. Ich also schnell mal in den Teil Seekrieg 14/18. Ach du Schreck! Es geht in der gleichen alten Art weiter. Zusammengesuchtes, Blödsinn und Fehlinterpretationen. Also, der Baralong-Fall hat nix mit dem Act. Von 1849 zu tun. Er war eine private Rache auf den Lusitania Vorfall. Der gute Herbert wurde ob der Morde hin keines Wegs belobigt, auch wurde er von den meisten RN Kameraden geschnitten. Und so weiter und so weiter. Mal ``Slaugther at Sea`` gelesen? Nein? Na ja, dann ist ja alles klar.
    Als nächstes Charles Fryatt, mein Gott. Im Internet verbreiteter Unsinn wiedergekäut `` Das deutsche U- Boot floh--`` Nee, es tauchte ab, da an eine Aufbringung oder eine Versenkung überhaupt nicht gedacht war. Wie denn ? --`` vor Zeebrügge gestoppt und festgesetzt.`` Vor Zeebrügge??? Festgesetzt?? Der gute Waldi44 hat nix dazu gelernt und verarbeitet weiterhin Müll. ``U-33 war aufgetaucht und forderte nach den Regeln des Kreuzerkrieges die Besatzung auf das Schiff zu verlassen```` Hat Ganzer doch gar nicht getan. Mal seinen KTB Bericht und die Zeugenaussagen vor Gericht lesen.
    Na, dieser Satz: `` Das Kriegsgerichtsurteil wurde vom Kaiser selbst bestätigt.`` Ich lach mich weg. Ein um 12 Uhr in Brügge gesprochenes Urteil, welches Stunden später ausgeführt wurde, von Wilhelm II bestätigt? Dummes Zeug: In den Gerichtsakten zu diesem Fall ( ca. 600 Seiten, als Kopie hier bei mir einsehbar ) kommt der Kaiser überhaupt nicht vor. Das Standgericht wurde vom MK Flandern gestellt, der Gerichtsherr war v. Schröder, er hätte eine Begnadigung ausschrieben können. Tat er nicht. Wilhelm II hat laut Adm. Müller erst Tage nach der Hinrichtung durch den Reichskanzler von dem Fall erfahren. Hatte im Juli 1916 auch ganz andere Probleme anne Hacken. . Letztlich kann wer will diesen Satz verstehen. ``Allerdings stellt sich die Frage ob U-33 nicht zu leichfertig gehandelt hatte oder nichts von besagtem Befehl wusste?
    Die anderen Beiträge erspare ich mit.
    Herr Deismer, ich möchte wenn es Ihnen recht ist, Ihre Webside gern weiter empfehlen, als Beleg wie grottenschlecht doch das Internet mit Beiträgen zum Seekrieg 14-18 ist.
    Außerdem möchte ich es Personen, die noch nicht so richtig wissen ob sie das MNB bestellen zeigen, mit dem Hinweis `..so werden sie in Foren bedienst``
    In diesem Sinne
    Ihr Bernd Langensieepn


    Jetzt muss ich mich doch tatsächlich mal um einige weiter Beiträge zu diesem Zeitabschnitt bemühen- schon allein um meinen lieben "Tortenarsch" zu erheitern:"ich lach mich weg"....

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Was wie ein japanisches Nahkampfgerät klingt, hat tatsächlich mit Fernost oder Nahkampf nichts zu tun. Als "Kampfhölzer" bezeichneten die Matrosen der Volksmarine der DDR ihre Schnellboote vom Typ P-6.
    Dazu mehr hier:"Kampfhölzer"

