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 Deutsch-Dänischer Krieg 1848-50, 1864 - Eine neue Antwort erstellen Ihre Schreibrechte
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 RE: Deutsch-Dänischer Krieg 1848-50, 1864

Vorgeschichte 3
Dänemark war seit 1773 im Besitz von ganz Schleswig-Holstein, dessen Adel am Hofe zu Kopenhagen und im dänischen Beamtentum stark vertreten war. Der aus Schleswig-Holstein gebürtige jüngere Graf Bernstorff, bis 1797 an der Spitze der dänischen Regierung, sorgte mit Umsicht für die Herzogtümer: 1784 wurde der schleswig-holsteinische Kanal gebaut, Zensur und Tortur abgeschafft, die Leibeigenschaft aufgehoben. Der dänische Hof zog deutsche Dichter nach Kopenhagen, wo viel Deutsch gesprochen wurde. Als das Deutsche Reich sich 1806 auflöste, wurde Holstein "als ungetrennter Teil" mit der dänischen Monarchie verbunden, wenngleich den Nebenlinien die Eventualerbfolge von neuem bestätigt wurde, ein dänisches Gesetzbuch und das dänische Münzsystem in Holstein eingeführt, die dänische Sprache zur offiziellen für den Verkehr mit Kopenhagen erklärt. Auf dem Wiener Kongress 1814 wurden die Herzogtümer Holstein und Lauenburg, das Dänemark für das abgetretene Norwegen erhalten hatte, Teile des Deutschen Bundes, Schleswig aber nicht. Dies veranlasste die Prälaten und Ritterschaft Holsteins, das Recht der gemeinschaftlichen Verfassung Holsteins und Schleswigs in Kopenhagen geltend zu machen. Dort aber hatte nach den Unglücksfällen und Verlusten, die Dänemark in den Napoleonischen Kriegen betroffen hatten, die frühere deutschfreundliche Richtung einer nationaldänischen Politik Platz gemacht, die auf eine völlige Verschmelzung, wenn nicht aller drei Herzogtümer, so doch wenigstens Schleswigs mit Dänemark abzielte. Das Gesuch der Holsteiner wurde daher abgelehnt und als sie sich 1822 an den Deutschen Bund wandten, wurde zwar von diesem ihr Recht anerkannt, aber lediglich eine beruhigende Erklärung abgegeben. Als U. Lornsen 1830 in der Flugschrift "Das Verfassungswerk in Schleswig-Holstein" für die Rechte der Herzogtümer eintrat, wurde er verhaftet und eine Kommission zur Untersuchung dieser Umtriebe eingesetzt. Doch führte König Friedrich VI. 1831 beratende Provinzialstände für jedes Herzogtum ein. Dagegen wurden die Herzogtümer finanziell geschädigt, mit vier Neunteln der Steuern der Gesamtmonarchie belastet und verloren die 5 Millionen Taler, die sie für die dänische Reichsbank beigesteuert hatten, bei deren Umwandlung in eine dänische Privatbank (1838). Unter Christian VIII. wurden 1842 die alten schleswig-holsteinischen Regimenter aufgehoben, neue mit dänischen Fahnen gebildet und diese zum Teil in die dänischen Lande verlegt; die Offiziere avancierten durch die ganze Armee.
Die Bevölkerung von Schleswig-Holstein hoffte trotz alledem auf eine baldige Verselbständigung, da die königliche Linie außer dem König nur noch dessen Sohn, den Kronprinzen Friedrich, als männliche Mitglieder zählte und im Falle ihres Erlöschens die Herzogtümer an den Herzog Christian von Augustenburg, Dänemark aber an die weibliche Linie fallen musste. Dies aber wollten die eifrigen Dänen gerade verhindern und die dänische Ständeversammlung zu Roeskilde bat im Herbst 1844 den König, "er möge die dänische Monarchie, d.h. Dänemark, Schleswig-Holstein und Lauenburg, für ein einziges, unzertrennliches Reich erklären, das ungeteilt nach dem dänischen Königsgesetz vererbt werden müsse". Der Minister von Örsted trat diesem Antrag im wesentlichen bei, und Christian VIII. verkündete am 8. Juli 1846 durch den "offenen Brief", dass auf Grund genauer Untersuchung der Erbfolgefrage Schleswig und Lauenburg unzweifelhaft als der Krone Dänemark gehörig zu betrachten und nach den allgemeinen dänischen Erbgesetzen zu vererben seien, und dass der König dies Recht seiner Krone mit aller Macht durchsetzen wolle. Gegen diese Erklärung, die also das eventuelle Erbrecht der augustenburgischen Linie nur für Holstein anerkannte und den Herzogtümern nur die Wahl zwischen Trennung oder gemeinsamer Unterwerfung unter das dänische Gesetz ließ, erhob sich in Schleswig-Holstein ein Sturm der Entrüstung. Die Stände beider Herzogtümer und Volksversammlungen forderten energisch Aufrechterhaltung der gemeinschaftlichen Verfassung und ausschließliche Vererbung im Mannesstamm. In ganz Deutschland wurde das Vorgehen der Schleswig-Holsteiner mit Begeisterung begrüßt, der das Lied "Schleswig-Holstein meerumschlungen" Ausdruck verlieh.

Deutsche-schutzgebiete.de



Thor v. S., 29.12.2016 17:15
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