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 Deutsch-Dänischer Krieg 1848-50, 1864 - Eine neue Antwort erstellen Ihre Schreibrechte
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 RE: Deutsch-Dänischer Krieg 1848-50, 1864

Die Erhebung Schleswig-Holsteins

König Friedrich VII. folgte am 20. Januar 1848 seinem Vater Christian VIII. und ordnete am 28. Januar die Wahl von gemeinschaftlichen Ständen Dänemarks und der Herzogtümer an. Die Wahlmänner von Schleswig-Holstein beschlossen am 18. Februar, mit Vorbehalt der Rechte zu wählen. Inzwischen steigerte aber die Kunde von der Februarrevolution und den Märzereignissen in Deutschland die Erregung und Deputierte der schleswig-holsteinischen Stände beschlossen am 18. März in Rendsburg, in Kopenhagen die Berufung eines schleswig-holsteinischen Landtags, die Bewilligung einer gemeinschaftlichen Verfassung für die Herzogtümer und Aufnahme Schleswigs in den Deutschen Bund zu verlangen. Die Deputation kam in Kopenhagen am 22. März an, als der König dem erregten Volke eben die Einverleibung Schleswigs in Dänemark zugesagt hatte und erhielt daher den Bescheid, dass "eine unzertrennliche Verbindung Schleswigs mit Dänemark hergestellt", im übrigen aber die Wünsche Holsteins berücksichtigt werden sollten. Noch vor Bekanntwerden dieser Antwort sagte sich Kiel am 23. März von der Herrschaft Dänemarks los und am 24. März wurde in Rendsburg eine aus dem bisherigen Statthalter, Prinzen Friedrich von Noer (Bruder des Herzogs Christian), dem Präsidenten der holsteinischen Stände, Grafen Friedrich Reventlow und dem der schleswigschen, W. Beseler, bestehende provisorische Regierung eingesetzt, die überall, auch von den Truppen, anerkannt wurde. Ermutigt durch ein Schreiben Friedrich Wilhelms IV. von Preußen vom 24. März, das für die Selbständigkeit der Herzogtümer und die rechtmäßige Erbfolge eintrat, berief sie zum 3. April eine schleswig-holsteinische Landesversammlung nach Rendsburg und suchte am 26. März beim Deutschen Bund um die Aufnahme Schleswigs in den Bund nach, die am 12. April 1848 erfolgte.

Die aus den schleswig-holsteinischen Truppen und Freischaren gebildete schleswig-holsteinische Armee rückte bis über Flensburg vor, zog sich aber nach dem unglücklichen Gefecht bei Bau (9. April) wieder zurück, so dass die Dänen am 11. April die Stadt Schleswig besetzen konnten. Nun aber kamen preußische und andere deutsche Bundestruppen unter General Wrangel den Herzogtümern zu Hilfe, schlugen die Dänen am 23. April bei Schleswig und am 24. April bei Översee und vertrieben sie vom Festland. Nachdem Wrangel Südjütland mit Fredericia eine Zeitlang besetzt gehalten, besiegte er die Dänen am 5. Juni bei Düppel. Aber da Deutschland keine Kriegsflotte besaß, konnte es die Blockade seiner Seehäfen nicht hindern und der Handel erlitt schwere Verluste. Diese Tatsache förderte die Bestrebungen, durch freiwillige Sammlungen eine deutsche Flotte zu gründen. Aber Russland und England traten zugunsten der Dänen ein. Unter diesen Umständen nahm Preußen, dem die deutsche Zentralgewalt die Regelung der schleswig-holsteinischen Frage überlassen hatte, die Vermittlung Schwedens für Verhandlungen mit Dänemark an, die am 26. August zum Waffenstillstand von Malmö führten. Dieser, auf sieben Monate abgeschlossen, hob alle seit dem 17. März in Schleswig-Holstein erlassenen Gesetze und Verordnungen auf und ersetzte die provisorische Regierung durch eine neue, "Gemeinsame Regierung" genannt, deren Präsident Graf von Reventlow-Jersbeck war. Die Frankfurter Nationalversammlung verwarf anfangs den Waffenstillstand, genehmigte ihn indes in zweiter Beratung nach den heftigsten Debatten 17. September und auch die Schleswig-Holsteiner fügten sich geduldig in die Notwendigkeit; doch gaben sie sich am 15. September noch ein neues Staatsgrundgesetz.
Da die Friedensverhandlungen mit Dänemark, die Bunsen als Reichsgesandter leitete, kein Ergebnis hatten, wurde der Krieg nach Ablauf des Waffenstillstandes (1. April 1849) wieder aufgenommen. Die "Gemeinsame Regierung" löste sich auf und die Frankfurter Zentralgewalt übertrug die oberste Gewalt einer Statthalterschaft unter Beseler und Graf Reventlow-Preetz. 45.000 Mann deutsche Truppen unter General von Prittwitz rückten in Schleswig ein. Als ein dänisches Geschwader in der Bucht von Eckernförde erschien, wurde von einigen am Strande ausgefahrenen Batterien das Linienschiff Christian VIII. in Brand geschossen und die Fregatte Gefion zur Übergabe gezwungen. Nicht lange darauf, am 13. April, erstürmten die bayrischen und sächsischen Truppen die Düppeler Schanzen, aber aus Rücksicht auf die Mächte erhielt Prittwitz den Befehl, nur Schleswig-Holstein besetzt zu halten, darüber hinaus jedoch nicht angriffsweise vorzugehen. In Jütland drangen daher nur die Schleswig-Holsteiner unter General von Bonin ein, schlugen die Dänen am 23. April bei Kolding und am 7. Mai bei Gudsö und begannen die Belagerung von Fredericia, wurden aber in der Nacht vom 5. zum 6. Juli von den Dänen, die ihre ganze Macht in Fredericia vereinigten, nach blutigem Kampf zum Rückzug gezwungen. Inzwischen hatte Preußen 10. Juli eigenmächtig einen neuen Waffenstillstand mit Dänemark geschlossen, demzufolge in Holstein die Statthalterschaft bestehen bleiben, Schleswig aber von einer dreiköpfigen Landesregierung unter dem Vorsitz eines englischen Kommissars im Namen des Königs von Dänemark regiert und im Norden von schwedisch-norwegischen, im Süden von preußischen Truppen besetzt werden sollte. Diesem Waffenstillstand folgte am 2. Juli 1850 der Friede zwischen Preußen und Dänemark, den Preußen zugleich im Namen des Deutschen Bundes unterzeichnete. Dieser überließ es dem König von Dänemark, alle zur Bewältigung des Widerstandes in Schleswig-Holstein dienlichen Mittel zu gebrauchen und gestattete die Einführung einer alle Staaten der dänischen Monarchie umfassenden Erbfolgeordnung.