  • Thema von Waldi44 im Forum Ostfeldzug

    Der 2. Weltkrieg dauerte für die Sowjetunion 1418 Tage von diesen 1418 Tagen beschreibt Bagramjan, erst als Oberst, dann als General, in seinem Buch "So begann der Krieg" die ersten
    178 Tage des von Stalin verkündeten "Grossen Vaterländischen Krieg". Iwan Christoforowitsch Bagramjan, ein gebürtiger Armenier, war zu Kriegsbeginn noch Oberst und Chef der
    Operationsabteilung der Südwestfront und des besonderen Militärbezirks Kiew. Ausserdem wurde er erst nach Kriegsbeginn in die kommunistische Partei aufgenommen. Bagramjan war
    auch in anderer Hinsicht ein "Späteinsteiger", denn nach der Oktoberrevolution kämpfte er in seiner kaukasischen Heimat für die armenischen Nationalisten und erst 1920 wechselte er die
    Fronten und trat in die Rote Armee ein.
    Diesen Umstand allerdings erwähnte weder er, noch der Klapptext des Buches, das 1972 in Ost Berlin erschien wohl aber die Freude die er empfand, als man ihn in die kommunistische
    Partei aufnahm - war wohl dem Leser einfacher zu erklären.
    Doch wie dem auch sei vermittelt das Buch einen unschätzbaren Eindruck der ersten Kriegstage und -wochen aus sowjetischer Sicht und Bagramjan war nicht irgendwer...
    Er berichtet über die Geschehnisse bei der 5. Sowjetischen Armee unter Potapow, der 6. Sow. Armee unter Muzychenko und der 26. Armee unter Kostenko. Auch wenn zur Südwestfront
    noch die 12., die 18. und die 9. Sow. Armee gehörten, beziehen sich seine Schilderungen hauptsächlich auf die erstgenannten Armeen. Gleich hier muss man den werten Leser noch auf
    einen wichtigen Umstand aufmerksam machen - sowjetische Armeen waren in der Regel wesentlich kleiner als deutsche und zählten selten mehr als 100.000 Mann.
    Eins sowjet. Armee bestand in etwa aus: Infanteriekorps mit jeweils 3 Infanteriedivisionen, sowei einem mot. Korps mit je 2 Panzerdivisionen und einer mot. Division. Aber auch die nächst
    kleinere milit. Einheit hatte deutlich weniger Soldaten. 2 1/2 sowjet. Divisionen entsprachen in etwa einer deutschen. Das sollte man bei Zahlenvergleichen und -spielereien berücksichtigen.
    Dann erscheint manches Zahlenverhältnis in einem ganz anderen Licht.
    Interessanterweise finden sich in den Memoiren kaum Hinweise auf ungarische oder rumänische Truppen, obwohl ihre Angriffsrichtung auch auf die Südwestfront zielte. Die Angriffe der
    deutschen 6. Armee, v. Reichenau, die 17. Armee unter v. Stülpnagel und die der Panzergruppe 1 unter Kleist und später auch die der Panzergruppe 2 unter Guderian hingegen werden recht
    ausführlich beschrieben und mit all ihren Folgen für die Rote Armee.
    Bagramjan beginnt seine Memoiren mit einer Rundreise zwecks einer Inspektion in den neuen Gebieten nur wenige Tage, ja fast nur Stunden vor Kriegsbeginn. Bei den "neuen Gebieten"
    handelte es sich um die im Vorjahr eroberten polnischen Ostgebieten. Diese wurden nun wieder der Ukraine angegliedert. Hier ist schon der erste Knackpunkt. Vielen ist die Geschichte
    dieser Grenze überhaupt nicht bekannt und so hinterhältig der Angriff auf Polen im Jahre 1939 auch war, so holten sich die Sowjets lediglich das zurück, das sich die Polen seinerzeit
    ihrerseits gestohlen hatten oder anders formuliert: Ein Dieb nahm dem anderen die Beute wieder ab.
    Übrigens hatte sich Stalin bei der Verteilung der Beute (Polen), sehr geschickt verhalten und sich fast ausschliesslich auf das ehemalig per Vertrag festgelegte Gebiet beschränkt. So konnte
    er sich, was er ja auch tat, nach Kriegsende, egal wer Sieger blieb, immer darauf berufen, nur russisches Gebiet "heimgeholt" zu haben.
    Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg 1919–21, der mit dem Frieden von Riga endete, wurde die Grenze weit östlich der Curzon-Linie festgelegt. Der damalige Verlauf der Ostgrenze
    Polens und somit auch der heutige, stimmt weitgehend mit der 1919 vorgeschlagenen Curzon-Linie überein und Bagramjan verschwendete auch keinen einzigen Gedanken an die
    Rechtmässigkeit seiner Anwesenheit und die der Roten Armee in diesen alten "neuen Gebieten".
    Seine Inspektion findet nicht nur in der Zeit unmittelbar vor Kriegsbeginn statt, sondern auch mitten in der Phase der Umorientierung und Umstrukturierung der Roten Armee. Eine
    Umorientierung, die aus der Analyse der deutschen Feldzüge resultierte und auch die seit 1940 laufende Umstrukturierung (speziell der Panzertruppen) hatte dort ihren Ursprung. Einher
    ging eine massive personelle Verstärkung der Armee (die schon lange vorher in Etappen begonnen hatte) im allgemeinen und der Grenztruppen im Besonderen.
    Bagramjan macht daraus keinen hehl und verweist dabei auf die seiner Meinung ohnehin viel zu schwachen Grenztruppen. Es wurden jede Menge neuer Truppen aúfgestellt und Bagramjan
    zeigt anhand ettlicher Beispiele was da so alles schief ging. Schief ging, dass es sich bei den meisten Einheiten lediglich um Rumpfeinheiten handelte, die erst noch zu kampffähigen
    Einheiten geformt werden mussten. Panzerkorps mit wenigen veralteten Panzern, Mot. Korps mit mehr Pferdegespannen als LKW's oder Zugmaschinen. Diese (LKW's und Zugmaschinen)
    standen zumeist noch in den Kolchosen und sollten erst im Mobilisierungsfall den Truppen zugeführt werden - was natürlich Zeit voraussetzte.
    Hm und was ist mit den tausenden sowjetischen Panzern? DIE gab es natürlich auch (von den rund 24.000 Sowjetpanzern waren nur knapp 1.800 vom Typ T-34 oder KW- und die standen
    bei weitem nicht alle an der Südwestfront) aber anders als bei der Wehrmacht, meist verteilt auf die Infanterie Divisionen und nur wenige reine Panzereinheiten. Das war eine der Lehren,
    welche die sowjetischen Strategen aus dem Panzereinsatz im spanischen Bürgerkrieg gezogen hatten. Erst die Erfoge der massiven deutschen Panzereinsätze führte zu einem Umdenken
    und die Ergebnisse daraus solten just jetzt umgesetzt werden. Wenig später allerdings, nach der Panzerschlacht bei Dubno, musste das Konzept mangels Masse, sprich Panzer, wieder
    aufgegeben werden und die wenigen verbliebenen Panzer wurden wieder der Infanterie als Unterstützung zugewiesen.
    Insofern kann man der Präventivschlaganhängern Recht geben - längeres warten hätte die "Rote Armee" gewaltig gestärkt, zumal sie mit der Einführung neuer Waffen, der Stalinorgel und
    des T-34 begann. Den schweren KW gab es schon länger aber auch nur in geringer Stückzahl und da wo er auftauchte bereitete er der deutschen Panzerabwehr gewaltige Schwierigkeiten,
    denn nicht überall hatte man zur Abwehr eine 8,8 im Bodeneinsatz.
    Eine neu aufgestellte Panzereinheit mit den neuen Panzern besuchte Bagramjan bei seiner Inspektion und bekam einen zwiespältigen Eindruck. Die Mannschaften beherrschten ihr Gerät in
    keinster Weise. Es würde noch Wochen dauern, bis zumindest diese Einheit einen gewissen Kampfwert darstellen würde. Andererseits bewiesen die erfahrenen Ausbilder, was der Panzer,
    gut geführt tatsächlich konnte.
    Am 19. Juni 1941 kam aus Moskau der Befehl zur Bildung der Südwestfront mit Stabssitz in Ternopol. Die Front bestand aus der 5., 6., 12. und 26. Armee, sowie später den Resten der
    zerschlagenen Grenztruppen. Am 20. Juni verliess die Wagenkolonne des Stabes Kiew. Am 22. um 7 Uhr in der Frühe wurde sie nahe ihrem Ziel von deutschen Flugzeugen angegriffen.
    Bleiben wir mal bei den Flugzeugen. Das waren bei weitem nicht die ersten die Bagramjan zu sehen bekam. Schon seit Tagen flogen deutsche Flugzeuge zur Aufklärung über die
    sowjetische Grenze und kein russischer Jäger oder eine grenznahe Flak beschoss sie. Vielfach wurde in Moskau angefragt, wann man denn entlich schiessen dürfe aber der Befehl wurde
    nie erteilt. Im Gegenteil: der Beschuss deutscher Flugzeuge wurde aufs schärfste Verboten.
    Merkwürdigerweise wird von den Erstschlagbefürwortern gerade das als Beweis für die Aggressivität der sowjetischen Militärs und eines bevorstehenden Angriffs gewertet. Auch die doch
    eher grenzferne Aufstellung der Hauptstreitkräfte, mindestens zwei Tagesmärsche von der Grenze entfernt, gilt als Beweis der sowjetischen Angriffsabsichten, wobei man den Begriff
    "Tagesmärsche" durchaus wörtlich nehmen darf.
    Neben den unmittelbaren militärichen Auswirkungen der massiven Luftangriffe wirkten sie sich auch sofort verheerend auf die Kommunikation aus. Diese brach fast augenblicklich
    zusammen, da ein Grossteil per Drahtfunk stattfand und diese Leitungen wurde fast ausnahmslos unterbrochen. Nur nach Moskau bestand eine Funkverbindung.
    Nun begann für Bagramjan der Krieg und der brachte ihm Arbeit über Arbeit, denn als Stabsoffizier musste er Informationen besorgen und das von Einheiten zu denen es keine Verbindung
    mehr gab, von denen man nicht wusste wo sie sich befanden und nur Stunden nach Kriegsbeginn, ob es sie überhaupt noch gab.
    Im Moment des Angriffs setzte auf sowjetischer Seite ein fataler Automatismus ein. Man hatte seine Einsatzbefehle und solange nichts Gegenteiliges befohlen wurde (und das konnte wegen
    der zerstörten Drahtleitungen niemand mehr, selbst wenn man es gewollt hätte) bewegte sich alles in eine Richtung - nach Westen! Die grenznahen Grenztruppen wollten ihre schon
    überrollten Feldbefestigungen unmittelbar an der Grenze beziehen (die, um die Deutschen nicht zu provozieren kaum besetzt waren - auch ein Indiz für den baldigen russischen Angriff) um
    den Gegner zu stoppen bzw. seinen Vormarsch zu verlangsamen und die grenzferneren Einheiten (zwei Tagemärsche) zogen zur Grenze um den Durchgebrochenen Gegner zu stoppen,
    zu schlagen und dann über die Grenze zurück zu werfen und das mitunter sogar ohne einen einzigen vollen Kampfsatz an Munition - die sollte erst dann nachgeliefert werden, wenn die
    dazu notwendigen Transportfahrzeuge eingetroffen sind.
    Realitätsferner konnten die Operationen der "Rote Armee" nicht sein. Die Grenztruppen wurden schnell vernichtet oder eingekreist aber doch nicht so schnell und vor allem nicht so wehrlos
    wie gehofft. Vom ersten Tag an unternahmen die Russen Gegenangriffe mit allem was noch vorhanden war, nicht selten mit dem Ergebnis, dass die angreifenden Einheiten eingekreist
    wurden. Die meisten eingekreisten hielten in der Hoffnung auf Entsatz aus und als sie sich doch zum Durchbruch nach Osten entschlossen, war es spät. Das Gros der anrückenden
    Truppen der "Rote Armee" wurde von der deutschen Luftwaffe erbarmungslos angegriffen ohne dass die wenigen noch übrig gebliebenen russischen Jäger das ernsthaft verhindern
    konnten. Viele dieser Truppen sahen sich plötzlich gepanzerten deutschen Einheiten gegenüber und mussten das Gefecht aus der Bewegung heraus aufnehmen. Ein sehr schweres
    Manöver schon in Friedenszeiten um wieviel schwerer, wenn der Gegner überraschend auftauchte und auch noch die Luftherrschaft besass.
    Natürlich beschreibt Bagramjan den heldenhaften Widerstand der tapferen Rotarmisten. Nunja, warum sollte er nicht? Deutsche Generale tun dasselbe in ihren Memoiren. Tatsächlich aber
    wird dieser heftige Widerstand auch von deutschen militärichen Führern und Soldaten erwähnt - während und nach dem Krieg. Oft ein Widerspruch für diejenigen, die meinen in der
    damaligen Sowjetunion lief jeder mit gebalter Faust in der Tasche rum und erwartete nichts sehnlicher als die Befreiung durch die Deutschen vom stalinschen Joch.
    Sicher stand hinter dem einen oder anderen Widerstand ein Sowjetkommissar mit gezogener Pistole aber meist war es einfach das soldatische Pflichtbewustsein und auch die Hoffnung auf
    Hilfe, denn selbst Bagramjan wunderte sich über die Befehle die man der Front aus Moskau gab. Aber lakonisch meinte er (damals): Die Genossen in Moskau wissen schon was sie tun.
    Heute wissen wir und er, dass sie es nicht wussten.
    Was übrigens den Kommissar mit der gezogenen Pistole anbelangt, so waren, wo immer das zutraf, die Deutschen selbst nicht unwesentlich daran beteiligt:"Der Befehl (Kommissarbefehl)
    wurde am 6. Juni 1941 kurz vor dem „Unternehmen Barbarossa“ in Zusammenarbeit von OKW und OKH vom OKW erlassen und sollte an die Kommandeure nur mündlich weitergegeben
    werden. Im Befehl, für dessen Formulierungen Generalstabschef Franz Halder „maßgebliche Verantwortung“ trug, heißt es:
    „Politische Kommissare als Organe der feindlichen Truppe sind kenntlich an besonderen Abzeichen – roter Stern mit golden eingewebtem Hammer und Sichel auf den Ärmeln. […] Sie sind
    aus den Kriegsgefangenen sofort, d. h. noch auf dem Gefechtsfelde, abzusondern. Dies ist notwendig, um ihnen jede Einflussmöglichkeit auf die gefangenen Soldaten abzunehmen. Diese
    Kommissare werden nicht als Soldaten anerkannt; der für die Kriegsgefangenen völkerrechtlich geltende Schutz findet auf sie keine Anwendung. Sie sind nach durchgeführter
    Absonderung zu erledigen.“
    Bagramjan geht auf diesen Befehl nicht ein obwohl anderswo erwähnt wird, dass er den Sowjets durchaus bekannt war, wohl aber auf deutsche Flugblätter, aus denen die Rotarmisten zur
    Kapitulation aufgefordert wurden. Selbst den Deutschen dämmerte, dass dieser Befehl in Schuss ins eigene Knie war....
    Bagramjan liefert für den aufmerksamen Leser auch ein Erklärung für den heftigen sowjetischen Widerstand: Zu Verstärkung der kämpfenden Truppe wurden Volkswehreinheiten gebildet.
    das war es aber nicht wohl aber die Zusammensetzung: Von 29.000 Mann waren 22.000 Kommunisten. Ich will damit sagen, dass neben russischen Patriotismus, an den Stalin mit der
    Ausrufung des "Grossen Vaterländischen Krieges" appelierte auch der Einfluss der Kommunisten auf den Kampfgeist nicht unterschätzt werden darf.
    Übrigens war der "Kampf" um Kiew auch nach dem offiziellen Ende bei weitem noch nicht beendet, denn nun machte sich das sogenannte "Bandenunwesen" bemerkbar. Schon kurz nach
    (Nov.) beendigung der Kämpfe, meldete die 454.Sicherungsdivision Sabotageakte, die mit der Erschiessung von 800 Einwohner gesühnt wurde und wenig später starben weitere 400 für
    Sabotageakte an Verkehrsanlagen.
    Im Wissen um die tatsächlichen Ereignisse möchte man sich am liebsten die kaum noch vorhandenen Haare raufen, wenn man die Befehle liesst. Kirponos der Oberbefehlshaber der
    Südwestfront, führte so gut er konnte die erhaltenen Befehle aus, bat aber gleichzeit um die Genehmigung zum Rückzug. Für ihn war die Situation unhaltbar und auch kaum führbar
    geworden. Moskau lehnte aber jeden Wunsch nach Rückzug ab und befahl sogar ununterbrochen anzugreifen. Dazu wurde der sowjetische Luftwaffe befohlen, den Gegner mit "mächtigen
    Luftschlägen" anzugreifen. Angreifen taten die russischen Flieger auch aber "mächtig" sieht anders aus.
    An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass die sowjetische Luftwaffe zum Zeitpunkt der beschriebenen Ereignisse zwar gewaltig geschwächt, weil durch den Angriff der Deutschen auf
    dem "linken Fuss", sprich: am Boden erwischet wurde, aber sie lebte und kämpfte. Erstmalig, ob im Krieg oder nur an diesem Frontabschnitt wird nicht ganz klar, wird von sowjetischen
    Rammstössen auf deutsche Flugzeuge berichtet. Namentlich wird der Staffelkommandeur im 207. Fernbomberregiment, Hauptmann Gastello erwähnt, sowie Hauptmann Chrapaja.
    Auch hier wird auf die Rolle der Kommunisten hingewiesen. Von 327 Rammstössen auf sowjetischer Seite, wurden 181 von Kommunisten durchgeführt.
    Die sowjetische Luftwaffe flog in der Zeit vom 22. Juni bis zum 10 Juli rund 47.000 Einsätze an der gesamten Front. Also ausgeschaltet oder gar vernichtet war sie nicht, wenn auch kaum
    noch zu den "mächtigen" Angriffen fähig, die man aus Moskau von ihr verlangte.
    Auch die Gegenangriffe der Bodentruppen blieben meist im deutsche Feuer liegen.
    Da Bagramjan sehr oft davon spricht, dass die Soldaten immer wieder zum Angriff antraten, sieht man vor seinem geistigen Auge eben jene Wellen von Menschenleibern, die gegen die
    deutschen Stellungen anrannten, wie es oft beschrieben wurden.
    Stalin persönlich funkte an den Oberbefehlshaber der 26. Armee Kostenko:"Es ist entlich aufzuhören, Auffanglinien für den Rückzug zu suchen, sondern es ist nach Möglichkeiteb zum
    Widerstand und nur zum Widerstand zu suchen"! DAS hätte auch Hitler so unterschrieben!
    Dies Antwort kam übrigens nach der Bitte Kiew aufgeben zu dürfen, nachdem Guderian von der Heeresgruppe Mitte östlich der Pripjetker Sümpfe nach Süden abgebogen war und die
    Nordflanke der Südwestfront bedrohte und eindrückte und Kiew von Osten einzuschliessen drohte. Einen Tag später wurde der bisherige Oberbefehlshaber der Front Budjonny durch
    Timoschenko ersetzt.
    Schlussentlich gibt Bagramjan dem sinnlosen Sterben dadurch doch noch einen Sinn, dass er resümiert, dass durch diese Angriffe der Feind geschwächt und vor allem sein Vormarsch
    verlangsamt wird. Wie Recht er damit hatte, erführ er erst nach dem Krieg.
    Am 18. Februar 1941 verabschiedete der US Kongress das "Leih- und Pachtgesetzt" und am 11. März 1941 trat es in in Kraft. Es besagte, dass der amerikanische Präsident „jeder Nation,
    deren Verteidigung er für die Vereinigten Staaten für lebenswichtig“ halte, jede Art von Waffen verkaufen, schenken oder vermieten durfte,..... Vornehmlich war und blieb es Grossbritannien.
    Durch den deutschen Angriff aber kam nun auch der ärgste Klassenfeind auf die für die Vereinigten Staaten lebenswichtige Liste der unterstützungswürdigen Nationen.
    Roosevelt schickte seinen engsten Mitarbeiter Harry Hopkins nach Moskau. Roosevelt wollte sicher sein, dass die Waffen und Rüstungsgüter schlussendlich nach einer russischen
    Niederlage nicht in deutsche Händ fallen würden und ob es sich überhaupt lohnen würde, den Sowjets Hilfe zu gewähren.
    Auf Hopkins Frage, wo nach Stalins Meinung die Frontlinie im Winter 1941/42 wohl verlaufen würde, antwortete dieser: Westlich von Leningrad, Moskau und Kiew. Das erklärt auch, warum
    um Kiew so zäh gerungen worden war.
    Werfen wir nun mal einen Blick auf die Karte. Wir stellen fest, dass an der Südflanke der Heeresgruppe Mitte und somit an der Nordflanke der Heeresgruppe Süd, sich ein ausgedehntes
    Sumpfgebiet, die Pripjat Sümpfe. Dieses Gebiet wurde beim Angriff weitestgehend ausgesparrt. Erstens wegen seiner vor allem für Panzer schieren Unzugänglichkeit und zweitens um
    Truppen zwecks Schwerpunktbildung zu sparen. Ein Umstand, den sich die Russen zunutze machten. Sie nutzten diese Gebiet einerseits als Aufmarschgebiet und Sammelraum,
    andererseits verschwanden in den ausgedehnten Wäldern und Sümpfe ganze Divisionen, der Grundstock späterer Partisaneneinheiten.
    Dies führt Bagramjan in seinem Buch an aber die bis dato grösste Panzerschlacht der Weltgeschichte kommt etwas zu kurz. Zwar wird fast minutiös das vorgehen jedes mech. Korps
    beschrieben und auch deren Rückzug aber die wahren Ausmasse der Katasprophe kommt nicht zur Geltung. Bagramjan, obwohl er es wissen musste, führt kaum irgendwelche Zahlen an.
    Vielleicht verschweigt er sie aber absichtlich, denn sonst hätte er auch die sowjetischen Verluste in Zahlen angeben müssen und die waren eben verheerend.
    Bemerkenswert ist der frühe Termin, nämlich schon am 23. Juni 1941 führten die Sowjets einen Gegenschlag mit Panzern, als in der sowjetischen Verteidigung ein 50 km breites Loch
    entstanden war, in das die Panzergruppe 1 unter Ewald von Kleist vorrückte. Am 25. Juni 1941 hatte die 11. Panzerdivision unter Generalmajor Ludwig Crüwell die Stadt Dubno erobert. Das
    Kommando der sowjetischen Südwestfront führte zusammen mit Georgi Schukow einen Gegenschlag durch. Die Mechanisierten Korps der Front begannen die Schlacht nach einem 200 bis
    400 km langen Anmarsch und wurden nur teilweise in die Schlacht eingeführt. 2803 (mitunter ist von 5.000 die Rede) sowjetischen Panzern (5 Korps) standen 718 (manche sprechen von um
    die 600) deutsche von fünf Panzerdivisionen gegenüber.
    Die sowjetischen Truppen stießen bis zu 35 km vor und hielten die deutsche Truppen bis Ende Juni (29. Juni.) hier auf, um eigene Kräfte vor der drohenden Einkesselung zu retten und
    Kiews Verteidigung vorzubereiten. Allerdings war das eigentliche Kampfziel die Zerschlagung der Panzergruppe 1 und der Beginn einer allgemeinen Gegenoffensive. Lediglich das 4. und 8.
    mech. Korp verfügten über einige KW und T- 34 Panzer. Die meisten anderen Panzer waren vom Typ BT- 7 und T- 26. Die Formierung dieser Korps war laut Bagramjan bis zum Kriegsbeginn
    noch immer nicht abgeschlossen und das 15. Korps war das zuletzt aufgestellte und auch zugleich das schlechteste - was Ausrüstung und Ausbildung anbelangte.
    Am Ende der Schlacht waren die sowjetischen Korps beinahe aufgerieben. Das 22. Korps verlor 90 % seiner Panzer, das 8. und 15. Korps 85–90%, das 9. Korps (Konstantin Rokossowski),
    das 19. Korps 70%, und das 4. Korps (Andrei Wlassow- jener, der im Herbst 1944 die Russische Befreiungsarmee ROA aufbaute) 60%.
    Möglicherweise hinderte Bagramjan aber auch die sowjetische Zensur (Ersterscheinung 1971) daran, solche Zahlen in sein Buch aufzunehmen und somit im sozialistischen Lager unters
    Volk zu bringen!? Es musste eben reichen, dass die Kämpfe schwer und die Verluste hoch waren und abschliessend die Rote Armee doch Sieger blieb. Moralisch vom ersten Tag an und
    militärisch eben etwas später!
    Wie wir erfahren haben, wurde am 22. Juni 1944, also am Tag des deutschen Angriffs die Südwestfront und mit ihr auch die anderen Fronten gebildet. Die Südwestfront, um die es in diesem
    Beitrag geht, trug vordem die Bezeichnung "Besonderer Kiewer Militärbezirk", dessen Kommandeur ab Februar 1941 Michail Petrowitsch Kirponos war. Dieser Name taucht aber in den
    Kriegsbeiträgen zum Thema selten auf, sondern man beginnt gleich mit dem ersten Befehlshaber der Südwestfront Budjonnys und später, als Budjonny bei Stalin in Ungnade gefallen war
    gehts mit Timoschenkos weiter.
    Natürlich war Kirponos nicht(?) der Oberbefehlshaber der Südwestfront aber sein Wirken als Kommandeur des "Besonderen Kiewer Militärbezirks" trug viel dazu bei, dass die
    Heeresgruppe Süd so langsam voran kam. Natürlich gab es da noch andere Probleme, aber Kirponos Weitsicht vor dem Kriegsausbruch trug viel zu den Problemen dieser Heeresgruppe
    bei. Bagramjan schliesslich bechreibt das Ende Kirponos, sehr ausführlich, da er zumindest zu Beginn ein wichtigere Bestandteil der Operation war.
    Wiki schreibt dazu folgendes:"Am 20. September 1941 wurde das Hauptquartier der Front selbst überraschend in ein Gefecht mit deutschen Truppen verwickelt."
    Bagramjan schreibt (frei nach Bagramjan): Da dem Stab eine Einkreisung drohte, beschloss man einen Ausbruch. Dazu erhielt Bagramjan den Befehl mit einer kleinen Einheit in eine
    bestimmte Richtung vorzustossen und den Weg freizukämpfen, was ihm auch gelang. Als er dann einen Melder losschickte um das Gros des Stabes nachkommen zu lassen, so wie vorher
    besprochen, war da niemand mehr. Bagramjan beschloss daher weiter in die ihm befohlene Richtung vorzustossen, da er werder zurück noch auf irgend etwas warten konnte.
    Ihm gelang der Ausbruch, Kirponos und seinem Stab nicht. Was war geschehen?
    Wärend Bagramjan und sein Trupp angriff, setzte sich der Frontstab in eine ganz andere Richtung, nämlich nach Norden ab. Er zählte etwa 1.000 Mann, davon waren 800 Offiziere: Ein
    Generaloberst, ein Mitglied des Kriegsrates, verschiedene Generalmajore, der Oberbefehlshaber der 5. Armee und und und.... 6 gepanzerte Fahrzeuge, 2 Pak und 5 Vierlings- Fla MGs. Da die
    Deutschen die Lufthoheit besassen, blieb die Kolonne nicht lange unentdeckt und wurde in einem Wäldchen eingekreist.
    in den folgenden Kämpfen wurde Kirponos am Fuss verwundet und bei einem späteren Artillerieüberfall an Kopf und Brust, so dass er nach nur zwei Minuten den Heldentod starb. In der
    darauf folgenden Nacht gelang es bei einem überraschenden Ausbruch, ettlichen hohen Offizieren sich zu den eigenen Reihen durchzuschlagen. Als später die Leichen geborgen wurden,
    sollen sich angeblich keine Patronen mehr in den Magazinen befunden haben...
    Heute steht an der Stelle ein Ehrenmal mit der Inschrift:" An diesem Ort fiel am 20. September 1941 der Oberbefehlshaber der Südwestfront, Generaloberst M.P. Kirponos." Seine sterblichen
    Überreste wurden später nach Kiew überführt und ruhen im "Park des ewigen Ruhmes".
    An dieser Stelle tut sich ein Widerspruch auf: War er nun oder war er nun doch nicht der Oberbefehlshaber der Südwestfront?
    Wenn Bagramjan schreibt:"Am 19. Juni 1941 kam aus Moskau der Befehl zur Bildung der Südwestfront mit Stabssitz in Ternopol.", dann war Kirponos Oberbefehlshaber der Südwestfront bis zu dem Zeitpunkt, als Budjonny es wurde - nur wird das nirgendwo erwähnt?

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Wer sich mit dem Thema Wehrmacht und 2. Weltkrieg beschäftigen möchte, kommt unter Umständen schon frühzeitig in führungstechnische Schwieriglkeiten. Wer führte die Wehrmacht eigentlich? Hitler natürlich, wird so mancher spontan antworten und ist schon in die "Falle" getappt. Wichtig zur Klärung dieser Frage ist der Zeitpunkt, von bzw. bis zu dem wer die Wehrmacht führte. Wobei, wenn man die Frage klären möchte, man etwas weiter, nämlich in die Vorwehrmachtszeit zurückgreifen muss, in eine Zeit, als man noch von der Reichswehr sprach.
    Mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Preußen erhielt ab März 1919 der Reichspräsident den Oberbefehl über die Reichswehr. Nach dem Inkrafttreten der Weimarer Verfassung wurden die in den genannten Ländern verbliebenen Kriegsministerien aufgelöst. Die Befehlsgewalt lag beim Reichswehrminister. Die Kommandogewalt jeweils beim Chef der Heeresleitung bzw. beim Chef der Marineleitung. Für den auf Befehl der Siegermächte aufgelösten Generalstab wurde 1929 das Truppenamt gegründet.
    Mit der „Verkündung der Wehrhoheit“ 1935 und dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 wurde die Heeresleitung in Reichskriegsministerium umbenannt. Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichspräsident Hindenburg den parteilose Werner von Blomberg, als Nachfolger von Wilhelm Groener, zum Reichswehrminister. Das blieb er bis zum 27. Januar 1938.Blomberg und Hitler verstanden sich gut und befanden sich auf einer "Wellenlänge", was Blomberg aber nicht daran hinderte, Hitlers Kriegsplänen gegenüber skeptisch zu sein aber nur in Hinblick auf die anlaufende Aufrüstung. Mit dieser Skeptsis stand er nicht alleine und sie führte auch zu keinem ernsthaften Zerwürfnis mit Hitler darüber.
    In den Jahren zuvor hatte sich von Blomberg, wenn schon nicht als glühender Nationalsozialist, so doch als nützliches Instrument für Hitlers Absichten und die erfolgreiche Integrierung der Wehrmacht in den nationalsozialistischen Machtapparat erwiesen.
    Schon kurz nach dem 30. Januar 1933 erklärte Blomberg: "Jetzt ist das Unpolitische vorbei, und es bleibt nur eins: der nationalen Bewegung mit Hingabe zu dienen." und bereits am 28. Februar 1934 erließ Blomberg in vorauseilendem Gehorsam für die Wehrmacht einen "Arierparagraphen", ohne daß Hitler oder sonstwer es verlangt hätten. Wegen seiner Anbiederung an den nationalsozialistischen Staat und Hitler, erhielt von Blomberg den Spitznamen "Gummilöwe" und "Hitlerjunge Quex".
    Als Anerkennung für diese eher devote Haltung der Wehrmachtsführung formulierte Hitler 1934 die "Zwei-Säulen-Theorie": "Die Staatsführung (...) wird von zwei Säulen getragen: politisch von der in der nationalsozialistischen Bewegung organisierten Volksgemeinschaft, militärisch von der Wehrmacht." Die Wehrmacht sollte alleiniger Waffenträger bleiben und wie Ernst es ihm damit war demonstrierte er mit der Niederschlagung des "Röhmputsches" und der ermordung Röhms am 1. Juli 1934. So jedenfalls machte er es der Öffentlichkeit und der Wehrmachtsspitze weiss.
    Desweiteren liess von Blomberg, ebenfalls ohne von irgendeiner Seite dazu gedrängt worden zu sein, ab dem 02.08.1934 die Wehrmacht auf Hitler vereidigen. Die dazu eigentlich notwendige gesetzliche Grundlage dazu fehlte allerdings. Hitler konnte mit seinem "Gummilöwen" zufrieden sein und so konnte die Wehrmacht gegenüber der Partei im Staate eine doch recht starke und unabhängige Stellung behaupten, obwohl sie sich selbst und ohne Not in eine starke Anhängigkeit vor allem von Hitler begeben hat. Zur Belohnung wurde von Blomberg dann 1936 zum Generalfeldmarschall ernannt. Erst die sogenannte "Blomberg-Fritsch-Krise(Affäre)", die sich fast zu einer Staatskrise auzuweiten drohte, brachte die entscheidende Wende.
    Bis zum heutigen Tag ist es so, dass bei Personen, die im öffentlichen Rampenlicht stehen das sogenannte "Privatleben" eben keine reine private (abgesondert, getrennt“, privatum, „das Eigene“) Angelegenheit ist und als Ende 1937 der immerhin schon 60 jährige von Blomberg, die erst 23 jährige Margarethe Gruhn heiratete, erregte allein das schon Aufsehen genug obwohl die standesamtliche Trauung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Immerhin waren aber Hitler und Göring als Trauzeugen anwesend.
    Schon wenig später nahm das Schicksal seinen Lauf. Es drangen Gerüchte über das voreheliche Leben der Margarethe Gruhn an die Öffentlichkeit, der auch die Polizei nachging. Aus welchen Gründen auch immer und was die Nachforschungen zu tage brachten, bestätigten erstens die Gerüchte, schockten zweitens Hitler und überraschten keinesfalls von Blomberg. Er wusste um das Vorleben seiner Frau, hatte es aber wohlweisslich verschwiegen.
    Während der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre hatte Fräulein Gruhn als Gelegenheitsprostituierte und Aktmodell sich ein Zubrot zum Lebensunterhalt verdient. Dies und einige der Aktfotos kam nun zutage und unter Hitlers Augen, welcher diese nun, selbst wenn er gewollt hätte, nicht mehr vor den nackten Tatsachen verschliessen konnte. Alles war geschockt: Öffentlichkeit, Offizierskorps und der Führer. Schliesslich durfte ein Offizier, so hatte es von Blomberg selbst bestimmt, nur eine Frau mit "untadligem Ruf" ehelichen und den hatte die nunmehrige Frau von Blomberg wohl eher nicht!
    Dennoch m uss man zu von Blombergs Ehrenrettung sagen, dass es sich wohl doch wirklich um Liebe gehandelt haben muss. Er weigerte sich standhaft die Ehe zu annulieren. Die Erklärung, er hätte von dem Vorleben seiner Frau nichts gewusst und die anschliessende Scheidung hätte ihm wohl seinen Kopf gerettet aber Liebe macht eben manchmal kopflos.Auf Druck des Offizierskorps und der öffentlichen Meinung und der Staatsräson konnte Hitler von Blomberg als Reichskriegsminister nicht mehr halten. Von Blomberg wusste das und kam einen eventuellen "rauswurf" zuvor, indem er am 27.01.1939 seinen Rücktritt einreichte.
    Nun nennt man die Ereignisse von damals die "Blomberg-Fritsch-Krise(Affäre)". Was war mit von Fritsch? Generaloberst (letzter Dienstgrad) Werner Freiherr von Fritsch diente schon unter dem Kaiser, dann in der Weimarer Republik und nach dem Regierungsantritt Hitlers (Reichskanzler) wurde Fritsch von Hindenburg (Reichspräsident) im Januar 1934 zum Chef der Heeresleitung ernannt. Im Juni 1935 wurde er Oberbefehlshaber des Heeres und am 20. April, "Führers Geburtstag" 1936 zum Generaloberst befördert.Auch von Fritsch sympatisierte mit dem Nationalsozialismus aber auch er hielt Hitlers Kriegspläne
    für "überhastet", als dieser sie am 5. November 1937 vorstellte. Zwar befürwortete auch er Aufrüstungs- und Kriegspläne, äusserte aber fachliche Bedenken ähnlich wie von Blomberg. Als von Blomberg über seine Liebe zu einer Freizeitprostituierten stolperte und seine Karriere beendet wurde, stand von Fritsch davor, auf seiner Karriereleiter die vorerst letzte Stufe zu erklimmen, nämlich die zum neuen Reichskriegsminister. Dazu bedurfte es allerdings die Ernennung durch Hitler.
    Dieser hatte im "Hinterkopf", dass da irgendetwas gewesen war und Richtig: Schon 1936 lag Hitler eine Polizeiakte vor, welche die Aussagen des zur damaligen Zeit inhaftierten Strichjungen und Erpressers ("herrliche" Kombination) Otto Schmidt zur angeblichen Homosexualität von von Fritsch enthielt. Wie schon Göring später bestimmte wer Jude ist, so auch Hitler jetzt, wer homosexuell ist. Zumindest zu diesem Zeitpunkt kam ihm die Angelegenheit ungelegen und er befahl die Akte verschwinden zu lassen.Eine "verschwundene" Akte löscht noch keine Gerüchte aus und angesichts der Vorgänge um von Blomberg wollte Hitler bei seinem neuen Reichskriegsminister sicher sein, dass nicht auch er eine Leiche im Keller hatt. Deshalb kam es zu einer Gegenüberstellung von Fritsch mit Otto Schmidt, der angab, seinen damaligen Freier eindeutig zu erkennen. Da half auch von Fritschs Ehrenwort nichts mehr und Hitler beurlaubte ihn noch am selben Tag.Später gab Schmidt zu, gelogen zu haben. Darüber hinaus stellte das Reichskriegsgericht fest, dass es sich bei dem angeblichen von Fritsch um den pensionierte Rittmeister Achim von Frisch handelte, mit dem Schmidt "unsittliche Handlungen" vorgenommen hatte.
    Die Gestapo, die mit allen Mitteln versuchte von Fritsch die Homosexuellen Handlungen zu beweisen ging gegen von Fritsch so rabiat vor, dass dieser sich öffentlich beschwerte:"Eine so schmachvolle Behandlung hat zu keiner Zeit je ein Volk seinem Oberbefehlshaber des Heeres angedeihen lassen. Ich gebe das hiermit ausdrücklich zu Protokoll, damit die spätere Geschichtsschreibung weiß, wie im Jahre 1938 der Oberbefehlshaber des Heeres behandelt worden ist. Eine solche Behandlung ist nicht nur unwürdig für mich, sie ist zugleich entehrend für die ganze Armee."
    Wie wir übrigens sehen ist die Behauptung (....Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Affäre wurde Fritsch der Homosexualität bezichtigt....) bei Wiki nicht ganz richtig, denn "bezichtigt" wurde er schon lange vorher. Nur wurde das alte Gericht von Hitler selbst wieder aufgewärmt. Angeblich, weil er von Fritschs Kritik an seinen Kriegsplänen nicht vergessen und ihm übel genommen hat und das würde auch das wüste Vorgehen der Gestapo gegen von Fritsch erklären.
    Denn es ist schon merkwürdig, dass nach von Fritschs Rehabilitierung am 18. März 1938 für ihn nur der Posten als Chef seines alten Artillerieregiments 12 in Schwerin (Mecklenburg) übrig blieb, während sein Posten am 4. Februar 1938 von Walther Heinrich Alfred Hermann von Brauchitsch, immerhin auch ein "von", übernommen wurde, der ebenso wie von Fritsch mit dem Nationalsozialismus liebäugelte.
    Brauchitsch sagte 1938:
    „In der Reinheit und Echtheit nationalsozialistischer Weltanschauung darf sich das Offizierskorps von niemanden übertreffen lassen ... Es ist selbstverständlich, dass der Offizier in jeder Lage den Anschauungen des Dritten Reiches gemäß handelt.“
    Trotz der offensichtlichen Demütigung blieb auch von Fritsch dem nationalsozialistischem Gedankengut bis zu seinem Tode treu. Allerdings war er auch voller Verbitterung und als er am 22. September 1939 bei Praga, einer Vorstadt von Warschau fiel, blieb der Vorfall doch ungeklärt. Zwar war ein Zeuge dabei als von Fritsch verwundet wurde und eine Minute später starb aber wer geschossen hatte blieb ungeklärt. Waren es Polen oder eigenes Feuer oder angesetzte Todesschützen oder war es womöglich ganz anders und von Fritsche hatte den Soldatentod freiwillig gesucht?
    Wie dem nun auch gewesen sein mag: zumindest der Verschwörungsthese im Fall von Blomberg wird nach neueren Erkenntnissen widersprochen. Weder Göring noch Himmler oder sonstwer soll da irgendetwas "gedreht" haben. Zumindest von Blomberg stolperte über sich selbst, während bei von Fritsch, obwohl rehabilitiert, doch der Makel des: "da wird schon was dran gewesen sein" haften geblieben ist.
    Nun, nachdem die obersten deutschen Kriegsherren gehen mussten bzw. gegangen worden sind, meldeten sich natürlich sofort Interessenten, voran Göring und Himmler. Hitler, der für keinen von beiden einen weiteren Machtzuwachs wollte, entschied anders. Zuerst wurde das Personalkarussel in Bewegung gesetzt und eine Versetzungs- und Ernennungswelle setzte ein, so dass gewisse Veränderungen kaum auffielen. Um die 50 höheren Offiziere wurden umgesetzt oder entlassen. Walther Heinrich Alfred Hermann von Brauchitsch wurde Oberbefehlshaber des Heeres und Hitler übernahm die Funktion des Kriegsministers und war somit oberster Soldat im Staate. Das Kriegsministerum selbst wurde allerdings abgeschafft. Stattdessen wurde das OKW unter Wilhelm Keitel gegründet.
    Das OKW wurde einerseits zur militärischen Beratung Hitlers geschaffen, obwohl schon bald Hitler die "Beratung" aller anderen übernahm und hatte keine eigene Befehlsgewalt. Es war aber andererseits Hitlers Sprachrohr gegenüber der Wehrmacht und sollte ihr seinen Willen, seine Weisungen und Befehle verkünden und darüber hinaus sollte es die Koordinierung aller drei Wehrmachtsteile übernehmen. Nicht selten wurde aber statt zu koordinieren und zu kooperieren nur gestritten......