Die Herzogtümer versuchten nach dem Abzug der preußischen und schwedischen Truppen sich direkt mit Dänemark zu verständigen, und als dies scheiterte, beschlossen sie mit eignen Kräften den Kampf fortzusetzen. Mit einer Armee von 30.000 Mann aus Schleswig-Holsteinern und deutschen Freiwilligen bestehend, rückte General Willisen in das nördliche Schleswig, verhinderte aber die beiden dänischen Heere, die von Jütland und von Alsen kamen, nicht an ihrer Vereinigung, wurde südlich von Flensburg bei Idstedt am 24. und 25. Juli besiegt und zog sich hinter die Eider zurück. Die Dänen besetzten Schleswig wieder und die Angriffe Willisens auf Missunde (12. September) und Friedrichstadt (4. Oktober) wurden mit empfindlichem Verlust zurückgeschlagen. Willisen dankte daher am 7. Dezember ab und General von der Horst trat an seine Stelle. Aber schon war es zu spät. In Olmütz hatte sich Preußen am 29. November der von Russland unterstützten Forderung Österreichs, dass die Revolution wie in Kurhessen, so auch in Schleswig-Holstein unterdrückt würde, unterworfen. Eine österreichisch-preußische Pazifikationskommission wurde nach Holstein gesandt; ein österreichisches Armeekorps folgte. Die Kommission forderte unverzügliche Einstellung der Feindseligkeiten und die Landesversammlung fügte sich, da weiterer Widerstand unmöglich war. Sie ging am 11. Januar 1851 auseinander, die Statthalter legten ihre Ämter nieder und die Armee wurde aufgelöst. Die Österreicher besetzten Holstein, die Dänen Schleswig mit Rendsburg. Im Namen des dänischen Königs und im Auftrag des Deutschen Bundes setzte die Kommission das Grundgesetz vom 15. September 1848 außer Kraft und ernannte für Holstein eine oberste Zivilbehörde, während in Schleswig der dänische Kommissar Tillisch eine Gewaltherrschaft führte. Das Amnestiedekret vom 10. Mai 1851 schloss die herzogliche Familie von Augustenburg, die Mitglieder der provisorischen Regierung, der Statthalterschaft und des Obergerichts sowie zahlreiche Beamte aus. Die deutschen Mächte versicherten zwar, die Rechte der Herzogtümer schützen zu wollen, unterzeichneten aber am 8. Mai 1852 das Londoner Protokoll, das die Integrität der dänischen Monarchie für ein europäisches Interesse erklärte und die Erbfolge in allen ihren Teilen dem Prinzen Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg zusicherte, während das Augustenburger Haus für 2½ Mill. Taler seine Stammgüter an Dänemark verkaufte. Die Rechte der Herzogtümer auf Selbständigkeit und Zusammengehörigkeit wurden von Österreich und Preußen in allgemeinen Ausdrücken gewahrt und Dänemark gab in Bezug hierauf ebenso allgemein gehaltene Versprechungen.

Deutsche-schutzgebiete.de



Thor v. S., 29.12.2016 18:40
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