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Gibt bzw. gab es Torpedobootzerstörer? Keine Frage welche irgendwie von welthistorischer oder kriegsentscheidender Bedutung ist oder je gwesen war. Wohl aber gibt es Leute, die das vehement bestreiten und mich, da ich es wagte diesen Begriff zu benutzen, beschimpften. Man kann sich vielleicht denken wen ich meine.
    Beginnen wir erst einmal damit, dass es zumindest den Begriff "Torpedobootzerstörer" gibt und er in verschiedenen Publikationen auftaucht, zb. hier: oder hier: auf einer zeitgenössischen Postkarte von 1916.
    Auch im Englischen taucht dieses Wort auf, wie man beispielsweise diesem kurzen Beitrag Torpedobootzerstörer entnehmen kann.
    Das soll erst mal genügen um nachzuweisen, dass es den Begriff "Torpedobootzerstörer" gibt. Was aber war das für ein Schiffstyp?
    Nun, zunächst suggeriert das Wort, es besteht ja aus zwei verschiedenen maritimen Begriffen, nämlich "Torpedoboot" und "Zerstörer", es könnte sich einerseits um ein im wahrsten Sinne des Wortes Boot handeln, welches eigens zum Zerstören von Torpedobooten konzipiert wurde. Machen wir es kurz: Der Torpedobootzerstörer war ein Mittelding zwischen grossem Torpedoboot und Zertörer. Nach heutigen Masstäben könnte man ihn als Korvette klassifizieren und seine Aufgabe war tatsächlich das Abwehren feindlicher Torpedobootangriffe, indem er sie zerstörte.
    Dazu verfügten diese Boote über anfänglich über bis zu vier 8, 8 cm später 10, 5 cm Geschütze. Sowie 2 bis 6 Torpedorohre.
    Am folgenden Modell kann man sehr schön die schon vorhandene äussere Ähnlichkeit zum Zerstörer erkennen:

    Doch noch mal zurück zum Ursprung. Gab es offiziell die Schiffsbezeichnung "Torpedobootzerstörer"? Eigentlich nicht, zumindest deutscherseits nicht! Warum nicht?
    Versuchsweise wurde auch in der deutschen Marine ein eigens für die Torpedobootsabwehr vorgesehener Schiffstyp entwickelt. Versuche damit erwiesen sich aber als nicht sehr erfolgversprechend. Ausserdem stellte man fest, dass solche Boote überflüssig waren, da die Torpedoboote der anderen Kriegsmarinen bei weitem nicht so seefest waren wie die deutschen und die Bedrohung der Hochseeflotte durch Torpedoboote vernachlässigbar blieb.
    Stattdessen baute man eben grössere Torpedoboote, die so seefest waren, dass sie sogar selbständig bis China fahren konnten.
    Bleibt festzustellen, dass wohl England über echte "Torpedobootzerstörer" verfügte aber in Deutschland lediglich der Begriff umhergeisterte und umhergeistert.....
    Sollte also jemand mal auf diesen Begriff im Zusammenhang mit der Kaiserlichen Marine stossen, so kann er ihn im Geiste durch grosses Torpedoboot ersetzen, das aber sowohl als Torpedoboot als auch als Torpedobootzerstörer vor allem aber als Führungsboot der kleinen Torpedoboote geeignet und hochseetauglich war.

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Unter dem Begriff "Wilde Sau" verstand man im Zweiten Weltkrieges ein von der deutschen Luftwaffe angewandtes Luftabwehrverfahren, mit dem bei Nacht anfliegende britische Bomber (die Amerikaner flogen überwiegend bei Tage) – direkt über den angegriffenen deutschen Städten – durch deutsche Tagjäger, zB. Messerschmitt Bf 109 und Focke-Wulf Fw 190, abgeschossen wurden. Das Prinzip war simpel: Gegen einen erhellten Hintegrund, erhellt durch von Scheinwerfern beleuchteten Wolken, abgeworfene Leuschtmittel oder alliierten "Christbäume" hoben sich die Silhouetten der Bomber dann deutlich ab und konnten von den Tagjägern, die über keinerlei Nachtsichtfähigkeiten verfügten, angegriffen werden. Als Schöpfer dieses Verfahrens gilt der deutsche Luftwaffenoffizier Hajo Herrmann, der auch den Begriff "Mattscheibe" für den erhellten Hintergrund erfand.
    Aber schon nach wenigen Anfangserfolgen fanden die Alliierten eine Abwehrmethode gegen die Angriffe der "Wilden Sau" und überhaupt blieb das Verfahren, mit nur drei (JG 300 - 302) Staffeln (Okt.1943) räumlich beschränkt. Bis März 1944 schossen die Jäger der "Wilden Sau" 330 viermotorige Bomber ab. Bei alliierten Angriffen auf diverse deutsche Grosstädte gelang es bis zu 10% der angreifenden Bomber abzuschiessen. Allerdings stieg die Bomberzahl weiterhin unaufhaltsam an: Bei monatlichen Verlusten (Briten) von rund 176 Maschinen, verliessen 212 neue die Werkhallen (1943).
    Der Nachteil dieses Verfahrens bestand erstens darin, dass die Flak am Luftkampf nicht teilnehmen konnte und dass es bei schlechtem Wetter überhaupt nicht funktonierte, während die alliierten Bomber ihre Bomben radargesteuert ins Ziel brachten.

    Wilde Sau

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    "Das Nachtjagdverfahren „Zahme Sau“ ersetzte und ergänzte ab 1944 das Nachtjagdverfahren „Wilde Sau“ der deutschen Luftwaffe. Entwickler dieses Verfahrens war Oberst Lossberg.
    Obwohl es zuweilen vorkam, dass sich die nach Radar fliegenden Jäger gegenseitig abschossen, weil sie eigene Maschinen mit Feindmaschinen verwechselten, war die „Zahme Sau“ alles in allem das erfolgreichste Nachtjagdverfahren des gesamten Krieges."

    Zahme Sau

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    "Schräge Musik – auch schräge Nachtmusik – ist die Bezeichnung für eine deutsche Waffentechnik zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, bei der Maschinengewehre oder Maschinenkanonen (zwei bis vier MGs oder Maschinenkanonen) schräg nach vorn oben gerichtet in einen Nachtjäger eingebaut wurden. Mit Hilfe der „schrägen Musik“ sollten englische Nachtbomber, die keinen nach unten wirkenden Waffenstand aufwiesen ("Toter Winkel"), abgeschossen werden, ohne eine eigene Gefährdung eingehen zu müssen.
    Deutsche Jäger konnten mitunter minutenlang unentdeckt unterhalb eines Bombers fliegen, was zu Überlegungen führte, wie man den Bomber beschießen könnte, ohne diese sichere Position zu verlassen.
    Einziger Nachteil dieser Methode war die Gefahr, beim Hochziehen wieder in den Feuerbereich des englischen Heckschützen zu gelangen.
    Heutzutage gilt Oberleutnant Rudolf Schoenert, damals Staffelkapitän der II./Nachtjagdgeschwader 5 (kurz II./NJG 5), als der erste, der diese Entwicklung maßgebend vorantrieb."

    Schräge Musik

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Medizinische Menschenversuche - wenn man das hört, denken die meisten Menschen, so sie historisch bewandert sind, sofort an Dr. Josef Mengele, den Todesengel von Auswitsch. Im Allgemeinen glaubt man auch, mit dem Ende des 3. Reiches und dem KZ- Wesen hätten auch die Menschenversuche aufgehört, zumal nach dem Krieg beschlossen wurde, aus den durch diese Versuche gewonnenen Erkenntnissen keinen Gebrauch zu machen.
    Umso erstaunter ist dann der Gutgläubige, wenn er erfährt, dass dem mitnichten so ist und dass sich ausgerechnet die Hüter der Demokratie, die Retter der Menschheit vor dem Nationalsozialismus ständig an Menschenversuchen im In- und Ausland beteiligten. Natürlich immer unter dem Mantel der Verschwiegenheit im Dunklen und Geheimen.
    Einer der Vorteile der Demokratie ist, dass es immer Leute gibt, die den Mantel der Verschwiegenheit lüften und Licht in das Dunkel bringen und man dann die Wahrheit in aller Öffentlichkeit sehen, hören und lesen kann - meist sehr zum Verdruss derer, die ihre schmutzigen Finger in diesen schmutzigen Spielen hatten.
    Im Jahre 2010 hat Susan Reverby vom Wellesley College (US-Bundesstaat Massachusetts) in einem Archiv Dokumente über Syphilisversuche entdeckt. Der damals leitende Arzt John Cutler und seine Kollegen hatten nie eine Studie über die Ergebnisse veröffentlicht. Vielleicht, weil sie fürchteten, erklären zu müssen, wie sie zu diesen Ergebnissen gekommen sind, denn zwischen 1946 und 1948 steckten sie etwa 1300 Menschen in Guatemala gezielt mit Syphilis und anderen Krankheiten an. Gleiches taten die Nazis nur wenige Jahre vorher in ihren KZ's! Die amerikanischen Ärzte waren sich damals ihres verbrecherischen Handels durchaus bewuss - schliesslich liefen in Europa noch Prozesse gegen deutsche Mediziner.
    Ausserdem gestanden einige der teilnehmenden Ärzte vor dem Untersuchungsausschuss, dass sie solche Versuche in den USA selbst nicht mehr hätten durchführen können und deshalb ins Ausland gehen mussten.
    Gefängnisinsassen, Soldaten und psychisch Kranke waren die Testpersonen. Natürlich ohne zu wissen was mit ihnen geschah und ohne ihre Einwilligung. Finanziert wurde die Arbeit von der US-Gesundheitsbehörde (NIH) unter Duldung guatemaltekische Behörden. Mindestens 83 Menschen starben während der Experimente und einige der Überlebenden haben die US-Regierung verklagt.
    Insgesamt wurden rund 1300 Personen infiziert, von denen aber nur 700 behandelt wurden. Bei den übrigen wurde der Krankheitsverlauf ohne Behandlung beobachtet. Nach guatelamtekischen Angaben soll es sich sogar um 2082 Versuchsopfer gehandelt haben.
    Ziel dieser Versuche war es, den Nutzen von Penicillin bei Geschlechtskrankheiten zu ermitteln und ähnlich wie auch die "Forschung" der meisten deutschen Mediziner in KZ's, war auch die Arbeit der US Ärzte ".... völlig sinnlos gewesen, sagte Nelson Michael vom Walter Reed Army Institute of Research."
    Ein weiteres schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit begin Cutler in den Jahren 1932 bis 1972 (!) John Cutler, der auch diese Experimente leitete, wirkte am Tuskegee-Experiment mit. Bei der Studie im US-Bundesstaat Alabama, die bis 1972 lief, hielten Mediziner Hunderten mit Syphilis infizierten 400 Afroamerikanern bewusst eine Behandlung vor um die Spätfolgen der Erkrankung zu erforschen. Cutler kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Er starb 2003, ohne sich jemals für seine Vergehen entschuldigt zu haben.
    Dafür aber entschuldigten sich zwei US Präsidenten. 1997 entschuldigte sich Bill Clinton im Namen des amerikanischen Volkes bei den Opfern und durch eine Sammelklage erstritt die US Menschen-rechtsorganisation Schadensersatz in Höhe von neun millionen Dollar.
    2010 entschuldigte sich Barack Obama, ebenfalls im Namen des amerikanischen Volkes aber anders als bei den farbigen US Bürgern floss kein Geld zur Entschädigung. Denn, obwohl Richter Reggie Walton einräumte, dass die Vorgänge ein "....zutiefst verstörendes Kapitel in unserer Geschichte..." sei, berief er sich bei seiner Ablehnung der Schadensersatzvorderungen auf das amerikanische Strafrecht.
    Nachdem kann nur derjenige Schadensersatz bekommen, der auf dem Boden der USA den zu beklagenden Schaden erlitten hat. Von Seiten der US Regierung hat man diesbezüglich bislang noch nichts gehört und, wie ich denke, wird man auch nichts mehr hören. Schliesslich wird man kein Exempel statuieren wollen!

    Menschenversuche

  • Thema von Waldi44 im Forum 2. Weltkrieg

    Am 30. Juli 1945, kurz nach Mitternacht, traf ein japanischer Torpedo den Kreuzer USS "Indianapolis", ein Schiff der Portland-Klasse unter dem Befehl von Charles B. McVay III. - das Schiff sank. Bis kurz davor fuhr der schwere Kreuzer Zickzack.
    300 Seeleute waren sofort tot. Mit der Hoffnung, bald gerettet zu werden, fanden sich rund 900 Besatzungsmitglieder im Wasser der Philippinensee wieder.Das japanische U-Boot I-58 unter Mochitsura Hashimoto hatte einen sechser Torpedofächer abgeschossen, von denen je ein Torpedo die "Indianapolis" unter dem vorderen Turm und unter dem Brückenaufbau traf. Innerhalb von nur 12 Minuten sank der schwere Kreuzer. Aber aufgrund der hohen Geheimhaltungsstufe wurde das Schiff nicht vermisst.
    Die "Indianapolis", hatte wenige Tage zuvor u.a. die atomaren Bestandteile für die Atombombe „Little Boy” von der US-Westküste nach Tinian (nördlich von Guam) gebracht. Ein noch abgeschickter Notruf der "Idianapolis" wurde von sage und schreibe drei Stationen aufgefangen. Auf einer war der Chef betrunken, auf der anderen hatte er keine Zeit und wollte nicht gestört werden und der dritte schliesslich hielt den Funkspruch für eine japanische List. Zwar wurde auch ein Funkspruch des japanischen Ubootes aufgefangen, aber auch diesen hielt man für eine Falle um andere US Schiffe zum vermeindlichen Untergang der "Indianapolis" zu locken. Ob der Peinlichkeit dieses Vorganges wurde lange Zeit behauptet, man habe keine Funksprüche empfangen.
    Die Überlebenden schwammen vier Tage und fünf Nächte in der Philippinensee. Viele verloren den Verstand, tranken Meerwasser, verdursten oder wurden von Haien angegriffen. Nur 317 (316 - 318) von 1.196 Männer wurden gerettet. Eigentlich wurden 321 gerettet, aber vier verstarben später noch.
    Eher zufällig wurden sie durch ein sich auf Routine-Patrouille befindliches Flugzeug gesichtet.
    Der Untergang der "Indianapolis" war die grösste Schiffskatastrophe (Verlust an Manschenleben) in der Seefahrtsgeschichte der US Flotte ausserdem war die "Indianapolis" das letzte große US-Navy-Schiff das durch Feindeinwirkung im 2. Weltkrieg versenkt wurde. Aber ihr Untergang hält noch eine weitere Besonderheit bereit: Die im Wasser treibenden Seeleute sahen sich dem grössten jemals bekanntgewordenen Haiangriff der Weltgeschichte ausgesetzt. Weißspitzen Haie und Tigerhaie waren erst durch die Explosionen und dann durch das viele Blut der Verletzten im Wasser angelockt worden.
    Wieviele Seeleute letztendlich den Haiattacken zum Opfer fielen wird nicht mehr zu klären sein, aber manch Hai wird sich auch "gedacht" haben: wozu mit den Lebenden kämpfen, wenn doch genug Tote herum-trieben? Herbeieilende Flugzeuge warfen Rettungsinseln und Verpflegung ab und ein Flugboot, Lt. R. Adrian Marks mit seiner PBY Catalina, landete sogar befehlswidrig, als der Pilot einen Haiangriff auf eine etwas abseits treibende Gruppe Schiffsbrüchiger bemerkte, und nahm einige Überlebende an Bord. Allerdings war das Flugzeug so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr starten konnte. Mit insgesamt 56 Überlebenden an Bord, hätte es ohnehin nicht fliegen gekonnt.
    Die Rettungsarbeiten zogen sich bis zum 8. August 1945 hin - genau zwischen den beiden Atombombenabwürfen.
    Bei der Fahrt der "Indianapolis" gibt es bis heute noch einige Merkwürdigkeiten. Bis Anfang der 1990er Jahre wurden alle Vorgänge vom Geheimdienst als streng Geheim eingestuft. Eine dieser Merkwürdigkeiten ist, dass ein so grossen Schiff in der Regel nicht allein fährt und dass Charles B. McVay III. auch eine Eskorte angefordert hatte, die ihm aber mit dem Hinweis verweigert wurde, dass kaum U-Bootgefahr und nur um die ging es noch, bestünde und das, obwohl es japanische U-Bootsichtungen auf dem zu fahrenden Kurs gab.
    Besonders merkwürdig aber war das später gegen den Kapitän eingeleitete Kriegsgerichtsverfahren, bei dem alle zu seinen Gunsten sprechenden Fakten entweder ignoriert oder erst garnicht erörtert wurden. Captain McVay wurde seines Kommandos enthoben und degradiert. Später wurde er durch Nimitz rehabilitiert und 1949 mit dem Rang eines Rear Admiral ausgemustert. 1968 beging er Selbstmord.
    Als Grund für seine Verurteilung wurde das Beenden des Zickzackkurses genannt. Mochitsura Hashimoto, der japanische U-Bootkommandant und amerikanische Sachverständige jedoch sagten aus, dass das Beibehalten des Zickzackkurses am Schicksal der "Indianapolis" nichts geändert hätte.
    I 58, das japanische U- Boot diente später als Ziel für Marineübungen der neuen japanischen Marine. Es war das einzige der drei Boote der B3 Klasse, das den Krieg überlebt hat.




  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Nachdem der Begründer und Leiter einer der grössten Massenmordaktionen während es 2. Weltkrieges sein Denkmal erhalten hat, Bomber Harris (schon 1992), folgt nun ein Denkmal für seine willigen* Helfer. Sieht so Völkerverständigung, überwinden von Gräben, Annährung in Frieden und Freundschaft auf britisch so aus? 500.000 bis 600.000 deutsche Menschen, zumeist Zivilisten, wurden auf oftmals schreckliche Weise zu Tode gebracht und das bis fast buchstäblich zur letzten Minute des Krieges.
    Man stelle sich mal vor, die Bundesregierung würde ein Denkmal für die gefallenen U-Bootfahrer des 2. Weltkrieges errichten lassen. Die Verlustzahlen der Soldaten ähneln sich und der Mut für ihren Einsatz ebenso wie der Glaube für eine gute und gerechte Sache zu kämpfen. Es gibt wohl ein kleines Denkmal bei Laboe aber schon das Grosse (das zum Gedenken für die deutschen Gefallenen des 1. WK errichtet wurde, wurde zum Denkmal für ALLE in ALLEN Kriegen gefallenen Seeleute) wurde umfunktioniert.
    Vorschlag: Soll man aus diesem Denkmal doch eines für ALLE im Krieg gefallenen angehörigen der Luftstreitkräfte ALLER Länder machen! Aber ich glaube, die Queen und ihre Berater währen wenig erfreut und ausserdem ist das wohl nicht sehr britisch!
    AUSSERDEM: Ich glaube, weder in der deutschen Öffentlichkeit, noch in der deutschen Politik wird das jemand zur Kenntnis nehmen. Vielleicht gibts den einen oder anderen Artikel in Zeitschriften wie der DMZ. Mehr aber sicher nicht!!!

    "Mehr Beschämung als Begeisterung
    Aber die tragische Konsequenz des totalen Krieges, die Bilder der Zerstörung Deutschlands, hatten den Zweifel an der Zeckmäßigkeit der Vernichtungsstrategie bestärkt, war diese doch weniger auf kriegsentscheidende Ziele als auf die wehrlose Bevölkerung abgestellt – auch wenn massenhafte Tötung von Zivilisten noch nicht als international geächtete Kriegsführung galt.
    Mehr Beschämung als Begeisterung machte sich nach dem Krieg breit. Hatte man sich gar, verleitet von Hass und Rache, mit der Flächenbombardierung Deutschlands auf die Ebene des degenerierten Gegners begeben?
    Die Überlebenden des "Bomber Command" jedenfalls erhielten, anders als die übrigen Militärgattungen, keine Erinnerungsmedaillen. Arthur Harris wurde die Beförderung ins Oberhaus versperrt, verbittert zog er sich nach Südafrika zurück, erst 1992 erhielt er auf Betreiben der Queen Mother eine Statue in London. "

    Bombercommand

    * Ok, das ist jetzt etwas polemisch und eine Anlehnung an "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel J. Goldhagen. Die meisten mussten ihren Befrehlen folgen und erfüllten somit auch nur ihre Pflicht. Die einen aber bekommen dafür ein Denkmal, die anderen den Strick....

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    War Oberst Hans- Ulrich Rudel der erfolgreichste und mit Abstand berühmteste Jagtflieger des 2. Weltkrieges, zumindest was die Tag- und Panzerjagt betraf, so war Hauptmann Heinz-Wolfgang Schnaufer der grösste Nachtjäger der Luftwaffe. Sein Name ist allerdings weitestgehend unbekannt geblieben.
    Seinen hervorragensten KIampfeinsatz lieferte er am 21. Februar 1945 und erlangte seinen zahlenmäßig größten Erfolg. Er schoss am Abend des Tages sieben „Lancaster“-Bomber innerhalb 17 (19) Minuten ab, nachdem er schon am Morgen zwei andere vom Himmel geholt hatte. Also 9 viermotorige Bomber an einem Tag.

    Heinz- Wolfgang Schnaufer

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Um meiner selbst gestellten Aufgabe: "....der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und wissenschaftlichen Forschung..., gerecht zu werden, schreibe ich in der Rubrik "Habt ihr das gewusst" immer wieder mal über vergessene oder unbekannte Personen, Aspekte und Geschehnisse, vornehmlich der beiden Weltkriege. Also nichts grundsätzlich neues, sondern grabe nur "verschüttetes" wieder aus, wie im letzten Beitrag zum Hauptmann Heinz-Wolfgang Schnaufer.
    Den Anstoss dazu liefert manchmal eine Fernsehsendung, manchmal ein neues oder altes neu entdecktes Buch (wie neulich "So begann der Krieg") oder ein Beitrag aus einer Zeitschrift, deren ich ettlich regelmässig lese. Da ich, wie schon mehrfach betont, es ablehne das Rad immer wieder aufs neue zu erfinden, begnüge ich mich mitunter auch nur mit einigen Links zu bereits existierenden Beiträgen und lediglich kurzen Kommentaren dazu.
    In diesem Beitrag möchte ich den Leser mit einer mir bis heute unbekannten Persönlichkeit des 1. Weltkrieges bekannt machen, obwohl diese Person eigentlich Weltgeschichte, zumindest mitgeschrieben hat.
    Hermann Karl Bruno von François kurz Hermann von François, General der Infanterie im Ersten Weltkrieg.
    Hermann von Francois

    Vermutlich liegt seine relative Unbekanntheit erstens daran, dass sein Allüren eher zu denen britischer Kollonialoffiziere passten und zweitens sein französich Name nicht gegen den eines Ludendorf oder gar Hindenburg ankam. Seine Vorfahren gehörten zu jenen Hugenotten, denen Friedrich II. zusagte:"...den hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden! "*





    *"Jeder soll nach seiner Façon selig werden", so schrieb am 22. Juni 1740 Friedrich II, König von Preußen

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch

    Da habe ich doch einen etwas älteren Artikel aus der "Bild Zeitung" gefunden, den ich mir extra beiseite gelegt habe. In ihm geht es um die Kette, die der Chef der deutschen Sektion beim IOC, Theodor Lewald* anlässlich der Eröffnung der Olympischen Spiele von 1936 trug.
    Nun hat Bild die Kette wiedergefunden:Bild findet Kette.

    Soweit so gut und auch nichts daran auszusetzen, währe da nicht diese übaus blöde und unpassende Überschrift, in der von "Nazi - Spielen" die Rede ist. Nazi - Spiele? Was bitte sind "Nazi - Spiele"? Die Nazis haben, wie so vieles was man auf sie zurückführt, die Olympischen Spiele nicht erfunden und auch der Fackellauf ist keine Erfindung der Nazis, auch wenn er 1936 erstmalig durchgeführt wurde. Zwar haben sich die Nazis die Olympischen Spiele mehr oder weniger propagandistisch unter den Nagel gerissen und für ihre Zwecke missbraucht, aber deswegen waren die Olympischen Spiele von 1936 noch lange keine Nazi - Spiele.
    Sollte man vielleicht annehmen, dass die Teilnehmer alles Nazis oder zumindest Sympatisanten waren? Naja, bei den Franzosen, die mit einem "Olympischen Gruss" durch's Stadion zogen, der verdammt an den "Deutschen Gruss" erinnerte könnte man auf dumme Gedanken kommen, aber spätesten bei Jesse Owens, dem der Obernazi sogar den Handschlag verweigerte, weil er ihn erst garnicht einlud, hört das Gedankenspiel dann auf.
    Die Sportler, auch die deutschen Sportler, welche die Nazis aus propagandistischen Gründen zu den Spielen zuliessen ( Fechterin Helene Mayer,Halbjüdin und der Ringer Werner Seelenbinder, Kommunist und auch Lewald war Halbjude) Der jüdische Sport, würden sich "bedanken", als Teilnehmer an "Nazi - Spielen" tituliert zu werden.
    Und überhaupt: Obwohl kurz vorher die "Nürnberger Gesetze" erlassen wurden fanden die Olympiscdhen Spiele statt und zwar nicht als "Nazi Spiele" und stellten mit 49 teilnehmenden Nationen und 3961(alles Nazis?) einen neuen Teilnehmerrekord auf. Der Aufruf zum Boykott wurde übrigens erst durch die Teilnahmeerklärung der USA von den meisten Staaten der Welt ignoriert.

    *"Als Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele prägte Lewald entscheidend das Bild der Olympischen Spiele in Berlin 1936, insbesondere durch den Bau des Olympiastadions. Außerdem initiierte er zusammen mit Carl Diem den Fackellauf mit 3000 Teilnehmern von Griechenland nach Berlin. Im Jahr 1925 erhielt er den Ehrendoktortitel der Universität Bonn."
    Theodor Lewald

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...
  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...
  • Thema von Waldi44 im Forum Vorgeschichte

    Wilhelm I. sagte von Bismarck: „Es ist nicht leicht unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein.“
    Nach seiner Thronbesteigung sagte sein Sohn, Wilhelm II. über ihn:" „Sechs Monate will ich den Alten verschnaufen lassen, dann regiere ich selbst.“
    Und Bismarck schliesslich behauptete von Wilhelm II. er sei ein...:.:" „Brausekopf, könne nicht schweigen, sei Schmeichlern zugänglich und könne Deutschland in einen Krieg stürzen, ohne es zu ahnen und zu wollen.“
    Nachdem der Kaiser am 15. März 1890 dem Kanzler Bismarck wegen dessen Konfliktkurses endgültig die Unterstützung entzogen hat, folgte Bismarcks Entlassungsgesuch vom 18. März 1890.
    Da wir nun einen Bismarckexperten mit an bzw im Board haben, mal eine Frage dazu (betrifft eigentlich eher Wilhelm II.:rolleyes: War die Entlassung Bismarcks der erste Schritt in Richtung Krieg?
    Ich meine, so wie es Bismarck beschrieben hat:"....., ohne es zu ahnen und zu wollen"?
    Ein wichtiger Mailenstein in diese Richtung, war ja die Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrages mit Russland, der das Land quasi in die Arme der am 8. April 1904 zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich geschlossenes Entente cordiale trieb. 1907 wurde aus der Entente cordiale durch Beitritt Russlands die Triple Entente.

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Taucher haben nordöstlich der Ostseeinsel Hiddensee das Wrack des ältesten erhaltenen deutschen Schraubendampfers "Großfürst Constantin" entdeckt. Das Schiff war 1861 auf Eis gelaufen und gesunken.



    Die Geschichte des deutschen Schraubendampfers "Großfürst Constantin" begann und endete im Eis. Gebaut 1857 in Rostock musste sich das Schiff zur Probefahrt im März 1857 seinen Weg nach Warnemünde durch mehr als 20 Zentimeter dickes Eis bahnen. Vier Jahre später geriet der zwischen Rostock und St. Petersburg fahrende Dreimaster vor Rügen in einen Eissturm und sank. Jetzt haben Forschungstaucher das verschollen geglaubte Schiff wiederentdeckt.

    "Grossfürst Constantin"

  • Thema von Waldi44 im Forum Stammtisch


    Hitlerladen

    Hm, ob's da auch Postkarten vom ollen Hitler gibt?
    "Zudem beteuerte er, sein Partner und er hätten den Laden nach einem Onkel benannt, der wegen seiner Strenge "Hitler" genannt worden sei. Die historische Bedeutung sei ihnen nicht bewusst gewesen." Tja, die Zeit vergeht und bald ist auch ein Hitler einer unter vielen..Kaiser Nero, Attila, Dschigis khan, Kaiser Napoleon, König Leopold II von Belgien, Väterchen Stalin, Führer Hitler, der Grosse Vorsitzende Mao, Kaiser Bokassa, Idi Amin, Pol Pot........

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Hm? wird so mancher denken! "Deutsche Luftabwehr" im 1. Weltkrieg - was kann das schon gewesen sein. Im Vergleich zum 2. Weltkrieg in der Tat nicht viel, aber wie fast immer ist das ein hinkender Vergleich, denn der Kampf in der dritten Dimension wurde praktisch erst kurz vor dem 1. Weltkrieg aktuell. Um so erstaunlicher die Tatsache, dass es schon im Deutsch Französischen Krieg von 1870/71 die ersten deutschen Luftabwehrgeschütze gab.
    Am 7. Okt. 1870 gelang es dem französischen Innenminister Leon Gambetta mit einem Ballon aus dem belagerten Paris in die Provinz zu entkommen und von dort den Widerstand gegen die Deutschen zu organisieren. Mit den vorhandenen Mitteln war dieser Aus- und zugleich Durchbruch nicht zu stoppen.
    Weitblickende Militärs und der Industrielle Krupp erkannten die Notwendigkeit von Waffen, die zur Abwehr von solchen Fluggeräten geeignet waren. An Flugzeuge dachte man damals noch nicht und somit erhielt die neue Waffe die Bezeichnung "Ballonabwehrkanone", kurz "BAK" genannt. Den ersten Erfolg erzielte dieses Geschütz am 12. Nov. 1870 mit dem Abschuss des französischen Ballons "Deguerre".
    Die preussische "Luftabwehr" vor Paris verfügte damals über zwei Geschütztypen:Eine 3,7 cm Kanone auf einem Plattformwagen auf einem Pivotsockel, sowie eine 2,5 cm Ballonkanone mit gezogenem Lauf.
    Doch kaum war der Krieg vorbei, war auch mit der Weitsicht schluss. Erst im Jahre 1909 führte das nunmehreige deutsche Militär auf dem Schiessplatz Jüterbog neue Flugabwehrversuche durch, allerdings nur mit Gewehren und Maschinengewehren, mit denen es aber nicht gelang einen auf 1.250 m Entfernung stehenden Ballon abzuschiessen. 76 Geschossbahndurchgänge, also 152 Löcher und das Teil kam nicht runter! Der Hitergrund des Versuches waren die zunehmenden Flugaktivitäten mt Luftschiffen/Zeppelinen.
    Und wieder wurde Krupp zum Vorreiter und entwickelte 6,5 cm Bak auf Feldlafette, 7,5 cm Bak auf einen Kraftwagen sowie eine 10,5 Bak als Schiffsgeschütz und von Rheinmetall kam eine 5 cm Bak.
    Bis Kriegsbeginn verfügte das Heer über sechs Kraftwagengeschütze, acht Kanonen auf Räderlafette sowie vier Sockelgeschütze. War die Stückzahl auch beeindruckend niedrig, so darf man dabei nicht vergessen, dass keine andere Armee über Luftabwehrgeschütze verfügte.
    Bereits Ende 1914 verfügte das Heer über 76 Luftabwehrgeschütze und bis Kriegsende waren es 2576 Geschütze. Natürlich noch immer kein Vergleich mit den Zahlen des 2. Weltkrieges aber es gab ja auch nicht solche Bomberströme wie in selbigen, die einen Grossteil der Flak erforderten und banden. Überwiegend handelte es sich um 7,7 cm, später (1915) dann 7,72 cm, 8,8 cm und 10,5 cm Kanonen, überwiegend auf Kraftwagen und somit mobil.
    Geschossen wurde nach Tabellen, ab 1915 mit einfachen Entfernungsmessern und ab 1918 mit Kommandogeräten, von denen die Schiessdaten unmittelbar abgelesen werden konnten. Ab 1915 wurden die einzelnen Geschütze zu Flakbatterien zusammengeschlossen und in Ostende eine Flakschiesschule eingerichtet und eine Scheinwerferschule in Hannover, sowie in Brüssel eine Flakhochschule. 1916 wurde aus der Ballonabwehrkanone offiziell die Flugabwehrkanone.
    Gegen Ende 1917 verfügte die deutsche Luftabwehr über 104 schwere Kraftwageflak, 112 leichte Kraftwagenflak, 998 pferdebespannte und ortsfeste Flak, 196 3,7 cm Maschinenflak, 542 9 cm Maschinenflak und 416 Scheinwerfer, von denen 320 ortsfest waren.
    Interessant: "Der Einsatz der Flugabwehr ausser im Kampf gegen Luftfahrzeuge ist Untersagt...." und dass, obwohl die selbe Vorschrift besagte: bei Gegenangriffen "...sind die Flak so weit vorn wie möglich einzusetzen,..."
    Bei Kriegsende hatte die Flakartillerie über 60.000 Mann und 2576 Geschütze zur Luftabwehr, sowie 17.000 Pferde und 3500 bespannte und 800 Kraftwagen - Fahrzeuge.
    Im Versailler Vertrag wurden der Reichswehr 35 Flak vom Kaliber 8,8 und 10,5 cm zugestanden. Allerdings nur in den im Osten gelegenen Festungen Königsberg und Pillau.


    Quellen: Vom Train zum Roland, Hans Werner Patzki, ISBN 3 921 655 58 7
    Unsere Luftstreitkräfte 1914 - 1918, Vaterländischer Verlag C.A. Weller, Berlin 1930

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Die „Truthahnschießen“ (The Great Marianas Turkey Shoot) genannte Luftschlacht fand auf den Marianen im Pazifikkrieg am 19. Juni 1944 während der Schlacht in der philippinischen See statt.

    Truthahnschiessen

    Im Beitrag wird behauptet:"Der Grund dieses desaströsen Abschneidens der japanischen Luftwaffe lag vornehmlich an der geringen Erfahrung ihrer Piloten und an einer verfehlten Taktik." Das, so meine ich stimmt zwar, aber die "verfehlten Taktik" resultierte ausschliesslich in der geringen Erfahrung und der mangelhaften Ausbildung der allesamt jungen Piloten. Die Japaner selbst wussten um die Unzulänglichkeit ihrer Flugzeuge aber allein das Wissen darum reicht nicht, man muss als Pilot auch lernen damit umzugehen und dazu braucht man Zeit und Gelegenheit.
    Nach den schon hohen Verluste an Piloten in der Schlacht um Midway, brach das "Truthahnschiessen bei den Marianen" der japanischen Trägerluftwaffe das Genick. Von nun an, als man merkte, dass man die unerfahrenen Piloten (und Erfahrung konnten sie kaum noch sammeln und Zeit hatte man erst recht keine), als Luftkämpfer kaum effektiv einsetzen konnte, waren sie nur noch Kanonenfutter im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kamikaze waren sie allemahl erfolgreicher in ihrer Erfolglosigkeit als denn als Kampfpiloten.
    Nur wenige Flugzeuge und Piloten wurden zur Verteidigung des Mutterlandes zurüchgehalten...
    Selbst die anfangs so kostbaren Träger fungierten bald nur noch als Köder für die Amerikaner (Schlacht um Leyte).

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Und wieder etwas "Letztes" gefunden (zugegeben, nicht mehr ganz taufrisch:rolleyes - diesmal ein vorerst letztes Ereignis: die Bestattung von acht (9) konföderierten Soldaten des amerikanischen Bürgerkrieges.
    Clive Cussler und seine Expedition fand die Überreste der acht umgekommenen (gefallenen) der Besatzung der " C.S.S. Hunley" und führte sie am 17. April 2004 feierlich der Bestattung auf dem Magnolia Friedhof in Charleston(ehemals die Hauptstadt der Südstaaten) zu.
    Im Jahre 1979 gründete Clive Cussler eine gemeinnützige Gesellschaft, der er nach der fiktiven Organisation seiner Romane den Namen „NUMA“ gab. Ziel von NUMA ist es, das maritime Erbe durch die Entdeckung, archäologische Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu erhalten. Mehr als 60 Wracks wurden bereits katalogisiert, darunter die "C.S.S*. Hunley", die während des amerikanischen Bürgerkriegs als erstes Unterseeboot ein feindliches Schiff (mittels eines Spierentorpedos) im Kampf versenkte aber selbst ebenfalls mit Mann und falls vorhanden, Maus, unterging.
    Die Besatzung der torpedierten "USS Housatonic", ein dampfbetriebenes Segelkriegsschiff, hatte insgesamt fünf Tote zu beklagen.
    Clive Cussler

    *C.S.S. = Confederate States Ship
    C.S.N. = Confederate States Navy
    C.S.A. = Confederate States Army

    Cussler und seine Leute suchten 15 Jahre lang nach der "Hunley" und am 4. Mai 1995 gelang ihnen die Ortung der "Hunley" – sie wurde mit Hilfe eines Magnetometers in etwa zehn Metern Tiefe vor der Küste von Sullivan's Island geortet. Am 8. August 2000 wurde das Wrack geborgen, 131 Jahre nach ihrem Untergang.
    Seit 2012 ist das restaurierte Boot in Charleston auch öffentlich zugänglich und zu besichtigen.



    C.S.S. Hunley

    Todesfahrt der C.S.S. Hunley

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Nun ist ja eigentlich jedwedes Kriegsgerät in irgendeiner Form eine Art "Witwenmacher" - dirkt oder indirekt. Kurios wird es aber, wenn so ein Gerät im tiefsten Frieden eine Witwe nach der anderen hervorbringt. Gemeint ist mit dem makaberen Spitznamen "Witwenmacher" der F-104 Starfighter. Nun, Sterne werden seine Piloten wohl oft genug vor Augen gesehen haben, wenn der Name "Starfighter" auch etwas anderes suggerieren sollte und hoch, sozusagen den Sternen nahe kam er mit immerhin 2 bis 2,2 Mach Geschwindigkeit und einer Anfangs-Steiggeschwindigkeit von 244 m/s sowie einer Dienstgipfelhöhe von 15. 240 m auch(mit Raketenzusatz schaffte er es als NF- 104A sogar bis auf 36 km). Allerdings ging es oft mindestens ebenso schnell wieder erdwärts, aber dann eher ungewollt.
    Die Leistungsparameter des Flugzeuges waren schon recht beachtlich und Ende der 50er Jahre hielt der Starfighter weltweit gleich drei Best- bzw Höchstleistungen: In Steigrate, Flughöhe und Fluggeschwindigkeit war er unschlagbar. Allerdings war er ein ausgesprochenes schönwetter Jagdflugzeug und ein ausgezeichneter (schönwetter) Höhenjäger.
    Die Bundeswehr beschaffte sich 916 Maschinen, von denen 292 ihr reguleres Dienstende nicht erreichten und auch 116 deutsche Piloten erlebten das ihrige nicht. Damit stand die Bundesluftwaffe aber nicht alleine da: Italien verlor von ihren 360 Flugzeugen gar 137.
    Bemerkenswerterweise verloren die Spanier von ihren, stückzahlmässig zugegebenermassen eher mickrigen Fliegern, insgesamt 21 Stück, keinen einzigen. Sie flogen allerdings auch den "puren" Starfigter.
    Der Starfighter kam nur in wenigen bewaffneten Konflikten zum Einsatz und das ausser in Vietnam ausschliesslich unter nicht amerikanischem Befehl. Seine Aufgabe bestand im Kalten Krieg in der nuklearen Abschreckung. Deshalb wurde aus dem super (schönwetter) Abfangjäger der (witwenmachende) Jagdbomber. Die Italiener waren 2004 dann die letzten, die sich von diesem Flugzeugtyp verabschiedeten.




    Witwenmacher

    Hersteller: Lockheed Corporation
    Erstflug: 4. März 1954
    Indienststellung: 20. Februar 1958 (Bundeswehr/Luftwaffe)
    Produktionszeit: 1956 bis 1979
    Stückzahl: 2.578

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...

    Der Begriff für ein Flugzeug war mir völlig neu und so wird es wohl einigen Lesern gehen.
    Gemeint ist damit die Mig 21.
    "Die Mikojan-Gurewitsch MiG-21 ( NATO-Codename: Fishbed) ist ein in der Sowjetunion entwickelter einstrahliger Abfangjäger. 1959 in Dienst gestellt, wurde die MiG-21 in den Luftstreitkräften von mehr als 50 Staaten eingeführt und in vielen Varianten in Lizenz gefertigt. In der Volksrepublik China wurden bis Mitte der 1990er Jahre MiG-21-Varianten unter der Bezeichnung J-7 produziert. Insgesamt gab es rund 15 verschiedene Versionen der MiG-21. Die MiG-21 ist mit rund 10.300 Exemplaren eines der seit dem Zweiten Weltkrieg meistgebauten Kampfflugzeuge der Welt."
    Abgesehen davon, dass die Kalaschnikow nicht fliegen kann, es sei denn als Wurfgeschoss , kann man diese beiden Waffen tatsächlich irgendwie miteinander vergleichen, denn beide sind: Robust und unverwüstlich und WELTWEIT vertreten und produziert. Beider Vielfalt und Variantenreichtum ist schier unüberblickbar. Flugzeug und Handfeuerwaffe waren das Rückrat der Armeen des Warschauer Packtes und der jungen Nationalstaaten, die sich in ihrer politischen Entwicklung moskauwärts gewandt hatten. Allein die DDR verfügte über 550 (557) Mig 21 in sechs Versionen und 11 Varianten und nach der "Wende" flog sie sogar in der Bundesluftwaffe. Von diesen gingen insgesamt 126 verloren und 54 Piloten fanden dabei den Tod. 1990 wurden 14 Lasur und 27 SAU in den Bundeswehrbestand übernommen und 1992/93 ausgemustert.
    Im Vietnamkrieg stand dieses Flugzeug im direkten Kampf gegen die Phantom F 4 mit einer Chance von 3:1 und in den Nahostkriegen flog die Maschine gegen Israel, so sie denn nicht schon vorher am Boden zerstört worden waren.



    Mig 21

  • Thema von Waldi44 im Forum Spitznamen und kuriose...




    Deutscherseits wurden diese Befestigungen entlang des "Westwalls", Höckerlinie" genannt. Die Álliierten nannten sie: "Dragon's tooth" = Drachenzahn.
    Die einzelnen "Drachenzähne" oder "Höcker" sind mit Stahlbeton untereinander verbunden und reichen obendrein noch tief ins Erdreich. Da der "Westwall" aber an vielen Stellen unverteidigt blieb, konnten die Alliierten diese Hindernisse einfach zuschaufeln (mit Bulldozern) und so drüberweg fahren.

  • Thema von Waldi44 im Forum Deutsche Kolonien in F...

    Als seinerzeit dem deutschen Kaiser nach einem "Platz an der Sonne" gelüstete, liessen er und seine Getreuen die Blicke über die Ländereien des Erdballs schweifen und musten enttäuscht festellen, dass die ganze Herrlichkeit, die man Erdball nennt, schon unter den klassischen Kolonialmächten, die da England, Frankreich, Spanien, Portugal, Holland und sogar dem kleinen Belgien waren, aufgeteilt war. Ein paar, wie es schien eher mickrige Reste wurden eben schnell noch zu Schutzgebieten erklärt. Eine Umschreibung für Kolonien....
    Da nun die Welt in festen Händen war, rückten auch eventuell zur Disposition stehende Gebiete anderer Kolonialmächte in das Blickfeld der kolonialen Bestrebungen. So ein Gebiet fand sich nach dem Ausbruch des Spanisch- Amerikanischen Krieges im Pazifik, nämlich in Gestalt der Philippinen.
    Da die US Amerikaner aber den Krieg gegen Spanien in erster Line aus wirtschaftlichen Gründen führten und ihren politischen, militärischen und vor allem wirtschaftlichen Einfluss sowohl in der Karibik (Kuba, Puerto Rico...) als auch im Pazifik ausdehnen wollten, kam man natürlich mit den Liebäugeleien des Kaiserreichs, das gerne ein Stück des nun entgültig zerfallenden spanischen Kolonialreiches für sich beansprucht hätte, in Konflikt.
    Dabei hatte der Kaiser sogar ganz gute Karten: 1897 wurde dem deutschen Konsul in Honkong eine Petition von einer philippinischen Abordnung überreicht, in der Reich und Kaiser gebeten wurden, den Freiheitskampf der Philippinos gegen die spanischen Kolonialherren zu unterstützen.
    Dem Kaiser kam's anscheinend Recht, wie eine Äusserung von 1898 zeigt: „Manila müssen wir haben!”. Des weiteren ein aktenkundiger Vermerk dazu:"Ich bin entschlossen die Philippinen bei nächster Gelegenheit käuflich zu erwerben oder sie den Spaniern zu entreissen sobald ihre Liquidierung erfolgt."
    Verkaufen kann man natürlich in der Regel nur etwas, wenn es einem auch gehört, aber schon 1898 gehörten die Philippinen den Spaniern nur noch nominell den auf den Philippinen hatte längst der Freiheitskampf gegen die Spanier begonnen und am 1. Mai 1898 besiegte das US Asiengeschwader unter Admiral George Dewey das veraltete spanische Geschwader unter Patricio Montojo y Pasarón in der Schlacht in der Bucht von Manila.
    Nun betratt die im November 1894 nach Ostasien entsandte "S.M.S. Irene" die Bühne des Geschehens. Nach einem Zwischenstopp in Marokko erreichte sie im April 1895 Hongkong und anschliessend die Insel Formosa. "S.M.S Irene" traf im Februar 1895 in Tschifu ein und wurde das erste Flaggschiff des Ostasiengeschwaders. Später gab sie diese Funktion an "S.M.S. Hertha" ab. Die Kreuzerkorvette war von 1894 bis 1901 im Ausland eingesetzt. Es folgten Reisen nach Japan, China und bis zum russischen Kriegshafen Wladiwostok.
    Mitte 1899, während des spanisch-amerikanischen Krieges, wurde "S.M.S. Irene" nach den Philippinen beordert, zu der dann weitere Einheiten unter dem Befehl von Admiral Otto von Diederichs stiessen (SMS Arcona). Völlig unerwartet wurde die "Irene" dort von US Amerikanern hinterhältig regelrecht gekapert und von rund 100 Mann besetzt.*
    Es wurden schon aus geringeren Anlässen Kriege geführt. Diesmal aber schien es wohl doch ratsamer auf einen Waffengang in diesen fernen Gewässern zu verzichten. Als sich schliesslich auch noch die Briten auf die Seite der US Amerikaner stellten, zog deutschlands schwimmende Wehr wieder ab.
    Die Philippinen wurden nach über 300 jähriger spanischer Herrschaft erst mal, nach einem jahrelangen Krieg mit der einheimischen Befreiungsbewegung (1899 bis 1902 dem etwa eine Million Filipinos 20 % der Gesamtbevölkerung zum Opfer fielen) von den Yankees regiert und erst 1946 (nachdem etwa eine weitere Million von den Japanern ermordet wurden) unabhängig.
    Die Amerikaner nannten die Philippinos:"little brown brothers" - immerhin, die Japaner waren für sie "kleine gelbe Affen"....


    Quelle:"Deutsche Geschichte", Nov. 2011


    *Die Kreuzerkorvette "Irene", welche erstmals in der deutschen Flotte mit einem Panzerdeck ausgerüstet wurde, lief am 23.07.87 vom Stapel. Getauft wurde das Schiff auf den Namen von Prinzessin Irene von Hessen, der Frau des Prinzen Heinrich, dem Bruder von Wilhelm II.
    1900 nahm S.M.S. Irene an der Niederschlagung des Boxeraufstandes teil.
    Ende Juni 1901 trat das Schiff die Heimreise an und traf am 22. September 1901 in Wilhelmshaven ein. Dort lag es bis zu seinem Ende, wurde ab 1913 als Wohnschiff genutzt und 1921 abgewrackt.



    Deutsche Schutzgebiete

  • Thema von Waldi44 im Forum Waffen und Geräte

    Nun sollte man meinen, der Begriff Schiff sei recht eindeutig und auch Wiki gibt eine Definition dazu ab:
    "Ein Schiff ist ein größeres Wasserfahrzeug, das nach dem archimedischen Prinzip schwimmt. Vom Floß unterscheidet sich ein Schiff durch den eigenen Antrieb, vom Boot in erster Linie durch seine Größe (zur Abgrenzung siehe Artikel Boot)."
    Und was ist mit Fahrzeugen? Wiki sagt:"Fahrzeuge sind Verkehrsmittel, die dem Transport von Gütern (Güterverkehr), Werkzeugen (Maschinen oder Hilfsmittel) oder Personen (Personenverkehr) dienen. Die Antriebsart oder die Verwendung ist für die Einordnung ohne Belang."....Es gibt verschiedene Arten von Fahrzeugen: Wasserfahrzeuge,...." Aha!
    In Kaisers Flotte vor 1894 unterschied man tatsächlich zwischen einem Schiff und einem Fahrzeug. Kanonenboote, Avisos und Küstenpanzerschiffe liefen unter der Bezeichnung Fahrzeug. Erst ab 1894 heissen alle schwimmenden Einheiten der Flotte, Schiff!.
    Zu den Fahrzeugen im sogenannten "Dienstverkehr" gehörten ausser den schon oben genannten: Wachtboote, Peilboote, Stationsjachten, Segeljachten, Fahrzeuge des Lotsen- und Vertonnungswesen, Werftdampfer, Depot- und Fortifikationsdampfer, Minenleger, Minenprähme, Schwimmsperrprähme, Feuerschiffe, Vermessungsschiffe.
    Diesen Fahrzeugen der Flotte wurde kein S.M.S. oder S.M. Mit Ausnahme der Jacht "Meteor" und anderer kaiserlicher Jachten.
    Überhaupt wurden zu diesem Zeitpunkt ettliche Änderungen in den Schiffsbezeichnungen vorgenommen und alte, heute unbekannte Begriffe und Bezeichnungen verschwanden und wurden durch meist bis heute geläufige ersetzt.
    Die Linienschiffe (im Gegensatz zu den Küstenpanzern auch als Hochseepanzerschiffe bezeichnet), hiessen ursprünglich je nach Grösse Panzerfregatten und Panzerkorvetten, später, ebenfalls je nach Grösse,Pan-zerschiffe I., II., III. Klasse.
    Die Küstenpanzerschiffe, einfachheitshalber auch Küstenpanzer genannt, hiessen Panzerschiffe IV. Klasse in Fortsetzung der Panzerschiffklassen.
    Die grossen Kreuzer nannte man gedeckte Korvetten, dann Kreuzerfregatten und schliesslich Kreuzer I. und II. Klasse.
    Die kleinen Kreuzer (davon die grösseren) bezeichnete man ursprünglich als Kreuzerkorvetten oder/und Glattdeckerkorvetten. Ansonsten wurden sie in Kreuzer III., IV Klasse unterteilt und in Avisos. Bei einigen entfiel diese Unterteilung und sie hiessen einfach nur Kreuzer: Habicht, Möve, Adler, Nautilus und Albatroß.
    Alles was nach Segelschiff (Fregatte, Korvette) klingt war es auch und die Typenbezeichnung fand nur auf diese Anwendun zB. "Kreuzefregatte". Allerdings fuhren ettlich von ihnen auch schon mit Dampfmaschinen und wahlweise waren die Maschine oder die Segel Hauptantriebskraft aber ab 1891 gab es in der deutschen Marine keine Schiffe mehr, deren Hauptantrieb ausschliesslich die Segel waren. Lediglich bei kleineren Booten gab es noch Hilfstakelagen.
    Masten aber blieben auf den Kriegsschiffen, denn sie trugen Gefechts- und Scheinwerfermarsen und wurden ausserdem für die Antennen des aufkommenden Funkverkehrs und natürlich althergebracht als Flaggen- bzw Signalmasten benötigt. Nur eben nicht mehr zum Segeln! Das letzte, 1899 ausser Dienst gestellte HOLZschiff, war das Vermessungsschiff "Albatroß".

    Quelle: Katechismus der deutschen Kriegsmarine, Melchior Historischer Verlag

  • Thema von Waldi44 im Forum Die Landkriege

    Dies soll jetzt kein neuer Aufguss über die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges werden. Darüber gibt es im Netz eine ganze Reihe guter Beiträge. Ich wollte hier nur mal ganz kurz die Ausgangslage
    etwas erhellen, denn wenn man so seine Mitbürger fargt, worum es denn in diesem Krieg eigentlich ging, erhält man meist die zwar nicht falsche aber auch nicht vollständige Antwort: Um die Sklavenbefreiung.
    Manchmal auch: Die Südstaaten griffen den Norden an - dann ist meist die Beschiessung von Fort Sumter gemeint.

    Die Sklavenfrage
    Nicht die Sklavenfrage war es, sondern der Ausgang der Präsidentschaftswahl von 1861, an dem die Union zerbrach. Die Slavenfrage war zwar seit längerem ein Streitpunkt zwischen den slavenhaltenden Süd-
    und den industrialisierten Nordstaaten aber der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte war eben jene Präsidentschaftswahl. Die bevölkerungsschwächeren Südstaaten hatten nicht die geringste
    Chance gegen Lincoln, da man sich auch noch mit drei Präsidentschaftskandidaten "rumschlagen" musste, wärend die Stimmen der Nordstaaten geschlossen auf Lincoln gingen, der mit 180 Stimmen 28 Wahlmänner mehr als er für dir Wahl benötigte.
    Besonders erbost war man im Süden, weil Lincoln nachweislich in einigen Staaten nicht eine einzige Stimme erhalten hatte...
    Lincoln selbst hielt die Sklaverei zwar für ein "moralisches, gesellschaftliches und konstitutionelles Übel", war aber grundsätzlich bereit dem Süden seine Wirtschafts- und Lebensform zu belassen.* Sie unterschied sich vom Norden nicht nur durch die Sklaverei, sondern auch dadurch, dass den einzelnen Bundesstaaten mehr Autonomie gewährt wurde als den eher zentral regierten Nordstaaten.**
    Neben den klassischen Südstaaten und den Nordstaaten, gab es noch die Grenzstaaten (Border States). Allein schon in Hinblick auf deren Loyalität verzichtete man auf eine Festlegung in der Sklavenfrage. In diesen Staaten gab es zwar die Sklaverei, aber sie blieben trotzdem bei der Union.
    Auch als Lincoln am 22. September 1862 die "Emancipation Proclamation"*** verkündete, ging es ihm nicht ausschliesslich um die Sklavenbefreiung. Diese Proklamation zur Sklavenbefreiung bezog sich audrücklich nur auf die Rebellenstaaten aber nicht auf die Border States. Vielmehr hoffte man, dass nun massenhaft Neger zur Unionsarmee strömen würden und ebenso massenhaft Südstaatensklaven nach Norden fliehen und die Wirtschaftskraft des Südens weiter schwächen würden.
    Tatsächlich nahmen am Bürgerkrieg rund 180.000 farbige Soldaten teil, von denen 70.000 fielen und zwischen 30.000 und 100.000 Sklaven gelang die Flucht über die sogenannte "Underground Railroad" in den Norden.
    Erst am 31. Januar 1965 verabschiedete der Kongress einen Zusatz zur Amerikanischen Verfassung, den 13., in dem nun offiziell die Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten von Amerika verkündet wurde. Über vier Millionen Afroamerikaner waren nun, zumindest auf dem Papier, freie Menschen aber noch keine Bürger. Das volle Bürgerrecht erhielten sie erst 1868, auch wieder nur auf dem Papier und das Wahlrecht gar erst 1870.

    Fort Sumter
    Fort Sumter blockiert quasi, auf einer künstlichen Insel liegend, den Hafen von Charleston. Charleston war einer der wenigen Tiefseehäfen der Südstaaten. Sinnigerweise oder besser gesagt symbolischer Weise
    liegt gegenüber von Fort Sumter auf Sullivan's Islan, Fort Moultrie. Wie Ellis Island für die Einwanderer aus Europa war Sullivan's Island das Tor für etwa 40 % aller Schwarzafrikaner nach Nordamerika. Zwischen
    1650 und dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden etwa 4-8 Millionen Afrikaner über die Middle Passage nach Sullivan's Island zur Quarantäne verbracht.
    Symbolträchtiger kann eigentlich kein Ort in Amerika sein: Hier das für die Negerbefreiung stehende Fort Sumpter, dort das für Sklavenhaltergesellschaft stehende Fort Moultrie.
    Sechs Tage nachdem South Carolina am 20. Dezember 1860 die Union verlasen hatte, räumten die Unionstruppen Fort Moultrie und zogen sich auf das, auf der Insel leichter zu verteidigende Fort Sumter zurück.
    Der Hafen war neben Savannha der zweitgrösste der Südstaaten und man musste unbedingt die Befehlsgewalt über Fort Sumter erlangen. Die Unionstreuen Truppen unter Major Robert Anderson, lehnten eine
    Kapitulation ab. Am 12. April 1861 um 4:30 Uhr begannen die Südstaaten mit der Beschiessung des Forts - die ersten Schüsse im Amerikanischen Bürgerkrieg und am 13. April 1861 um 14:00 kapitulierte das
    Fort und die Südstaaten hatten ihren ersten unblutigen militärischen Sieg errungen. Die zwei einzigen Unionstoten gab es erst nach der Kapitulation.
    Die Garnison von Fort Sumter zog am 14. April ab. Die Beschiessung und anschliessende Kapitulation erzeugte im Norden eine starke Antisüdstaatenstimmung, da man diesen Angriff als völlig ungerechtfertigt ansah.

    * Lincols Meinung war:" Könnte ich die Union retten, ohne auch nur einen einzigen Sklaven zu befreien, so würde ich es tun. Könnte ich sie retten indem ich alle Sklaven befreie, so würde ich es tun."
    ** Es gab daneben noch eine Reihe weiterer Streitpunkte/Unterschiede, deren Ausführung hier zu weit führen würde und anderswo ausführlicher nachgelesen werden kann
    *** "Sie läutete den Bruch der USA mit der knapp 250 Jahre alten Tradition der Sklaverei ein und noch bevor sie offiziell verlesen wurde, gehörte sie bereits zu den bedeutendsten Dokumenten aller Zeiten: Vor 150 Jahren, am 22.9.1862, verkündete Abraham Lincoln mit der so genannten Emanzipationserklärung "Emancipation Proclamation", dass ab 1. Januar 1863 "alle als Sklaven gehaltenen Personen in einem Einzelstaat oder einem genau bezeichneten Teil eines Einzelstaats, deren Bevölkerungen sich zu diesem Zeitpunkt im Zustand der Rebellion gegen die Vereinigten Staaten befinden werden, dann fortan und für immer frei sein sollen".
    Wenngleich die Emanzipationserklärung im Kern ein taktisches Manöver inmitten des amerikanischen Bürgerkriegs war und weder die Sklaverei vollständig beendete noch alle Sklaven befreite, so verfehlte sie nicht die gewünschte Wirkung. Sie vermittelte Millionen von Sklaven die Hoffnung auf baldige Freiheit, sie verlieh den Kriegszielen der Nordstaaten eine moralische Legitimation und schürte in den Südstaaten die Angst vor dem Verlust ihrer versklavten Arbeitskräfte. Auf diese Weise markiert der 22. September 1862 den Anfang vom Ende der Sklaverei in den USA, die im Dezember 1865 mit der Ratifizierung des 13. Zusatzartikels zur amerikanischen Verfassung****endgültig aufgehoben wurde."
    **** 13. Zusatzartikel

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    Wenn es nicht so makaber wäre, könnte man lauthals drüber lachen. In einem Nachdruck der "Ostfriesischen Tageszeitung" von 1940 habe ich folgede Todesanzeige gefunden:
    Für Führer und Volk fiel der
    Führer der SA- Brigade 62 (Unterweser)
    Name
    Feldwebel und Offiziersanwärter
    in einem Infanterie-Regiment

    Wie er seit der Kampfzeit seinen SA- Männern
    als Führer vorlebte, so ist er jetzt auch als einer der ersten
    SA- Führer der Gruppe Nordsee, die ihren Treueid mit dem
    Tod besiegelt haben, seinen Männern vorgestorben.

    Der Führer der SA-Gruppe Nordsee
    Böhmker
    Gruppenführer

  • Thema von Waldi44 im Forum Habt ihr das gewusst?

    "Klein Deutschland" lag in New York und sein "Untergang" wurde am 15. Juni 1904 auf grausame Art eingeläutet, einhergehend mit einer der grössten zivilen Schiffskatasrophen. Eine der grössten und grausamsten Schiffskatastrophen, die aber in der Welt heute kaum bekannt ist. Gross, weil bei ihr 1021 Menschen starben, grausam, weil die meisten davon Frauen und Kinder waren.


    "Damals lebten mehr als eine Million Deutschstämmige in New York City. Um die Jahrhundertwende gab es nur wenige Städte mit mehr als einer Million Einwohnern: unter anderem Berlin, Hamburg (einschließlich Altona und Wandsbek) und eben New York. Eine Volkszählung registrierte 1 084 000 Deutsche - das waren 32 Prozent der damaligen Bevölkerung New Yorks (3 437 000). Die Deutschen waren mit Abstand die größte Nationalitätengruppe der Stadt.
    Sie hatten sich vor allem in "Little Germany" etabliert, in der Lower East Side und dem heutigen Trend-Viertel East Village. Die Siedlung war 400 Blocks groß. Rund um den Tompkins Square gab es mehr als 150 deutsche Zigarrenmacherwerkstätten, 130 Bäckereien, 60 Schumacherbetriebe, 55 Schreinereien und 60 Schneiderwerkstätten.
    Der jährliche Sommer-Ausflug der Sonntagsschule, üblicherweise ein Tagesausflug auf einem Schiff mit Baden, Spielen und Picknick, fiel 1904 auf den 15. Juni:Fast 1400 Menschen besteigen die "General Slocum". Da es Mittwoch ist, arbeiten die Männer, so sind überwiegend Frauen und Kinder an Bord. Kurz nach 9.30 Uhr legt das Dampfschiff in Höhe der dritten Straße ab und schaufelt sich auf dem East River nordwärts....."

    Little Germany

    "Die Tragödie zersplitterte die Deutschstämmigen in New York. Das Gemeinschaftsgefüge war zerrissen, die Meisten wollten nicht ständig an ihre toten Familien erinnert werden und zogen weg. In ganz New York gab es nicht genügend Särge. Hunderte von Pferden zogen in den nächsten Tagen Leichenwagen durch die Gassen. Trauerzüge formierten sich für die Beerdigungen. Forscherin Jolowicz: „Little Germany stand unter Schock, die Schulen hatten keine Schüler mehr, die Geschäfte keine Inhaber."
    Die Brandkatastrophe war ein Schock, von dem sich die deutsche Gemeinde nie erholen sollten. Fast jede Familie hatte Tote zu beklagen. Dutzende Hinterbliebene suchten den Freitod. Tausende zogen weg - ein Exodus, der unter anderem wegen sozialen Aufstiegs schon vorher begonnen hatte, wurde zur Massenbewegung.
    "Little Germany" löste sich auf - die Markuskirche wurde Synagoge."

  • Thema von Waldi44 im Forum Allgemeines zu den Kri...

    Anders als zu Beginn des 1. Weltkrieges trat zu Beginn des 2. Weltkrieges bei der Eisenbahn kein "Kriegsfahrplan" in Kraft. Wie während des ganzen Krieges versuchten die Nazis der deutschen Bevölkerung trotz Krieg, ein so normales Leben wie irgendwie möglich vorzugaukeln. Erst gegen Kriegsende wurde mit der Parole "Erst Siegen dann Reisen", der private Reiseverkehr rigoros eingeschränkt.
    Natürlich traten mit den Kriegsereignissen und schon lange vorher, für die Deutsche Reichsbahn besondere Umstände in Kraft. Um diesen Kraftakt meistern zu können, trat statt des Friedensfahrplans oder eben des Kriegsfahrplans, der sogenannte "Hochleistungsfahrplan" in Kraft. Dieser Schnellfahrplan legte bis ins einzelne die Zuglängen( zB. Lok, Wagenfolge= 53 Wagen, Länge ohne Lok = 521 m ), die Zuggeschwindigkeiten und die Zugfolgen fest und zwar die der weiterhin zivilen Züge, als auch die zusätzlichen militärischen Transporte.
    Bei der Bahn unterschied man zwischen den blau uniformierten Reichsbahnern und den grau uniformierten Angehörigen der wehrmachtseigenen Eisenbahntruppen*. Die Eisenbahntruppen unterstanden direkt, über zwischengeschaltete Kommandeure (Kodeis = Kommandeure der Eisenbahntruppen bzw. Grukodeis = Gruppenkommandeure der Eisenbahntruppen), direkt dem Oberbefehlshaber des Heeres.? 90% der eingezogenen "grauen Eisenbahner" waren vormals "blaue Eisenbahner" gewesen.
    Die "blauen Reichsbahner" hingegen unterstanden dem Reichsverkehrsminister und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Julius Dorpmüller** und galten als "Wehrmachtsgefolge".
    Nicht nur durch die Farbe ihrer Uniformen unterschieden sich die Eisenbahner, sondern auch in der Beschriftung der Fahrzeuge. Die einen trugen den Schriftzug "Deutsche Reisbahn", die anderen "Deutsche Wehrmacht".
    Ab dem 13. Januar 1939 liefen bei der Deutschen Reichsbahn die Vorbereitungen für den Polenfeldzug, sprich: für den Krieg! Dadurch befanden sich gut zwei Drittel der geplanten 1.700 Truppentransporte bereits vor bzw. am 1. September in ihren Sammelräumen bzw. Ausgangsstellungen. Hinzu kamen noch Transporte für die "Grenzsicherung West". Insgesamt wurden über 3 Millionen Menschen, 400.000 Pferde und 200.000 Fahrzeuge aller Art per Schiene bewegt und zwar "neben" bzw. zusätzlich zu den zivilen Zügen, die weiterhin fahrplanmässig fuhren!
    Der Reichsbahn standen in Westrichtung neun Schienentransportwege mit einer Gesamtleistung von 572 bis 698 Zügen täglich zur Verfügung. In Ostrichtung, also nach Polen, waren es nur vier Schienentransportwege mit einer täglichen Gesamtleistung von 240 bis 252 Züge.Der begleitende Angriff auf das polnische Eisenbahnnetz scheiterte aber kläglich. Der Eisenbahntunnel am Jabluncapass wurde von den Polen ebenso gesprengt wie die Doppeleisenbahnbrücke bei Dirschau. Der Plan die Brücke bei Graudenz im Handstreich zu nehmen wurde wegen zu geringer Erfolgsaussichten fallen gelassen.
    Nach dem Sieg über Polen, wurde die sogenannte "Ostbahn" geschaffen. Diese unterstand dem Generalgouverneur Hans Frank. Die Bahnen im Westen wurden von einem "Bevollmächtigten Generalstabsoffizier des Chefs des Transportwesens" mit Sitz in Paris geleitet. Für die belgische Staatsbahn gab es in Brüssel eine Wehrmachtsverkehrsdirektion.
    Bis zum Herbst 1940 mussten die Franzosen 2.000 Loks und 85.000 Waggons und die Belgier 1.000 Loks und 15.000 Waggons an die Reichsbahn abgeben. Pikanterweise bevorzugte man bei der Reichsbahn jene Loks, welche im Rahmen des Versailler Vertrages an diese Staaten abgeliefert wurden. 1942 waren es schon 208.000 Eisenbahnwagen. Die ersten Deportationen fanden dann auch schon im Jahr 1940 statt. 100.000 Lothringer und 10.000 Elsässer wurden in den unbesetzten Teil Frankreichs
    deportiert.
    Die Bahnen in Norwegen und Dänemark verblieben bei den Generaldirektionen der jeweiligen Staaten. Die deutschen Interessen dort wurden von einem Bahnbevollmächtigten und einer Transportkommandantur wahrgenommen. Allerdings musste die Reichsbahn im Laufe der Jahre Gerät und Personal an die Bahnen dieser Länder abgeben.Im Januar 1942 wurde das Schienenwesen im Osten dann doch der Deutschen Reichsbahn unterstellt und zwar auf ausdrücklichen Befehl Hitlers. Das Betätigungsfeld der "grauen Eisenbahner" beschränkte sich dort von da ab nur auf des frontnahe Gebiet. Auch die Franksche Ostbahn wurde zu diesem Zeitpunkt dem Reichsverkehrsministerium unterstellt.
    Mitte 1942 wurde in Anbetracht der Trasportkrise vom Winter 1941/42 in Russland, nicht nur im Osten das Transportsytem der Wehrmacht quasi weggenommen und der Reichsbahn unterstellt, sondern auch im Westen und aus den beiden (Paris, Brüssel) Wehrmachtsverkehrsdirektion wurden Hauptverkehrstdirektionen der Deutschen Reichsbahn.
    Im Jahre 1942 begannen im Westen die ersten Bombenangriffe und Sabotageakte. Ihre Auswirkungen auf das Transportwesen waren relativ gering. Erst ab dem Herbst 1943 begann die Situation im Transportwesen kritisch und im Frühjahr 1944, im Rahmen der Vorbereitung der alliierten Invasion, katastrophal zu werden, so dass am 20.03 1944 der General des Transportwesens folgende Meldung abgab:"Bei einer Feindlandung muss nach hier vorliegenden Unterlagen mit dem Ausfall der Eisenbahntransporte in bisher unbekanntem Masse gerechnet werden".
    Die französische und belgische Bahn erlitt durch das Bombardement und den folgenden Kampfhandlungen, grössere Schäden als im Jahr 1940. Allerdings versuchten die Alliierten die Verluste an Menschenleben (französische) durch vorherige Warnungen (durch Rundfung und Widerstand) zu minimieren. Durch ihre absolute Luftüberlegenheit konnten sie es sich leisten....
    Mit den Vorbereitungen zum Angriff auf die Sowjetunion begann die Deutsche Reichsbahn im Sommer 1940 und bis zu Weihnachten 1940 wurden 36 Divisionen in die Sammelräume im Osten transportiert.
    Wie bei fast allem was den Feldzug gegen die Sowjetunion betraf verkalkulierten sich ALLE und auch den Planern bei der Deutschen Reichsbahn erging es nicht anders. Hatte man doch mit einer gewaltigen Beute an Fahrzeugen und rollendem Material gerechnet, so fiel die Bilanz eher mickrig aus. Den Sowjets war es gelungen einen Grossteil ihrer Loks und Wagen mitsamt der demontierten Industrie bis hinter den Ural zu bringen und so dem Zugriff der Deutschen zu entziehen.
    Im ersten Kriegsjahr erbeutete man ganze 312 normalspurige Loks, von denen nur 166 betriebsfähig waren und 869 Breitspurbahnen, von denen nur 247 einsatzbereit waren. Hinzu kamen nur rund 21.000 Waggons.
    Stattdessen musste man Fahrzeuge aus dem Reich und den besetzten Ländern im Westen nach dem Osten schicken. Von annähernd 23.000 Reichsbahnlokomotiven befanden sich im Juni 1942 über 5.300 im Osten im Einsatz. Im Sommer 1943 befanden sich bei der Reichsbahn 6.457 Loks im Osteinsatz.
    Neben dem nicht erbeuteten Material machte auch das vorgefundene Streckennetz ungeahnte Probleme. Die breitere Spurweite hoffte man ja durch Beutegut ungehindert nutzen zu können. Diese Hoffnung hatte sich aber schnell zerschlagen und zerschlagen im wahrsten Sinne des Wortes war noch mehr und musste von Eisenbahnpionieren mühsam und zT. nur notdürftig wieder instand gesetzt werden.
    Von Kriegsbeginn bis Ende Mai 1943 wurden von 3.544 zerstörten Brücken 2.076 von deutschen Pionieren repariert. 590 Brücken reparierten private Baufirmen bzw. Baueinheiten der Verbündeten.
    1942 hatte das Gesamtschienennetz im bestzten Teil der Sowjetunion rund 38.000 Km. Davon waren 23.023 km befahrbar. 20.309 Km Normalspur und 1.260 Breitspur. Am Jahresende waren es sogar rund 42.000 Km. Beschäftigt bei der Bahn waren zu dieser Zeit 112.000 Deutsche und 634.000 Einheimische.Im Zeitraum von 1942 - 43 vernichteten (beschädigten) sowjetische Partisanen 1.060 km Schienen, 274.000 Schwellen, 6.050 Loks und 21.050 Waggons. Dazu kamen noch die Güter und Soldaten die von den Zügen Transportiert wurden.
    Um dem zunehmenden Mangel an Loks entgegen zu wirken, wurde mit dem Bau der sogenannten "Kriegsloks" begonnen. Dabei handelte es sich vorwiegend um "entfeinerte" Dampflocks aber auch Kriegs- Elloks**** (kein Schreibfehler ). "Entfeinert" bedeutete nichts anderes als, schlicht, einfach und robust. Auserdem gab es eine Typenbereinigung.
    Treibende Kraft war auch hier der neue Rüstungsminister Speer. Schnellzulocks waren nicht gefragt - wo hätten die auch "schnell" fahren können? Was aber nicht bedeutet, dass es keine Schnellzüge mehr gab. Es wurden nur keine Loks mehr gebaut.
    Besonders interessant in diesem Zusammenhang war die Konstruktion einer Ellok mit überwiegend heimischen Rohstoffen. Diese Lok nannte man "Heimstofflok" und bei ihr wurde statt Kupfer Alu und Alulegierungen verwendet. Statt 3,1 Tonn Kupfer wurden nur 1,5 Tonnen Alu und Alulegierungen verbraucht. Auch hier bestätigt sich der Spruch:"Der Krieg ist der Vater aller Dinge!"
    Der Bau der Kriegsloks ging aber nur schleppend vorran und als man 2.000 hatte, war das gedachte Einsatzgebiet, die Soiwjetunion, schon weitestgehend verloren und besonders kurions war der Umstand, dass die Reichsbahndirektionen ihre schönen neuen Kriegsloks zurückhielten um sie zu schonen!!
    Prinzipiell lassen sich die Aufgaben der Reichsbahn während des Krieges folgendermassen beschreiben:´
    1. Truppentransporte für die Wehrmacht
    3. Gütertransporte der Wehrmacht (+ SS und andere Wehrmachtsteile) mit der Eisenbahn
    "Blitzt-" und "Pfeiltransporte" wurden bevorzug abgefertigt
    2. Wehrmachtsreiseverkehr (wurde manchmal mit zivilen Transporten kombiniert) und Verwundetentransporte
    4. Alle zivilen Transporte - darunter fallen auch die Deportationszüge
    Die Deportationszüge rangierten in ihrer Bedeutung an letzter Stelle. Sie wurden irgendwie immer dazwischen geschoben und standen deshalb oft tagelang irgendwo rum oder hatten keine Zugmaschine zur Weiterfahrt. Die Folgen für die Menschen sind bekannt....
    In den Jahren 1942 und 1943 fuhren täglich 20 Urlauberzüge in Richtung Heimat und etwa die gleiche Zahl brachte die Urlauber wieder zurück. Mancher Urlauber war ein Woche und länger in einer Richtung unterwegs.
    Während des 2. Weltkrieges stellte die Deutsche Reichsbahn 137Lazarettzüge (LZ) 67 Behelfslazarettzüge (Behelfsverwundetenzüge BVZ) und 26 Leichtkrankenzüge(LKZ) auf.

    Natürlich gäbe es über das Schienentransportwesen noch viel mehr zu schreiben und man sollte auch nicht die Bahnen in Holland, Italien und dem Balkan vergessen. Auch die "Kinderlandverschickung" zählt zu den bemerkenswerten Ereignissen. Nicht zu vergessen sind da noch die Schmalspurbahnen und die meist von der Wehrmacht betriebenen Feldbahnen.
    Das würde aber den Rahmen meines kurzen Beitrages sprengen, der eigentlich auch nur grob auf den Aspekt des Transportwesens und seiner Bedeutung für die Kriegsführung hinweisen soll.
    Anmerkung: Zahlen und Daten können je nach Quelle abweichen.


    * Eisenbahntruppen waren laut Versailler Vertrag der Reichswehr verboten. Dennoch gab es im Reichswehrministerium eine getarnte Dienststelle, die sich mit dem Problem der Militärtransporte auf der Schiene befasste. Ab dem 30. Oktober 1935 gab es wieder einen "Chef des Transportwesens".
    **Julius Heinrich Dorpmüller (* 24. Juli 1869 in Elberfeld; † 5. Juli 1945 in Malente-Gremsmühlen) war von 1926 bis 1945 Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn und von 1937 bis 1945 Reichsverkehrsminister sowie gleichzeitig im Mai 1945 Reichspostminister. Er gehörte 1945 der Reichsregierung Dönitz als Reichsverkehrs- und Postminister an. Obwohl Träger des Goldenen Parteiabzeichens wurde er als "unbelastet"*** eingestuft und die die Briten baten Dorpmüller, den Wiederaufbau der deutschen Eisenbahnen zu übernehmen.
    *** Und das, obwohl er ins seiner Funktion massgeblichen Anteil an den Judentransporten in die Vernichtungslager hatte.
    **** ELektroLok - Im Jahre 1942 waren bei der Reichsbahn 3.332 Km elektrifiziert. Auch als KEL bezeichnet.

    Quellen:"Bahn Extra" 5/2012, "Die Eisenbahnen in Zweiten Weltkrieg", Eugen Kreidler, Nikol Verlagsgesellschaft

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